Zum Hauptinhalt springen

Ernährung bei Sjögren-Syndrom

Das Sjögren-Syndrom hat verschiedene negative Auswirkungen in Bezug auf die Ernährung. Die richtige Nahrung ist deshalb besonders wichtig.

Zuletzt aktualisiert:

Zuletzt überarbeitet:



Willkommen auf unseren Patientenseiten!

Wir freuen uns, dass Sie sich für die aktuellen und unabhängigen Informationen von Deximed interessieren. Sie können sich kostenlos auf allen Patientenseiten umschauen. Eine Übersicht aller Themen finden Sie unter https://deximed.de/patienten .

Ärzt*innen empfehlen wir unsere unabhängigen Arztinformationen zu allen relevanten Themen der Hausarztmedizin.

Gutes Arbeiten mit Deximed!

Mehr Infos für Ärzt*innen!

Sjögren-Syndrom und Ernährung

Der Ernährung ist in den letzten Jahren vermehrt Aufmerksamkeit gewidmet worden. Aufgrund der möglichen Komplikationen des Sjögren-Syndroms ist es für diese Patienten besonders wichtig, sich des Zusammenhangs zwischen der Ernährung und den Symptome dieser chronischen Erkrankung bewusst zu sein.

Das Sjögren-Syndrom hat verschiedene negative Auswirkungen in Bezug auf die Ernährung:

  • Reduzierte Fähigkeit, trockene Nahrungsmittel zu konsumieren, als Folge des fehlenden Speichelflusses.
  • Erhöhtes Auftreten von Karies und vorzeitigem Verlust der Zähne, wodurch die Fähigkeit zu kauen und zu essen eingeschränkt wird.
  • veränderte Nahrungsaufnahme durch Infektionen der Mundhöhle
  • Gestörte Aufnahme von Nährstoffen, was die Notwendigkeit der Aufnahme bestimmter Arten von Nahrungsmitteln erhöht.

Da es sich beim Sjögren-Syndrom um eine Autoimmunerkrankung handelt, wird für Patienten mit dieser Erkrankung eine bewusste Ernährung empfohlen, um das Immunsystem zu unterstützen.

Bislang gibt es wenige Forschungsergebnisse zur Bedeutung der Ernährung beim Sjögren-Syndrom. Die gegebenen Ratschläge bauen im Allgemeinen auf Erfahrungswerten und auf Einschätzungen darüber auf, was eine richtige und gute Ernährung ausmacht.

Immunsystem und Ernährung

Das Immunsystem ist die körpereigene Abwehr gegen die Auswirkungen von Bakterien, Viren und Allergien. Bei Patienten mit Autoimmunerkrankungen kann jedoch die Funktion des Immunsystems geschwächt sein. Durch die Einnahme großer Mengen von bestimmten Nährstoffen lässt sich keine Verbesserung des Immunsystems erreichen. Allerdings sind viele Experten der Ansicht, dass eine insgesamt gesunde Ernährung eine hervorragende Möglichkeit darstellt, das Immunsystem so intakt wie möglich zu halten.

Sie sollten deshalb auf eine vollwertige Ernährung achten, die alle wichtigen Nährstoffe enthält. Dazu gehören in erster Linie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, proteinreiche Lebensmittel, Milchprodukte und pflanzliche Öle.

Ein guter Tipp: Nur weil ein Lebensmittel gesund ist, bedeutet dies nicht, dass mehr davon automatisch besser ist. Sie könnten versucht sein, große Mengen an Vitaminen zu konsumieren, um das Immunsystem zu stärken. Aber Überdosierungen dieser Stoffe können einen gegenteiligen Effekt haben und stattdessen das Immunsystem schwächen. Halten Sie sich daher an die empfohlenen Dosen und setzen Sie auf eine gesunde Ernährung anstatt auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Kein Speichelfluss

