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Respiratorische Erkrankung durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

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Aktuell diskutierte Aspekte – Direktsuche

Allgemeine Informationen

Definition

  • Respiratorische Erkrankung durch SARS-CoV-2
    • Erkrankung wird als COVID-19 bezeichnet (Coronavirus Disease 2019). 
  • Es gehört, wie das SARS-Virus, zu den Beta-Coronaviren. 
    • Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion. 
  • Verlauf als Pandemie

Häufigkeit

Fallzahlen und Mortalität – allgemeine Informationen

  • Es ist unklar, wie hoch weltweit und in einzelnen Ländern die Dunkelziffer der nicht diagnostizierten, oft asymptomatischen infizierten Personen ist. 
  • Analysen von Mutationen im Virusgenom lassen darauf schließen, dass sich SARS-CoV-2 bereits zu Beginn der Epidemie, also schon Ende 2019, sehr schnell weltweit ausgebreitet hat. 

Zahlen in Deutschland

Zahlen weltweit

  • Einen tagesaktuellen weltweiten Überblick über die Fallzahlen und Todesfälle  finden Sie auf dem Dashboard der Johns Hopkins University  (sehr schnelle Publikation von Zahlen, aber Datengrundlage nicht behördlich bestätigt). 

Ätiologie und Pathogenese

SARS-CoV-2

  • Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den Beta-Coronaviren.  
    • Coronaviren sind umhüllte RNA-Viren.
    • Das S(Spike)-Protein ist für den Eintritt in die Wirtszelle zuständig. Es induziert neutralisierende (protektive) Antikörper und ist deswegen wichtig für die Impfstoffentwicklung.
    • SARS-CoV-2 verwendet das transmembranäre Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen.
  • Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. 
    • Artengrenzen können aufgrund der Fähigkeit zur homologen Rekombination leicht überwunden werden. 
    • SARS-CoV-2 ist erst vor kurzer Zeit aus tierischen Reservoirs auf den Menschen übergetreten.  
  • Mit SARS-CoV-2 sind insgesamt 7 humanpathogene Coronaviren bekannt.
    • Coronaviren verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen Krankheiten wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) von 2015 oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) von 2003.

Besorgniserregende Virusvarianten – Variants of Concern (VOC) 

  • Breiten sich weltweit schnell aus.
  • Können sich in Übertragbarkeit, Virulenz und/oder Suszeptibilität gegenüber der Immunantwort von Geimpften und Genesenen von bisher bekannten Virusvarianten unterscheiden.
  • B.1.1.7 Alpha (früher: Britische Virusvariante)
    • in Deutschland in Untersuchungen auf SARS-CoV-2 kaum mehr nachweisbar (0,1 %) 
  • B.1.351 Beta (früher: Südafrikanische Virusvariante)
    • in mehreren Studien Hinweise auf geringeren Schutz durch neutralisierende Antikörper von genesenen oder geimpften Personen
    • keine Fälle in Deutschland 
  • P.1 Gamma (früher: Brasilianische Virusvariante)
    • Ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante.
    • keine Fälle in Deutschland 
  • B.1.617 Delta (früher: Indische Virusvariante) 
    • Enthält Mutationen, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden, und Mutationen, die die Übertragbarkeit des Virus erhöhen könnten.
    • erhöhte Übertragbarkeit, Basisreproduktionszahl schätzungsweise zwischen 6 und 7   
    • vermutlich höhere Virulenz: höhere Raten an Hospitalisationen und Intensivpflichtigkeit sowie höhere Mortalität 
    • [NEU] Der Anteil der Variante B.1.617.2 liegt in Deutschland derzeit bei 99,5 %. 
  • Weitere Informationen, auch zur Sequenzierung, bietet die RKI-Dokumente Übersicht und Empfehlungen zu neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten  und Anwendung der SARS-CoV-2-Varianten Nomenklatur durch das RKI .

Übertragung

  • Infektionsquelle sind infizierte Personen mit oder ohne Symptomatik. 
  • Eine Übertragung von Tieren auf Menschen spielt bislang insgesamt keine wesentliche Rolle, wurde bislang allerdings nur am Beispiel von Nerzen bestätigt. 
  • Hauptübertragungsweg
    • Respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen. 
      • Beim Atmen und Sprechen, noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen deutlich mehr Tröpfchen.
      • erhöhte Übertragungswahrscheinlichkeit durch Aerosole über mehr als 1,5 m in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen
      • Bei Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.
  • Keine oder eine untergeordnete Rolle spielen folgende Übertragungswege:  
    • Kontaktübertragung
    • fäkal-orale Übertragung und Übertragung durch Nahrungsmittel 
    • vertikale Übertragung von der (infizierten) Mutter auf ihr Kind (vor, während, nach der Geburt sowie über Muttermilch) 
  • Übertragung durch oder an verschiedene Personengruppen 
    • Übertragung durch prä- und asymptomatische Infizierte
      • in größerem Ausmaß von präsymptomatischen und vermutlich in einem geringeren von asymptomatischen Infizierten
    • Ansteckung durch infizierte Kinder
      • Übertragungen und Ausbrüche im engen Zusammenhang mit der Inzidenz in der Allgemeinbevölkerung 
    • Ansteckungsgefahr in Sammelunterkünften 
      • Geflüchtete und andere Bewohner*innen von Sammelunterkünften sind besonders gefährdet.
    • medizinisches Personal
      • Hochrisiko-Setting: Aerosol-produzierende Vorgänge, wie z. B. Intubation, Bronchoskopie oder zahnärztliche Prozeduren
    • Übertragung durch Geimpfte  
      • Ergebnisse einer Metaanalyse des RKI im Epidemiologischen Bulletin:
        • „Es muss davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach SARS-CoV-2-Exposition trotz Impfung PCR-positiv getestet werden und potenziell das Virus auch weiterverbreiten können.“

Inkubationszeit

  • Die Inkubationszeit kann 10–14 Tage betragen, im Median beträgt sie 5–6 Tage. 

Ausbreitung und Infektiosität

  • Die Basisreproduktionszahl R0 bezeichnet die Zahl der Ansteckungen, die unter Anfangsbedingungen von einem COVID-19-Fall ausgehen: keine Immunität, keine Schutzmaßnahmen, keine Impfung.
  • Aufgrund der bisherigen Daten wird angenommen, dass R0 beim SARS-CoV-2-Wildtyp zwischen 2,8 und 3,8 liegt  (zum Vergleich: R0 von Masern ca. 12–18, von Influenza 1–2).
  • Für die Delta-Variante liegt der Wert schätzungsweise zwischen 6 und 7. 
  • Das RKI empfiehlt eine Impfquote von 85 % der 12- bis 59-Jährigen bzw. 90 % bei Personen ab 60 Jahren. 
  • Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t).
    • R < 1: sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen
  • Die 4- und 7-Tage-Reproduktionszahlen für Deutschland werden vom RKI täglich geschätzt. Die jeweils aktuelle Schätzung ist im täglichen Situationsbericht des RKI  zu finden. 

Dauer der Kontagiosität 

  • Die Ansteckungsfähigkeit ist in der Zeit um den Symptombeginn am größten, und ein erheblicher Teil von Transmissionen erfolgt bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome.
  • Bei leichter bis moderater Erkrankung geht die Kontagiosität 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurück.
    • Die Dauer des infektiösen Zeitintervalls beträgt etwa 12 Tage.
  • Bei schweren Krankheitsverläufen und bei Vorliegen einer Immunschwäche können Patient*innen auch noch erheblich länger als 10 Tage nach Symptombeginn ansteckend sein.
    • Hohes Alter ist ein unabhängiger Risikofaktor für die längere Ausscheidung von SARS-CoV-2-RNA.
  • Die RNA von SARS-CoV-2 ist bei vielen Patient*innen noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR nachweisbar. Dies ist nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen.

Manifestationsindex 

  • Beschreibt den Anteil der Infizierten, der auch tatsächlich erkrankt.
    • Manifestationsindizes werden auf 55–85 % geschätzt.

Immunität 

  • Humorale Immunität
    • neutralisierende Antikörper normalerweise am Ende der 2. Woche nach Symptombeginn nachweisbar
      • abnehmender Titer neutralisierender Antikörper, auch der Gesamt-IgG-Antikörper, insbesondere bei Personen mit milder oder asymptomatischer Infektion
      • Antikörper gegen Spike-Protein, mehrheitlich Spike-Protein-spezifische B-Zellen sowie T-Zell-Reaktivität für mindestens 6–8 Monate nach Symptombeginn nachweisbar
    • Unklar, zu welchem Grad die Titer neutralisierender Antikörper mit einem Schutz vor einer Reinfektion oder schweren Erkrankung korrelieren.
  • Zelluläre Immunität
    • Bei Erkrankten, aber auch bei asymptomatisch Infizierten und bei fehlendem Antikörpernachweis wurde eine T-Zell-Reaktivität gegen das Spike-Protein sowie gegen weitere SARS-CoV-2-Proteine festgestellt, die mit dem Nachweis neutralisierender bzw. Nukleocapsid-Antikörper korrelierte.
  • Reinfektionen, siehe Definition des RKI .
  • Kreuzreaktive Immunantwort
    • Bei Personen ohne SARS-CoV-2-Infektion wurden HCoV-Antikörper (Antikörper gegen endemische Coronaviren) gemessen, die mit dem Spike-Protein von SARS-CoV-2 kreuzreagieren und eine neutralisierende Wirkung haben.

Pathophysiologie

  • SARS-CoV-2 verwendet das transmembranäre Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen. 
    • hohe ACE2-Dichte nicht nur im Respirationstrakt, sondern z. B. auch auf Enterozyten, Gefäßendothelzellen, Nierenepithel und Myokardzellen
    • Histopathologische Studien zeigten einen Organtropismus u. a. für Lunge, Darm, Niere, Herz und ZNS.
    • Klinische Präsentation in vielen Fällen als interstitielle Pneumonie, die durch ein Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) kompliziert werden kann.
    • Zugrunde liegende Pathomechanismen beinhalten:
      • Zytolyse, d. h. direkte Schädigung der Wirtszellen durch das replizierende Virus
      • überschießende Immunantwort, die zu einem lebensgefährlichen Zytokinsturm führen kann und
      • Endothelschädigung, die mit Dysregulation des Renin-Angiotensin-Systems einhergehen kann und z. B. zu thromboembolischen Komplikationen führt.

Prädisponierende Faktoren

  • Erhöhtes Infektionsrisiko 
    • Aufenthalt in Regionen mit hohem Erkrankungsaufkommen
    • Face-to-face-Kontakt zu einer infizierten Person von mindestens 15 min Dauer, direktes Anhusten/Anniesen durch eine infizierte Person
    • Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen und Sammelunterkünften, z. B. für Geflüchtete oder Wohnungslose
    • Angestellte in großen fleischverarbeitenden und landwirtschaftlichen Betrieben
    • Ärztliches und medizinisches Personal, Pflegekräfte, die in engen Kontakt mit Erkrankten kommen.
    • die „3 G " für Superspreader-Events: geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche (in engem Kontakt)
    • Ethnie (Personen afroamerikanischer oder asiatischer Abstammung sowie Angehörige ethnischer Minderheiten haben ein erhöhtes Infektionsrisiko) 
    • männliches Geschlecht  
    • Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI) 
  • Schwerer Verlauf – höheres Lebensalter, chronische Erkrankungen
    • Alter allein scheint bis zum 70. Lebensjahr eine untergeordnete Rolle zu spielen. 
    • Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt mit der Anzahl der chronischen Erkrankungen an.
    • Bei den 70- bis 79-Jährigen ohne Vorerkrankungen beträgt das Risiko für einen tödlichen Verlauf 5 % (bei 4 chronischen Erkrankungen bereits 28 %).
    • Siehe Risikofaktoren für einen schweren Verlauf im Abschnitt Anamnese.

ICPC-2

  • R991 COVID-19
    • Gilt für Verdachtsfälle und bestätigte COVID-19-Fälle.
  • R 81 Lungenentzündung
  • A77 Virale Erkrankung NNB, andere

ICD-10

  • U07.1 G COVID-19 (Coronavirus-Krankheit 2019, Virus durch Labortest nachgewiesen)
    • Zusatzcode, Verwendung nur in Kombination mit einem anderen ICD-Code, z. B. J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • U07.2 G Verdacht auf COVID-19 (nicht nachgewiesen)
    • Zusatzcode, Verwendung nur in Kombination mit einem anderen ICD-Code, z. B. J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • U.09.9 Zustand nach COVID-19, zu verwenden, wenn eine andernorts klassifizierte Störung in Zusammenhang mit vorausgegangener COVID-19 steht, aber COVID-19 nicht mehr vorliegt.  
  • Hinweise der KBV 
    • Die Codes ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G" (gesichert) für die Diagnosesicherheit angeben.
    • Bei beiden COVID-19-Codes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzcodes, also sog. Ausrufezeichencodes (!). Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Codes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.
    • Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln, dann nur z. B. J06.9 G.
    • Bei Abstrich nach Warnhinweis in der Corona-Warn-App sind folgende Ziffern zu kodieren: bei Abstrichentnahme Code U99.0 G (spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2) zusammen mit dem ICD-Code Z11 G (spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten).
    • Bei Beauftragung durch den ÖGD ist keine Kodierung vorgesehen.

Diagnostik

Allgemeine Hinweise für die Hausarztpraxis

Vorgehen bei Verdachtsfällen

  • Flussschema des RKI COVID-19-Verdacht: Maßnahmen und Testkriterien – Orientierungshilfe für Ärzte  (mit Hinweisen für die ambulante Versorgung, wie z. B. in der Hausarztpraxis)
  • Bei Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen Ärzt*innen/Hausärzt*innen das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren. 
    • Unter diesem Link  zum RKI können Gesundheitsämter nach Postleitzahl gesucht werden.
  • Für einen Corona-Abstrich soll medizinisches Personal eine FFP2-Maske anlegen sowie Schutzkittel, Handschuhe und einen Gesichtsschutzschild.
  • Die DEGAM empfiehlt Selbstabstriche. 
    • Erkrankte (oder Angehörige) können Teströhrchen an der Praxis (Übergabe kontaktlos draußen) abholen, den Test durchführen und dann das Röhrchen ebenso kontaktlos wieder an der Praxis abgeben.
    • Siehe Anleitung zur Probenentnahme/Testung auf COVID-19  der DEGAM.

Praxisschließung, Arbeitsunfähigkeit und AU-Bescheinigung – lnformationen der KBV 

  • Ärzt*innen haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird.
  • Nicht-Geimpfte, für die eine Impfempfehlung vorliegt und die in Quarantäne müssen, haben spätestens ab dem 01.11.2021 keinen Anspruch mehr auf Entschädigung.
    • Gilt nicht für Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können und ein entsprechendes ärztliches Attest vorlegen.
    • Für asymptomatische Personen in Quarantäne darf keine AU-Bescheinigung ausgestellt werden.
  • Sobald Arbeitnehmer*innen, die bisher symptomfrei waren, während der Quarantäne erkranken, besteht Arbeitsunfähigkeit.
  • Bis zum 30.09.2021 sind AU-Bescheinigungen ausschließlich bei Patient*innen, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, für bis zu 7 Tage nach telefonischer Anamnese erlaubt (siehe KBV ).
    • Eine Verlängerung um bis zu 7 Tage ist einmalig möglich.
    • Dies gilt auch für die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes" (Formular 21).
    • Seit 16.07.2020 ist laut G-BA  die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit für 7 Tage per Videosprechstunde erlaubt.
      • Voraussetzung ist, dass die Patient*innen der Arztpraxis bekannt sind und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt.

Hinweise zu Abrechnung und Vergütung (KBV )

  • Inzwischen gibt es bundesweit unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten, Vergütungen und Kostenträger für unterschiedliche Abstrichindikationen.
    • Patient*innen mit COVID-19-Symptomen
    • Personen mit Warnhinweis in der Corona-Warn-App
    • Testung im Auftrag des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)
    • Testung im Rahmen der Nationalen Teststrategie
  • Zu den Testindikationen stellt die KVB eine Übersicht zur Corona-Testung  bereit.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Grundsätze für die hausärztliche Praxis

  • Machen Sie Ihre Patient*innen mit akuten respiratorischen Infekten und/oder Fieber darauf aufmerksam, dass sie nicht direkt in die Praxis kommen, sondern zunächst telefonieren bzw. faxen oder mailen (regionale Gegebenheiten berücksichtigen):
    • Hausärzt*in
    • ggf. zentrale Teststation/en
    • ärztlicher Bereitschaftsdienst Tel. 116 117
    • Gesundheitsamt.
  • Schutz und Sicherheit anderer Patient*innen und der Praxismitarbeiter*innen haben höchste Priorität.
  • Daher: Keine Testung auf SARS-CoV-2 bei fehlender Schutzausrüstung (insbesondere Maske [mind. FFP2 ohne Ausatemventil] und Gesichtsschutzschild) oder Patienten-Selbstabstrich außerhalb der Praxis erwägen.
    • Die Qualität von Selbstabstrichen ist nach vorliegender Evidenz den von medizinischem Personal durchgeführten Abstrichen vergleichbar.
    • Fehlende oder nicht angelegte FFP2-/FFP3-Masken erhöhen das Risiko für eine SARS-CoV2-Infektion bei Ärzt*innen und medizinischen Fachangestellten.

