Respiratorische Erkrankung durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

Aktuell diskutierte Aspekte – Direktsuche

Aktuelle Änderungen im Artikel sind mit dem Hinweis [NEU] gekennzeichnet (Direktsuche mit <Strg>+<F> [NEU]).

Allgemeine Informationen

Definition

  • Respiratorische Erkrankung durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2)
    • Die Erkrankung wird als COVID-19 bezeichnet (Coronavirus Disease 2019).1
  • Häufung von Lungenentzündungen in der chinesischen Metropole Wuhan im Dezember 2019
    • Der Erreger wurde am 07.01.2020 von den chinesischen Behörden als neuartiges Coronavirus identifiziert.
  • Es gehört, wie das SARS-Virus, zu den Beta-Coronaviren.2
    • Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion.2
  • Verlauf als Pandemie

Häufigkeit

Fallzahlen und Mortalität – allgemeine Informationen

  • Es ist unklar, wie hoch weltweit und in einzelnen Ländern die Dunkelziffer der nicht diagnostizierten, oft asymptomatischen infizierten Personen ist.3
  • Analysen von Mutationen im Virusgenom lassen darauf schließen, dass sich SARS-CoV-2 bereits zu Beginn der Epidemie, also schon Ende 2019, sehr schnell weltweit ausgebreitet hat.4

Zahlen in Deutschland

  • Zum bisherigen Verlauf der Pandemie in Deutschland bietet das RKI den Artikel Retrospektive Phaseneinteilung der COVID-19-Pandemie in Deutschland bis Februar 2021 im Epidemiologischen Bulletin 15/2021.
  • Es ist auch in Deutschland von einer Untererfassung der SARS-CoV-2-Infizierten auszugehen.5
  • In Lageberichten und im RKI-Dashboard werden nur PCR-bestätigte Fälle angegeben.2
  • Die Lage ist instabil und ändert sich sehr kurzfristig.6
    • RKI: „Die hohen bundesweiten Fallzahlen werden durch zumeist diffuse Geschehen mit zahlreichen Häufungen insbesondere in Haushalten, im beruflichen Umfeld und in Kitas und Horteinrichtungen verursacht."
  • Detaillierte Zahlen zur Lage in Deutschland finden Sie auf dem RKI-COVID-19-Dashboard (manchmal zeitverzögert, aber mit solider Datenbasis) und im täglichen Lagebericht des RKI.
  • Auch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) liefert aktuelle Zahlen.
  • Aktuelle Zahlen für bestimmte Städte und Landkreise sind mittels Suche nach Postleitzahlen unter COVID-PLZ-Check zu finden.
  • Das RKI bietet einen Überblick über laufende seroepidemiologische Studien in Deutschland.
  • [NEU] Bei serologischen Untersuchungen von über 115.085 Blutspenden in einer Studie des RKI zeigte sich mit Datenstand vom 03.06.2021 ein Anteil von Personen mit spezifischen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 von ca. 17,3 % (ca. 14 % durch Infektion, Rest durch Impfung). Bei Personen unter 30 Jahren ist die Seroprävalenz höher.7
  • 70 % der hospitalisierten und 95 % der verstorbenen Patient*innen in Deutschland waren ≥ 60 Jahre alt.6

Zahlen weltweit

  • Einen tagesaktuellen weltweiten Überblick über die Fallzahlen und Todesfälle  finden Sie auf dem Dashboard der Johns Hopkins University (sehr schnelle Publikation von Zahlen, aber Datengrundlage nicht behördlich bestätigt).2

Ätiologie und Pathogenese

SARS-CoV-2

  • Chinesischen Behörden gelang am 07.01.2020 der Virusnachweis.8
  • Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den Beta-Coronaviren.9
    • Coronaviren sind umhüllte RNA-Viren.
    • Das S(Spike)-Protein ist für den Eintritt in die Wirtszelle zuständig. Es induziert neutralisierende (protektive) Antikörper und ist deswegen wichtig für die Impfstoffentwicklung.
    • SARS-CoV-2 verwendet das transmembranäre Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen.
  • Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere.2
    • Artengrenzen können aufgrund der Fähigkeit zur homologen Rekombination leicht überwunden werden.9
    • SARS-CoV-2 ist erst vor kurzer Zeit aus tierischen Reservoirs auf den Menschen übergetreten.9
    • Eine italienische Untersuchung von eingefrorenen Blutproben von Herbst 2019 deutet auf eine Ausbreitung des Virus bereits im September 2019 in Italien hin.10
  • Mit SARS-CoV-2 sind insgesamt 7 humanpathogene Coronaviren bekannt. 
    • Coronaviren verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen Krankheiten wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) von 2015 oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) von 2003.

Besorgniserregende Virusvarianten11

  • Breiten sich weltweit schnell aus.
  • Können sich in Übertragbarkeit, Virulenz und/oder Suszeptibilität gegenüber der Immunantwort von Geimpften und Genesenen von bisher bekannten Virusvarianten unterscheiden.
  • B.1.1.7 (Alpha): Britische Virusvariante
    • [NEU] in Deutschland 86 % der Untersuchungen auf SARS-CoV-212
    • leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten, höhere Reproduktionszahl
    • laut RKI ersten Studien zufolge erhöhte Fallsterblichkeit5
    • Studienergebnisse aus Israel deuten darauf hin, dass die zugelassenen mRNA-Impfstoffe effektiv gegen B.1.1.7 wirken.5
    • Zeichnet sich durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Polymorphismen im Spike-Protein aus.9
    • Sonderform B.1.1.7 E484K: Zusätzliche Mutation, die auch in den u. g. Virusvarianten vorkommt.
      • unempfindlicher gegen neutralisierende Antikörper und geringere Wirksamkeit von Impfstoffen
  • B.1.351 (Beta): Südafrikanische Virusvariante
      • erstmals im Dezember 2020 beschrieben, derzeit keine starke Ausbreitung in Deutschland12
    • höhere Übertragbarkeit diskutiert
    • in mehreren Studien Hinweise auf geringeren Schutz durch neutralisierende Antikörper von genesenen oder geimpften Personen
    • Weist ebenfalls zahlreiche Mutationen im Spike-Protein auf.9
    • In Deutschland deutlich weniger verbreitet als B.1.1.7, der Anteil liegt bei 0,5 %.12
  • P.1 (Gamma): Brasilianische Virusvariante
    • Zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas, derzeit nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen.
    • Ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante.
    • erhöhte Übertragbarkeit denkbar
    • Eine verminderte Wirksamkeit neutralisierender Antikörper genesener und geimpfter Personen wird angenommen.
    • wenige Fälle in Deutschland, Anteil liegt bei 0,5 %.
  • B.1.617 (Delta): Indische Virusvariante 
    • Enthält Mutationen, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden, und Mutationen, die die Übertragbarkeit des Virus erhöhen könnten.
    • Hinweise auf erhöhte Übertragbarkeit der Untervariante B1.617.2
    • [NEU] Der Anteil der Variante B.1.617.2 liegt in Deutschland derzeit bei 6 %.12
  • Weitere Informationen, auch zur Sequenzierung, bietet die RKI-Dokumente Übersicht und Empfehlungen zu neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten und SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten.