Die meisten Menschen sind sich dessen kaum bewusst, doch Speichel ist notwendig, um überhaupt essen zu können. Für Personen mit Sjögren-Syndrom kann es durch den Mangel an Speichel schwierig oder unmöglich werden, normal zu essen. Hier einige Tipps, wie der Speichelmangel kompensiert werden kann:

  • Halten Sie Ihren Mund durch regelmäßiges Trinken zuckerfreier Flüssigkeiten, insbesondere Wasser, feucht.
  • Mundtrockenheit kann auch durch die Verwendung von Kaugummis, säuerlichen Lutschtabletten oder ähnlichem vermindert werden. Die Produkte sollten zuckerfrei sein.
  • Essen Sie flüssigkeitsreiche Nahrungsmittel, vor allem Suppen, Eintöpfe, Fleischbrühe oder Soßen. Andere geeignete Gerichte sind Eierstich, Pasta mit Käsesoße sowie cremige, gekochte Getreidegerichte – vorzugsweise mit Milch zubereitet, um den Eiweißgehalt zu erhöhen.
  • Bei Menschen mit trockenem Mund kommt es häufig zu Wunden oder Infektionen im Mund, und starke Gewürze wie Pfeffer, Chili, Muskat und Gewürznelken können den Mundraum reizen.
  • Vermeiden Sie Orangensaft und Grapefruitsaft, wenn Sie wunde Stellen im Mund haben, oder wenn Ihr Mund andauernd trocken ist, da dies Beschwerden verursachen kann.
  • Tunken Sie trockene Lebensmittel wie Kuchen und Kekse in Milch, Kaffee oder Tee ein, um das Kauen und Schlucken zu erleichtern.

Beeinträchtigte Nährstoffaufnahme

Durch das Sjögren-Syndrom verursachte, krankhafte Veränderungen in Dick- und Dünndarm können zu einer Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme (Malabsorption) führen. Auch wenn diese krankhaften Veränderungen nicht zu einer verminderten Nährstoffaufnahme führen, kann es dennoch dazu kommen, wenn eine falsche Ernährung vorliegt oder unzureichende Mengen bestimmter Nährstoffe aufgenommen werden. Unabhängig von der Ursache für die Schwächung der Aufnahmefähigkeit des Darms sinkt die Nährstoffaufnahme, und wertvolle Nährstoffe passieren den Verdauungstrakt, ohne vom Körper aufgenommen zu werden. Darüber hinaus nehmen viele Betroffene zu wenige Kalorien zu sich, was einen Gewichtsverlust zur Folge hat. Um einer reduzierten Nährstoffaufnahme entgegenzuwirken, sollten Sie Folgendes beachten:

  • Vermeiden Sie leere Kalorien, sondern essen Sie nahrhafte Lebensmittel. Statt z. B. ein Eis zu essen, das einen relativ niedrigen Nährwert aufweist, sollten Sie besser Joghurt mit frischem, geschnittenem Obst, beispielsweise Bananen, vorziehen. Verwenden Sie Naturreis statt weißem Reis. Wenn Sie Kartoffelbrei kochen, können Sie ein wenig Hüttenkäse oder Frischkäse mit geringem Fettgehalt hinzugeben.
  • Fragen Sie Ihre Ärztin/Ihren Arzt, ob es bestimmte Lebensmittel gibt, die Sie vermeiden sollten. Besonders dann, wenn Ihre Nährstoffaufnahme im Darm stark beeinträchtigt ist, können Sie vorübergehend die Fähigkeit verlieren, den Zucker in Milch und Milchprodukten zu verdauen und eine vorübergehende Laktoseintoleranz entwickeln. Dadurch können sich Ihre Beschwerden verschlimmern. Wenn dies auftritt, kann es notwendig sein, den Konsum von Milch für eine gewisse Zeit zu reduzieren.

Weitere Informationen

Autoren

  • Martina Bujard, Wissenschaftsjournalistin, Wiesbaden