Empfehlung – Infektionsschutz

  • Als Schutzmaßnahme im medizinischen Bereich mit direktem Kontakt zu potenziell Infizierten sollen ein Gesichtsschutzschild (engl. Face Shield) über einer anderen Maske (FFP2- oder FFP3- bzw. chirurgische Maske), Schutzkittel, Handschuhe, ggf. Schutzbrille getragen werden.
  • FFP2- bzw. FFP3-Masken mit Ausatemventil sind obsolet, da sie im Falle einer Infektion der sie tragenden Person keinen ausreichenden Schutz anderer Personen bieten.
  • Zum Schutz der Praxis und der Patient*innen sollen/soll
    • Patient*innen mit chirurgischem Mund-Nasen-Schutz, idealerweise mit FFP2-Maske, in der Praxis erscheinen.
    • Patient*innen einen Mindestabstand von 1,5 m einhalten. Das Tragen von Masken entbindet nicht von der Einhaltung des notwendigen Abstandes.
    • Abstandsmarkierungen am Empfang mit Tape auf dem Boden und/oder Plexiglasschutz vorgehalten werden.
    • Händedesinfektion über Spender am Praxiseingang angeboten werden (3 ml, 30 sec Einwirkzeit).
    • regelmäßig Fenster der Praxis zur Quer- oder Stoßlüftung geöffnet werden.
    • Patient*innen mit und ohne Infekt zu unterschiedlichen Zeiten (z. B. im Rahmen einer Infektsprechstunde) bzw. in unterschiedlichen Bereichen gesehen werden.
    • für Patient*innen, die leicht erkrankt sind, die Behandlung vorzugsweise telefonisch bzw. per Video erfolgen. Dabei ist individuell zu entscheiden, wann von der grundsätzlichen Empfehlung eines PCR-Abstriches abgewichen werden soll.
    • Patient*innen mit Symptomen, die in der Praxis untersucht/versorgt werden müssen, in einen eigenen, möglichst gut gelüfteten Praxisraum oder in einen separaten Bereich außerhalb der Praxis geleitet werden.

Organisatorische Hinweise

  • Medizinisches Personal, das mit einem Verdachtsfall in Kontakt gekommen ist, gilt bei Einhaltung der üblichen Hygienestandards nicht als „enge" Kontaktperson und muss weder unter Quarantäne, noch getestet werden (letztlich entscheidet das Gesundheitsamt).
  • Wenn medizinischem Personal über die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ gemeldet wird, wird auch bei Abwesenheit von Symptomen eine Testung empfohlen.
  • Die Reihentestung bei Teams von Hausarztpraxen kann bei denjenigen entfallen, die asymptomatisch sind und eine ausreichende Immunität gegen SARS-CoV-2 erworben haben (Genesene bzw. mind. 14 Tage nach vollständiger Impfung).
  • Bei Symptomen einer Atemwegserkrankung ist jedoch immer eine Testung, Herausnahme aus der Versorgung und häusliche Isolierung erforderlich.

Diagnostische Kriterien

COVID-19-Verdacht: Testkriterien und Maßnahmen 

  • Nur im Ausnahmefall sollten Antigen-Tests bei symptomatischen Personen angewendet werden, z. B. bei begrenzter PCR-Kapazität oder wenn ein Testergebnis schnell vorliegen muss. 
Testkriterien des RKI im Flussschema des RKI 
  • Eine Testung auf SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden, wenn mindestens eines der folgenden Testkriterien erfüllt ist:
    • schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Pneumonie, Atemnot oder Fieber) ODER
    • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
    • ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt (KP1) mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion → Meldepflichtiger Verdachtsfall! ODER
    • akute respiratorische Symptome jeder Schwere INSBESONDERE BEI:
      • Zugehörigkeit zu Risikogruppe ODER
      • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ODER
      • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit (z. B. im Rahmen eines möglichen Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln) ODER
      • Kontakt im Haushalt oder Cluster mit ARE ungeklärter Ursache UND erhöhter 7-Tages-Inzidenz im Land-/Stadtkreis) ODER
      • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele Personen ODER
      • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatient*innen.
    • klinische Verschlechterung bei bestehenden Symptomen ODER
    • enge Kontaktperson zu einem Fall mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion.
  • Testkriterien nicht erfüllt oder keine Testung: häusliche Isolierung für 5 Tage UND danach bis mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit
Hinweise der DEGAM 
  • Durch die obige Definition des RKI bleiben einige Patient*innen unberücksichtigt, die nicht den aufgeführten Kriterien entsprechen, bei denen die Abklärung einer SARS-CoV-2-Infektion dennoch differenzialdiagnostisch sinnvoll sein kann, z. B. bei anderen ätiologisch primär unklaren Beschwerdebildern wie Fieber, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, gastrointestinalen oder neurologischen Beschwerden sowie unklaren Hautausschlägen.
  • Das Vorgehen bei der Testung unterscheidet sich nicht bei Schulkindern und Kindern, die noch nicht zur Schule gehen.

Testkriterien für Schulen

Kontakt­personen­nach­ver­folgung laut RKI 

Relevanter Zeitrahmen für Kontakt zum Quellfall
  • Symptomatischer Quellfall: ab 2 Tage vor Auftreten erster Symptome bis 14 Tage nach Symptombeginn
  • Asymptomatischer Quellfall
    • mit unbekanntem Infektionsdatum: ab 2 Tage vor Test bis mindestens 14 Tage nach Test
    • mit bekanntem Infektionsdatum: ab Tag 3 nach Exposition bis Tag 19 nach Exposition
Enge Kontaktperson (höheres Infektionsrisiko)
  • Kriterien 
    1. Aufenthalt im Nahfeld des Falls (< 1,5 m) > 10 min ohne adäquaten Schutz (Quellfall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS oder FFP2-Maske) 
    2. Gespräch mit dem Fall unabhängig von der Dauer, Face-to-Face-Kontakt, < 1,5 m (ohne adäquaten Schutz, s. o.) oder direkter Kontakt mit respiratorischem Sekret
    3. Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für > 10 min, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz), oder FFP2-Maske (außerhalb des Arbeitsschutzes) getragen wurde.
  • Beispiele
    • Personen, die auf einer 5 Stunden oder länger dauernden Flugreise gegenüber einem bestätigten COVID-19-Fall exponiert waren (unabhängig vom Tragen eines MNS/FFP2-Maske).
    • Schulsetting: direkte Sitznachbar*innen und enge Schulfreund*innen
  • Medizinisches Personal wird unter Einsatz von adäquater Schutzkleidung nach Versorgung eines COVID-19-Falles nicht als enger Kontakt eingestuft.
  • Empfohlene Quarantäne-Optionen (1. Tag der Quarantäne ist der Tag nach dem letzten Kontakt) 
    1. 10 Tage Quarantäne ohne abschließenden Test
    2. 5 Tage mit PCR-Test (Probenentnahme frühestens am 5. Tag)
      • Kann bei Personen, die regelmäßig seriell getestet werden (z. B. Schüler*innen), auch mittels qualitativ hochwertigem Antigen-Schnelltest erwogen werden (Fremdtest oder unter Aufsicht von geschultem Personal).
    3. 7 Tage mit Antigen-Schnelltest (Probenentnahme frühestens am 7. Tag)
      • qualitativ hochwertiger Antigen-Schnelltest, Fremdtest oder unter Aufsicht von geschultem Personal
  • Selbstmonitoring in Quarantäne
    • Körpertemperatur, Symptome
    • bei Symptomen sofortige Selbstisolierung und PCR-Testung
    • nach der Quarantäne bis zum 14. Tag nach der letzten Exposition
  • Genesene (PCR-bestätigter COVID-19-Fall, nicht älter als 6 Monate) oder vollständig Geimpfte
    • keine Quarantäne
    • Selbstmonitoring bis zum 14. Tag (s. o.)
    • Kontakt zu Risikopersonen (z. B. Pflegeeinrichtung) für 14 Tage möglichst einstellen.
      • in diesem Fall frühe PCR bei der Kontaktperson empfohlen
    • Bei Exposition gegenüber den Varianten Beta oder Gamma wird auch bei Geimpften oder Genesenen eine Quarantäne empfohlen.
Weiterführende Informationen beim RKI

Nationale Teststrategie zur Testung asymptomatischer und symptomatischer Personen 

  • Das RKI hat eine Übersichtstabelle über die Nationale Teststrategie  zur Priorisierung und Testung verschiedener Personengruppen herausgegeben.
    • Von der Testung von Personen, die nicht Teil der Nationalen Teststrategie sind, wird ausdrücklich abgeraten.
  • Informationen für die Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung finden Sie bei der KBV .
  • Ein positiver Antigentest muss immer durch einen positiven PCR-Test bestätigt werden.
  • Teststrategie an Schulen siehe RKI-Dokument zur Teststrategie an Schulen 
Zusammenfassung der RKI-Empfehlungen durch die DEGAM (aktualisiert durch die Redaktion) 
  • Im Fall von knapp werdenden Testressourcen sollte das Testen wie folgt priorisiert werden:
    1. symptomatische Personen
    2. Personen mit Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall (z. B. gleicher Haushalt, 15-min-Kontakt, Corona-Warn-App)
    3. bei Ausbrüchen von SARS-CoV-2 in Krankenhäusern, Heimen, Schulen und Praxen sowie bei Aufnahme bzw. Wiederaufnahme in Einrichtungen
    4. Reihentestungen bei Menschen mit beruflichem Risiko, z. B. durch Tätigkeit in Medizin und Pflege, aber auch Reihentestungen von Besucher*innen von Einrichtungen zur Behandlung und Pflege
    5. präventive Testungen bei asymptomatischen Personen, z. B. in Bildungseinrichtungen und Unternehmen
    6. Bürgertests und Laientests.

Testung auf Virusvarianten

  • Laut KBV  können niedergelassene Ärzt*innen bei positiven PCR-Ergebnissen eine Testung auf Virusvarianten veranlassen.
  • Dies erfolgt im Rahmen des PCR-Laborauftrags oder im Nachgang.

Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 

Diagnostik bei Klinikaufnahme

  • Im Rahmen der aktuellen Pandemiesituation soll bei jeder stationären Aufnahme von Patient*innen ein aktueller PCR-Test vorliegen oder erfolgen.
  • Falls bei stationärer Aufnahme zunächst ein Antigennachweis auf SARS-CoV-2 erfolgt, soll parallel die PCR Testung durchgeführt werden.
  • Bei negativer SARS-CoV-2 PCR und dringendem klinischem Verdacht soll eine 2. Probe untersucht werden.

Differenzialdiagnosen

Anamnese

Symptome allgemein

  • Nach Kontakt zu bestätigten Coronavirus-Fällen und beruflicher Exposition fragen.
  • Inkubationszeit bis zu 14 Tage, im Median 5–6 Tage 
  • Die Symptome von COVID-19 sind unspezifisch. Das klinische Bild kann zwischen asymptomatischen Verläufen (ca. 20–30 %) und schweren Pneumonien mit Todesfolge variieren.
  • Die Auswertung deutscher Fälle des RKI kam zu folgenden Zahlen: 
    • Husten 41 %
    • Fieber 26 %
    • Schnupfen 30 %
    • Geruchs- und Geschmacksverlust 20 %
    • Pneumonie 1 %.
    • Nicht quantitativ erfasst sind weitere Symptome:
      • Halsschmerzen
      • Atemnot
      • Kopf- und Gliederschmerzen
      • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
      • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
      • Konjunktivitis
      • Hautausschlag
      • Lymphknotenschwellung
      • Apathie, Somnolenz.

Spezielle Symptome 

  • Pulmonale Erkrankungen
    • Meist in der 2. Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten kann.
  • Gastrointestinale Symptome
    • evtl. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Durchfälle und Leberfunktionsstörungen
  • Hautmanifestationen
    • relativ große Bandbreite an dermatologischen Manifestationen beschrieben, insgesamt selten (0,2–1,2 %)
    • u. a. juckende, morbilliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen und ein Nesselsucht-ähnliches Erscheinungsbild sowie Hautbläschen, in seltenen Fällen schwere Durchblutungsstörungen in den Akren bis hin zur Gangrän
    • COVID-Zehen 
      • erst im späten Verlauf auftretende gerötete Schwellungen der Zehen, manchmal mit klaren oder eitergefüllten Bläschen, stark juckend und/oder schmerzhaft
      • Betreffen eher junge oder weniger schwer kranke Patient*innen.
      • keine spezielle Therapie erforderlich, spontane Besserung nach 2–4 Wochen
  • Thromboembolische Ereignisse
    • bei pathologisch erhöhter Blutgerinnung bei schweren COVID-19-Verläufen erhöhtes Risiko für Thromboembolien, u. a. in den unteren Extremitäten, sowie Lungenarterien- und zerebrovaskulären Embolien
  • Neurologische Symptome und Erkrankungen
    • Kopfschmerzen, Riech- und Geschmacksstörungen, Schwindel, Verwirrtheit und andere Beeinträchtigungen
    • neuropsychiatrische Symptome bzw. Krankheitsbilder, (Meningo-)Enzephalopathien und Schlaganfälle, Fälle von Guillain-Barré- und Miller-Fisher-Syndrom
  • Herz-Kreislauf-Symptome und -Erkrankungen
    • kardiale Beteiligung anhand erhöhter Herzenzyme bzw. Troponin bei einem Teil der Erkrankten nachweisbar, darunter auch Kinder und Patient*innen mit mildem oder moderatem Verlauf
    • insbesondere bei schweren Verläufen Myokardschädigungen, Myokarditis, akuter Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und/oder venöse thromboembolische Ereignisse
  • Nierenerkrankungen 
    • akutes, u. U. dialysepflichtiges Nierenversagen, insbesondere bei schwer erkrankten beatmungspflichtigen COVID-19-Patient*innen
  • Hyperinflammationssyndrom
    • Bei schwerer SARS-CoV-2-Infektion nach 8–15 Tage nach Erkrankungsbeginn Verschlechterung mit Bild eines Hyperinflammationssyndroms, in dessen Folge es zu Multiorganversagen mit einer hohen Mortalität kommen kann.

Symptome bei Kindern 

  • Am häufigsten sind Husten, Fieber, Schnupfen, Allgemeinsymptome und Halsschmerzen.
  • Magen-Darm-Symptome treten häufiger auf als bei Erwachsenen (teilweise auch ohne respiratorische Symptome).
  • In der Mehrzahl eher asymptomatischer oder milder Verlauf (in der Corona-KiTa-Studie 43 % asymptomatisch)
  • Oft nur ein Symptom vorhanden

Unterschiedliche klinische Verläufe  

  • Ca. 20–30 % der Infektionen (besonders bei Kindern und älteren Menschen) verlaufen asymptomatisch. 
  • Ca. 45–55 % verlaufen mild bis moderat. 
  • Bei einem geringen Teil der Erkrankten kann es nach 7–10 Tagen zu einer klinischen Verschlechterung kommen, mit Entwicklung von Dyspnoe, und/oder Hypoxämien. 
    • Dabei in vielen Fällen stille Hypoxämie zu beobachten, d. h. trotz deutlich eingeschränkter Oxygenierung subjektiv keine wesentliche Dyspnoe. 
  • Ca. 7 % der in Deutschland übermittelten Fälle werden hospitalisiert und davon ca. 14 % intensivmedizinisch behandelt.  
    • 60 % der intensivmedizinisch behandelten Patient*innen werden beatmet, davon versterben durchschnittlich 36 %.

Klinische Klassifikation nach Schweregrad 

  • Leichte Erkrankung: keine Pneumonie
  • Moderate Erkrankung: Pneumonie, keine Symptome einer schweren Pneumonie
  • Schwere Erkrankung: schwere Pneumonie, definiert durch Fieber und beidseitige Lungeninfiltrate und entweder Atemfrequenz > 30/min, schwere Luftnot oder SpO2 < 90–94 % bei Raumluft
  • Kritische Erkrankung: ARDS/Hyperinflammation, mit dem klinischen Bild einer Sepsis bzw. eines septischen Schocks mit Multiorganversagen

Klinische Prädiktoren für einen schweren Verlauf 

  • Prädiktoren für einen schwereren Verlauf sind neben Alter (> 50 Jahre), männlichem Geschlecht, Dyspnoe und Persistenz von Fieber auch eine ausgeprägte Lymphozytopenie und eine Erhöhung von Biomarkern  wie CRP, D-DimerLDH, Ferritin und Troponin.
  • Das Fieber ist durch Antipyretika häufig kaum zu beeinflussen.

