Zum Hauptinhalt springen

Hepatitis-B-Impfung

Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus verursachte Leberentzündung. Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen das Virus als Standardimpfung für alle Kinder sowie für Erwachsene, die besonders gefährdet sind.

Zuletzt aktualisiert:

Zuletzt überarbeitet:



Was ist Hepatitis B?

Hepatitis B ist eine durch das Hepatitis-B-Virus verursachte Leberentzündung. Die Infektion erfolgt über die Schleimhäute oder die verletzte Haut, z. B. bei sexuellen Kontakten, Entbindung, Nadelstichverletzungen oder Bluttransfusionen. Das Virus kann die intakte Haut nicht durchdringen.

Man unterscheidet die akute und die chronische Hepatitis-B-Infektion. Wenn das Virus 6 Monate nach Krankheitsbeginn immer noch nachweisbar ist, spricht man von einer chronischen Infektion. Zur Feststellung, ob eine chronische Infektion vorliegt, werden bestimmte Blutwerte bestimmt. Die chronische Hepatitis-B-Infektion kann im Verlauf zu Leberzirrhose oder Leberkrebs führen.

Wer sollte geimpft werden?

  • Die verfügbaren Hepatitis-B-Impfstoffe sind sehr gut verträglich.
  • Schwere Nebenwirkungen oder Komplikationen sind nicht bekannt.
  • Die Hepatitis-B-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO)  als Standardimpfung für alle Kinder sowie im Erwachsenenalter für besonders gefährdete Personengruppen empfohlen.
  • Als Risikogruppen werden u. a. definiert:
    • Personen mit erhöhten Leberwerten und/oder klinischen Zeichen einer Entzündung der Leber
    • Patient*innen mit Leberzirrhose/-fibrose oder Leberkrebs
    • Flüchtende aus Regionen, in denen Hepatitis-B-Infektionen häufig sind.
    • Familien- oder Haushaltsangehörige, insbesondere Kinder von aktuell infizierten Müttern und Geschwister sowie Eltern von (aktuell oder ehemals) HBV-infizierten Personen
    • Sexualpartner*innen von infizierten Personen
    • medizinisches Personal
    • Personen in psychiatrischen Einrichtungen, Justizvollzugsangstalten etc.
    • homosexuelle Männer und Personen mit häufig wechselnden Sexualkontakten
    • Menschen, die intravenöse Drogen konsumieren.
    • Dialyse-Patient*innen
    • HIV-infizierte Personen
    • Menschen mit einer angeborenen Immunschwäche.
  • Sofern die Impfung von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen wird, übernimmt die Krankenkasse in der Regel die Kosten.

Standardimpfungen

  • Im Säuglingsalter erfolgt eine Sechsfach-Impfung gegen mehere Krankheiten: Hepatitis B, Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Polio und Haemophilus-influezae-B-Infektion. Insgesamt werden 3 Impfstoffdosen gegeben:
    • Die erste Impfung erfolgt im Alter von 2 Monaten.
    • Die zweite Impfung erfolgt im Alter von 4 Monaten.
    • Die dritte Impfung erfolgt im Alter von 11 Monaten.
  • Frühgeborene erhalten 4 Impfstoffdosen im Alter von 2, 3, 4 und 11 Monaten.

Reiseimpfung

  • Bei ungeimpften Personen, die in Risikoregionen reisen, wird in den folgenden Situationen eine Impfung empfohlen:
    • Reisedauer über 4 Wochen
    • geplante ungeschützte sexuelle Kontakte mit Fremden, z. B. Sextourismus
    • absehbarer Kontakt zum Gesundheitswesen des Ziellandes für invasive Maßnahmen (z. B. Injektionen, zahnmedizinische Eingriffe, Endoskopien, Operationen) oder für den Erhalt von Blutprodukten
    • Tätigkeit im Reiseland mit hohem Verletzungsrisiko.
  • In dringenden Fällen könnnen die Impfungen innerhalb von 21 Tagen erfolgen (Impfung an Tag 0, 7 und 21).
    • Für den Aufbau eines langfristigen Schutzes wird anschließend eine zusätzliche 4. Impfdosis nach 12 Monaten empfohlen.

Kontrolle des Impferfolgs

  • Zur Kontrolle des Impferfolgs bei Erwachsenen werden Antikörper (Anti-HBs) im Blut bestimmt.
  • Bei einem Anti-HBs-Wert von über 100 IE/l war die Impfung erfolgreich.
  • Liegt der Wert zwischen 10 und 99 spricht man von Low-Respondern. Ihnen wird eine weitere Impfdosis mit erneuter Kontrolle empfohlen.
  • Liegt der Wert unter 10, sollte eine chronische Hepatitis-B-Infektion ausgeschlossen werden (Non-Responder). Falls keine Infektion nachgewiesen werden kann, wird eine erneute Impfdosis mit anschließender Kontrolle empfohlen.
  • Bei Menschen mit Abwehrschwäche sollten jährliche Kontrollen des Impfstatus durchgeführt werden.
  • Bei Personen mit hohem Risiko einer HBV-Infektion sollte der Impferfolg alle 10 Jahre nach der letzten Impfung kontrolliert werden.

Weitere Informationen

Autorin

  • Hannah Brand, Dr. med., Ärztin, Berlin