Wenn Sie Verlangen nach einer Zigarette verspüren

Wenn Sie das Verlangen überkommt, eine Zigarette zu rauchen, kann ein vorab erstellter Maßnahmenplan gute Dienste leisten. Die nachfolgende Liste kann Ihnen auf dem Weg zu einem Leben ohne Tabak als Unterstützung dienen.

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"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

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Wenn Sie sich entschieden haben, mit dem Rauchen aufzuhören, ist ein wichtiges Ziel, die Kontrolle zurückzugewinnen. Nikotin selbst und die lange erprobte Gewohnheit des Rauchens machen es einem schwer, damit aufzuhören. Es wird häufig Momente geben, in denen das Verlangen nach einer Zigarette sehr stark ist. Denken Sie dann daran, dass der Drang oft nur ein paar Minuten anhält. Und jedes Mal, wenn es Ihnen gelingt, Ihr Verlangen zu bezwingen, sind Sie Ihrem Ziel, das Rauchen aufzugeben, ein Stück näher gekommen.

Neben diesen Tipps für den Alltag können Sie Unterstützung durch viele verschiedene Beratungsangebote und Therapieverfahren sowie Medikamente und Nikotinersatzpräparate finden.

Wenn Sie Verlangen nach einer Zigarette verspüren

  • Machen Sie einen kurzen Spaziergang ums Haus, wenn Sie Zeit haben, gerne auch einen längeren.
  • Rufen Sie gute Freund*innen an, am besten eine Person, die Sie beim Aufhören unterstützen möchte.
  • Trinken Sie ein großes Glas Wasser.
  • Essen Sie einen Apfel oder anderes Obst.
  • Lutschen Sie ein zuckerfreies Bonbon; manche Aromen können das Verlangen zu rauchen mildern.
  • Sorgen Sie immer für einen Vorrat an Karotten oder anderem Gemüse, damit Sie etwas zum Knabbern haben.
  • Gehen Sie nach draußen oder ans offene Fenster und atmen Sie tief ein und aus, bis das Verlangen verschwindet. Atmen Sie durch die Nase ein und durch den Mund aus. Diese Atemtechnik wirkt entspannend.
  • Duschen Sie oder nehmen Sie ein entspannendes Bad.
  • Schreiben Sie eine Liste mit allen Gründen, die Sie dazu bewogen haben, das Rauchen aufzugeben.
  • Genießen Sie die positiven Veränderungen – zum Beispiel, dass sich Ihr Geruchs- und Geschmackssinn zurückmeldet.
  • Freuen Sie sich über eine gesündere Gesichtsfarbe und dass Ihre Hände und Füße weniger kalt sind; außerdem werden Sie feststellen, dass sich Ihr sportliches Leistungsvermögen verbessert.
  • Rechnen Sie sich mit einem Ersparnisrechner aus, wie viel Geld Sie sparen, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören.
  • Schreiben Sie auf, was Sie sich von dem gesparten Geld alles kaufen können.
  • Legen Sie Ihr „Zigarettengeld“ jeden Tag zurück und sparen Sie es für etwas, das Sie sich schon lange gewünscht haben.

Beugen Sie dem Verlangen vor

  • Eine Person, die 20 Zigaretten pro Tag raucht, führt die Hand etwa 200-mal pro Tag zum Mund. Das ist ca. 1.400-mal pro Woche, 6.000-mal pro Monat und 73.000-mal pro Jahr. Die ständige Bewegung Ihrer Hände ist zu dem Zeitpunkt, da Sie mit dem Rauchen aufhören, eine feste Gewohnheit geworden. Es ist daher nicht überraschend, wenn Sie sich rastlos fühlen oder das Bedürfnis verspüren, etwas zu tun. Dies wird leicht mit dem Verlangen zu rauchen verwechselt. Aus diesem Grund ist es zweckmäßig, sich mit etwas zu beschäftigen.
  • Sport, Handarbeit, Massage, Modellbau, Briefmarken – suchen Sie sich eine Beschäftigung, die Ihnen Spaß macht.
  • Versuchen Sie, Stresssituationen zu vermeiden.
  • Gehen Sie in der ersten Zeit des Rauchverzichts Situationen aus dem Weg, in denen Sie früher geraucht haben: der Raucherecke bei der Arbeit, den Pausen der übrigen Raucher*innen, dem Platz zu Hause, an dem Sie meist geraucht haben.
  • Achten Sie darauf, immer etwas zu lesen, zu hören oder zu kauen bei sich zu haben. Seien Sie kreativ!
  • Vermeiden Sie Lebensmittel und Getränke, die in Ihnen das Verlangen zu rauchen wecken. Vor allem Alkohol löst bei vielen das Verlangen nach einer Zigarette aus.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen

Literatur

Dieser Artikel basiert auf dem Fachartikel Raucherentwöhnung. Nachfolgend finden Sie die Literaturliste aus diesem Dokument.

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