CRB-65-Index

  • Zur Einschätzung der Pneumonie-assoziierten Mortalitätswahrscheinlichkeit und der damit verbundenen Indikation zur Klinikeinweisung
  • Einsatz von der DEGAM empfohlen, weitere Informationen zum CRB-65-Index im Abschnitt Indikationen zur Klinikeinweisung

4C Mortality Score 

  • Auf der Basis der Daten von 35.463 britischen COVID-19-Patient*innen entwickelt, um das Mortalitätsrisiko von Klinikpatient*innen einzuschätzen.
  • Beruht auf 8 Items: Alter, männliches Geschlecht, Begleiterkrankungen, Atemfrequenz, periphere Sauerstoffsättigung, Raumluft, Glasgow Coma ScaleHarnstoffCRP.
  • Details zum Fragebogen und zur Auswertung finden Sie hier 
  • Anwendung für die Hausarztpraxis eher unpraktisch, weil die Laborergebnisse Harnstoff und CRP abgewartet werden müssen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf

  • Laut Ergebnissen einer Studie des Journal of Health Monitoring haben in Deutschland 36,5 Mio. Menschen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, davon gehören 21,6 Mio. zur Hochrisikogruppe. 
    • Alle Menschen über 65 Jahre wurden in dieser Studie zur Hochrisikogruppe gezählt.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

  • Welche Begleiterkrankungen markieren das größte Komplikationsrisiko?
  • Rauchen
  • Daten der dänischen Nationalkohorte zum Risiko in Abhängigkeit von Alter und Vorerkrankungen finden Sie im Abschnitt Verlauf.
  • Weitere Risiken sind männliches Geschlecht, Armut und dunkle Haut. Auch eine Schwangerschaft ist mit einem erhöhten Komplikationsrisiko assoziiert.
  • Der folgende Abschnitt basiert auf diesen Referenzen. 
  • Soziodemografische Risikofaktoren
    • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
    • männliches Geschlecht
  • Lebensstilfaktoren
  • Vorerkrankungen (ohne Rangfolge)
    • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
    • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
    • chronische Nieren- und Lebererkrankungen
    • Diabetes mellitus
    • einer Krebserkrankung
    • mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Kortison)
    • Sichelzellanämie
    • Down-Syndrom
    • Z. n. Organtransplantation
    • zerebrovaskuläre Erkrankung 
    • Demenz
    • NASH: nichtalkoholische Steatohepatitis
  • Ärztliche Behandlungsmaßnahmen
    • Risiko bei Dialyse-Patient*innen besonders hoch
    • chirurgischer Eingriff bei infizierten Personen oder postoperative Ansteckung (höhere Komplikationsrate und Mortalität)
      • Ab der 7. Woche nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion ist die postoperative Sterberate nicht mehr erhöht. 
  • Schwangerschaft
    • erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für invasive Beatmung, Mortalität insgesamt sehr gering 
      • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf.
      • Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher. 
  • Das RKI publiziert Ende April 2021 eine Hierarchisierung von Risikofaktoren für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe  auf der Basis von GKV-Daten. 
    • Das höchste Risiko für einen schweren Verlauf haben demnach Patient*innen mit hämatoonkologischen Erkrankungen mit Therapie, mit metastasierten soliden Tumorerkrankungen mit Therapie, mit Demenz, mit metastasierten Tumorerkrankungen ohne Therapie und mit Herzinsuffizienz.
    • Dieses hohe Risiko überstieg in vielen Fällen das alleinige Risiko für bestimmte Altersgruppen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei Kindern 

  • Bei hospitalisierten Kindern wurden pulmonale (15 %) und kardiale (8 %) Vorerkrankungen häufiger registriert.
  • Alter unter 1 Monat, das Vorliegen einer Vorerkrankung und Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege sind laut Studiendaten Risikofaktoren für eine Aufnahme auf die Intensivstation.
  • Informationen zum Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) in Kombination mit einem Toxic Shock Syndrome (TSS) sind im Abschnitt Komplikationen zu finden.

Allgemeines zur Untersuchung

  • Empfehlungen der DEGAM für die Hausarztpraxis 
    • Abstriche aus Nase und Oropharynx nur mit Schutzausrüstung
    • Details zum Vorgehen siehe Leitlinienkasten.
  • Die DEGAM empfiehlt alternativ die Selbsttestung  durch die betroffenen Personen. 

Spezielle SARS-CoV-2-Diagnostik

Probeentnahme für die RT-PCR-Diagnostik und für Antigen-Schnelltests

  • Das NEJM bietet eine Videoanleitung  zur korrekten Abnahme eines Nasopharynxabstrichs.
  • Ergebnisse einer Studie im NEJM zeigen für Speichelproben eine mindestens gleich gute Nachweisqualität in der PCR wie für Nasopharynxabstriche. 
  • Laut DEGAM kann bei Kindern im Vorschulalter auch über eine Speichelprobe getestet werden (morgens nach dem Aufstehen einen Schluck Wasser im Mund spülen und in ein Testgefäß geben). Eine vorherige Absprache mit dem Labor ist erforderlich. 

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PCR

  • Der Nachweis des Virus im Nasen-/Rachenabstrich mittels des PCR-Tests hat inzwischen eine hohe Sensitivität (> 95 %) sowie eine Spezifität von annähernd 100 %.
    • Durch falschen Zeitpunkt des Abstrichs (zu früh oder zu spät), falsche Abstrichtechnik oder zu große Zeitverzögerung bis zur Analyse der Probe im Labor kann die Sensitivität vermindert werden.
  • Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Raten an falsch-negativen Testergebnissen von bis zu 30 % (vereinzelt mehr).
  • Die Rate an falsch-negativen Testergebnissen wird entscheidend von der Vortestwahrscheinlichkeit beeinflusst.
    • Je geringer die Vortestwahrscheinlichkeit (z. B. im anlasslosen Screening), desto weniger falsch-negative Ergebnisse sind zu erwarten.
    • Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit (typischer Symptomatik, gesicherter Kontakt) steigt die Rate der falsch-negativen Ergebnisse deutlich an.
  • Problematisch bei einem falsch-negativen Ergebnis ist, dass tatsächlich Erkrankte bzw. Infizierte sich in falscher Sicherheit wähnen und ggf. zu weiteren Infektionen beitragen.
    • Aus diesem Grund ist bei einem dringenden Verdacht auf eine tatsächliche Infektion ein erneuter PCR-Abstrich zu erwägen.
    • Liegt der Symptombeginn länger als ca. 10 Tage zurück, wird ein positives PCR-Ergebnis immer unwahrscheinlicher.
    • Bei der Untersuchung asymptomatischer Kontaktpersonen der Kategorie I ist ein einmaliger negativer Abstrich ebenfalls nicht als ausreichend sicher anzusehen.
  • Bei der PCR gibt es – wenn inzwischen auch sehr selten – auch falsch-positive Testergebnisse, die insbesondere bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit (z. B. keine bekannte Infektionsquelle, keine typischen Symptome) auftreten können.
    • Bei leicht bzw. moderat Erkrankten weist ein positiver PCR-Test nach Ablauf von 10 Tagen in aller Regel kein vermehrungsfähiges Virus, sondern lediglich Fragmente nach.
    • Bei der Untersuchung asymptomatischer Kontaktpersonen der Kategorie I stellt ein einmaliger negativer Abstrich nur eine Momentaufnahme dar.
  • Die größte Wahrscheinlichkeit, bei Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus mithilfe eines Rachenabstrichs ein positives Testergebnis zu erhalten, besteht 1–2 Tage vor Symptombeginn (retrospektiv beurteilt) sowie innerhalb der ersten 3–5 Tage nach Symptombeginn, danach sinkt die Wahrscheinlichkeit.
  • Tief-nasale, nasopharyngeale und Rachenabstriche (sowie Speichelproben bei Kindern im Vorschulalter, zunehmend aber auch bei Erwachsenen) sind nach aktueller Beleglage höchstwahrscheinlich als gleichwertige Methoden zum Virusnachweis geeignet.
  • Der Ct-Wert (Ct = Cycle Threshold), gibt an, wie viele Vermehrungszyklen ein PCR-Test durchlaufen muss, um positiv anzuschlagen. Je niedriger der Wert, desto höher die Viruslast. Leider teilen nicht alle Labore den Ct-Wert und den benutzten Testkit mit.
    • Aktuell wird empfohlen, mit dem Labor Rücksprache zu halten, wenn der Ct-Wert (inkl. des vom Labor benutzten Testkits) zur Beurteilung der Infektiosität einer Person herangezogen werden soll.

Empfehlungen des RKI zur PCR

  • Symptomatische Fälle bedürfen einer Testung mittels PCR. 
  • Je nach klinischer Situation und Fragestellung soll Material aus den oberen Atemwegen und, wenn möglich und klinisch geboten, Proben aus den tiefen Atemwegen entnommen werden (Schutzmaßnahmen beachten). 
    • obere Atemwege
      1. Nasopharynx-Abstrich (Nasen-Rachen-Abstrich)
      2. Oropharynx-Abstrich (Rachenabstrich)
    • tiefe Atemwege
      • bronchoalveoläre Lavage
      • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert; Arbeitsschutz beachten)
      • Trachealsekret
  • Nasopharynx- oder Rachenabstriche?
    • Entnahme von Rachenabstrichen ist für die meisten Patient*innen leichter tolerierbar, bei vergleichbarer bzw. etwas niedrigerer diagnostischer Sensitivität der molekularen Diagnostik.
      • Ggf. können Rachen- und Nasenabstrich kombiniert werden.
  • Angeleitete Selbstbeprobung durch Patient*innen kann Exposition für das Gesundheitspersonal verringern.
  • Verwendung von für Virusnachweis geeignete Tupfer: „Virustupfer“ mit entsprechendem Transportmedium oder notfalls trockene Tupfer mit kleiner Menge NaCl-Lösung; kein Agar-Tupfer 
  • PCR-Pooltestungen 
  • Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich erreichen. 
    • Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4 °C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.
  • Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus. 
    • Bei tiefen Atemwegsinfektionen ist die alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet, da in dieser Phase der Erkrankung ggf. nur Material aus dem unteren Respirationstrakt oder Stuhl in der PCR positiv ist.
  • Infektiosität und Ct-Wert
    • je kleiner der Ct-Wert, desto höher die Infektiosität
    • Grenzwert für einen Verlust der Anzüchtbarkeit in Zellkultur laut RKI bei 30
  • Weiterführende Informationen und ein Diagramm zum zeitlichen Verlauf verschiedener Testergebnisse und zur Rolle des Ct-Wertes bietet die Information des RKI zur SARS-CoV-2-Diagnostik .
  • Ansprechpartner für Genomsequenzierungen ist das Konsiliarlabor für Coronaviren der Charité Berlin . Auch das Robert Koch-Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder private Labore.

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Der Antigen-Schnelltest 

  • Die Tests sind weniger sensitiv als der Goldstandard PCR, sodass mehr falsch negative Testergebnisse resultieren, d. h. Infizierte nicht erkannt werden.
    • Diese verminderte Sensitivität könnte sich theoretisch allerdings als Vorteil herausstellen, wenn nur diejenigen positiv getestet würden, die eine hohe Viruslast haben und mutmaßlich ansteckend sind.
    • Aber: Eine beginnende Infektion mit noch niedriger Viruslast würde nicht entdeckt werden, was bei der Erstdiagnostik entscheidend ist.
  • Ein positiver Antigentest signalisiert in der Regel Infektiosität.
    • Daher sollte bei positivem Antigentest eine PCR-Testung zur Bestätigung durchgeführt werden, ggf. kann im Einzelfall auch eine andere Untersuchung (z. B. Bildgebung) sinnvoll sein.
  • Symptomatische Patient*innen mit negativem Antigentest sind für den Moment als wahrscheinlich nichtinfektiös anzusehen und müssen nicht mit einer PCR kontrolliert werden.
  • Bisher sind Antigentestungen nicht in der klinischen Routine vorgesehen und werden in der Praxis nur erstattet, sofern es sich um Testung des asymptomatischen Praxispersonals handelt.
  • Insbesondere in Risikosettings sollte die Referenzmethode (PCR) zum Einsatz kommen.

Empfehlungen des RKI zum Antigentest 

  • Das RKI stellt die Infografik Corona-Schnelltest-Ergebnisse verstehen  zur Verfügung.
  • Antigen-(Schnell-)Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein.
  • Die analytische Sensitivität von Antigentests liegt unterhalb der analytischen Sensitivität der PCR, die als Referenzmethode gilt.
  • Die Spezifität einzelner Tests ist relativ hoch.
  • Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus, v. a. wenn eine niedrige Viruslast vorliegt, wie z. B. in der frühen Inkubationsphase oder in der späten Phase der Infektion.
  • Ein positives Testergebnis bedarf einer Nachtestung mittels PCR.
Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung und Bürgertests
  • Stellungnahme des RKI zu Antigentests zur Eigenanwendung durch medizinische Laien 
  • RKI-Flyer: Information zu Antigentests auf SARS-CoV-2 
  • RKI, Epidemiologisches Bulletin: Kommunikationsempfehlung zu PoC-Antigen-Schnelltests und Selbsttests 
  • Inzwischen sind zahlreiche Schnelltests zur Eigenanwendung durch das BfArM  zugelassen.
    • Probenarten: vordere Nase, Speichel, Rachenspülwasser 
      • Speichelprobe möglichst morgens vor dem Zähneputzen
    • bei hoher Viruslast hohe Sensitivität
    • falsch negative Ergebnisse bei niedriger Viruslast
    • PCR durch Fachpersonal bleibt Goldstandard
  • Die Aussagekraft wird durch die Frequenz serieller Testungen derselben Person bestimmt. Sporadische Testungen von symptomlosen Personen haben eine geringe Wahrscheinlichkeit eines korrekten Testergebnisses.
    • Das Testergebnis ist als tagesaktuell anzusehen, das heißt, es ist nicht länger als 24 Stunden gültig.
    • Serielle Testungen mit Antigentests als Screening z. B. in Schulen, Kitas, Betrieben können einen Beitrag zur Pandemiebewältigung leisten. 
  • In der Regel müssen Corona-Schnelltests ab dem 11.10.2021 selbst gezahlt werden. 
    • Ausnahmen gelten für Kinder unter 12 Jahren und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, und es gibt Übergangsregelungen bis 31.12.2021 für Kinder von 12 bis 17 Jahren und für Schwangere.
  • Bei einem positiven Antigen-Selbsttest Absonderung (konsequente Kontaktreduzierung), Kontaktaufnahme mit Hausarztpraxis oder Testzentrum für die Durchführung einer PCR. 

Selbstabstrich für die PCR

  • Die DEGAM empfiehlt Selbstabstriche für die PCR. 
    • Patient*innen (oder Angehörige) können Teströhrchen an der Praxis (Übergabe kontaktlos draußen) abholen, den Test durchführen und dann das Röhrchen ebenso kontaktlos wieder an der Praxis abgeben.
    • Siehe Anleitung zur Probenentnahme/Testung auf COVID-19  der DEGAM.

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Antikörper – ELISA: Empfehlung

  • Der Nutzen von Antikörpern beschränkt sich zurzeit auf Seroprävalenzstudien zur Prüfung der Durchseuchung einer Bevölkerungsgruppe.
  • Antikörpertests sollten in der hausärztlichen Praxis in der Regel nicht durchgeführt werden, in Einzelfällen können sie hilfreich sein (z. B. zur Kontrolle des Impferfolges bei Menschen unter Immunsuppression).

Serologische Tests 

  • Ein serologischer Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper lässt keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder zum Immunstatus zu.
  • Bei Verdacht auf eine Reinfektion sollte eine PCR in Verbindung mit einer serologischen Untersuchung erfolgen, siehe Definition einer Reinfektion  des RKI.

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Empfehlung zum praktischen Vorgehen beim Testen

  • Alle Patient*innen, bei denen ein Test durchgeführt wird, sollten mindestens bis zum Testergebnis in häuslicher Isolierung verbleiben.
  • Enge Kontaktpersonen und alle häuslichen Mitbewohner*innen sollten Sozialkontakte minimieren und besonders intensiv auf Hygiene achten.
  • Auch wenn das Testergebnis negativ ist, sollten sich symptomatische Patient*innen soweit wie möglich isolieren, um Übertragungen von Atemwegserkrankungen generell zu reduzieren.
  • Bei negativem Testergebnis, aber klinisch fortbestehendem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion, wenn z. B. begründete Zweifel an der verwendeten Abstrichtechnik/Testdurchführung bestehen, kann ein Test kurzfristig wiederholt werden.

