Bupropion zur Raucherentwöhnung

Bupropion ist ein Wirkstoff, der sich bei der Raucherentwöhnung als wirksam erwiesen hat.

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Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin

"Deximed ist für mich eine große Hilfe, um im Praxisalltag schnell aktuelles Wissen zur Therapie oder Diagnostik nachschlagen zu können. Die übersichtliche Struktur ermöglicht es, sogar im Patientenkontakt rasch etwas nachzulesen." - PD Dr. med. Guido Schmiemann, Facharzt für Allgemeinmedizin, Bremen

Deximed ist ein unabhängiges Arztinformationssystem mit Fokussierung auf die primärärztliche Versorgung. Evidenzbasierte und regelmäßig aktualisierte Artikel zu allen medizinischen Gebieten zeichnen Deximed aus.

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Hören Sie mit dem Rauchen auf!

Es gibt wahrscheinlich keine einzelne Maßnahme, mit der Sie mehr für Ihre Gesundheit tun und schweren Erkrankungen vorbeugen können, als mit dem Rauchen aufzuhören!

Deshalb gibt es zahlreiche Maßnahmen und Therapien, um Nikotinabhängigen zu helfen, den Teufelskreis der Sucht zu durchbrechen. Zu den dabei verwendeten Wirkstoffen gehört Bupropion.

Was ist Bupropion?

Bupropion ist ein Medikament, das ursprünglich zur Behandlung von Depressionen zum Einsatz kam. Es zeigte sich aber, dass es auch bei der Raucherentwöhnung einen positiven Effekt entfaltet.

Die Funktionsweise ist nicht sicher geklärt. In Versuchen zeigte sich aber, dass die Anwendung des Medikaments zusammen mit einer geplanten Raucherentwöhnung das Verlangen nach Nikotin dämpft. Auf diese Weise trägt es dazu bei, dass mehr Raucher*innen das Rauchen erfolgreich aufgeben.

Wie wird das Medikament angewendet?

Wenn Sie das Rauchen aufgeben wollen, kommt Ihrer persönlichen Motivation zentrale Bedeutung zu. Fehlt die Motivation, ist der Einsatz von Medikamenten zur Raucherentwöhnung nicht sinnvoll. Es wird empfohlen, das Medikament über insgesamt 8 Wochen einzunehmen:

  • Sie beginnen, solange Sie noch rauchen und nehmen eine Tablette (150 mg) täglich 7 Tage lang ein.
  • Nachdem Sie 7 Tage lang die Tabletten eingenommen haben, hören Sie auf zu rauchen und setzen die Einnahme von 2-mal täglich einer Tablette über 7 Wochen fort.
  • Wenn Schlafstörungen auftreten, sollte die 2. Dosis am Nachmittag eingenommen werden, mindestens 8 Stunden nach der morgendlichen Dosis.

Das Arzneimittel wird in der Regel empfohlen, wenn der Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören, mit Unterstützung einer Nikotinersatztherapie, nicht erfolgreich war.

Ist die Behandlung mit Nebenwirkungen verbunden?

Alle Medikamente können Nebenwirkungen haben. Belastende Nebenwirkungen sind bei diesem Medikament selten, aber nicht ausgeschlossen. Während der Phase der Raucherentwöhnung kann es sich schwierig gestalten, die auftretenden Beschwerden richtig zuzuordnen. Denn die Nebenwirkungen des Bupropion können den Beschwerden bei Nikotinentzug ähneln, also Unruhe, Schwindel, Rastlosigkeit und dergleichen. Die berichteten Nebenwirkungen sind zudem Mundtrockenheit, Übelkeit und Verstopfung, erhöhter Blutdruck, vermehrtes Schwitzen, plötzliche Ohnmachtsanfälle, allergische Reaktionen und andere.  

Die Anwendung von Bupropion kann außerdem Krampfanfälle auslösen. Das Präparat sollte daher nicht von Personen mit aktueller oder in der Vergangenheit aufgetretener Anfallsneigung angewendet werden. Auch Personen mit Anorexie oder Bulimie, mit einer bipolaren Störung, Leberzirrhose, Hirntumor sowie einer Überempfindlichkeit gegen Bupropion dürfen das Präparat nicht einnehmen. Auch wer mit Antidepressiva, Antipsychotika, Kortison als Infusion oder Tablette und manchen anderen Medikamenten behandelt wird, sollte auf Bupropion verzichten. Lassen Sie sich hier ärztlich genau informieren.

Da die Auswirkungen auf das ungeborene Kind nicht vollständig bekannt sind, muss der Einsatz von Bupropion bei schwangeren Frauen streng abgewogen werden.

Wenn sich im Zusammenhang mit der Arzneimittelanwendung Beschwerden oder Unwohlsein einstellen, sollte stets zunächst geprüft werden, ob das Arzneimittel dafür verantwortlich ist. Da es sich um kein lebenswichtiges Medikament handelt, sollte die Therapie im Fall von schweren Nebenwirkungen abgebrochen werden.

Weitere Informationen

Autor*innen

  • Markus Plank, MSc BSc, Medizin- und Wissenschaftsjournalist, Wien
  • Susanne Meinrenken, Dr. med., Bremen