Alkohol – Missbrauch oder Abhängigkeit?

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Schwere der Abhängigkeit

Um die Schwere der Alkoholabhängigkeit zu bestimmen unterscheidet man zwischen einem Alkoholmissbrauch und einer Alkoholabhängigkeit bzw. Alkoholsucht.

Unabhängig davon wirkt sich  jeglicher regelmäßiger Alkoholkonsum in großen Mengen auf die Gesundheit und das soziale Umfeld aus. Alkohol ist nach dem Tabakkonsum das meist verbreiteste Suchtmittel. Nicht zu unterschätzen sind die Langzeitfolgen eines regelmäßigen exzessiven Alkoholkonsums und die Bedrohlichkeit bei einem Entzug, der körperlich mehr Leid verursacht, als ein Entzug bei Heroinabhängigkeit.

Alkoholmissbrauch

Ein Missbrauch von Alkohol liegt  dann vor, wenn man über das gesunde Maß konsumiert. Dies kann einmalig oder wiederholt auftreteten. Im Volksmund wird für diesen Umstand der Ausdruck "einen über den Durst trinken" häufig verwendet.

Der Alkoholmissbrauch kennzeichnet sich durch die folgenden typischen Merkmale (Diagnosekriterien) eines Betroffenen, bei dem noch keine Alkoholabhängigkeit diagnostiziert wurde:

  • Mangelnde Fähigkeit, den Verpflichtungen auf Arbeit, in der Schule oder zu Hause nachzukommen.
  • wiederholter Alkoholkonsum in gefährlichen Situationen, z. B. beim Autofahren oder Bedienen einer Maschine auf Arbeit
  • rechtswidrige Handlungen
  • Fortgesetzter Alkoholkonsum trotz sozialer, familiärer oder Beziehungsprobleme, die durch den Alkoholkonsum verursacht wurden oder sich dadurch verschlimmert haben.

Alkoholabhängigkeit

Eine Alkoholabhängigkeit bzw. eine Alkoholsucht ist eine schwere Erkrankung. Dabei wird Alkohol in großen und schädlichen Mengen konsumiert und dem Alkohol eine bedeutende Rolle im täglichen Tagesablauf eingeräumt. Es treten mindestens drei der folgenden Symptome auf:

  • Die Toleranzgrenze steigt. Die Betroffenen müssen größere Mengen trinken, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.
  • Es kommt zu Entzugserscheinungen nach dem letzten oder verringertem Alkoholkonsum, z. B. Schwitzen, schneller Puls, Zittern, Schlafstörungen, Übelkeit, Erbrechen, Halluzinationen, Angstzustände oder epileptische Anfälle. Es wird Alkohol konsumiert, z. B. am Morgen, um Entzugserscheinungen zu vermeiden.
  • Der Betroffene verliert die Kontrolle über die zugeführte Menge, den Zeitpunkt und die Dauer den Alkoholgenusses.
  • Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, sich zurückzuhalten oder mit dem Trinken aufzuhören.
  • Ein Großteil der Zeit wird auf das Trinken oder die Ausnüchterung nach dem Rausch verwendet.
  • Wichtigen sozialen, beruflichen oder Freizeitaktivitäten wird nicht mehr nachgegangen.
  • Die Betroffenen trinken auch weiter, wenn sie wissen, dass die Probleme durch den Alkoholkonsum verursacht oder verschlimmert werden.

Ursachen der Alkoholabhängigkeit

Die Ursachen der Alkoholabhängigkeit sind nur teilweise geklärt, jedoch konnten die Risikofaktoren in den letzten Jahrzehnten eingehend erforscht werden. Deutlich ist, dass die genetische und biologische Veranlagung das Risiko für eine Alkoholabhängigkeit erhöhen kann, d. h. die Erkrankung ist teilweise erblich. Studien von adoptierten Kindern haben gezeigt, dass Kinder von alkoholabhängigen Eltern ein höheres Risiko haben, selbst alkoholabhängig zu werden, auch wenn sie in einem anderen sozialen Umfeld aufwachsen. Wahrscheinlich liegt die Ursache nicht in einem Gen, sondern in einer Kombination genetischer Veranlagungen, die das Risiko für eine Abhängigkeit erhöhen. In der Regel gibt es noch eine Reihe von anderen Faktoren, die zu einer Alkoholabhängigkeit beitragen. Soziale Faktoren wie der Einfluss von Familie, Kollegen und der Umgebung, die Verfügbarkeit von Alkohol und psychische Faktoren wie eine hohe Stressbelastung, mangelnde Fähigkeit zur Lösung von Problemen und verstärkter Drang zum Trinken in Gesellschaft können zur Entwicklung eines Alkoholproblems beitragen. Die Faktoren, die zur Aufrechterhaltung der Alkoholabhängigkeit führen, können sich von den Faktoren, die zur Abhängigkeit geführt haben, unterscheiden.

Weitere Informationen

Beratungsstellen

 Autoren

  • Natalie Anasiewicz, Ärztin, Freiburg i. Br.

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Alkoholabhängigkeit. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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