Weitere Untersuchungen (in der Klinik)

Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 

Diagnostik bei Klinikaufnahme

  • Bei nachgewiesener COVID-19-Infektion und der Notwendigkeit einer Hospitalisierung sollte eine Urinuntersuchung (ggf. wiederholt) mit Bestimmung von Albuminurie, Hämaturie und Leukozyturie erfolgen.
  • Bei COVID-19-Patient*innen mit deutlich erhöhten Troponinwerten ohne typische EKG-Veränderungen eines Typ-1-Myokardinfarkts sollte eine Echokardiografie zur differenzialdiagnostischen Abklärung durchgeführt werden.
  • Bei Verdacht auf eine zerebrale oder auch spinale Beteiligung (z. B. Blutung oder Ischämie) durch COVID-19 sollten eine CT oder eine MRT durchgeführt werden.
  • Bei stationären Patient*innen mit COVID-19 sollten CRP, LDH, AST (GOT), Differenzialblutbild sowie D-Dimere Bestandteil der initialen Labordiagnostik sein und bedarfsgerecht regelmäßig kontrolliert werden.
  • Ein CT-Thorax sollte bei COVID-19-Patient*innen bei differenzialdiagnostischen Unsicherheiten, u. a. Verdacht auf eine Lungenembolie, durchgeführt werden.

Labor 

  • CRP (bei COVID-19 stärker erhöht als bei anderen viralen Infektionen, Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Differenzialblutbild (Leukozytose/Leukopenie, Lymphopenie als Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Troponin (Hinweis auf kardiale Beteiligung, Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • D-Dimere (Hinweis auf thromboembolische Ereignisse, mit einer deutlich erhöhten Mortalität assoziiert)
  • LDH (Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Abnahme von mehreren Blutkulturen
  • Urin-Diagnostik auf Pneumokokken, Legionellen
  • Je nach Verlaufsform Nieren- und Leberfunktionsparameter, Elektrolyte
  • Procalcitonin: selten erhöht, evtl. Hinweis auf bakterielle Infektion
  • Ferritin, IL-6 zur Diagnose einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose 

Röntgenthorax

  • Im konventionellen Röntgenbild bei intensivpflichtigen Patient*innen in der Regel bilaterale Infiltrate 

Thorax-CT

  • In der CT finden sich bereits sehr früh im Laufe der Erkrankung bilaterale, subpleural imponierende Milchglastrübungen, und eine Konsolidierung von Lungenabschnitten, Pleuraergüsse und Lymphadenopathie finden sich nur selten.  
    • Befunde im CT sind nicht spezifisch für COVID-19, sondern können auch bei anderen viralen Pneumonien vorliegen.
    • Eine CT ist sinnvoll, wenn eine klinische Konsequenz (wie z. B. bei Lungenembolie) entsteht.

Lungensonografie

  • Laut der interdisziplinären S2k-Leitlinie werden bettseitige Untersuchungen, wie Ultraschall, bei der Bildgebung bei Lungenbeteiligung bei COVID-19 bevorzugt. 
  • Pleuraerguss und subpleurale Konsolidierungen können sonografisch gut dargestellt werden. 
  • Auch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfiehlt die Durchführung eines Point-of-Care-Ultraschalls der Lunge bei Patient*innen mit respiratorischer Insuffizienz sowie dem Verdacht auf eine Lungenentzündung. 

Indikationen zur Klinikeinweisung

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Triagierung und Vorgehen nach Symptomen und Risikokonstellation

  • Bei leichten unspezifischen Symptomen und niedrigem Risiko sollten erfolgen:
    • telefonische Evaluation und Beratung
    • telefonische AU und Isolierung für mind. 5–7 Tage (Ende der AU, wenn mind. 48 h symptomfrei)
    • Abstrich (PCR oder Antigen-Schnelltest) in Praxis oder regionaler Testeinrichtung.
  • Nur bei knappen Testressourcen kein routinemäßiger Abstrich
  • Bei Symptomen mit deutlicher AZ-Beeinträchtigung und/oder erhöhtem Risiko (> 65 Jahre und/oder mit Risikofaktoren, z. B. Adipositas, Diabetes, Hypertonie, COPD, Herz- und Nierenkrankheiten, Immunsuppression) sollten erfolgen:
    • ggf. medikamentöse, ambulante Behandlung
    • ggf. direkte Krankenhauseinweisung (bei Verdacht auf bzw. erkennbarem abwendbar gefährlichem Verlauf)
    • ansonsten telefonische Einbestellung in die Infektsprechstunde
    • Untersuchung und PCR-Abstrich in der Infektsprechstunde (falls eingerichtet)
    • tägliche Pulsoxymetrie (ggf. kurze Einkaufsliste für Geräte mit Adresse/URL in Praxis vorhalten). Bei kontrolliert absinkenden Werten stationäre Einweisung erwägen.
    • tägliche telefonische Befindenskontrolle durch Hausärzt*in
    • weiteres Vorgehen nach klinischer Situation
    • bei weiterbestehender Symptomatik erneute Prüfung alternativer Ursachen infektiöser oder nichtinfektiöser Genese.

Vorgehen laut DEGAM 

  • Klinisch schwere Verdachtsfälle auf COVID-19 ohne Testung einweisen.
  • Schweregrad einer Pneumonie mit CRB-65-Index abschätzen. 
    • CRB-65-Index (klinischer Score zur statistischen Wahrscheinlichkeit des Versterbens, 1 Punkt für jedes festgestellte Kriterium [max. 4]):
      • Pneumonie-bedingte Verwirrtheit, Desorientierung
      • Atemfrequenz ≥ 30/min
      • Blutdruck diastol. ≤ 60 mmHg oder systol. < 90 mmHg (wenn anderweitig nicht erklärbar)
      • Alter ≥ 65 Jahre.
    • Stationäre Aufnahme: Ab 1 Punkt erwägen, ab 2 Punkten immer!
  • Der CRB-65-Index stellt nur eine mögliche Entscheidungshilfe dar. Das hausärztliche Urteil setzt sich aus einer Vielzahl weiterer Informationen zusammen, wie z. B.:
    • biologisches Alter
    • Komorbidität: insbes. kardiovaskuläre Erkrankungen, Hypertonus, AdipositasDiabetes mellitusCOPD, Immunsuppression, chronische Niereninsuffizienz
    • Allgemeinzustand, subjektives Befinden
    • Atemnot (in Ruhe, bei Belastung)
    • weitere Beschwerden (z. B. Diarrhöen, Erbrechen, Brustschmerzen)
    • körperliche Untersuchung: Blässe/Kaltschweißigkeit, Körpertemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck, Herz-/Lungenauskultation, ggf. abdominelle Untersuchung
    • Sauerstoffsättigung (1 x tgl. Screening wird vom RKI bei [auch symptomlosen] Bewohner*innen von Pflegeinrichtungen empfohlen) 
    • ggf. bedarfsadaptierte Laboruntersuchungen
    • Möglichkeiten zur häuslichen Versorgung bei Quarantäne oder Isolierung
    • Lebenswille der Betroffenen.
  • Cave: Der CRB65-Score kann insbesondere bei jüngeren Patient*innen die Schwere der Krankheit unterschätzen! 

Ambulantes Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht erkrankten COVID-19-Patient*innen

RKI: Ambulantes Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht Erkrankten 

  • Leicht erkrankte Patient*innen ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können bei Gewährleistung einer ambulanten ärztlichen Betreuung sowie im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt bis zur vollständigen Genesung oder bis zum endgültigen Ausschluss einer SARS-CoV-2-Infektion im häuslichen Umfeld behandelt werden.
    • Eine Unterbringungsmöglichkeit in einem gut belüftbaren Einzelzimmer sollte gewährleistet sein.
    • bei nachgewiesener COVID-19-Erkrankung
      • keine Haushalts­an­ge­hörigen mit Risiko­faktoren für einen schweren Krankheits­verlauf/Kom­pli­ka­tionen bei Infek­tion
      • Keine Haus­halts­an­ge­hörigen, die mit der Betreuung von kranken Menschen befasst sind (z. B. medizinisches Personal).

Kontrolle bei ambulanter Versorgung

  • Patient*innen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sollten engmaschig kontrolliert und ggf. frühzeitig in stationär eingewiesen werden. 
  • Kontrolle der klinischen Symptomatik nach 7–10 Tagen in der ambulanten Versorgung, Einweisung der Patient*innen bei Verschlechterung der klinischen Symptomatik oder ausbleibender Besserung, insbesondere bei Weiterbestehen oder Zunahme von Fieber oder Dyspnoe. 
  • Zur Beurteilung von Atemnot im Telefongespräch mit Patient*innen kann die BMJ-Leitlinie Covid-19: a remote assessment in primary care  (Box 1) hilfreich sein.

Informationen

Therapie

Therapieziele

  • Symptome lindern.
  • Komplikationen und Ateminsuffizienz behandeln.
  • Ausbreitung und Übertragung der Infektion verhindern.

Allgemeines zur Therapie

Ambulante Behandlung bei unkomplizierter Erkrankung

  • Zurzeit gibt es für den ambulanten Bereich keine spezifischen evidenzbasierten Therapieoptionen. 
  • Bei unkomplizierter Erkrankung ist eine rein symptomatische Therapie empfohlen.
  • Schwangere 
    • Empfehlungen des Royal College of Obstetricians and Gynecologists: Da COVID-19 mit einer Hyperkoagulabilität einhergehen kann und es auch in der Schwangerschaft physiologisch zu einer Hyperkoagulabilität kommt, sollte die Indikation zur Thromboseprophylaxe sorgfältig geprüft werden. 

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

  • Für alte und/oder vorerkrankte Patient*innen (z. B. Adipositas, Diabetes, Hypertonie, COPD, Herz- und Nierenkrankheiten, Immunsuppression) bieten sich folgende Therapieoptionen an – mit dem Ziel, einen schweren Krankheitsverlauf zu verhindern.
  • Es handelt sich meist um Off-Label-Verordnungen, da die aufgeführten Arzneimittel für die Indikation COVID-19 nicht zugelassen sind.
  • Wenn bei alten und/oder vorerkrankten Patient*innen mit SARSCoV-2 Infektion die D-Dimere um mind. 1,5–2 x Normwert erhöht sind, sollte eine prophylaktische Heparinisierung erfolgen.
    • Dosierung 1 x 4.000 IE/d Enoxaparin s. c. (falls BMI > 35 bzw. KG > 100 kg oder früher stattgehabte Thromboembolie: 2 x 4.000 IE/d)
    • Achtung: nicht bei oraler Antikoagulation; bei ASS-Dauertherapie: PPI-Prophylaxe ab 65 J.
  • Bei alten und/oder vorerkrankten Patient*innen kann bei SARS-CoV-2-Infektion zwecks Prophylaxe eines schweren Verlaufs Budesonid-Inhalation erfolgen.
    • 2 x 800 µg/d für 7–14 Tage
  • Bei alten und/oder vorerkrankten Patient*innen kann bei SARS-CoV-2-Infektion zwecks Prophylaxe eines schweren Verlaufs Fluvoxamin erwogen werden.
    • Beginn mit 1 x 50 mg möglichst abends, für die nächsten 14 Tage 2 x 50–100 mg/d (je nach Verträglichkeit)
  • Fiebersenkung 
    • Wenn eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte Paracetamol anstelle von NSAR verabreicht werden.

Allgemeine Maßnahmen (bei stationärer Versorgung, laut der interdisziplinären S2k-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie)

  • Indikation zur Aufnahme auf die Intensivstation 
    • bei Erfüllung eines der folgenden Kriterien:
      • Hypoxämie SpO2 < 90 % (unter 2–4 l Sauerstoff/min bei nicht vorbestehender Therapie) und Dyspnoe
      • Atemfrequenz > 25–30/min.
  • VTE-Prophylaxe/Antikoagulation 
    • Hospitalisierte Patient*innen sollen, wenn keine Kontraindikationen bestehen, eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin erhalten.
      • Alternativ kann Fondaparinux zur Anwendung kommen.
    • Bei zusätzlichen Risikofaktoren für eine venöse Thromboembolie (VTE) kann bei niedrigem Blutungsrisiko eine intensivierte Thromboembolieprophylaxe (halbtherapeutische Dosis eines NMH) erfolgen.
      • Zusätzliche VTE-Risikofaktoren sind z. B. Adipositas (BMI  > 35 kg/m2), stattgehabte VTE, bekannte Thrombophilie, intensivmedizinische Behandlung sowie stark erhöhte D-Dimere (> 2–3 mg/l).

Medikamentöse Therapie

  • Die Fachgruppe COVRIIN am RKI bietet eine Übersicht  zur Wirksamkeit bisher erprobter Medikamente.

Dexamethason

  • Laut der interdisziplinären Leitlinie für stationäre Behandlung von COVID-19 soll bei Patient*innen mit schwerer (SpO2 < 90 %, Atemfrequenz > 30/min) oder kritischer (ARDS, Sepsis, Beatmung, Vasopressorengabe) COVID-19-Erkrankung eine Therapie mit Dexamethason erfolgen. 
    • Die Dosis beträgt 6 mg Dexamethason p. o./i. v. täglich für 10 Tage.
  • Erkrankte ohne Sauerstoff- oder Beatmungspflichtigkeit sollten nicht mit Dexamethason behandelt werden. 

Monoklonale Antikörper

Tocilizumab (Interleukin-6-Rezeptor-Antagonisten)
  • Die WHO empfiehlt den Einsatz von Interleukin-6-Antagonisten: Tocilizumab und Kombination mit Kortikoiden. 
  • Empfehlung der interdisziplinären Leitlinie zur stationären Therapie 
    • Tocilizumab kann bei COVID-19-Patient*innen mit progredient schwerer Erkrankung zur COVID-19- Behandlung verabreicht werden.
    • Tocilizumab sollte nicht eingesetzt werden bei Erkrankung ohne oder mit niedrigem Sauerstoffbedarf sowie bei bestehender invasiver Beatmung.
    • Einsatz als Einmalgabe in Kombination mit Kortikosteroiden
  • Kann laut arznei-telegramm bei hospitalisierten Patient*innen mit Sauerstoff- oder Beatmungsbedarf und hohem CRP (als Zeichen einer systemischen Inflammation), die Glukokortikoide erhalten, erwogen werden. 
  • Empfehlung von COVRIIN (gilt auch für Sarilumab) 
    • in Kombination mit Dexamethason bei Hypoxämie, ausgeprägter pulmonaler Hyperinflammation, schneller Zunahme des O2-Bedarfs, kein Einsatz in späteren Krankheitsphasen
Monoklonale Antikörper Banlanivimab und Casirivimab in Kombination mit Imdevimab
  • COVRIIN, STAKOB und DGI raten, eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern (mAB) bei Patient*innen in der frühen Phase der Infektion mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf im Rahmen eines individuellen Heilversuches zu prüfen und ggf. einzusetzen. 
    • Kombinationstherapie aus 2 monoklonalen Antikörpern zu bevorzugen.
    • Die WHO empfiehlt eine Kombination aus Casivirimab und Indevimab früh im Verlauf bei Patient*innen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf.   
  • Laut interdisziplinärer Leitlinie für die stationäre Therapie 
    • Bamlanivimab sollte bei erwachsenen Patient*innen mit einer in der PCR nachgewiesenen moderaten bis schweren SARS-CoV-2-Infektion im stationären Bereich nicht eingesetzt werden.
    • Bei früh SARS-CoV-2-infizierten hospitalisierten Patient*innen ohne respiratorische COVID-19-Symptome (< 72 h nach erster positiver PCR und/oder < 7 Tage seit Symptombeginn), mit mindestens einem Risikofaktor für einen schweren Verlauf, kann eine Therapie mit SARS-CoV-2-spezifischen monoklonalen Antikörpern erfolgen.
  • Laut Fachgruppe COVRIIN am RKI eingeschränkte Wirksamkeit bei unterschiedlichen Virusvarianten, siehe Übersicht über die Resistenzen .
    • Die Delta-Virusvariante ist resistent gegen Bamlanivimab. 
  • Notfallzulassung für Banlanivimab-Monotherapie wurde von FDA wegen Resistenzen wieder entzogen. 

Pharmaka mit fraglicher Wirkung

  • Remdesivir
    • Die WHO rät in ihrer Living Guideline im BMJ  von der Anwendung von Remdesivir bei hospitalisierten COVID-19-Patient*innen wegen unsicherer Datenlage ab. 
    • Laut der interdisziplinären Leitlinie für stationäre Behandlung von COVID-19 kann derzeit keine Empfehlung weder für noch gegen die Therapie gegeben werden. 
  • Budesonid-Asthmaspray
    • Eine relativ kleine offene randomisierte Studie ohne Placebokontrolle zeigte unter Verwendung von Budesonid-Asthmaspray eine Verminderung der Rate schwerer Verläufe und eine Verkürzung des Krankheitsverlaufs. 
      • Eine weitere größere offene Studie, die auf einem Preprint-Server publiziert wurde, bestätigt diese Ergebnisse. 
    • COVRIIN, STAKOB und DGI sehen derzeit keine Indikation für einen Off-Label-Einsatz von Budesonid oder anderen inhalativen Steroiden, weder bei ambulanten noch hospitalisierten Patient*innen.  
    • Das arznei-telegramm schreibt dazu: Es scheine vertretbar, Budesonid bei Patient*innen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf nach Aufklärung (über Datenlage und Off-Label-Use) in Betracht zu ziehen. 
    • Die DEGAM gibt hierzu eine „Kann"-Empfehlung (siehe Leitlinienkasten). 
  • Baricitinib
    • Laut STAKOB und COVRIIN ist die Datenlage für eine breite Anwendung in Deutschland nicht ausreichend; hierzulande nicht zugelassen. 
  • Famotidin
    • Ein systematischer Review von 2 retrospektiven Kohortenstudien und 3 Fallserien mit einer Metaanalyse zweier Kohortenstudien zeigte einen signifikanten Effekt von Famotidin auf ein gemischtes Outcome aus Mortalität und Intubation. 
    • Die Qualität der Evidenz ist sehr schlecht. Weitere Evidenz aus RCT ist zur genaueren Bewertung von Famotidin dringend erforderlich.
  • Fluvoxamin
    • In einer kleinen US-amerikanischen Studie mit insgesamt 181 ambulant behandelten SARS-CoV-2-Infizierten zeigte sich, dass die Einnahme des Antidepressivums Fluvoxamin (SSRI) eine klinische Verschlechterung im Vergleich zu Placebo signifikant verhindern konnte.  

