Alkoholabhängigkeit (Alkoholismus)

Zusammenfassung

  • Definition:Gruppe von Verhaltens-, kognitiven und körperlichen Phänomenen, die sich nach wiederholtem Alkoholgebrauch entwickeln. Typischerweise bestehen ein starker Wunsch, Alkohol zu trinken, Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren und anhaltender Alkoholkonsum trotz schädlicher Folgen.
  • Häufigkeit:In Deutschland gibt es ca. 1,6 Mio. Alkoholabhängige und rund 1,4 Mio. Menschen mit schädlichem Alkoholgebrauch.
  • Symptome:Anamnestische Hinweise auf übermäßigen Alkoholkonsum, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, Hinweise auf psychische Störungen oder soziale Probleme.
  • Befunde:Evtl. wiederholter Foetor alcoholicus, anomale Gesichtsvaskularisation, Sklereninjektion, Leberzeichen der Haut, Alkoholentzugssymptome, Voralterung, Zittern der Hände, vegetative Labilität.
  • Diagnostik:Frühzeitige Identifizierung von Personen mit besonderem Risiko für schädlichen Alkoholgebrauch. Bei diesen Personen gezielte Anamnese und körperliche Untersuchung, ggf. ergänzt durch Fragebogen zum Alkoholkonsum (AUDIT oder AUDIT-C) und durch Laboruntersuchungen wie GGT, MCV und evtl. CDT (Carbohydrate-deficient Transferrin) zur Erkennung eines chronisch erhöhten Alkoholkonsums.
  • Therapie:Übermäßigen Alkoholkonsum beenden, primäres Ziel ist Abstinenz. Es kann hilfreich sein, zunächst eine Trinkmengenreduktion anzustreben. Zur Alkoholentwöhnung kann u. U. eine ambulante Kurzintervention ausreichen. Bei Alkoholintoxikation oder Entzugssyndromen ist eine stationäre Entgiftung angezeigt, gefolgt von einer in der Regel ambulanten Postakutbehandlung mit psychosozialen Interventionen; ggf. Maßnahmen der Rehabilitation und Eingliederungshilfe.

Allgemeine Informationen

Definition Alkoholabhängigkeitssyndrom nach ICD-10

Diagnostik

Therapie

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlaufskontrolle

Patienteninformationen