Übertragung

  • Infektionsquelle sind infizierte Personen mit oder ohne Symptomatik.5
    • Eine Übertragung von Tieren auf Menschen spielt bislang insgesamt keine wesentliche Rolle, wurde bislang allerdings nur am Beispiel von Nerzen bestätigt.13
  • Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen.5
    • Größere respiratorische Tröpfchen sinken schnell zu Boden. Aerosole können auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen.
    • Beim Atmen und Sprechen, noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen deutlich mehr Tröpfchen.
  • Übertragungsrisiko in geschlossenen Räumen5
    • erhöhte Übertragungswahrscheinlichkeit durch Aerosole über mehr als 1,5 m in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen
  • Übertragungsrisiko im Freien5
    • Bei Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.
    • Wenn der Mindestabstand von 1,5 m ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterschritten wird, z. B. bei größeren Menschenansammlungen, besteht auch im Freien ein erhöhtes Übertragungsrisiko.
    • SARS-CoV-2 ist bei geringen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit stabiler als in warmer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit.14
  • Kontaktübertragung
    • Spielt keine wesentliche Rolle.5
  • Fäkal-orale Übertragung und Übertragung durch Nahrungsmittel sind nicht nachgewiesen.5
  • Vertikale Übertragung von der (infizierten) Mutter auf ihr Kind (vor, während, nach der Geburt sowie über Muttermilch)2,5
    • Eine Übertragung im Mutterleib und durch Muttermilch in Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden.
    • Übertragung auf das neugeborene Kind ist über eine Tröpfcheninfektion möglich.2
  • Übertragung durch prä- und asymptomatische Infizierte
    • in größerem Ausmaß von präsymptomatischen und vermutlich in einem geringeren von asymptomatischen Infizierten5
  • Ansteckung durch infizierte Kinder5
    • Infektiosität von Kindern nicht ausreichend untersucht
    • Übertragungen und Ausbrüche im engen Zusammenhang mit der Inzidenz in der Allgemeinbevölkerung15
  • Ansteckungsgefahr in Sammelunterkünften 
    • Geflüchtete und andere Bewohner*innen von Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken. 
  • Medizinischer Sektor
    • Hochrisiko-Setting: Aerosol-produzierende Vorgänge, wie z. B. Intubation, Bronchoskopie oder zahnärztliche Prozeduren5
  • „Superspreading“ und „Superspreading Events“ (SSE)5
    • begünstigende Begleitumstände
      • hohe individuelle Infektiosität
      • kleine Räume
      • keine oder geringe Frischluftzufuhr
      • längerer Aufenthalt
      • vermehrte Freisetzung kleiner Partikel durch Aktivitäten mit gesteigerter Atemtätigkeit wie Schreien, Singen, Sporttreiben oder andere schwere körperliche Aktivität
      • Sozialverhalten: extensive soziale Interaktionen und erhöhte Kontaktrate
      • besonders viele vulnerable Personen unter den Exponierten
    • Verhinderung durch Vermeidung der „3 G":
      1. geschlossene Räume (mit schlechter Belüftung) 
      2. Gruppen und Gedränge (mit vielen Menschen an einem Ort)
      3. Gespräche (in lebhafter Atmosphäre und engem Kontakt mit anderen).
  • Übertragung durch Geimpfte16 
    • Ergebnisse einer Metaanalyse des RKI im Epidemiologischen Bulletin:
      • „Aus Public Health-Sicht erscheint das Risiko einer Virusübertragung nach gegenwärtigem Kenntnisstand sehr stark durch die Impfung reduziert, sodass davon ausgegangen werden kann, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen. [...].
      • Auch wenn das Risiko einer Infektion deutlich reduziert ist, so handelt es sich nicht um eine sog. sterile Immunität.
      • Es muss davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach SARS-CoV-2-Exposition trotz Impfung PCR-positiv getestet werden und potenziell das Virus auch weiterverbreiten können. “

Inaktivierung des Virus5 

  • Angaben des RKI 
    • In mit SARS-CoV-2 versehenem menschlichem Nasensekret und Auswurf lag die Virushalbwertzeit bei 4 °C bei maximal 7 Stunden und bei Raumtemperatur bei maximal 3,7 Stunden.
    • Labordaten weisen darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viruspartikel bei geringerer Umgebungstemperatur bzw. relativer Luftfeuchtigkeit stabiler sind.

Inkubationszeit

  • Die Inkubationszeit kann 10–14 Tage betragen, im Median beträgt sie 5–6 Tage.5

Ausbreitung und Infektiosität

  • Die Basisreproduktionszahl R0 bezeichnet die Zahl der Ansteckungen, die unter Anfangsbedingungen von einem COVID-19-Fall ausgehen: keine Immunität, keine Schutzmaßnahmen, keine Impfung.
  • Aufgrund der bisherigen Daten wird angenommen, dass R0 zwischen 2,8 und 3,8 liegt5 (zum Vergleich: R0 von Masern ca. 12–18, von Influenza 1–2).
  • Ohne Gegenmaßnahmen würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst stoppen, wenn bis zu 70 % der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können.2
  • Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t).
    • R < 1: sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen
  • Die 4- und 7-Tage-Reproduktionszahlen für Deutschland werden vom RKI täglich geschätzt. Die jeweils aktuelle Schätzung ist im täglichen Situationsbericht des RKI zu finden.6
  • Neben der Basisreproduktionszahl kann der Dispersionsfaktor (K oder Kappa) die Verbreitung der Infektion erklären.17-18
    • Die Reproduktionszahl stellt lediglich einen Mittelwert dar.
    • Die meisten infektiösen Menschen scheinen keinen weiteren anzustecken, manche stecken allerdings sehr viele an.
    • Dies ist eine Erklärung für das Auftreten der Infektion in Clustern.
    • Je geringer der Dispersionsfaktor, umso niedriger ist die Zahl der Verursacher.
    • Nach aktuellen Schätzungen scheinen bei COVID 10 % der Infizierten für 80 % der Infektionen verantwortlich zu sein.

Dauer der Kontagiosität5

  • Die Ansteckungsfähigkeit ist in der Zeit um den Symptombeginn am größten, und ein erheblicher Teil von Transmissionen erfolgt bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome.
  • Bei leichter bis moderater Erkrankung geht die Kontagiosität 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurück.
    • Die Dauer des infektiösen Zeitintervalls beträgt etwa 12 Tage.
  • Bei schweren Krankheitsverläufen und bei Vorliegen einer Immunschwäche können Patient*innen auch noch erheblich länger als 10 Tage nach Symptombeginn ansteckend sein.
    • Hohes Alter ist ein unabhängiger Risikofaktor für die längere Ausscheidung von SARS-CoV-2-RNA.
  • Die RNA von SARS-CoV-2 ist bei vielen Patient*innen noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR nachweisbar. Dies ist nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen.

Manifestationsindex5

  • Beschreibt den Anteil der Infizierten, der auch tatsächlich erkrankt.
    • Manifestationsindizes werden auf 55–85 % geschätzt.

Immunität5

  • Humorale Immunität
    • neutralisierende Antikörper normalerweise am Ende der 2. Woche nach Symptombeginn nachweisbar
      • abnehmender Titer neutralisierender Antikörper, auch der Gesamt-IgG-Antikörper, insbesondere bei Personen mit milder oder asymptomatischer Infektion
    • Unklar, zu welchem Grad die Titer neutralisierender Antikörper mit einem Schutz vor einer Reinfektion oder schweren Erkrankung korrelieren.
    • Studienergebnisse nach Untersuchungen an asymptomatischen und rekonvaleszenten Patient*innen deuten darauf hin, dass nicht alle (nur 2/3) SARS-CoV-2-Infizierte neutralisierende Antikörper bilden und dass Antikörper bei manchen Erkrankten nur wenige Wochen nachweisbar sind.19-20
  • Zelluläre Immunität
    • Bei Erkrankten wurde eine T-Zell-Reaktivität gegen das Spike-Protein sowie gegen weitere SARS-CoV-2-Proteine festgestellt, die mit dem Nachweis neutralisierender bzw. Nukleocapsid-Antikörper korrelierte.
    • T-Zellen konnten auch bei Infizierten nachgewiesen werden, die keine Antikörpertiter aufwiesen und asymptomatisch waren. 
  • Reinfektionen, siehe Definition des RKI.
    • bisher nur wenige Fälle beschrieben
  • Kreuzreaktive Immunantwort
    • Bei Personen ohne SARS-CoV-2-Infektion wurden HCoV-Antikörper (Antikörper gegen endemische Coronaviren) gemessen, die mit dem Spike-Protein von SARS-CoV-2 kreuzreagieren und eine neutralisierende Wirkung haben.
    • Auch wurde über eine T-Zell-Kreuzreaktivität von HCoV und SARS-CoV-2 berichtet, die möglicherweise Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung bietet.

Pathophysiologie

  • SARS-CoV-2 verwendet das transmembranäre Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen.9
    • hohe ACE2-Dichte nicht nur im Respirationstrakt, sondern z. B. auch auf Enterozyten, Gefäßendothelzellen, Nierenepithel und Myokardzellen
    • Histopathologische Studien zeigten einen Organtropismus u. a. für Lunge, Darm, Niere, Herz und ZNS.
    • Klinische Präsentation in vielen Fällen als interstitielle Pneumonie, die durch ein Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) kompliziert werden kann.
    • neben der Lunge häufig andere Organsysteme betroffen
    • Zugrunde liegende Pathomechanismen beinhalten:
      • Zytolyse, d. h. direkte Schädigung der Wirtszellen durch das replizierende Virus
      • überschießende Immunantwort, die zu einem lebensgefährlichen Zytokinsturm führen kann und
      • Endothelschädigung, die mit Dysregulation des Renin-Angiotensin-Systems einhergehen kann und z. B. zu thromboembolischen Komplikationen führt.