Pharmaka ohne nachgewiesene Wirkung

  • Hydroxychloroquin 
  • Azithromycin 
  • Ivermectin 
  • Lopinavir/Ritonavir 
  • Anakinra 
  • Plasmatherapie 
  • Interferon 
  • Vitamin D
    • laut arznei-telegramm kein hinreichender Nutzenbeleg zur Prophylaxe oder Therapie einer SARS-CoV-2-Infektion 
    • laut der interdisziplinären Leitlinie zur stationären Therapie weder eine Kontrolle des Serumspiegels noch eine Verabreichung bei COVID-19-Patient*innen empfohlen 
    • Empfehlung der DEGAM zu Vitamin D 
      • „Aufgrund der vorliegenden wissenschaftlichen Belege, die für eine verbesserte Abwehr respiratorischer Infekte sprechen [...], erscheint es ratsam, dass alle älteren Personen (insbesondere Altenheimbewohner) prophylaktisch 1.000 (–2.000) IE/d einnehmen."
      • Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels nicht sinnvoll
  • Colchicin 
  • ASS 
    • keine Senkung der Mortalität bei hospitalisierten Patient*innen in der RECOVERY-Studie

Empfehlungen verschiedener Fachgesellschaften

Empfehlungen zur Palliativversorgung

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

  • Es ist eine hausärztliche Pflicht, den Patientenwillen und das Selbstbestimmungsrecht zu beachten.
  • Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass alle medizinisch notwendigen Maßnahmen durchgeführt werden können, auch in Pflegeeinrichtungen.
  • Es ist – nicht nur in Zeiten der Pandemie – wichtig, auf mögliche Notfälle vorbereitet zu sein, um für die Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden und Ärzt*innen Handlungssicherheit zu schaffen.
  • Hinweise zur präklinischen patientenzentrierten Vorausplanung für den Notfall sind auf www.degam.de  publiziert, ebenso Hilfen zur Dokumentation.
  • Bei Fragen zur palliativen Betreuung von Patient*innen mit Atemnot wird eine Zusammenarbeit mit den regionalen SAPV-Teams empfohlen.

Wiederbelebungsmaßnahmen

Impfung

Impfung gegen COVID-19: Impfstoffentwicklung allgemein

Daten zu einzelnen Impfstoffen

mRNA-Impfstoff der Firma BioNTech und ihres Kooperationspartners Pfizer (Comirnaty) 

  • Aufbewahrung aufgetaut und unverdünnt für ca. 31 Tage im Kühlschrank, Lagerung für 2 Wochen bei –25 bis –15 °C, sonst bei –70 °C
    • Während dieser 31 Tage Transport für eine Gesamtzeit von 12 Stunden möglich, siehe Mitteilung des Herstellers .
    • Applikationsfertige Spritzen können für 6 Stunden bei 2–30 °C aufbewahrt oder transportiert werden.
  • Über die Dauer einer durch die Impfung erreichten Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte sowie über langfristige Nebenwirkungen sind keine eindeutigen Aussagen möglich.
  • Die bei mRNA-Impfstoff mittels Nanolipiden in die Zellen eingeschleuste RNA kodiert ein virales Antigen. Die RNA wird in den Zielzellen außerhalb des Zellkerns an den Ribosomen abgelesen. 
  • Publikation mit Zwischenergebnissen der Phase-II/III-Studie 
    • Schutzwirkung von 95 % nach einer 2. Impfstoffdosis gegen den Wildtyp SARS-CoV-2

mRNA-Impfstoff der US-amerikanischen Firma Moderna (Spikevax) 

  • Aufbewahrung im Kühlschrank für 30 Tage möglich, länger bei –15 bis –25 °C
  • Über die Dauer einer durch die Impfung erreichten Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte sowie über langfristige Nebenwirkungen sind ebenfalls keine eindeutigen Aussagen möglich.
  • Gleiches Wirkprinzip wie der BioNTech-mRNA-Impfstoff
  • Schutzwirkung laut Hersteller 90 % gegen COVID 19 und 95 % gegen schwere Erkrankung gegen den Wildtyp SARS-CoV-2 

Vektorimpfstoff der Firma AstraZeneca (Vaxzevria) 

  • Aufbewahrung im Kühlschrank
  • Keine eindeutigen Aussagen zur Dauer einer Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte oder zu langfristigen Nebenwirkungen möglich
  • Dieser Vektorimpfstoff basiert auf einem modifizierten nicht vermehrungsfähigen Schimpansen-DNA-Adenovirus. 
    • Wie Totimpfstoff zu bewerten.
    • DNA verbleibt extrachromosomal.
  • Schutzwirkung gegen den Wildtyp SARS-CoV-2 von 80 % bei zweimaliger Impfung im Abstand von 12 Wochen 

Vektorimpfstoff der Firma Johnson&Johnson (Janssen) 

  • Zulassung durch EMA  am 11.03.2021
  • Aufbewahrung im Kühlschrank (bis zu 12 Stunden bei Raumtemperatur bis 25 °C)
  • Adenovirusbasiert, nicht vermehrungsfähiges Vektor-Adenovirus (vom Menschen), wie Totimpfstoff zu bewerten. 
    • DNA verbleibt extrachromosomal.
  • Einmalige Gabe ausreichend
  • Wirksamkeit von 65 % bei der Verhinderung symptomatischer Verläufe, von 75 % gegen schwere und lebensbedrohliche Verläufe und von 74 % gegen asymptomatische Verläufe (bezogen auf den Wildtyp SARS-CoV-2). 
  • Unklar, wie lange der Schutz anhält.
  • Studie zur zweimaligen Gabe läuft derzeit.

In Russland entwickelter Vektor-Impfstoff Sputnik V 

  • Aufbewahrung im Kühlschrank, Transport bei –18 °C
  • Keine Aussagen zur Dauer einer Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte oder zu langfristigen Nebenwirkungen möglich
  • Vektorimpfstoff mit vergleichbarem Prinzip wie der AstraZeneca-Impfstoff, aber Verwendung von zweierlei Vektorviren für die Erst- und Zweitimpfung, um eine Immunreaktion gegen die 2. Impfung zu vermeiden.

In China entwickelte Tot- und Vektorimpfstoffe 

  • Bisher bekannt:  
    • unterschiedliche Impfstofftypen am weitesten entwickelt: 3 Totimpfstoffe (2 Dosen), 1 Vektorimpfstoff (1 Dosis), 1 Totimpfstoff (3 Dosen)
    • Alle bei Kühlschranktemperatur zu lagern.
    • widersprüchliche oder lückenhafte Angaben zur Wirksamkeit und Sicherheit

Nebenwirkungen der Impfstoffe

  • Aktuelle Sicherheitshinweise zu den Nebenwirkungen aller Impfungen sowie zum Vorgehen bei Allergieanamnese  finden Sie beim Paul-Ehrlich-Institut . 
  • Laut DEGAM soll keine prophylaktische Gabe von Paracetamol oder NSAR vor der Impfung erfolgen, weil dies möglicherweise die Immunantwort einschränken kann. 
    • NSAR/Paracetamol können nach der Impfung bei Beschwerden zur Linderung der Symptome gegeben werden.
    • Je jünger der Impfling, desto schwerer die zu erwartenden Impfreaktionen.

Thrombotische Nebenwirkungen der Vektorimpfstoffe

  • Vakzineinduzierte prothrombotische Immunothrombozytopenie (VIPIT) oder impfstoffinduzierte immune thrombotische Thrombozytopenie (VITT)
  • Seltene Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombopenien 4–16 Tage nach der Impfung mit Vaxzevria (AstraZeneca), v. a. Hirnvenenthrombosen, aber auch Mesenterialvenenthrombosen, Lungenembolien 
    • überwiegend Frauen < 55 Jahre, in einigen Fällen tödlicher Verlauf
    • Das Risiko für Sinusthrombosen nach Impfung mit AstraZeneca liegt nach Einschätzung des a-t bei:  
      • 2–3 Sinusthrombosen/100.000 bei Frauen
      • 1–2 Sinusthrombosen/100.000 bei Männern.
    • Impfstoff derzeit von der STIKO erst für Personen ab 60 Jahren empfohlen
    • diagnostischer Algorithmus in einer Übersicht der Deutschen Gesellschaft Hämatologie und medizinische Onkologie   
      • Bei Auftreten von Symptomen einer Hirnvenenenthrombose (starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Sehstörungen) innerhalb von 4–16 Tagen nach der Impfung oder bei Thrombosezeichen/Petechien soll eine sofortige stationäre Einweisung erfolgen.
      • Ist das klinische Bild nicht eindeutig, soll, nur wenn das Ergebnis am selben Tag vorliegt, ein kleines Blutbild durchgeführt werden. Bei Thrombopenie ist eine sofortige Klinikeinweisung indiziert.
      • Das Krankheitsbild soll in der Klinik mit Antikoagulation (kein Heparin) und ggf. mit hochdosierten Immunglobulinen und Dexamethason behandelt werden.
    • Risikobeurteilung in einer Stellungnahme des PEI 
    • diagnostische Hinweise in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung 

Auftreten von Guillain-Barré-Syndrom im Zusammenhang mit Vektorimpfstoffen

  • Die FDA warnt vor erhöhtem Risiko für das sehr seltene Auftreten eines Guillain-Barré-Syndroms nach einer Impfung mit dem Impfstoff der Firma Johnson&Johnson. 
  • Die EMA beschließt einen solchen Warnhinweis auch für den Impfstoff der Firma AstraZeneca. 
    • Bei neurologischen Ausfällen sollen Betroffene ärztliche Hilfe suchen.

Myokarditisfälle im Zusammenhang mit mRNA-Impfstoffen

  • Es gibt Meldungen über das Auftreten von Myokarditiden, insbesondere bei jüngeren Personen, nach der 2. Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Moderna und BioNTech). 
    • Die Häufigkeit liegt laut DEGAM-Leitlinie bei Männern zwischen 16 und 24 Jahren bei 1:3.000 bis 1:6.000. 
    • Die STIKO gibt Häufigkeiten von 1:17.000 bei Jungen und 1:110.000 bei Mädchen an. 
  • Die Autor*innen des arznei-telegramms empfehlen, auf Myokarditissymptome zu achten und insbesondere junge Männer, aber auch junge Frauen, über das Risikosignal, potenzielle Symptome und das gehäufte Vorkommen nach der 2. Impfung aufzuklären. Auf Leistungssport und stärkere sportliche Betätigung sollte in den ersten Tagen nach Immunisierung verzichtet werden. 

COVID-Arm

  • COVID-Arm – nach Impfung mit mRNA-Impfstoff auftretende verzögerte Lokalreaktion (bisher häufiger nach Moderna-Vakzine): symptomatische Behandlung, klingt spontan ab. 

Fazialisparesen bei mRNA-Impfstoffen

  • In den Zulassungsstudien der Impfstoffe der Firmen BioNTech und Moderna wurde vereinzelt das Auftreten einer transienten peripheren Fazialisparese beobachtet.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Abklärung/Vorgehen in der Hausarztpraxis

  • Bei dringendem Verdacht auf das Vorliegen einer Sinusvenenthrombose (z. B. Kopfschmerzen und neurologische Symptome), anderen ungewöhnlichen thromboembolischen Ereignissen oder Thrombopenien:
    • unmittelbare stationäre Einweisung zur Abklärung (Therapie: hochdosierte intravenöse Immunglobuline [IVIG])
    • Wo es klinisch vertretbar erscheint, ambulante Abklärung:
      • Labor: Blutbild inkl. Thrombos im EDTA-Röhrchen und D-Dimeren im Citratblut sowie ggf. dem HIT-Test auf PF4/Heparin-Antikörper im Serum
      • bildgebende Diagnostik: z. B. cMRT, (Ultraschall, CT-Thorax/Abdomen – bei entsprechender Lokalisation der Symptome).
  • Bis zum Ausschluss einer (autoimmunen) vakzineassoziierten TTS als Ursache einer akuten
    Thrombozytopenie/Thrombose: kein Heparin. Alternativen bei dringendem Thromboseverdacht: DOAK, Fondaparinux

Grundsätzlicher Umgang mit Gerinnungshemmern und Corona-Impfung

  • Für eine routinemäßige Prophylaxe mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggreationshemmern gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz.
  • Bei Patient*innen mit einer aktuellen oralen Antikoagulation wie z. B. bei Vorhofflimmern oder nach venöser Thromboembolie (VTE) sollte diese während und nach der Impfung unverändert fortgeführt werden.
  • Bei Patient*innen ohne Indikation zur oralen Antikoagulation mit hohem dispositionellem VTE-Risiko, bei ausgeprägter akuter Impfreaktion mit Fieber und Immobilisation kann im Einzelfall eine medikamentöse VTE-Prophylaxe über einige Tage erfolgen.
    • Allgemeinmaßnahmen (z. B. Bewegungsübungen, Flüssigkeitszufuhr, Kompression)
    • DOAK in prophylaktischer Dosis, z. B. Rivaroxaban 1 x 10 mg/d, Apixaban 2 x 2,5 mg/d (off label)
    • Auf Heparin/Fondaparinux verzichten.

Wirksamkeit gegen neue Virusvarianten

  • Laut RKI liegt ein Impfdurchbruch vor, wenn bei einer vollständig geimpften Person eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion mit Symptomatik festgestellt wird. 
  • Alpha, Beta und Gamma
    • Laut RKI schützen die Impfstoffe der Firmen BioNTech, AstraZeneca, Johnson&Johnson und Moderna sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 (Alpha), und sie schützen auch vor schwerer Erkrankung durch die Varianten Beta und Gamma. 
  • Delta
    • In einer britischen Beobachtungsstudie verringert die Variante B.1.617.2 (Delta) die Wirksamkeit der Impfstoffe der Firmen BioNTech und AstraZeneca nach der zweiten Impfung geringfügig (bei BioNTech auf 88 %, bei AstraZeneca auf 60 %).
      • Nach der ersten Impfung ist die Wirkung deutlich beeinträchtigt, für beide Impfstofftypen bei ca. 33 %. 
    • Nach Ergebnissen der britischen REACT-1-Studie erkranken doppelt geimpfte Personen dreimal seltener als ungeimpfte Personen. 
      • 44 % der Infektionen mit der Delta-Variante in der Studienpopulation bei Personen, die doppelt geimpft waren.
      • Impfschutz gegen eine symptomatische Erkrankung liegt bei 62 % (die Studienpopulation aus ca. 98.000 Personen wird seit April 2020 wiederholt befragt, die Impfstoffwirkung lässt wohl in dieser Stichprobe nach)

Einschätzungen und Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Verschiedene Übersichten und Merkblätter

Empfehlungen der STIKO

  • Einschätzung der STIKO auf der Basis bisheriger Daten 
    • nach vollständiger Impfung bei Infektion Viruslast stark reduziert, Virusausscheidung verkürzt und damit Übertragungsrisiko stark vermindert
    • asymptomatische und symptomatische Infektion nach Impfung und damit SARS-CoV-2-Ausscheidung möglich
  • Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19, sie bezieht sich auf die mRNA-Impfstoffe BNT162b2 der Firma BioNTech/Pfizer sowie den COVID-19-Impfstoff der Firma Moderna und die Vektorimpfstoffe der Firmen AstraZeneca und Johnson&Johnson. Diese Impfstoffe werden als gleichwertig beurteilt.
  • Ein Unterschied besteht hinsichtlich des Anwendungsalters.
    • Der BioNTech/Pfizer-Impfstoff und der Impfstoff von Moderna sind ab dem Alter von 12 Jahren zugelassen und empfohlen.
    • Der AstraZeneca-Impfstoff und der Janssen-Impfstoff sind erst ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen.
    • Der Einsatz der Impfstoffe Janssen und Vaxzevria unterhalb dieser Altersgrenze bleibt jedoch weiterhin nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich. 

Durchführung der Impfung

  • Die Impfung soll strikt intramuskulär verabreicht werden, keinesfalls intradermal, s. c. oder i. v. (unter Antikoagulation sehr feine Kanüle verwenden und anschließend über 2 min fest komprimieren).
    • Verwendung einer trockenen Nadel, kein Impfstoff außen an der Nadel
  • Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 min (außer bei bestimmten Risikopersonen: Einnahme von Gerinnungshemmern, schwere kardiale oder respiratorische Grunderkrankungen, frühere allergische Reaktionen auf Impfungen, dann 30 min)
  • Die DEGAM empfiehlt diese Videoanleitungen  zu Impftechnik, Impfnotfällen und Aufgabenverteilung beim Impfen.

