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Nicht ganz banal, aber fast schon alltäglich in der Hausarztpraxis: Erkrankungen bei Tropenrückkehrern

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Jetzt, wenn es wieder etwas kühler wird, zieht es viele Reisende zu Urlaubszielen in tropische Regionen. Viele kommen vorher zur Reiseimpfberatung in die Praxis, befolgen die dort gegebenen Ratschläge in unterschiedlichem Maße und reisen dann, mehr oder weniger gut vorbereitet, beispielsweise nach Indien, Thailand, Afrika oder Lateinamerika. Die meisten kommen unversehrt wieder nach Hause, evtl. nach kleineren Episoden akuter Durchfallerkrankungen. Manche stellen sich jedoch mit diffusen grippalen Symptomen in der Praxis vor. Hier kann es dann doch kniffelig werden: An welche Krankheiten muss man hier denken? Unser Artikel Fieber bei Tropenrückkehrern gibt einen umfassenden Überblick über die möglichen Differenzialdiagnosen.

Meist liegen unspezifische grippale Infekte und leichte Beschwerden vor, die ohne weitere Abklärung oder Therapie spontan verschwinden. Bei akut auftretendem Fieber und/oder deutlicher Beeinträchtigung ist eine umfassende infektionsmedizinische Abklärung erforderlich.

Die häufigste dem RKI gemeldete reiseassoziierte Infektionskrankheit in Deutschland ist die Malaria, davon in mehr als der Hälfte der Fälle Malaria tropica. Deswegen sind genaue Fragen nach der Reiseregion, der Art der Reise und einer eventuell eingenommenen Malariaprophylaxe wichtig. Weitere häufig gemeldete Infektionskrankheiten sind Dengue-Fieber, Shigellose, Q-Fieber und Chikungunya. Auch an Typhus und Paratyphus sollte gedacht werden. Sehr selten werden dagegen Leishmaniose oder Cholera importiert. Auch nicht nur in tropischen Regionen endemische Erkrankungen, wie z. B. Zytomegalie, Hepatitis A und B oder eine akute HIV-Infektion können vorkommen.

Über sexuell übertragbare Erkrankungen (STD) in Verbindung mit Reisen informiert unser Artikel Tourismus und STD. Gerade in Ländern mit niedrigem medizinischen Versorgungsstandard besteht ein erhöhtes Ansteckungsrisiko für Syphilis und HIV bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Personen aus dem Reiseland. Deswegen sollte bei entsprechendem Verdacht auch eine genaue Anamnese zum Sexualverhalten auf der Reise erfolgen. Gegebenenfalls sollte bei ungeschütztem Geschlechtsverkehrt mit einem Partner mit unbekanntem HIV-Status eine Postexpositionsprophylaxe angeboten werden.

Marlies Karsch, Chefredakteurin

 

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