Prädisponierende Faktoren

  • Erhöhtes Infektionsrisiko5
    • Aufenthalt in Regionen mit hohem Erkrankungsaufkommen
    • Face-to-face-Kontakt zu einer infizierten Person von mindestens 15 min Dauer, direktes Anhusten/Anniesen durch eine infizierte Person
    • Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen und Sammelunterkünften, z. B. für Geflüchtete oder Wohnungslose
    • Angestellte in großen fleischverarbeitenden und landwirtschaftlichen Betrieben
    • Ärztliches und medizinisches Personal, Pflegekräfte, die in engen Kontakt mit Erkrankten kommen.
    • die „3 G" für Superspreader-Events: geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche (in engem Kontakt)
    • Ethnie (Personen afroamerikanischer oder asiatischer Abstammung sowie Angehörige ethnischer Minderheiten haben ein erhöhtes Infektionsrisiko)21
    • männliches Geschlecht21 
    • Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI)21
  • Schwerer Verlauf5– höheres Lebensalter, chronische Erkrankungen
    • Alter allein scheint bis zum 70. Lebensjahr eine untergeordnete Rolle zu spielen.22
    • Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt mit der Anzahl der chronischen Erkrankungen an.
    • Bei den 70- bis 79-Jährigen ohne Vorerkrankungen beträgt das Risiko für einen tödlichen Verlauf 5 % (bei 4 chronischen Erkrankungen bereits 28 %).
    • Siehe Risikofaktoren für einen schweren Verlauf im Abschnitt Anamnese.

ICPC-2

  • R991 COVID-19
    • Gilt für Verdachtsfälle und bestätigte COVID-19-Fälle.
  • R 81 Lungenentzündung
  • A77 Virale Erkrankung NNB, andere

ICD-10

  • U07.1 G COVID-19 (Coronavirus-Krankheit 2019, Virus durch Labortest nachgewiesen)
    • Zusatzcode, Verwendung nur in Kombination mit einem anderen ICD-Code, z. B. J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • U07.2 G Verdacht auf COVID-19 (nicht nachgewiesen)
    • Zusatzcode, Verwendung nur in Kombination mit einem anderen ICD-Code, z. B. J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • Hinweise der KBV
    • Die Codes ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G" (gesichert) für die Diagnosesicherheit angeben.
    • Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzcodes, also sog. Ausrufezeichencodes (!). Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Codes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.
    • Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln, dann nur z. B. J06.9 G.
    • Bei Abstrich nach Warnhinweis in der Corona-Warn-App sind folgende Ziffern zu kodieren: bei Abstrichentnahme Code U99.0 G (spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2) zusammen mit dem ICD-Code Z11 G (spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten).
    • Für Testungen im Rahmen des bayerischen Testkonzepts gelten die gleichen ICD-Codes wie für Tests aufgrund der Corona-Warn-App.
    • Bei Beauftragung durch den ÖGD ist keine Kodierung vorgesehen.
    • Für Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten ist keine Kodierung gemäß § 295 SGB V (Sozialgesetzbuch) vorgesehen, mögliche Kodierung gemäß ICD-10-GM: Z11 G und U99.0 G für die Testung (es kann regionale Vereinbarungen geben).

Diagnostik

Allgemeine Hinweise für die Hausarztpraxis

Vorgehen bei Verdachtsfällen

  • Flussschema des RKI COVID-19-Verdacht: Maßnahmen und Testkriterien – Orientierungshilfe für Ärzte (mit Hinweisen für die ambulante Versorgung, wie z. B. in der Hausarztpraxis)
  • Bei Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen Ärzt*innen/Hausärzt*innen das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren.2
    • Unter diesem Link zum RKI können Gesundheitsämter nach Postleitzahl gesucht werden.
  • Für einen Corona-Abstrich soll medizinisches Personal eine FFP2-Maske anlegen sowie Schutzkittel, Handschuhe und einen Gesichtsschutzschild.
    • RKI und das Bundesministerium für Gesundheit bieten Informationen zum Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken (Links beim RKI).
  • Die DEGAM empfiehlt Selbstabstriche.22
    • Erkrankte (oder Angehörige) können Teströhrchen an der Praxis (Übergabe kontaktlos draußen) abholen, den Test durchführen und dann das Röhrchen ebenso kontaktlos wieder an der Praxis abgeben.
    • Siehe Anleitung zur Probenentnahme/Testung auf COVID-19 der DEGAM.

Praxisschließung, Arbeitsunfähigkeit und AU-Bescheinigung – lnformationen der KBV23

  • Ärzt*innen haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird.
  • Bei Arbeitnehmer*innen, die in Quarantäne müssen, aber keine Symptome haben, müssen zunächst die Arbeitgeber*innen den Lohn auszahlen; dieser ist aber vom Land zu erstatten.
    • Es darf keine AU-Bescheinigung ausgestellt werden.
  • Sobald Arbeitnehmer*innen, die bisher symptomfrei waren, während der Quarantäne erkranken, besteht Arbeitsunfähigkeit.
    • Bei Arbeitsunfähigkeit ist trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung erforderlich.
  • Bis zum 30.06.2021 sind AU-Bescheinigungen ausschließlich bei Patient*innen, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, für bis zu 7 Tage nach telefonischer Anamnese erlaubt (siehe KBV).
    • Eine Verlängerung um bis zu 7 Tage ist einmalig möglich.
    • Dies gilt auch für die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes" (Formular 21).
      • Bleibt es in dem Quartal bei einem telefonischen Kontakt, ist die Bereitschaftspauschale (GOP 01435) berechnungsfähig.
    • Seit 16.07.2020 ist laut G-BA die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit für 7 Tage per Videosprechstunde erlaubt.
      • Voraussetzung ist, dass die Patient*innen der Arztpraxis bekannt sind und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt.

Hinweise zu Abrechnung und Vergütung (KBV)

  • Inzwischen gibt es bundesweit unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten, Vergütungen und Kostenträger für unterschiedliche Abstrichindikationen.
    • Patient*innen mit COVID-19-Symptomen
    • Personen mit Warnhinweis in der Corona-Warn-App
    • Pflichttests für Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten (siehe Informationen der KBV)
    • Testung im Auftrag des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)
    • Testung im Rahmen der Nationalen Teststrategie
  • Zu den Testindikationen stellt die KVB eine Übersicht zur Corona-Testung bereit.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Grundsätze für die hausärztliche Praxis

  • Machen Sie Ihre Patient*innen mit akuten respiratorischen Infekten und/oder Fieber darauf aufmerksam, dass sie nicht direkt in die Praxis kommen, sondern zunächst telefonieren/faxen/mailen (regionale Gegebenheiten berücksichtigen):
    • Hausärzt*in
    • ggf. zentrale Teststation/en
    • ärztlicher Bereitschaftsdienst Tel. 116 117
    • Gesundheitsamt.
  • Schutz und Sicherheit anderer Patient*innen und der Praxismitarbeiter*innen haben höchste Priorität.
  • Daher: Keine Testung auf SARS-CoV-2 bei fehlender Schutzausrüstung (insbesondere Maske [mind. FFP2 ohne Ausatemventil]) und Gesichtsschutzschild, in diesem Fall ggf. Schild vor der Praxis: „Praxis führt keine Testungen durch“, oder Patienten-Selbstabstrich außerhalb der Praxis erwägen.
    • Die Qualität von Selbstabstrichen ist nach vorliegender Evidenz den von medizinischem Personal durchgeführten Abstrichen vergleichbar.
    • Fehlende oder nicht angelegte FFP-2-/FFP-3-Masken erhöhen das Risiko für eine SARS-CoV2-Infektion bei Ärzt*innen und medizinischen Fachangestellten.