Impfschema

  • mRNA-Vakzine: Abstand von 3–6 Wochen bei Comirnaty und 4–6 Wochen bei Spikevax (Moderna)
  • Johnson&Johnson: Einzeldosis
  • Sollte der empfohlene Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie fortgesetzt werden.
  • Eine begonnene Impfserie sollte in der Regel mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden.
  • Erstimpfung mit Impfstoff von AstraZeneca 
    • Die STIKO empfiehlt, allen Personen unabhängig vom Alter anstelle der 2. AstraZeneca-Dosis ab 4 Wochen nach der Erstimpfung eine Dosis eines mRNA-Impfstoffes zu verabreichen. 
      • Grund ist eine bessere Immunantwort bei heterologem Impfschema.
  • Die DEGAM-Leitlinie empfiehlt, den Zeitraum bis zur Zweitimpfung (wenn möglich) kurz zu gestalten: BioNTech 3–4 Wochen, Moderna 4 Wochen. 
  • Laut Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz soll Pflegebedürftigen, Personen ab 80 Jahren sowie immunsupprimierten und immungeschwächten Personen ab dem 01.09.2021 frühestens 6 Monate nach Abschluss einer Impfserie eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff angeboten werden; ebenso alle bisher nur mit Vektorimpfstoffen Geimpften. Die STIKO hat hierzu bisher keine Empfehlung abgegeben. 

Abstand zu anderen Impfungen

  • Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach Ende der Impfserie eingehalten werden.

Impfung von COVID-19-Genesenen 

  • Personen, die eine PCR-gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollten in der Regel 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung eine COVID-19-Impfstoffdosis erhalten; unabhängig davon, ob diese Person ungeimpft oder einmalig gegen COVID-19 geimpft ist.
    • Der Nachweis einer gesicherten, durchgemachten Infektion kann durch direkten Erregernachweis (PCR) zum Zeitpunkt der Infektion erfolgen.
      • Die Gabe der einmaligen Impfstoffdosis ist bereits ab 4 Wochen nach dem Ende der COVID-19-Symptome möglich, wenn z. B. eine Exposition gegenüber Immune-Escape-Varianten gegeben ist.
      • Nach gesicherter asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion kann die Impfung bereits ab 4 Wochen nach der Labordiagnose erfolgen.
  • Auch wenn das Zeitintervall von 6 Monaten überschritten ist, reicht eine Impfstoffdosis zur vollständigen Grundimmunisierung aus.
  • Es besteht keine Notwendigkeit, vor einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten, asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt Schwangeren und Stillenden eine Impfung gegen COVID-19: 
    • „Noch ungeimpften Schwangeren wird die Impfung mit zwei Dosen eines COVID-19-mRNA-Impfstoffs
      im Abstand von 3–6 (Comirnaty) bzw. 4–6 Wochen (Spikevax) ab dem 2. Trimenon empfohlen.
    • Wenn die Schwangerschaft nach bereits erfolgter Erstimpfung festgestellt wurde, sollte die Zweitimpfung erst ab dem 2. Trimenon durchgeführt werden.
    • Darüber hinaus empfiehlt die STIKO ungeimpften Stillenden die Impfung mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs im Abstand von 3–6 (Comirnaty) bzw. 4–6 Wochen (Spikevax).
    • Die STIKO empfiehlt allen ungeimpften Personen im gebärfähigen Alter dringend die Impfung gegen
      COVID-19, sodass ein optimaler Schutz vor dieser Erkrankung bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft besteht."

[NEU] Immunsuppression sowie Blut- und Krebserkrankungen

  • STIKO-Empfehlungen 
    • Bisher ungeimpfte Personen mit einer Immundefizienz (ID) sollen eine Impfserie mit einem mRNA-Impfstoff erhalten (bestehend aus 2 Impfstoffdosen im Abstand von 3–6 [Comirnaty] bzw. 4–6 Wochen [Spikevax in der Dosierung 100 µg]).
    • Allen Personen mit Immundefizienz soll etwa 6 Monate nach einer COVID-19-Grundimmunisierung eine Auffrischimpfung mit einem MRNA-Impfstoff angeboten werden.
      • Liegt eine schwere ID mit einer erwartbar stark verminderten Impfantwort vor, kann die 3. Impfstoffdosis bereits 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis als Optimierung der primären Impfserie verabreicht werden.
    • Eine serologische Antikörpertestung wird nicht grundsätzlich empfohlen.
      • Lediglich bei Patient*innen mit schwerer ID soll frühestens 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis UND frühestens 4 Wochen nach der 3. Impfstoffdosis jeweils eine serologische Untersuchung auf spezifische Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Spike-Protein erfolgen.
    • Kontaktpersonen von Personen mit ID sollen unbedingt vollständig geimpft sein.
    • Engen Haushaltskontaktpersonen von Personen mit schwerer ID soll eine Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff frühestens 6 Monate nach der primären COVID-19-Impfserie angeboten werden, wenn die Person mit der schweren ID nicht oder nicht ausreichend auf die COVID-19-Impfung angesprochen hat.
  • Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen  gibt folgende Empfehlungen: 
    • Wenn möglich sollte die Impfung vor Beginn einer onkologischen Therapie erfolgen. Dies gilt auch für chirurgische Eingriffe, Bestrahlung und systemische Chemotherapie.
    • Während einer laufenden, zyklischen Chemotherapie sollte versucht werden, einen zeitlichen Abstand zur Therapie zu erreichen.
    • Unter einer fortlaufenden immunsuppressiven Therapie gibt es keinen optimalen Zeitpunkt für die Schutzimpfung. Ein Aussetzen der Therapie wird nicht empfohlen.

Impfung von Kindern und Jugendlichen

  • Impfung von Kindern und Jugendlichen laut STIKO 
    • Die STIKO empfiehlt für alle Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren eine COVID-19-Impfung mit den mRNA-Impfstoffen der Firmen BioNTech und Moderna.
    • Laut STIKO soll bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung nicht zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht werden.
    • Kinder ab 14 Jahren dürfen ohne Einverständnis der Eltern geimpft werden.
  • [NEU] Es gibt kontroverse Einschätzungen zu dieser Impfempfehlung:
    • Die DEGAM hat eine Stellungnahme  zur Impfung von Kindern und Jugendlichen herausgebracht.
    • Die Autor*innen des arznei-telegramms können angesichts des wohl doch im Gegensatz zu früheren Einschätzungen deutlich höheren Myokarditisrisikos bei männlichen Jugendlichen (1:5.000) keine einstimmige Stellungnahme zu den Vorteilen der Impfung von gesunden Jungen abgeben. 
      • Sie empfehlen, mit der 2. Impfung mindestens 6 Wochen zu warten (um Zeit für weitere Datengenerierung zu gewinnen).
      • Von einer Impfung von Kindern und Jugendlichen mit der Moderna-Vakzine wird derzeit abgeraten.
    • Nach Ansicht der Autor*innen des Arzneimittelbriefs sollten mRNA-Impfstoffe bei jungen, männlichen, ansonsten gesunden Personen wegen des Myokarditisrisikos zurückhaltend eingesetzt werden. 

Organisation der Impfungen gegen COVID-19

Organisation und Reihenfolge der Impfungen gegen COVID-19

Digitaler Impfnachweis

Schutzimpfungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

  • STIKO-Empfehlungen zu anderen Schutzimpfungen  
    • Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem Sechsfach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste MMR(V)-Impfung sollten weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt werden.
    • [NEU] Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen muss kein Impfabstand eingehalten werden. Sie können simultan an unterschiedlichen Gliedmaßen verabreicht werden.
      • gleichzeitige Gabe mit Influenza-Impfstoff: Aufklärung über vermehrte vorübergehende lokale und systemische Impfreaktionen
  • Das RKI weist darauf hin, dass sich die Risikogruppen von COVID-19 und Influenza stark überlappen und daher eine hohe Influenza-Impfquote auch zur Reduktion des Gesamtrisikos bei älteren Menschen und Menschen mit Grunderkrankungen beiträgt. 

Prävention

Strategie des RKI: Infektionsschutzmaßnahmen

  • Es gibt 3 Komponenten, die aktiviert und intensiviert werden entsprechend der jeweils aktuellen Lage: 
    • Die Ausbreitung durch Fallfindung und Absonderung von engen Kontaktpersonen verhindern.
    • Soziale Distanz schaffen und
    • vulnerable Gruppen gezielt schützen.
  • Die von der Weltgesundheitsorganisation propagierten Phasen Containment (Eindämmung), Protection (Schutz vulnerabler Gruppen) und Mitigation (Folgenminderung) sind Konzepte, die gegenseitig ergänzen und stärken.
  • Strategiepapiere des RKI zu ControlCOVID 
    • Optionen und Perspektiven für die stufenweise Rücknahme von Maßnahmen bis Anfang September 2021 im Kontext der Impfkampagne
    • Optionen zur stufenweisen Rücknahme der COVID-19-bedingten Maßnahmen bis Ende des Sommers 2021

Einschränkungen des öffentlichen Lebens

  • Hinweise zu Reisebeschränkungen und Risikogebieten finden Sie im Abschnitt Risikogebiete.
  • Die Situation ist sehr dynamisch, immer wieder gibt es neue Maßnahmen, die das öffentliche Leben betreffen.
    • Informationen zu Ihrem Bundesland finden Sie auf den Seiten der jeweiligen Landesregierungen .
    • [NEU] Bundesweit gilt die 3G-Regel  ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35/100.000:
      • Zutritt nur für Geimpfte, Genesene oder Getestete, z. B. bei Besuchen in Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Innengastronomie, Beherbergung, Veranstaltungen in Innenräumen oder beim Friseur
      • Getestete: PCR vor max. 48 Stunden, Antigen-Schnelltest vor max. 24 Stunden
      • Genesene nach 6 Monaten mit Auffrischimpfung.
  • Auch in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern war oder ist das öffentliche Leben eingeschränkt worden, und es gibt unterschiedliche Einreisebeschränkungen, aber auch immer wieder Lockerungen.

Maßnahmen in Schulen und Kitas

Befreiung vom Schulbesuch bei Kindern mit Grunderkrankungen

Corona-Warn-App

Allgemeines 

Informationen für Hausärzt*innen 

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Ungelöste Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App

  • Personen ohne Symptome dürfen nicht per AU krankgeschrieben werden.
  • Eine Quarantäne kann nur das GA anordnen. (Das GA wird von der App allerdings nicht benachrichtigt.)
  • Das Bundesgesundheitsministerium vertraut darauf, dass „Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine einvernehmliche Lösung für diese Situation finden“.
  • Selbst bei positivem Abstrich in der PCR und symptomloser Person gilt laut G-BA: „Eine Bescheinigung einer AU allein aufgrund eines positiven Tests ist laut AU-RL nicht möglich. Hier greifen die Quarantäneregeln.“

Risikogebiete und Reisen

Risikogebiete laut RKI 

  • Zahlreiche Staaten und Regionen werden aktuell als Hochrisikogebiete (bisher Hochinzidenzgebiet) oder als Virusvariantengebiete ausgewiesen.
    • Die Kategorie „einfaches Risikogebiet“ entfällt derzeit.
    • Die Kriterien für die Definition als „Hochrisikogebiet“ sind nicht eindeutig festgelegt:
      • mittlere 7-Tages-Inzidenz je 100.000 Einw. „regelmäßig deutlich über 100“
      • „Anhaltspunkte eines gefährlichen Infektionsgeschehens“.
    • Kriterien für ein „Virusvariantengebiet“
      • Gebiet, in dem eine in Deutschland noch nicht verbreitete Variante von SARS-CoV-2 vorkommt, bei der Anhaltspunkte für eine eingeschränkte Wirksamkeit von Impfstoffen oder Antikörpern bei Genesenen bestehen und/oder die schwerere Krankheitsverläufe oder eine höhere Mortalität verursacht.
  • Weiterführende tagesaktuelle Informationen finden Sie bei den RKI-Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete .

Regelungen für Reisende

  • Länderspezifische Reisehinweise des Auswärtigen Amts : Reisewarnung für nicht notwendige touristische Reisen für alle Hochrisiko- und Virusvariantengebiete

Einreise nach Deutschland

  • Siehe Einreiseverordnung des BMG  und
  • Informationen für Einreisende des RKI .
  • Reiserückkehrer*innen aus dem Ausland 
    • Vor der Einreise ist eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen: einreiseanmeldung.de .
    • Seit dem 01.08.2021 gilt bei Einreise nach Deutschland eine generelle Nachweispflicht.
    • Personen ab 12 Jahren müssen bei Einreise grundsätzlich über ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen.
      • Antigentests dürfen maximal 48 und PCR-Tests maximal 72 Stunden alt sein.
      • unabhängig von der Art des Verkehrsmittels
      • Unabhängig davon, ob ein Voraufenthalt in einem ausländischem Hochrisiko- bzw. Virusvariantengebiet stattgefunden hat.
        • Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen auch Geimpfte oder Genesene einen Test vorlegen.
        • Antigentests dürfen bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet nur maximal 24 Stunden alt sein.
        • Bei Einreise aus Virusvariantengebieten gilt eine Beförderungsbeschränkung für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug direkt aus diesen Ländern.
    • Quarantäne bei Einreise
      • 10 Tage nach Einreise aus Hochrisikogebiet, aus Virusvariantengebiet 14 Tage
      • „Freitestung" nach Einreise aus Hochrisikogebiet: Vorlage eines Genesenennachweises, eines Impfnachweises oder einen negativen Testnachweises bei der zuständigen Behörde unter: einreiseanmeldung.de .
        • Kann direkt bei Einreise erfolgen, dann ist keine Quarantäne nötig.
          • Ausnahme Testnachweis: frühestens 5 Tage nach Einreise
        • Für Kinder unter 12 Jahren endet die Quarantäne nach Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet nach 5 Tagen automatisch.
      • Keine Quarantäneverkürzung nach Einreise aus einem Virusvariantengebiet, dies gilt auch für Kinder.
      • Die Quarantäne endet automatisch, sobald das betroffene Gebiet nicht mehr vom RKI als Hochrisiko- oder Hochinzidenzgebiet gelistet ist.
    • Detaillierte Hinweise zu Testmodalitäten und Zeitpunkt finden Sie hier .
  • Geimpfte und Genesene 
    • Impf- und Genesenennachweise können einen negativen Testnachweis ersetzen und von der Einreisequarantäne befreien.
      • Dies gilt jeweils nicht bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet (hier 14 Tage Quarantäne).
  • Symptome
    • bei Auftreten von mit COVID-19 vereinbarenden Symptomen erneute Testung und Absonderung
  • Weitere Informationen zu verpflichtenden Tests für Einreisende aus Risikogebieten bieten die FAQ des BMG .

Allgemeine Hygieneempfehlungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Attest über die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe

  • Attest für Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 (Formulierungsvorschlag):
    • „Um eine SARS-CoV-2-Infektion zu vermeiden, sollen nach den Informationen und Hilfestellungen des RKI  Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf Schutzmaßnahmen (z. B. Kontaktreduktion) durchführen.
    • Dies gilt auch für den Einsatz und das Verhalten am Arbeitsplatz, der so zu gestalten ist, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten werden (vgl. § 4 Arbeitsschutzgesetz).
    • Hiermit bestätige ich, dass Herr/Frau XY, geb. am .... an einer Grunderkrankung leidet, die das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion erhöht.“
  • Die Entscheidung darüber, ob, wie und in welchem Umfang Mitarbeiter*innen ihre jeweilige Tätigkeit ausüben können und sollen, ist sehr individuell und letztlich durch die jeweiligen Arbeitgeber*innen zu treffen.
  • Dabei haben sich Arbeitgeber*innen in ihrer Entscheidungsfindung und hinsichtlich möglicher Konsequenzen in erster Linie eng mit ihren Mitarbeiter*innen und vor allem mit betriebsärztlichen Stellen abzustimmen.

Attest über die Befreiung von der Maskenpflicht

  • Die meisten Bundesländer haben Ausnahmen von der Maskenpflicht definiert, wie z. B.:
    • Kinder bis zum Schuleintritt
    • Personen, denen eine Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar ist.
    • Menschen mit Hörbehinderung (zur verbesserten Kommunikation).
  • Grundsätzlich ist eine Befreiung aus gravierenden medizinischen Gründen möglich, aber sicherlich nur in absoluten Ausnahmefällen gerechtfertigt.

