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Hepatitis B in der Schwangerschaft

Schwangere können den Hepatitis-B-Virus bei der Geburt auf das Neugeborene übertragen. Durch die richtigen Maßnahmen kann das Kind effektiv geschützt werden.

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Risiken für das Kind

  • Das Hepatitis-B-Virus kann während des Geburtsvorgangs von einer infizierten Schwangeren auf ihr Kind übertragen werden.
  • Weltweit ist dieser Infektionsweg die häufigste Ursache für die chronische Hepatitis B.
  • Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung hängt von der Infektiosität der Mutter ab. Falls sie positiv für bestimmte Virusantigene (HBs-Ag und HBe-Ag) ist und keine Prophylaxe erhält, liegt das Infektionsrisiko bei 70–90 %. Falls sie HBeAg negativ ist, beträgt das Risiko einer Übertragung auf das Kind 25–30 %.
  • Neugeborene, die sich mit Hepatitis B infizieren, entwickeln in 90 % der Fälle eine chronische Hepatitis. Ihr Risiko für eine Leberzirrhose oder einen bösartigen Leberzelltumor im Erwachsenenalter liegt bei 15–25 %.

Wie wird die Erkrankung festgestellt?

  • Eine Blutuntersuchung zeigt, ob Sie Hepatitis B haben.
  • Die Blutuntersuchung erfolgt entweder vor der Schwangerschaft oder bei der ersten Schwangerschaftskontrolle.
  • Ist die Blutuntersuchung positiv, dann sind Sie eine Hepatitis-B-Überträgerin.

Behandlung

  • Die akute Hepatitis B heilt in der Regel von selbst.
  • Falls die Behandlung der Hepatitis-Symptome nicht ausreicht (z. B. Flüssigkeits- und Nahrungszufuhr im Krankenhaus), dann sind antivirale Medikamente aus der Gruppe der Nukleos(t)idanaloga die erste Wahl für Patientinnen in Schwangerschaft und Stillzeit.

Vorbeugung bei Neugeborenen

  • Wenn Sie bereits wissen, dass Sie chronische Hepatitis-B-Überträgerin sind, können Sie einer Infektion Ihres Neugeborenen mit einer Immunglobulin-Spritze vorbeugen und auch das Kind gegen Hepatitis B impfen lassen.
  • Dies sollte innerhalb von 12 Stunden nach der Geburt erfolgen und verhindert in 85–95 % der Fälle, dass Ihr Kind infiziert wird.
  • Das gleiche Vorgehen wird empfohlen, wenn unklar ist, ob Sie eine Hepatitis-B-Überträgerin sind.

Weitere Informationen

Autorin

  • Hannah Brand, Dr. med, Ärztin, Berlin