Empfehlung – Infektionsschutz

  • Als Schutzmaßnahme im medizinischen Bereich mit direktem Kontakt zu potenziell Infizierten sollen ein Gesichtsschutzschild (engl. Face Shield) über einer anderen Maske (FFP-2 oder -3 bzw. chirurgische Maske), Schutzkittel, Handschuhe, ggf. Schutzbrille getragen werden.
  • FFP-2- bzw. FFP-3-Masken mit Ausatemventil sind obsolet, da sie im Falle einer Infektion der sie tragenden Person keinen ausreichenden Schutz anderer Personen bieten.
  • Zum Schutz der Praxis und der Patient*innen sollen/soll
    • Patient*innen mit chirurgischem Mund-Nasen-Schutz, idealerweise mit FFP2-Maske, in der Praxis erscheinen.
    • Patient*innen einen Mindestabstand von 1,5 m einhalten. Das Tragen von Masken entbindet nicht von der Einhaltung des notwendigen Abstandes.
    • Abstandsmarkierungen am Empfang mit Tape auf dem Boden und/oder Plexiglasschutz vorgehalten werden.
    • Händedesinfektion über Spender am Praxiseingang angeboten werden (3 ml, 30 sec Einwirkzeit).
    • regelmäßig Fenster der Praxis zur Quer- oder Stoßlüftung geöffnet werden.
    • Patient*innen mit und ohne Infekt zu unterschiedlichen Zeiten (z. B. im Rahmen einer Infektsprechstunde) bzw. in unterschiedlichen Bereichen gesehen werden.
    • für Patient*innen, die leicht erkrankt sind, die Behandlung vorzugsweise telefonisch bzw. per Video erfolgen. Dabei ist individuell zu entscheiden, wann von der grundsätzlichen Empfehlung eines PCR-Abstriches abgewichen werden soll.
    • Patient*innen mit Symptomen, die in der Praxis untersucht/versorgt werden müssen, in einen eigenen, möglichst gut gelüfteten Praxisraum oder in einen separaten Bereich außerhalb der Praxis geleitet werden.

Organisatorische Hinweise

  • Medizinisches Personal, das mit einem Verdachtsfall in Kontakt gekommen ist, gilt bei Einhaltung der üblichen Hygienestandards nicht als „enge" Kontaktperson und muss weder unter Quarantäne, noch getestet werden (letztlich entscheidet das Gesundheitsamt).
  • Wenn medizinischem Personal über die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ gemeldet wird, wird auch bei Abwesenheit von Symptomen eine Testung empfohlen.

Diagnostische Kriterien

COVID-19-Verdacht: Testkriterien und Maßnahmen25

  • Nur im Ausnahmefall sollten Antigen-Tests bei symptomatischen Personen angewendet werden, z. B. bei begrenzter PCR-Kapazität oder wenn ein Testergebnis schnell vorliegen muss.22
Testkriterien des RKI im Flussschema des RKI
  • Eine Testung auf SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden, wenn mindestens eines der folgenden Testkriterien erfüllt ist:
    • schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Pneumonie, Atemnot oder Fieber) ODER
    • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
    • ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt (KP1) mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion → Meldepflichtiger Verdachtsfall! ODER
    • akute respiratorische Symptome jeder Schwere INSBESONDERE BEI:
      • Zugehörigkeit zu Risikogruppe ODER
      • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ODER
      • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit (z. B. im Rahmen eines möglichen Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln) ODER
      • Kontakt im Haushalt oder Cluster mit ARE ungeklärter Ursache UND erhöhter 7-Tages-Inzidenz im Land-/Stadtkreis) ODER
      • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele Personen ODER
      • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatient*innen.
    • klinische Verschlechterung bei bestehenden Symptomen ODER
    • enge Kontaktperson zu einem Fall mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion.
  • Testkriterien nicht erfüllt oder keine Testung: häusliche Isolierung für 5 Tage UND danach bis mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit
Hinweise der DEGAM22
  • „Durch die obige Definition des RKI bleiben einige Patient*innen unberücksichtigt, die nicht den aufgeführten Kriterien entsprechen, bei denen die Abklärung einer SARS-CoV-2-Infektion dennoch differenzialdiagnostisch sinnvoll sein kann, z. B. bei anderen ätiologisch primär unklaren Beschwerdebildern wie Fieber, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, gastrointestinalen oder neurologischen Beschwerden sowie unklaren Hautausschlägen."
  • Das Vorgehen bei der Testung unterscheidet sich nicht bei Schulkindern und Kindern, die noch nicht zur Schule gehen.

Testkriterien für Schulen

Kontakt­personen­nach­ver­folgung laut RKI26

  • Für die Einschätzung der individuellen Situation sind die lokal zuständigen Gesundheitsämter verantwortlich.
Relevanter Zeitrahmen für Kontakt zum Quellfall
  • Symptomatischer Quellfall: ab 2 Tage vor Auftreten erster Symptome bis 14 Tage nach Symptombeginn
  • Asymptomatischer Quellfall
    • mit unbekanntem Infektionsdatum: ab 2 Tage vor Test bis mindestens 14 Tage nach Test
    • mit bekanntem Infektionsdatum: ab Tag 3 nach Exposition bis Tag 19 nach Exposition
Enge Kontaktperson (höheres Infektionsrisiko)
  • Kriterien
    • enger Kontakt > 10 min (< 1,5 m) ohne adäquaten Schutz (Quellfall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS oder FFP2-Maske) 
    • Gespräch mit dem Fall unabhängig von der Dauer (ohne adäquaten Schutz, s. o.)
    • Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für > 10 min, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz), oder FFP2-Maske (außerhalb des Arbeitsschutzes) getragen wurde.
    • Beispiele
      • direkter Kontakt zu Sekreten
      • Flugreisende aus Virusvarianten-Gebieten, die in der Nähe eines COVID-19-Falles saßen oder Crew-Mitglieder und andere Passagiere mit mehr als 15-minütigem Gesprächskontakt oder Kontakt zu Sekreten (Anniesen, Anhusten etc.).
      • optional nach Ermessen des Gesundheitsamtes z. B. auch Schulklassen, gemeinsames Schulessen
      • Medizinisches Personal wird unter Einsatz von adäquater Schutzkleidung nach Versorgung eines COVID-19-Falles nicht als enger Kontakt eingestuft.
  • Quarantäne
    • häusliche Quarantäne für 14 Tage (bei dem ersten Tag der Quarantäne handelt es sich um den Tag nach dem letzten Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall)
    • für Haushaltskontaktpersonen eines bestätigten COVID-19-Falls beträgt 14 Tage – gezählt ab dem Tag des Symptombeginns des Primärfalles des Haushalts, zusätzlich Kontaktreduktion bis Tag 20
    • Testungen in Quarantäne
      • Test so früh wie möglich, möglichst an Tag 1 mittels PCR aus oro- oder nasopharyngealem Abstrich, Antigentest alternativ nur, wenn PCR-Ergebnis nicht innerhalb von 24–48 Stunden vorliegt.
      • wenn möglich 2 x wöchentlich Antigentest und abschließend am 14. Tag der Quarantäne (dieses Ergebnis muss dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden)
    • keine Verkürzung der Quarantäne durch negatives Testergebnis
  • Selbstmonitoring
    • täglich Messung der Körpertemperatur, Tagebuch zu Symptomen
    • 2 x wöchentlich Antigentest
    • Kontakttagebuch
    • nach der Quarantäne für weitere 7 Tage
    • PCR bei Symptomen
  • Genesene (PCR-bestätigter COVID-19-Fall)
    • Keine Quarantäne, wenn der Kontakt innerhalb von 6 Monaten seit dem vorherigen SARS-CoV-2-Nachweis erfolgt ist (Ausnahme: beim Quellfall besteht der V. a. auf Infektion mit einer besorgniserregenden Virusvariante [ausgenommen B.1.1.7], dann erneute Quarantäne empfohlen).
    • Berufliche Tätigkeit mit engem Kontakt zu Risikopersonen (z. B. Pflegeeinrichtung) sollte aber für 14 Tage pausiert werden.
  • Geimpfte
    • Bei vollständiger Impfung oder Personen nach PCR-bestätigter COVID-19-Erkrankung und einmaliger Impfung ist keine Quarantäne erforderlich (gilt nur für von der STIKO empfohlene Impfstoffe).
  • Umgang mit Risikogruppen
    • Geimpfte oder genesene Personen, die beruflich oder privat engen Kontakt zu ungeimpften Risikogruppen haben, sollten diesen Kontakt, wenn möglich, diesen Kontakt für 14 Tage einstellen. 
Weiterführende Informationen beim RKI