Verhaltensempfehlungen für den Alltag

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt ein deutschsprachiges Plakat mit Hygienetipps  zum Schutz vor Infektionskrankheiten bereit.
  • Die BZgA und das RKI geben folgende allgemeine Empfehlungen – AHA+L+A-Regeln: 
    • Abstand halten.
    • Hygiene beachten.
    • Alltagsmasken tragen.
    • Lüften
    • App
  • RKI-Flyer: Vier Tipps gegen Corona 

Empfehlungen zur Anwendung von Masken (Mund-Nasen-Schutz)

  • Das RKI empfiehlt, die Nutzung eines MNS im öffentlichen Raum zunächst zumindest so lange beizubehalten, bis alle die Gelegenheit zur vollständigen Impfung hatten bzw. eine hohe Durchimpfungsrate erreicht wurde. 
  • Empfehlungen zum Tragen von Masken bei Kindern 
    • Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hält das Tragen einer Maske im öffentlichen Raum für Kinder ab dem Grundschulalter für „zumutbar“.
  • Weitere Informationen zum Tragen, Reinigen und Anlegen von Masken finden Sie in den Empfehlungen des BfArM .
  • Selbstgenähte Stoffmasken, andere Alltagsmasken und Gesichtsvisiere sind nicht mehr erlaubt.

 

Quarantäne 

  • Wird vom Gesundheitsamt angeordnet.
  • Nicht-Geimpfte, für die eine Impfempfehlung vorliegt und bei denen keine Kontraindikationen gegen eine Impfung bestehen, haben spätestens ab dem 01.11.2021 bei Quarantäne keinen Anspruch auf Entschädigung.
  • Nähere Informationen finden Sie im Abschnitt Kontaktpersonennachverfolgung.
  • Weitere Informationen zu Regelungen für Reisende finden Sie im Abschnitt Risikogebiete
  • Informationen für Betroffene siehe Häusliche Quarantäne: Flyer für Kontaktpersonen .

Hände- und Flächendesinfektion

Hygieneempfehlungen für medizinische Einrichtungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Optionen zur Entlastung der Praxis

  • Stimmen Sie im Praxisteam die Triage ab, sodass Ihr Team bereits am Telefon Patient*innen filtern kann; passen Sie Ihre (Online-)Terminvergabe an.
  • Bauen Sie Ihre Telefon- und/oder Videosprechstunden aus.
  • Option für größere Praxen: Bilden Sie nach Möglichkeit ein Team für Patient*innen mit Infekten (Teammitglieder sollten nicht chronisch krank/immunsupprimiert sein) und ein Nicht-Infekt-Team (ist auch für die Arbeiten ohne direkten Patientenkontakt zuständig).
  • Behandlung von Kindern (potenzielle Vektoren, aber selten krank): möglichst nicht im Rahmen der Chroniker-Sprechstunde, sondern idealerweise in einer eigenen Sprechstunde
  • Unnötige persönliche Patientenkontakte reduzieren (z. B. Rezepte/Überweisungen per Post zusenden).
  • Gesichtsschutzschild stets nach dem Abnehmen mit 70 % Isopropylalkohol desinfizieren.
  • Weitere organisatorische Hinweise siehe Originaltext der Leitlinie .

Empfehlungen für Einrichtungen des Gesundheitswesens 

Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung

RKI-Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung 

  • RKI-Flussschema: COVID-19: Entlassungskriterien aus der Isolierung , Orientierungshilfe für Ärzt*innen
  • Bei schwerem COVID-19-Verlauf (mit Sauerstoffbedürftigkeit)
    • mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit (bzw. nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung)
    • PLUS frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
    • PLUS PCR-Untersuchung 
    • bei kritischer Erkrankung (Intensivstation/Beatmung): 2 konsekutive Untersuchung im Abstand von mind. 24 Stunden aus jeweils 2 zeitgleich entnommenen Proben
  • Bei leichtem COVID-19-Verlauf (ohne Sauerstoffbedürftigkeit)
    • mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit (bzw. nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung)
    • PLUS frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
    • PLUS Antigentest
  • Personen mit asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion
    • frühestens 14 Tage nach Erstnachweis des Erregers
    • PLUS Antigentest
  • Besondere Personengruppen
    • immunsupprimierte Personen
      • zeitlich verlängerte Ausscheidung vom vermehrungsfähigen Virus möglich, Einzelfallbeurteilung, ggf. Virusanzucht
      • bei anhaltend hoher Virusauslast nach 21 Tagen: Sequenzierung empfohlen
    • medizinisches Personal
      • Zur Entisolierung und Aufhebung des Tätigkeitsverbots von medizinischem Personal gelten dieselben o. g. Kriterien.
      • In Situationen mit akutem Personalmangel kann bei leichtem Verlauf eine Verkürzung der 14-tägigen Isolationsdauer im Einzelfall erwogen werden – nach Erreichen von 48 Stunden Symptomfreiheit und Vorliegen von 2 negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden.
    • Bewohner*innen von Seniorenpflegeeinrichtungen
      • Zusätzlich zu den o. g. Kriterien wird vor der Entisolierung eine ergänzende PCR-Untersuchung empfohlen.
    • asymptomatische Personen mit direktem Erregernachweis nach vollständiger Impfung
      • unabhängig von der initial festgestellten Viruslast Isolierung von mindestens 5 Tagen Dauer empfohlen
      • abschließende PCR-Verlaufsuntersuchung
      • Symptome oder Viruslast oberhalb des Schwellenwertes (106 Kopien/ ml): Isolierung, wie bei asymptomatischen Personen ohne Impfung
  • Negatives PCR-Resultat basierend auf zwei zeitgleich durchgeführten Abstrichen: einem oropharyngealen und einem nasopharyngealen Abstrich
    • ggf. Überführung zweier Abstrichtupfer in dasselbe Transportmedium oder Abnahme beider Abstriche mit demselben Abstrichtupfer
  • PCR-Ergebnis
    • negativ
    • ODER positiv, aber unter einem definierten Schwellenwert (quantitative Bezugsprobe Zellkulturüberstand < 1.000.000 Kopien/ml).

Vorgehen in Pflegeeinrichtungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis 

Gespräche mit Pflegeeinrichtungen

  • In den meisten Pflegeeinrichtungen sind Maßnahmen zum Schutz gegen das SARS-CoV-2-Virus inzwischen etabliert. Wichtige Aspekte finden Sie im Originaltext der Leitlinie .
  • Einige sind hier beispielhaft genannt:
    • räumliche Trennung und Isolierung von akut respiratorisch Erkrankten, ggf. gemeinsame Isolierung von erkrankten Gruppen (siehe Handlungsempfehlung zur häuslichen Isolierung  der DEGAM)
    • kein Zutritt von Erkrankten oder COVID-19-Kontaktpersonen zu den Einrichtungen
    • grundsätzliches Tragen von FFP2-Masken im Bewohnerbereich durch alle Berufsgruppen und Besucher*innen.
  • Bei zunehmender Gefahrenlage (z. B. steigende lokale Infektionszahlen) sollte ein tägliches aktives Monitoring auf Symptome einer Atemwegserkrankung erwogen werden – auch bei Geimpften – dazu gehören:
    • Fiebermessen oral, Husten, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Schnupfen erfragen sowie Sauerstoffsättigung mittels Pulsoxymeter messen.
    • Bei Abfall der Sauerstoffsättigung und fehlenden Hinweisen auf andere organische Ursachen (wie z. B. eine dekompensierte Herzinsuffizienz) sollte eine bisher unerkannte SARS-CoV-2-Infektion erwogen und ein PCR-Test veranlasst werden.
  • Generell: Aktualisierung von Patientenverfügungen

Vorgehen bei Wohnungslosigkeit

Vorgehen bei Neugeborenen und Wöchnerinnen

  • Auch bei V. a. COVID-19 bei der Mutter ist ein baldiger und kontinuierlicher Hautkontakt zwischen Mutter und Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt empfohlen.
  • Stillen soll bei SARS-CoV-2-positiven Müttern ermöglicht und unterstützt werden.
  • Dabei sollen empfohlene Hygienemaßnahmen angewendet werden, wie häufiges Händewaschen oder Desinfizieren der Hände vor Kontakt mit dem Baby, Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes bei Kontakt mit dem Baby und beim Stillen. 

Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen

  • Das RKI-Dokument Empfehlungen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen  richtet sich an Ärzt*innen, die eine äußere Leichenschau vornehmen (z. B. Haus- und Notärzt*innen, Bedienstete von Gesundheitsämtern) und sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter*innen, die Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen haben.

Meldepflicht

  • Diese Referenz  bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.
  • Namentlich meldepflichtig ist der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).
  • Eine Meldepflicht besteht 
    • bei jeder laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektion (PCR oder Antigen-Schnelltest)  sowie 
    • bei folgender Verdachtskonstellation: Symptome UND Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall.
  • Zur Meldung verpflichtet sind nicht nur Ärzt*innen, sondern auch Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter*innen von Einrichtungen (u. a. Schulen, Kindergärten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen und sonstigen Massenunterkünften).
  • Beim RKI sind weitere Informationen zur Meldung von Verdachtsfällen  nachzulesen.

Berufskrankheit

  • Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) kommt für COVID-19 „bei Versicherten, die im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig sind oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt waren, die Anerkennung als Berufskrankheit der Ziffer 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung in Betracht."
  • Bei positiver Testung, entsprechenden Krankheitsanzeichen sowie der Vermutung eines Infektionsweges über die berufliche Tätigkeit sollte eine Erstattung einer ärztlichen Berufskrankheitenanzeige erfolgen. 

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlauf

Symptomatik und klinischer Verlauf allgemein 

  • Genauere Informationen zu den verschiedenen Manifestations- und Verlaufsformen von COVID-19 finden Sie im Abschnitt Symptome.
  • Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Multiorganversagen. 
  • Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall.
  • Meist in der zweiten Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten kann, das u. U. eine Sauerstoffaufsättigung des Blutes außerhalb des Körpers (ECMO) erforderlich macht. 
    • 1 % der COVID-19-Patient*innen in Deutschland haben eine Pneumonie entwickelt.  
    • 7 % wurden hospitalisiert.
    • In Deutschland werden 93 % der COVID-19-Fälle ambulant versorgt.
  • Inkubationszeit bis zu 14 Tage, im Median 5–6 Tage 
  • Zeit vom Symptombeginn bis zum Auftreten einer Pneumonie oder eines ARDS laut RKI bei 4 bzw. 8 Tage
  • Zeit von Symptombeginn bis zur Aufnahme auf Intensivstation im Median 5 Tage
  • Intensivbehandlung dauerte im Median 5 Tage, mechanische Beatmung im Median 10 Tage.
  • Hospitalisierte Patient*innen ohne Intensivbehandlung oder Beatmung waren im Schnitt (Median) 7 Tage hospitalisiert. 

Klinischer Verlauf bei Kindern

  • Meist asymptomatischer oder milder Krankheitsverlauf 
  • Schwere Verläufe sind selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie Kinder mit pulmonalen oder kardialen Vorerkrankungen. 

Dauer der Erkrankung 

  • Bei milden Fällen dauert die Erkrankung vom Symptombeginn bis zur Genesung 2 Wochen, bei Patient*innen mit schwerem oder kritischen Erkrankungsverlauf in der Regel 3–6 Wochen. 

Häufigkeiten von asymptomatischen, milden und schweren Verläufen 

  • Rund 30–40 % der Infektionen (besonders bei Kindern und älteren Menschen) verlaufen asymptomatisch und ca. 45–55 % mild bis moderat. 
  • Ca. 7 % der in Deutschland übermittelten Fälle werden hospitalisiert und davon schätzungsweise 14 % intensivmedizinisch behandelt. 
  • 60 % der intensivmedizinisch behandelten Patient*innen werden beatmet, davon versterben durchschnittlich 36 %.
  • Klinische Prädiktoren für einen schweren Verlauf 
    • Alter > 50 Jahre
    • männliches Geschlecht
    • Persistenz von Fieber (mit Antipyretika häufig kaum zu beeinflussen)
    • ausgeprägte Lymphopenie, Erhöhung von LDH und Troponin.
  • Schwangere
    • Haben vergleichsweise seltener Symptome, aber ein leicht erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Vergleich zu Nichtschwangeren. Todesfälle sind selten. 
    • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher. 
    • Risikofaktoren für einen schweren Verlauf: Alter der Mutter, starkes Übergewicht, vorbestehender Bluthochdruck, Gestationsdiabetes und Präeklampsie 

Vergleich von COVID-19 mit Influenza 

  • Das RKI hat hospitalisierte COVID-19-Patient*innen mit Pneumonie-Erkrankten während der jährlichen saisonalen Grippewellen von 2015–2019 in Bezug auf die Schwere der Pneumonien verglichen.
    • COVID-19: mediane Beatmungsdauer 10 Tage 
    • Influenza: mediane Beatmungsdauer 4 Tage

Co-Infektionen 

  • Insbesondere bei schweren Verläufen 
    • nachgewiesene Erreger u. a. Mycoplasma pneumoniae, Candida albicans und Aspergillus spp.
    • einige Fälle mit Superinfektionen mit multiresistenten Bakterien (z. B. Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii)

Komplikationen

  • Gleichzeitige bakterielle Sepsis
  • Ateminsuffizienz
  • ARDS
  • Neurologische Symptome/Ausfälle 
  • Tiefe Venenthrombosen und Lungenembolie 
    • Folgeerkrankung Hirnvenenthrombose nach COVID-19: Häufigkeit bei 39/1.000.000 
  • Verschiedene Herz-Kreislauf-Komplikationen und -Folgeerkrankungen 
    • Myokardschädigungen 
    • Myokarditis
    • Myokardinfarkt
    • Herzinsuffizienz
    • Herzrhythmusstörungen
    • venöse thromboembolische Ereignisse
    • Mehrere Publikationen berichten von einer Zunahme der Rate an plötzlichen (Herz-)Todesfällen. 
  • Nierenversagen
  • Neues Auftreten eines Diabetes mellitus mit schwerer Stoffwechselentgleisung bis hin zur tödlichen Ketoazidose 
    • Entgleisung eines bereits bestehenden Diabetes mellitus
  • Psychosoziale Folgen von Quarantäne und Kontaktreduzierung laut BMBF 
    • Angstzustände
    • Schlafprobleme
    • somatoforme Symptome
    • depressive Symptome
    • andere psychosoziale Probleme (familiäre Konflikte etc.)
  • Häusliche Gewalt
    • Eine bevölkerungsrepräsentative Befragung kam zu dem Ergebnis, dass es während der COVID-19-Pandemie nicht zu einer Zunahme häuslicher Gewalt in Deutschland gekommen ist. 
  • Folgen der Public-Health-Maßnahmen
  • Mehrere Länder berichten Fälle mit einem Krankheitsbild, das das ECDC als Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) in Kombination mit einem Toxic Shock Syndrome (TSS) bezeichnet. 
    • MISC-TSS weist Ähnlichkeit mit dem Kawasaki-Syndrom auf, das bei Kindern im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten beobachtet wird.
  • Schwangerschaftskomplikationen
    • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher. 

Prognose

Allgemeine Informationen zur Prognose von COVID-19

  • Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten/infizierten Fälle (Infection Fatality Rate, IFR). 
    • Die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen ist unbekannt und deutlich höher als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle. 
    • Die IFR wird nur auf der Basis von Seroprävalenzdaten geschätzt. 
    • Derzeit kann nur der Fall-Verstorbenen-Anteil zuverlässig berechnet werden, z. B. als Quotient der gemeldeten Sterbefälle und der Zahl der gemeldeten Fälle (Case Fatality Rate, CFR). 
  • Angaben laut RKI für Deutschland
    • Fall-Verstorbenen-Anteil bei Erkrankten bis etwa 50 Jahren unter 0,1 %
    • Steigt ab 50 Jahren zunehmend an und liegt bei Personen über 80 Jahren häufig über 10 %. 
      • 90 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre und älter. 
    • Von den übermittelten Fällen, die in Pflegeeinrichtungen (oder anderen Gemeinschaftsunterkünften) betreut wurden, sind 14 % verstorben.
    • Von den intensivmedizinisch betreuten Fällen, die bereits abgeschlossen sind, sind laut RKI (DIVI-Intensivregister) 29 % verstorben. 
  • Daten einer großen seroepidemiologischen Studie aus Spanien ergeben eine Letalität (Infection Fatality Rate, IFR) von 1,1 bis 1,4 % bei Männern und 0,58 bis 0,77 % bei Frauen. 
  • Einer Lancet-Publikation zufolge lag die Letalität bei 1.035 Patient*innen aus 36 verschiedenen Ländern, die mittels ECMO therapiert wurden, bei knapp unter 40 %. 
  • Bei Kindern scheint die Erkrankung vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen.
    • schwere oder gar kritische Verläufe nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen 
  • Schwangere haben im Vergleich seltener Symptome, aber möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf (mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für invasive Beatmung, Mortalität insgesamt sehr gering). 

