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Die Prognose bei Schizophrenie

Der Verlauf bei Schizophrenie variiert. Bei einem Viertel der Patienten kommt es nur zu einer einzigen Erkrankungsepisode, während es bei einem Viertel zu einem chronischen Verlauf kommt. Die übrigen Krankheitsverläufe liegen zwischen diesen beiden Extremen.

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Unbehandelt kann Schizophrenie zu schweren emotionalen Problemen, Verhaltensproblemen, gesundheitlichen sowie auch rechtlichen und finanziellen Problemen führen, die sich auf jeden Lebensbereich auswirken können.

Verlauf

Der Verlauf variiert von Person zu Person Die Schizophrenie kann als chronische schwere Erkrankung ein ganzes Leben lang andauern. Andererseits kann es bereits nach einer einzigen schizophrenen Episode zur vollständigen Heilung kommen. Etwa 25 % der Patienten haben nur eine Krankheitsepisode, während es in 25 % der Fälle zu einem chronischen, lebenslangen Verlauf kommt. Bei den restlichen 50 % liegt der Verlauf zwischen diesen beiden Extremen.

Schizophrenie beginnt meist im frühen Erwachsenenalter, aber die Krankheit kann auch zu anderen Zeitpunkten im Leben auftreten. Menschen, die bereits in sehr jungen Jahren Schizophrenie entwickeln, haben offensichtlich keine so gute Prognose wie diejenigen, bei denen die Erkrankung erst im mittleren oder höheren Alter auftritt. Nachweislich ist die Prognose bei einem akuten Beginn besser als bei einem allmählich einsetzenden Verlauf. Außerdem ist es für den weiteren Verlauf offensichtlich nachteilig, wenn die Betroffenen längere Zeit ohne Behandlung bleiben.

Manche Betroffene erleben die Erkrankung nach einigen Jahren als weniger schwerwiegend, dennoch bleibt die Schizophrenie, wie die Zahlen oben bestätigen, für den größeren Teil der Betroffenen eine lebenslange starke Beschwernis.

Komplikationen

Ca. 5–10 % der Patienten mit Schizophrenie begehen Suizid. Das Suizidrisiko steigt, wenn die Betroffenen bereits vorher Suizidversuche unternommen haben, Depressionen oder Suchtprobleme haben oder männlichen Geschlechts sind.

Unter den an Schizophrenie Erkrankten ist auch ein erhöhtes Auftreten körperlicher Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Magen-Darm-Erkrankungen, Hormonerkrankungen sowie Atemwegserkrankungen zu beobachten, was auch dazu beiträgt, dass bei diesen Patienten die Sterberate höher als in der Allgemeinbevölkerung ist. Vor allem in der Frühphase der Erkrankung wird die Erkrankung häufig durch eine Suchtproblematik kompliziert. Die Patienten können auch andere psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände und Schlaflosigkeit entwickeln.

Wenn sie unbehandelt bleiben, werden viele Menschen, die an Schizophrenie leiden, wohnungslos oder suchtkrank.

Prognose

Die langfristigen Aussichten sind für den Großteil der Betroffenen unsicher. Drei Viertel der Patienten erleben wiederkehrende Symptome und anhaltende Erwerbsunfähigkeit. Zu den Erkrankten mit der besten Prognose zählen Patienten des paranoiden Typs, Fälle mit akutem Beginn und diejenigen, die eine rasch einsetzende Behandlung erhalten. Umgekehrt scheint die Prognose schlechter zu sein, wenn die Betroffenen längere Zeit mit einer unbehandelten Psychose leben, sich sozial isolieren, mehrere Fälle von Schizophrenie in der Familie vorliegen, oder wenn sie suchtkrank sind.

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Autoren

  • Philipp Ollenschläger, Medizinjournalist, Köln