Nationale Teststrategie zur Testung asymptomatischer und symptomatischer Personen27

  • Das RKI hat eine Übersichtstabelle über die Nationale Teststrategie zur Priorisierung und Testung verschiedener Personengruppen herausgegeben.
    • Von der Testung von Personen, die nicht Teil der Nationalen Teststrategie sind, wird ausdrücklich abgeraten.
  • Informationen für die Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung finden Sie bei der KBV.
  • Ein positiver Antigentest muss immer durch einen positiven PCR-Test bestätigt werden.
  • Teststrategie an Schulen siehe RKI-Dokument zur Teststrategie an Schulen
Zusammenfassung der RKI-Empfehlungen durch die DEGAM22
  • Im Fall von knapp werdenden Testressourcen sollte das Testen wie folgt priorisiert werden:
    1. symptomatische Personen
    2. Personen mit Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall (z. B. gleicher Haushalt, 15-min-Kontakt, Corona-Warn-App)
    3. bei Ausbrüchen von SARS-CoV-2 in Krankenhäusern, Heimen und Praxen sowie bei Aufnahme bzw. Wiederaufnahme in Einrichtungen
    4. Reihentestungen bei Menschen mit beruflichem Risiko, z. B. durch Tätigkeit in Medizin und Pflege, aber auch Reihentestungen von Besucher*innen von Einrichtungen zur Behandlung und Pflege
    5. andere Reihentestungen.

Testung trotz stattgehabter Impfung (laut RKI)24 

  • „Da bislang unbekannt ist, ob SARS-CoV-2 auch von geimpften Personen übertragen werden kann, sollte bis auf Weiteres bei geimpften Personen eine SARS-CoV-2-Testung nach den gleichen Kriterien wie bei ungeimpften Personen erfolgen."

Testung auf Virusvarianten

  • Laut KBV können niedergelassene Ärzt*innen bei positiven PCR-Ergebnissen eine Testung auf Virusvarianten veranlassen.
  • Dies erfolgt im Rahmen des PCR-Laborauftrags oder im Nachgang.

Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-1928

Diagnostik bei Klinikaufnahme

  • Im Rahmen der aktuellen Pandemiesituation soll bei jeder stationären Aufnahme von Patient*innen ein aktueller PCR-Test vorliegen oder erfolgen.
  • Falls bei stationärer Aufnahme zunächst ein Antigennachweis auf SARS-CoV-2 erfolgt, soll parallel die PCR Testung durchgeführt werden.
  • Bei negativer SARS-CoV-2 PCR und dringendem klinischem Verdacht soll eine 2. Probe untersucht werden.

Differenzialdiagnosen

Anamnese

Symptome allgemein

  • Nach Kontakt zu bestätigten Coronavirus-Fällen und beruflicher Exposition fragen.
  • Inkubationszeit bis zu 14 Tage, im Median 5–6 Tage5
  • Die Symptome von COVID-19 sind unspezifisch. Das klinische Bild kann zwischen asymptomatischen Verläufen (ca. 20–30 %) und schweren Pneumonien mit Todesfolge variieren.
  • Die Auswertung deutscher Fälle des RKI kam zu folgenden Zahlen:5
    • Husten 41 %
    • Fieber 26 %
    • Schnupfen 30 %
    • Geruchs- und Geschmacksverlust 20 %
    • Pneumonie 1 %.
    • Nicht quantitativ erfasst sind weitere Symptome:
      • Halsschmerzen
      • Atemnot
      • Kopf- und Gliederschmerzen
      • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
      • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
      • Konjunktivitis
      • Hautausschlag
      • Lymphknotenschwellung
      • Apathie, Somnolenz.

Spezielle Symptome5

  • Pulmonale Erkrankungen
    • Meist in der 2. Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten kann.
  • Gastrointestinale Symptome
    • evtl. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Durchfälle und Leberfunktionsstörungen
  • Hautmanifestationen
    • relativ große Bandbreite an dermatologischen Manifestationen beschrieben, insgesamt selten (0,2–1,2 %)
    • u. a. juckende, morbilliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen und ein Nesselsucht-ähnliches Erscheinungsbild sowie Hautbläschen, in seltenen Fällen schwere Durchblutungsstörungen in den Akren bis hin zur Gangrän
    • Auftreten sowohl am Anfang des Krankheitsverlaufs (noch vor anderen bekannten Symptomen) als auch im späteren Erkrankungsverlauf möglich
    • COVID-Zehen30
      • erst im späten Verlauf auftretende gerötete Schwellungen der Zehen, manchmal mit klaren oder eitergefüllten Bläschen, stark juckend und/oder schmerzhaft
      • Betreffen eher junge oder weniger schwer kranke Patient*innen.
      • keine spezielle Therapie erforderlich, spontane Besserung nach 2–4 Wochen
  • Thromboembolische Ereignisse
    • bei pathologisch erhöhter Blutgerinnung bei schweren COVID-19-Verläufen erhöhtes Risiko für Thromboembolien, u. a. in den unteren Extremitäten, sowie Lungenarterien- und zerebrovaskulären Embolien
  • Neurologische Symptome und Erkrankungen
    • Kopfschmerzen, Riech- und Geschmacksstörungen, Schwindel, Verwirrtheit und andere Beeinträchtigungen
    • neuropsychiatrische Symptome bzw. Krankheitsbilder, (Meningo-)Enzephalopathien und Schlaganfälle, Fälle von Guillain-Barré- und Miller-Fisher-Syndrom
  • Herz-Kreislauf-Symptome und -Erkrankungen
    • kardiale Beteiligung anhand erhöhter Herzenzyme bzw. Troponin bei einem Teil der Erkrankten nachweisbar, darunter auch Kinder und Patient*innen mit mildem oder moderatem Verlauf
    • insbesondere bei schweren Verläufen Myokardschädigungen, Myokarditis, akuter Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und/oder venöse thromboembolische Ereignisse
  • Nierenerkrankungen 
    • akutes, u. U. dialysepflichtiges Nierenversagen, insbesondere bei schwer erkrankten beatmungspflichtigen COVID-19-Patient*innen
  • Hyperinflammationssyndrom
    • Bei schwerer SARS-CoV-2-Infektion nach 8–15 Tage nach Erkrankungsbeginn Verschlechterung mit Bild eines Hyperinflammationssyndroms, in dessen Folge es zu Multiorganversagen mit einer hohen Mortalität kommen kann.

Symptome bei Kindern5

  • Am häufigsten sind Husten, Fieber und Schnupfen.
  • Magen-Darm-Symptome treten häufiger auf als bei Erwachsenen (teilweise auch ohne respiratorische Symptome).
  • In der Mehrzahl eher asymptomatischer oder milder Verlauf (in der Corona-KiTa-Studie 43 % asymptomatisch)
  • Oft nur ein Symptom vorhanden

Unterschiedliche klinische Verläufe  

  • Ca. 20–30 % der Infektionen (besonders bei Kindern und älteren Menschen) verlaufen asymptomatisch.22
  • Ca. 45–55 % verlaufen mild bis moderat.22
  • Bei einem geringen Teil der Erkrankten kann es nach 7–10 Tagen zu einer klinischen Verschlechterung kommen, mit Entwicklung von Dyspnoe, und/oder Hypoxämien.22
    • Dabei in vielen Fällen stille Hypoxämie zu beobachten, d. h. trotz deutlich eingeschränkter Oxygenierung subjektiv keine wesentliche Dyspnoe.31
  • Ca. 7 % der in Deutschland übermittelten Fälle werden hospitalisiert und davon ca. 14 % intensivmedizinisch behandelt.5 
    • 60 % der intensivmedizinisch behandelten Patient*innen werden beatmet, davon versterben durchschnittlich 36 %.

Klinische Klassifikation nach Schweregrad31

  • Leichte Erkrankung: keine Pneumonie
  • Moderate Erkrankung: Pneumonie, keine Symptome einer schweren Pneumonie
  • Schwere Erkrankung: schwere Pneumonie, definiert durch Fieber und beidseitige Lungeninfiltrate und entweder Atemfrequenz > 30/min, schwere Luftnot oder SpO2 < 90–94 % bei Raumluft
  • Kritische Erkrankung: ARDS/Hyperinflammation, mit dem klinischen Bild einer Sepsis bzw. eines septischen Schocks mit Multiorganversagen

Klinische Prädiktoren für einen schweren Verlauf31

  • Prädiktoren für einen schwereren Verlauf sind neben Alter (> 50 Jahre), männlichem Geschlecht, Dyspnoe und Persistenz von Fieber auch eine ausgeprägte Lymphozytopenie und eine Erhöhung von Biomarkern  wie CRP, D-DimerLDH, Ferritin und Troponin.
  • Das Fieber ist durch Antipyretika häufig kaum zu beeinflussen.