Exzess-Mortalität

  • Inzwischen lässt sich aus internationalen Todeszahlen-Statistiken eine deutliche Exzess-Mortalität („Übersterblichkeit“) in Ländern ablesen, in denen es zu hohen Fallzahlen kam (siehe hierzu euromomo.eu ).
  • Laut dem Statistischen Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen im April 2020 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, ebenso im August (im Zuge der Hitzewelle). Die Sterbefallzahlen im September lagen ebenfalls etwas über dem Durchschnitt der Vorjahre. Einen weiteren auffälligen Anstieg über den Durch­schnitt hinaus gab es ab der zweiten Oktober­hälfte. 
  • Im November 2020 sind laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland 11 % mehr Menschen verstorben als durchschnittlich im November der Jahre 2016 bis 2019. 
    • Die hohen Sterbefallzahlen im November 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen.

Einflussfaktoren auf die Prognose

  • Siehe auch Risikofaktoren im Abschnitt Anamnese.
  • Laut der dänischen Nationalkohorte (n = 11.122; 80 % ambulant betreut) beträgt das Sterberisiko bei Abwesenheit von Vorerkrankungen: 
    • im Alter von 50–59 Jahren 0 % (bzw. 1–8 %)*
    • im Alter von 60–69 Jahren 1 % (bzw. 5–11 %)*
    • im Alter von 70–79 Jahren 4 % (bzw. 14–29 %)*
    • im Alter von 80–89 Jahren 4 % (bzw. 23–36 %)*
    • und im Alter von über 90 Jahren 37 % (bzw. 44–51 %)*.
      * in Klammern Werte für das Sterberisiko mit 1–4 Vorerkrankungen
  • Laut einer internationalen Kohortenstudie erhöht eine Infektion mit SARS-CoV-2 die postoperative Sterblichkeit. Diese lag auch bei elektiven Eingriffen bei 18,9 % (25,6 % bei Notfalloperationen). 
  • In Deutschland ist die Sterblichkeit in sozial stark benachteiligten Regionen deutlich erhöht gegenüber Regionen mit geringer sozialer Benachteiligung. 
  • Menschen mit Trisomie 21 haben ein deutlich erhöhtes Sterberisiko bei COVID-19. 

Langzeitfolgen: Post-COVID/Long-COVID

Interdisziplinäre S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID  

Definition

  • Anhaltende Beschwerden, die jenseits einer Zeitspanne von 4 Wochen ab Infektion als Long-COVID oder post-akute Folgen von COVID-19 (Post-acute Sequelae of COVID-19) und bei Persistenz von mehr als 12 Wochen als Post-COVID-Syndrom bezeichnet werden.
  • Die Häufigkeit des Post-COVID-Syndroms variiert je nach untersuchter Patientenpopulation und ist über alle Patient*innen hinweg mit einer Häufigkeit von bis zu 15 % anzunehmen.
    • Während die Prävalenz von Long-/Post-COVID-Symptomen nach schweren Verläufen häufiger ist, zeigen sich im Niedrigprävalenzbereich in 13,3 % der testpositiven Studienteilnehmer*innen Symptome ≥ 28 Tage, bei 4,5 % ≥ 8 Wochen und bei 2,3 % ≥ 12 Wochen Dauer. Allerdings kann dies auch bei Patient*innen mit initial milder SARS-CoV-2-Infektion auftreten.
    • Dabei werden sehr häufig Fatigue, Luftnot und sowohl eingeschränkte körperliche wie auch geistige
      Leistungsfähigkeit beschrieben.
  • Eine der folgenden 4 Kategorien kann herangezogen werden, um ein Post-/Long-COVID zu diagnostizieren:
    1. Symptome, die aus der akuten COVID-19-Phase oder deren Behandlung fortbestehen.
    2. Symptome, die zu einer neuen gesundheitlichen Einschränkung geführt haben.
    3. Neue Symptome, die nach dem Ende der akuten Phase aufgetreten sind, aber als Folge der COVID-19-Erkrankung verstanden werden.
    4. Verschlechterung einer vorbestehenden Grunderkrankung.

Wichtigste Empfehlungen

Diagnostik
  • Wenn (neu aufgetretene) Symptome oder Beschwerden nach einer überstandenen SARSCoV-2-Infektion den Verdacht auf ein Post-/Long-COVID-Syndrom lenken, sind immer auch andere Differenzialdiagnosen zu bedenken und ggf. auszuschließen.
  • Nach primärärztlicher Basisdiagnostik sollte bei fehlender klinischer Verschlechterung den Betroffenen zunächst ein abwartendes Vorgehen unter primärärztlicher Betreuung und Behandlung empfohlen werden.
  • Bei Warnhinweisen in der Basisdiagnostik sowie einer evtl. klinischen Verschlechterung oder Unklarheiten sollte den Betroffenen eine vertiefende Diagnostik und/oder eine Überweisung zu Organspezialist*innen angeboten werden.
  • Die Diagnose eines Post-/Long-COVID-Syndroms kann weder durch eine einzelne Laboruntersuchung noch durch ein Panel an Laborwerten diagnostiziert bzw. objektiviert werden. Ebenso schließen normale Laborwerte ein Post-/Long-COVID-Syndrom nicht aus.
  • Eine weiterführende spezialärztliche Abklärung kann angezeigt sein, wenn nach durchgemachter SARS-CoV-2 Infektion Einschränkungen länger als 3 Monate persistieren.
  • Patient*innen mit schwerer Lungenbeteiligung können (nahezu) komplett rekonvaleszieren. Bei anhaltender Symptomatik, z. B. 3 Monate, sollte jedoch eine pneumologische Diagnostik initiiert werden.
Therapie
  • Gesicherte therapeutische Interventionen beim Post-/Long-COVID sind nicht bekannt.
  • Die Effektivität einer therapeutischen Vakzinierung bei Patient*innen mit Post-COVID ist nicht gesichert.

Empfehlungen der DEGAM im Rahmen dieser Leitlinie

Allgemeines
  • Bei Belastungsintoleranz sollte eine Überlastung, die zu Zunahme der Beschwerden führen kann (sog. Post Exertional Malaise, PEM), vermieden werden.
  • Es sollte eine psychosomatische Grundversorgung angeboten werden.
  • Es sollten eine symptomorientierte Therapie und psychosoziale Betreuung initiiert werden.
  • Die Koordination der fakultativ erforderlichen spezialisierten Behandlung mit evtl. erneuter stationärer Therapie bzw. rehabilitativen Maßnahmen sollte angeboten werden.
  • Die Absprache mit nichtärztlichen Leistungserbringern im Gesundheitswesen sollte ggf. initiiert werden.
  • Es sollte eine engmaschige Zusammenarbeit mit Behörden, Ämtern, Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern angestrebt werden.
  • Eine Heilmittelversorgung sollte bei Bedarf initiiert werden.
Diagnostik
  • Empfehlungen für die Basisdiagnostik (unter Berücksichtigung bekannter Komorbiditäten)
    • Blutdruck, Herzfrequenz, Temperatur, Atemfrequenz, Sauerstoffsättigung
    • Labor: BB, CRP, Kreatinin, Harnstoff, Transaminasen, TSH, Urin-Stix (fakultativ: CK, Troponin, Ferritin, D-Dimere, NT-proBNP, ggf. Autoantikörper)
    • Screening-Fragen zu Fatigue, anhaltender körperlicher Erschöpfung, Belastungsintoleranz/PEM (eines der häufigsten Symptome in den meisten Post-/Long-COVID Studien), Schmerzen, kognitiven Störungen, depressiven Verstimmungen und Angststörungen.
Spezielle Fragestellungen
  • Fatigue
    • In der klinischen Untersuchung ist besonders auf auffällige Lymphknoten, abdominellen Tastbefund und Veränderungen in Muskelkraft, -trophik, -tonus und Eigenreflexe sowie kognitive Leistungsminderung bzw. psychische Symptome (Depressivität, Ängste) zu achten.
    • Es sollte gefragt werden, ob die Fatigue zu relevanten Einschränkungen im Alltag und Berufsleben führt und ob weitere Symptome wie Schlafstörung, Depression, Angst, Belastungsintoleranz, kognitive Störungen, orthostatische Intoleranz und Schmerzen vorliegen.
    • Bei V. a. CFS sollte eine Überweisung zur Neurologie erfolgen.
  • Dyspnoe
    • Bei den Patient*innen stark beeinträchtigenden Symptomen (insb. nach einem schweren Verlauf) sollte
      unter Zuhilfenahme der Vorbefunde die Basisdiagnostik erweitert werden mit Labor, Lungenfunktionsanalyse, SpO2, D-Dimere, EKG, evtl. Röntgenthorax.
    • Wenn es hier keine Warnhinweise gibt und alles unauffällig ist, dann abwartendes Offenhalten und Wiedervorstellung.
  • Kopfschmerzen
    • Bei fehlenden Warnhinweisen sollte eine Reevaluation nach spätestens 4 Wochen vorgenommen werden.
  • Riech- und Schmeckstörungen
    • Sollten die Symptome länger als 4 Wochen andauern und sich zusätzlich noch neurologische oder andere spezifische Begleitsymptome einstellen, ist eine spezialisierte Diagnostik in Erwägung zu ziehen.
  • Allgemeine Schmerzen
    • Schmerzen (insbesondere im Thoraxbereich, aber auch allgemeine Muskelschmerzen) sind ein häufiges Syndrom 
      nach COVID-19.
    • Die meisten dieser Symptome verringern sich innerhalb von 2–6 Monaten.
    • Eine primärärztliche multimodale und symptomorientierte Diagnostik unter Berücksichtigung abwendbar gefährlicher Verläufe sollte erfolgen.
    • Bei der medikamentösen Therapie sollte darauf geachtet werden, das WHO-Stufenschema einzuhalten, wobei die Leitlinie zu Opioiden bei nichttumorbedingten Schmerzen beachtet und potenziell abhängig machende Substanzen 
      vermieden werden sollten.
    • Neben der medikamentösen Therapie sollte aber auch die physikalische Medizin und die psychosomatische Behandlung der Schmerzen im Vordergrund stehen.
  • Psychische Beschwerden
    • Bei ausgeprägter Symptomatik, ausbleibender Besserung über einen Zeitraum von mehreren Wochen oder erheblichen ungünstigen psychosozialen Einflussfaktoren sollte eine spezialisierte psychosomatische oder psychiatrische Mitbehandlung und/oder Maßnahmen wie Ergo- oder Entspannungstherapie angeboten werden oder auch eine psychosomatische Rehabilitation.
  • Bei geriatrischen Patient*innen
    • Es sollte eine regelmäßige Überprüfung der Vitalparameter, aber auch der kognitiven Funktionen erfolgen.
    • Bei Hinweisen auf Verschlechterung sollten u. a. Sauerstoffsättigung, D-Dimere, das Blutbild
      (Lymphopenie), Kreatinin und die Elektrolyte kontrolliert werden.
    • Sowohl die Angehörigen als auch die Sozial- und Pflegedienste, Physio- und Ergotherapeut*innen und Logopäd*innen sollten frühzeitig mit eingebunden werden.
Therapie
  • Die Therapie orientiert sich an den Symptomen. Für eine spezifische Therapie gibt es bislang noch keine wissenschaftlich belastbaren Belege.

Verlaufskontrolle/Rehabilitation

Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19 

Nachuntersuchungen

  • Bei Patient*innen mit stationär behandelter COVID-19-Erkrankung sollte nach 8–12 Wochen eine Nachuntersuchung bezüglich Langzeitfolgen erfolgen.
  • Idealerweise sollte dies im Rahmen von Registern oder Studien erfolgen.
  • Das „Post-COVID-19-Syndrom" kann unabhängig von der Schwere der Erkrankung auftreten, also auch bei Patient*innen, die nur leicht erkrankt waren und ambulant behandelt wurden.
  • Alle nachweisbaren Organveränderungen nach COVID-19 sollten Anlass zu einer für die jeweilige Erkrankung empfohlenen Diagnostik und evtl. Therapie geben.

Rehabilitation

Empfehlung für die Wiederaufnahme von Freizeitsport

  • Die Autor*innen des BMJ haben hierzu einen „Practice Pointer" mit folgenden Empfehlungen herausgegeben: 
    • Das individuelle Risiko von Patient*innen nach einer COVID-19-Erkrankung soll beurteilt werden, bevor eine Empfehlung zur Wiederaufnahme sportlicher Betätigung ausgesprochen wird.
    • Patient*innen mit weiter bestehenden Symptomen oder Personen, die einen schweren Verlauf von COVID-19 hatten, der auf eine Herzbeteiligung hinweist, benötigen eine genauere klinische Abklärung.
    • Nach einer körperlichen Untersuchung sollte, abhängig von der Schwere der Symptome, ein 12-Kanal-EKG durchgeführt werden.
    • Bei pathologischem Befund sollte eine Troponin-Bestimmung und eine Überweisung/Einweisung in die Kardiologie zum Herzecho erfolgen.
    • Erst nach 7-tägiger Symptomfreiheit soll eine sportliche Betätigung wieder aufgenommen werden. Dabei soll für 2 Wochen nur auf der geringsten Belastungsstufe trainiert werden.
    • Patient*innen sollten dabei auf ihre Belastbarkeit achten und bei Symptomen wie übermäßige Erschöpfung, Atemnot oder Herzrasen ärztliche Hilfe suchen.

Empfehlungen für Wettkampfsportler*innen

  • DEGAM: Es wird empfohlen (nicht evidenzbasiert), für 6 Monate nach überstandener COVID-19-Erkankung keinen Leistungssport zu betreiben. 
  • JAMA-Autor*innen (Mitglieder des American College of Cardiology's Sports & Exercise Cardiology Council) schlagen ein strukturiertes Vorgehen vor der Wiederaufnahme sportlicher Betätigungen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung für Wettkampfsportler*innen und sportlich hoch aktive Personen vor.
  • So soll myokardialen Schädigungen vorgebeugt werden: 
    • asymptomatischer Verlauf
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Virusnachweis
      • langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung
      • Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung
    • milde oder moderate Symptome
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Symptomfreiheit
      • dann Troponin
      • 12-Kanal-EKG, Herzecho
      • abhängig von den Befunden evtl. weitere Diagnostik
      • bei unauffälligen Befunden langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung, Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung
      • bei Hinweisen auf eine kardiale Beteiligung Vorgehen wie bei einer Myokarditis
    • Deutliche Symptome, hospitalisiert: In der Klinik Troponin, kardiale Bildgebung erwägen.
    • bei pathologischen Befunden: Vorgehen wie bei einer Myokarditis
    • bei fehlenden Hinweisen auf myokardiale Beteiligung während des Klinikaufenthalts:
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Symptomfreiheit
      • Dann kardiologische Diagnostik erwägen, wenn sie nicht in der Klinik erfolgt ist.
      • bei unauffälligen Befunden langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung, Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung

Patienteninformationen

Worüber sollten Sie die Patient*innen informieren?

  • Empfehlungen des RKI für Reiserückkehrer*innen: Informationen für Reisende in verschiedenen Sprachen 
  • In Hinblick auf Hygieneregeln beraten:
    • AHA+L+A-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften, App (Corona-Warn-App)
  • Personen, die einen engen Kontakt mit einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten Kontakte zu anderen Personen vermeiden und insbesondere bei respiratorischen Symptomen telefonisch ärztlichen Rat einholen oder sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
  • Wenn das Gesundheitsamt hinzugezogen wurde: Bei Kontakt zu einer infizierten Person die Anweisungen des Gesundheitsamtes befolgen.

Patienteninformationen in Deximed

Weitere Informationen für Patient*innen

Quellen

Links zu weiteren Informationen

Empfehlungen und Informationsmaterial für die Hausarztpraxis

Impfung gegen COVID-19

Antigentest

Fallzahlen und Statistiken

Corona-Warn-App

Meldepflicht

Stationäre Versorgung

Versorgung in Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Versorgung bei Wohnungslosigkeit

Ambulante Pflegedienste

Berufliche und arbeitsrechtliche Aspekte

Wissenschaftliche Stellungnahmen und Publikationen

Leitlinien

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). SARS-CoV-2/Covid-19-Informationen & Praxishilfen für niedergelassene Hausärztinnen und Hausärzte. AWMF-Leitlinie Nr. 053-054. S1, Stand 23.07.2021 (Version 19). www.degam.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19. AWMF-Leitlinie Nr. 113-001. S3, Stand 17.05.2021. www.awmf.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Post-COVID/Long-COVID. AWMF-Leitlinie Nr. 020-027. S1, Stand 12.07.2021. www.awmf.de  
  • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. AWMF-Leitlinie Nr. 018-037. S1, Stand 30.04.2021. www.awmf.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive. AWMF-Leitlinie Nr. 128-002. S1, Stand 29.06.2021. www.awmf.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Neurologische Manifestation bei COVID-19-Patient*innen. AWMF-Leitlinie Nr. 030-144. S1, Stand 18.08.2020. www.awmf.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie. AWMF-Leitlinie Nr. 184-001. S1, Stand 10.08.2020. www.awmf.de 
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.  Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen – Lebende Leitlinie. AWMF-Leitlinie Nr. 027-076. S3, Stand 07.02.2021. www.awmf.de 

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Autor*innen

  • Marlies Karsch-Völk, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München
  • Guido Schmiemann, PD Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Universität Bremen (Review)