CRB-65-Index

  • Zur Einschätzung der Pneumonie-assoziierten Mortalitätswahrscheinlichkeit und der damit verbundenen Indikation zur Klinikeinweisung
  • Einsatz von der DEGAM empfohlen, weitere Informationen zum CRB-65-Index im Abschnitt Indikationen zur Klinikeinweisung.

4C Mortality Score32

  • Auf der Basis der Daten von 35.463 britischen COVID-19-Patient*innen entwickelt, validiert an weiteren 22.361 Patient*innen
  • Beruht auf 8 Items: Alter, männliches Geschlecht, Begleiterkrankungen, Atemfrequenz, periphere Sauerstoffsättigung, Raumluft, Glasgow Coma ScaleHarnstoffCRP.
  • Details zum Fragebogen und zur Auswertung finden Sie hier
  • Anwendung für die Hausarztpraxis eher unpraktisch, weil die Laborergebnisse Harnstoff und CRP abgewartet werden müssen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf

  • Laut Ergebnissen einer Studie des Journal of Health Monitoring haben in Deutschland 36,5 Mio. Menschen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, davon gehören 21,6 Mio. zur Hochrisikogruppe.33
    • Alle Menschen über 65 Jahre wurden in dieser Studie zur Hochrisikogruppe gezählt.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

  • Welche Begleiterkrankungen markieren das größte Komplikationsrisiko?
  • Daten der dänischen Nationalkohorte zum Risiko in Abhängigkeit von Alter und Vorerkrankungen finden Sie im Abschnitt Verlauf.
  • Weitere Risiken sind männliches Geschlecht, Armut und dunkle Hautfarbe.
  • Folgenden Personengruppen haben laut RKI ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:5
    • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
    • männliches Geschlecht
    • Raucher*innen (schwache Evidenz)
    • adipöse und stark adipöse Menschen
    • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (ohne Rangfolge) 
      • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
      • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
      • chronische Nieren- und Lebererkrankungen
        • Risiko bei Dialyse-Patient*innen besonders hoch
      • Diabetes mellitus
      • einer Krebserkrankung
      • mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Kortison).
  • Laut BMJ Best Practice bestehen folgende weitere Risikofaktoren für einen schweren Verlauf:21
    • Sichelzellanämie
    • Down-Syndrom
    • Z. n. Organtransplantation
    • zerebrovaskuläre Erkrankung 
    • Demenz 
    • NASH: nichtalkoholische Steatohepatitis
    • chirurgischer Eingriff bei infizierten Personen oder postoperative Ansteckung (höhere Komplikationsrate und Mortalität)
      • Ab der 7. Woche nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion ist die postoperative Sterberate nicht mehr erhöht.34
    • Schwangerschaft (seltener Symptome, aber möglicherweise erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für invasive Beatmung, Mortalität insgesamt sehr gering)5
      • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher.35
  • Laut der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie ist das Risiko für Krebspatient*innen, durch eine Infektion SARS-CoV-2 eine Lungenentzündung zu erleiden, deutlich höher als für Gesunde.36
    • Potenzielle Risikofaktoren sind u. a.:
      • schwere Immunsuppression 
      • Neutropeniephase
      • Lymphozytopenie < 0,2 x 109/l 
      • hereditäre Immundefekte.
  • Das RKI publiziert Ende April 2021 eine Hierarchisierung von Risikofaktoren für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe auf der Basis von GKV-Daten.37
    • Das höchste Risiko für einen schweren Verlauf haben demnach Patient*innen mit hämatoonkologischen Erkrankungen mit Therapie, mit metastasierten soliden Tumorerkrankungen mit Therapie, mit Demenz, mit metastasierten Tumorerkrankungen ohne Therapie und mit Herzinsuffizienz.
    • Dieses hohe Risiko überstieg in vielen Fällen das alleinige Risiko für bestimmte Altersgruppen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei Kindern5

  • Bei hospitalisierten Kindern wurden pulmonale (15 %) und kardiale (8 %) Vorerkrankungen häufiger registriert.
  • Alter unter 1 Monat, das Vorliegen einer Vorerkrankung und Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege sind laut Studiendaten Risikofaktoren für eine Aufnahme auf die Intensivstation.
  • Informationen zum Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) in Kombination mit einem Toxic Shock Syndrome (TSS) sind im Abschnitt Komplikationen zu finden.

Allgemeines zur Untersuchung

  • Empfehlungen der DEGAM für die Hausarztpraxis22
    • Abstriche aus Nase und Oropharynx nur mit Schutzausrüstung
    • Details zum Vorgehen siehe Leitlinienkasten.
  • Die DEGAM empfiehlt alternativ die Selbsttestung durch die betroffenen Personen.22
  • Bei schweren Krankheitsverläufen: weitere Laboruntersuchungen, EKG und ggf. eine radiologische/bildgebende Diagnostik28

Spezielle SARS-CoV-2-Diagnostik 

Probeentnahme für die RT-PCR-Diagnostik und für Antigen-Schnelltests

  • Das NEJM bietet eine Videoanleitung zur korrekten Abnahme eines Nasopharynxabstrichs.
  • Ergebnisse einer Studie im NEJM zeigen für Speichelproben eine mindestens gleich gute Nachweisqualität in der PCR wie für Nasopharynxabstriche.38
  • Laut DEGAM kann bei Kindern im Vorschulalter auch über eine Speichelprobe getestet werden (morgens nach dem Aufstehen einen Schluck Wasser im Mund spülen und in ein Testgefäß geben). Eine vorherige Absprache mit dem Labor ist erforderlich.22

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

PCR

  • Der Nachweis des Virus im Nasen-/Rachenabstrich mittels des PCR-Tests hat inzwischen eine hohe Sensitivität (> 95 %) sowie eine Spezifität von annähernd 100 %.
    • Durch falschen Zeitpunkt des Abstrichs (zu früh oder zu spät), falsche Abstrichtechnik oder zu große Zeitverzögerung bis zur Analyse der Probe im Labor kann die Sensitivität vermindert werden.
  • Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Raten an falsch-negativen Testergebnissen von bis zu 30 % (vereinzelt mehr).
  • Die Rate an falsch-negativen Testergebnissen wird entscheidend von der Vortestwahrscheinlichkeit beeinflusst.
    • Je geringer die Vortestwahrscheinlichkeit (z. B. im anlasslosen Screening), desto weniger falsch-negative Ergebnisse sind zu erwarten.
    • Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit (typischer Symptomatik, gesicherter Kontakt) steigt die Rate der falsch-negativen Ergebnisse deutlich an.
  • Problematisch bei einem falsch-negativen Ergebnis ist, dass tatsächlich Erkrankte bzw. Infizierte sich in falscher Sicherheit wähnen und ggf. zu weiteren Infektionen beitragen.
    • Aus diesem Grund ist bei einem dringenden Verdacht auf eine tatsächliche Infektion ein erneuter PCR-Abstrich zu erwägen.
    • Liegt der Symptombeginn länger als ca. 10 Tage zurück, wird ein positives PCR-Ergebnis immer unwahrscheinlicher.
    • Bei der Untersuchung asymptomatischer Kontaktpersonen der Kategorie I ist ein einmaliger negativer Abstrich ebenfalls nicht als ausreichend sicher anzusehen.
  • Bei der PCR gibt es – wenn inzwischen auch sehr selten – auch falsch-positive Testergebnisse, die insbesondere bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit (z. B. keine bekannte Infektionsquelle, keine typischen Symptome) auftreten können.
    • Bei leicht bzw. moderat Erkrankten weist ein positiver PCR-Test nach Ablauf von 10 Tagen in aller Regel kein vermehrungsfähiges Virus, sondern lediglich Fragmente nach.
    • Bei der Untersuchung asymptomatischer Kontaktpersonen der Kategorie I stellt ein einmaliger negativer Abstrich nur eine Momentaufnahme dar.
  • Die größte Wahrscheinlichkeit, bei Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus mithilfe eines Rachenabstrichs ein positives Testergebnis zu erhalten, besteht 1–2 Tage vor Symptombeginn (retrospektiv beurteilt) sowie innerhalb der ersten 3–5 Tage nach Symptombeginn, danach sinkt die Wahrscheinlichkeit.
  • Tief-nasale, nasopharyngeale und Rachenabstriche (sowie Speichelproben bei Kindern im Vorschulalter, zunehmend aber auch bei Erwachsenen) sind nach aktueller Beleglage höchstwahrscheinlich als gleichwertige Methoden zum Virusnachweis geeignet.
  • Der Ct-Wert (Ct = Cycle Threshold), gibt an, wie viele Vermehrungszyklen ein PCR-Test durchlaufen muss, um positiv anzuschlagen. Je niedriger der Wert, desto höher die Viruslast. Leider teilen nicht alle Labore den Ct-Wert und den benutzten Testkit mit.
    • Aktuell wird empfohlen, mit dem Labor Rücksprache zu halten, wenn der Ct-Wert (inkl. des vom Labor benutzten Testkits) zur Beurteilung der Infektiosität einer Person herangezogen werden soll.

Empfehlungen des RKI zur PCR

  • Symptomatische Fälle bedürfen einer Testung mittels PCR.39
  • Je nach klinischer Situation und Fragestellung soll Material aus den oberen Atemwegen und, wenn möglich und klinisch geboten, Proben aus den tiefen Atemwegen entnommen werden (Schutzmaßnahmen beachten).24
    • obere Atemwege
      1. Nasopharynx-Abstrich (Nasen-Rachen-Abstrich)
      2. Oropharynx-Abstrich (Rachenabstrich)
    • tiefe Atemwege
      • bronchoalveoläre Lavage
      • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert; Arbeitsschutz beachten)
      • Trachealsekret
  • Nasopharynx- oder Rachenabstriche?
    • Nasopharynx-Abstriche sind der Standard der Probenentnahme für den Nachweis von SARS-CoV-2 aus dem oberen Respirationstrakt.
    • Entnahme von Rachenabstrichen ist für die meisten Patient*innen leichter tolerierbar, bei vergleichbarer bzw. etwas niedrigerer diagnostischer Sensitivität der molekularen Diagnostik.
      • Ggf. können Rachen- und Nasenabstrich kombiniert werden.
  • Angeleitete Selbstbeprobung durch Patient*innen kann Exposition für das Gesundheitspersonal verringern.
  • Verwendung von für Virusnachweis geeignete Tupfer: „Virustupfer“ mit entsprechendem Transportmedium oder notfalls trockene Tupfer mit kleiner Menge NaCl-Lösung; kein Agar-Tupfer24
  • Rachenspülwasser/Gurgelwasser, Speichel: möglicherweise geringere Sensitivität und Verdünnungseffekte bei Verwendung von Wasser, Gefahr der Aerosolbildung
  • [NEU] PCR-Pooltestungen2
    • bei ausreichenden PCR-Testkapazitäten und guter Logistik im Rahmen von Testkonzepten in Kitas und Schulen
    • höhere Senistivität und Spezifität im Vergleich zu Antigen-Schnelltests
  • Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich erreichen.24
    • Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4 °C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.
  • Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus.24
    • Das am besten geeignete Untersuchungsmaterial ist vom Zeitpunkt der Entnahme im Erkrankungsverlauf abhängig.
    • Bei tiefen Atemwegsinfektionen alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet, da in dieser Phase der Erkrankung ggf. nur Material aus dem unteren Respirationstrakt oder Stuhl in der PCR positiv ist.
  • Infektiosität und Ct-Wert
    • je kleiner der Ct-Wert, desto höher die Infektiosität
    • Grenzwert für einen Verlust der Anzüchtbarkeit in Zellkultur laut RKI bei 30
  • Weiterführende Informationen und ein Diagramm zum zeitlichen Verlauf verschiedener Testergebnisse und zur Rolle des Ct-Wertes bietet die Information des RKI zur SARS-CoV-2-Diagnostik.
  • Ansprechpartner für Genomsequenzierungen ist das Konsiliarlabor für Coronaviren der Charité Berlin. Auch das Robert Koch-Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder private Labore.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Der Antigen-Schnelltest 

  • Die Tests sind weniger sensitiv als der Goldstandard PCR, sodass mehr falsch negative Testergebnisse resultieren, d. h. Infizierte nicht erkannt werden.
    • Diese verminderte Sensitivität könnte sich theoretisch allerdings als Vorteil herausstellen, wenn nur diejenigen positiv getestet würden, die eine hohe Viruslast haben und mutmaßlich ansteckend sind.
    • Aber: Eine beginnende Infektion mit noch niedriger Viruslast würde nicht entdeckt werden, was bei der Erstdiagnostik entscheidend ist. 
  • Ein positiver Antigentest signalisiert in der Regel Infektiosität.
    • Dass ein Antigentest ein falsch positives Ergebnis liefert, ist möglich und hängt von der Prävalenz der Infektion in der getesteten Gruppe ab. Insbesondere bei asymptomatischen Patient*innen, im Screening und bei fehlendem Kontakt zu einem Infizierten ist daran zu denken.
    • Daher sollte bei positivem Antigentest eine PCR-Testung zur Bestätigung durchgeführt werden, ggf. kann im Einzelfall auch eine andere Untersuchung (z. B. Bildgebung) sinnvoll sein.
  • Symptomatische Patient*innen mit negativem Antigentest sind für den Moment als wahrscheinlich nichtinfektiös anzusehen und müssen nicht mit einer PCR kontrolliert werden.
    • Eine Wiederholung des Antigen-Schnelltests (oder falls möglich PCR) ist jedoch bei anhaltendem klinischem Verdacht angezeigt.
  • Bisher sind Antigentestungen nicht in der klinischen Routine vorgesehen und werden in der Praxis nur erstattet, sofern es sich um Testung des asymptomatischen Praxispersonals handelt.
  • Als Einzeltestung bei asymptomatischen Patient*innen ist ihre Wertigkeit deutlich eingeschränkt.
  • Insbesondere in Risikosettings sollte daher die Referenzmethode (PCR) zum Einsatz kommen.

Empfehlungen des RKI zum Antigentest24,27

  • Das RKI stellt die Infografik Corona-Schnelltest-Ergebnisse verstehen zur Verfügung.
  • Antigen-(Schnell-)Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein.
  • Die analytische Sensitivität von Antigentests liegt unterhalb der analytischen Sensitivität der PCR, die als Referenzmethode gilt.
  • Die Spezifität einzelner Tests ist relativ hoch.
  • Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus, v. a. wenn eine niedrige Viruslast vorliegt, wie z. B. in der frühen Inkubationsphase oder in der späten Phase der Infektion.
  • Ein positives Testergebnis bedarf einer Nachtestung mittels PCR.
Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung und Bürgertests
  • Stellungnahme des RKI zu Antigentests zur Eigenanwendung durch medizinische Laien
  • RKI-Flyer: Information zu Antigentests auf SARS-CoV-2
  • RKI, Epidemiologisches Bulletin: Kommunikationsempfehlung zu PoC-Antigen-Schnelltests und Selbsttests
  • Inzwischen sind zahlreiche Schnelltests zur Eigenanwendung durch das BfArM zugelassen.
    • Probenarten: vordere Nase, Speichel, Rachenspülwasser40
      • Speichelprobe möglichst morgens vor dem Zähneputzen
    • bei hoher Viruslast hohe Sensitivität
    • falsch negative Ergebnisse bei niedriger Viruslast
    • PCR durch Fachpersonal bleibt Goldstandard
  • Die Aussagekraft wird durch die Frequenz serieller Testungen derselben Person bestimmt. Sporadische Testungen von symptomlosen Personen haben eine vergleichsweise geringe Wahrscheinlichkeit eines korrekten Testergebnisses.
    • Das Testergebnis ist als tagesaktuell anzusehen, das heißt, es ist nicht länger als 24 Stunden gültig.
    • Serielle Testungen mit Antigentests als Screening z. B. in Schulen, Kitas, Betrieben können einen Beitrag zur Pandemiebewältigung leisten.39
  • Seit Inkrafttreten der neugefassten Coronavirus-Testverordnung (TestV) des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum 08.03.2021 haben Bürger*innen Anspruch auf mindestens 1 kostenlose Testung mittels PoC-Antigen-Test pro Woche.22
  • Bei einem positiven Antigen-Selbsttest Absonderung (konsequente Kontaktreduzierung), Kontaktaufnahme mit Hausarztpraxis oder Testzentrum27

Selbstabstrich für die PCR

  • Die DEGAM empfiehlt Selbstabstriche für die PCR.22
    • Patient*innen (oder Angehörige) können Teströhrchen an der Praxis (Übergabe kontaktlos draußen) abholen, den Test durchführen und dann das Röhrchen ebenso kontaktlos wieder an der Praxis abgeben.
    • Siehe Anleitung zur Probenentnahme/Testung auf COVID-19 der DEGAM.
  • Eine US-amerikanische Studie belegt den ausreichenden Nutzen von Selbstabstrichen: Die Sensitivität lag dabei bei 89,8 % (Zunge), 94 % (Nase) und 96,2 % (Nasenmuschelabstrich), verglichen mit einem Nasopharyngealabstrich durch medizinisches Personal.41

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Antikörper – ELISA: Empfehlung

  • Der Nutzen von Antikörpern beschränkt sich zurzeit auf Seroprävalenzstudien zur Prüfung der Durchseuchung einer Bevölkerungsgruppe.
  • Antikörpertests sollten in der hausärztlichen Praxis in der Regel nicht durchgeführt werden, in Einzelfällen können sie hilfreich sein (z. B. zur Kontrolle des Impferfolges bei Menschen unter Immunsuppression).

Serologische Tests24

  • Antikörpernachweise dienen primär infektionsepidemiologischen Fragestellungen.
  • Ein serologischer Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper lässt keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder zum Immunstatus zu.
  • Bei negativem oder fraglichem PCR-Test und COVID-19-verdächtiger Symptomatik sollte bei einer Serokonversion eine zweite PCR erfolgen.
  • Bei Verdacht auf eine Reinfektion sollte eine PCR in Verbindung mit einer serologischen Untersuchung erfolgen, siehe Definition einer Reinfektion des RKI.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Empfehlung zum praktischen Vorgehen beim Testen

  • Alle Patient*innen, bei denen ein Test durchgeführt wird, sollten mindestens bis zum Testergebnis in häuslicher Isolierung verbleiben.
  • Enge Kontaktpersonen und alle häuslichen Mitbewohner*innen sollten Sozialkontakte minimieren und besonders intensiv auf Hygiene achten.
  • Auch wenn das Testergebnis negativ ist, sollten sich symptomatische Patient*innen soweit wie möglich isolieren, um Übertragungen von Atemwegserkrankungen generell zu reduzieren.
  • Bei negativem Testergebnis, aber klinisch fortbestehendem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion, wenn z. B. begründete Zweifel an der verwendeten Abstrichtechnik/Testdurchführung bestehen, kann ein Test kurzfristig wiederholt werden.

Weitere Untersuchungen (in der Klinik)

Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-1928

Diagnostik bei Klinikaufnahme

  • Bei nachgewiesener COVID-19-Infektion und der Notwendigkeit einer Hospitalisierung sollte eine Urinuntersuchung (ggf. wiederholt) mit Bestimmung von Albuminurie, Hämaturie und Leukozyturie erfolgen.
  • Bei COVID-19-Patient*innen mit deutlich erhöhten Troponinwerten ohne typische EKG-Veränderungen eines Typ-1-Myokardinfarkts sollte eine Echokardiografie zur differenzialdiagnostischen Abklärung durchgeführt werden.
  • Bei Verdacht auf eine zerebrale oder auch spinale Beteiligung (z. B. Blutung oder Ischämie) durch COVID-19 sollten eine CT oder eine MRT durchgeführt werden.
  • Bei stationären Patient*innen mit COVID-19 sollten CRP, LDH, AST (GOT), Differenzialblutbild sowie D-Dimere Bestandteil der initialen Labordiagnostik sein und bedarfsgerecht regelmäßig kontrolliert werden.
  • Ein CT-Thorax sollte bei COVID-19-Patient*innen bei differenzialdiagnostischen Unsicherheiten, u. a. Verdacht auf eine Lungenembolie, durchgeführt werden.

Labor31

  • CRP (bei COVID-19 stärker erhöht als bei anderen viralen Infektionen, Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Differenzialblutbild (Leukozytose/Leukopenie, Lymphopenie als Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Troponin (Hinweis auf kardiale Beteiligung, Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • D-Dimere (Hinweis auf thromboembolische Ereignisse, mit einer deutlich erhöhten Mortalität assoziiert)
  • LDH (Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Abnahme von mehreren Blutkulturen
  • Urin-Diagnostik auf Pneumokokken, Legionellen
  • Je nach Verlaufsform Nieren- und Leberfunktionsparameter, Elektrolyte
  • Procalcitonin: selten erhöht, evtl. Hinweis auf bakterielle Infektion
  • Ferritin, IL-6 zur Diagnose einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose42

Röntgenthorax

  • Im konventionellen Röntgenbild bei intensivpflichtigen Patient*innen in der Regel bilaterale Infiltrate28

Thorax-CT

  • In der CT finden sich bereits sehr früh im Laufe der Erkrankung bilaterale, subpleural imponierende Milchglastrübungen, und eine Konsolidierung von Lungenabschnitten, Pleuraergüsse und Lymphadenopathie finden sich nur selten.28 
    • Befunde im CT sind nicht spezifisch für COVID-19, sondern können auch bei anderen viralen Pneumonien vorliegen.
    • Eine CT ist sinnvoll, wenn eine klinische Konsequenz (wie z. B. bei Lungenembolie) entsteht.

Lungensonografie

  • Laut der interdisziplinären S2k-Leitlinie werden bettseitige Untersuchungen, wie Ultraschall, bei der Bildgebung bei Lungenbeteiligung bei COVID-19 bevorzugt.28
  • Pleuraerguss und subpleurale Konsolidierungen können sonografisch gut dargestellt werden.43
  • Auch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfiehlt die Durchführung eines Point-of-Care-Ultraschalls der Lunge bei Patient*innen mit respiratorischer Insuffizienz sowie dem Verdacht auf eine Lungenentzündung.44

Indikationen zur Klinikeinweisung

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Triagierung und Vorgehen nach Symptomen und Risikokonstellation

  • Bei leichten unspezifischen Symptomen und niedrigem Risiko sollten erfolgen:
    • telefonische Evaluation und Beratung
    • telefonische AU und Isolierung für mind. 5–7 Tage (Ende der AU, wenn mind. 48 h symptomfrei)
    • Abstrich (PCR oder Antigen-Schnelltest) in Praxis oder regionaler Testeinrichtung.
  • Nur bei knappen Testressourcen kein routinemäßiger Abstrich
  • Bei Symptomen mit deutlicher AZ-Beeinträchtigung und/oder erhöhtem Risiko (> 65 Jahre und/oder mit Risikofaktoren, z. B. Adipositas, Diabetes, Hypertonie, COPD, Herz- und Nierenkrankheiten, Immunsuppression) sollten erfolgen:
    • ggf. medikamentöse, ambulante Behandlung
    • ggf. direkte Krankenhauseinweisung (bei Verdacht auf bzw. erkennbarem abwendbar gefährlichem Verlauf)
    • ansonsten telefonische Einbestellung in die Infektsprechstunde
    • Untersuchung und PCR-Abstrich in der Infektsprechstunde (falls eingerichtet)
    • tägliche Pulsoxymetrie (ggf. kurze Einkaufsliste für Geräte mit Adresse/URL in Praxis vorhalten). Bei kontrolliert absinkenden Werten stationäre Einweisung erwägen.
    • tägliche telefonische Befindenskontrolle durch Hausärzt*in
    • weiteres Vorgehen nach klinischer Situation
    • bei weiterbestehender Symptomatik erneute Prüfung alternativer Ursachen infektiöser oder nicht-infektiöser Genese.

Vorgehen laut DEGAM22

  • Klinisch schwere Verdachtsfälle auf COVID-19 ohne Testung einweisen.
  • Schweregrad einer Pneumonie mit CRB-65-Index abschätzen. 
    • CRB-65-Index (klinischer Score zur statistischen Wahrscheinlichkeit des Versterbens, 1 Punkt für jedes festgestellte Kriterium [max. 4]):
      • Pneumonie-bedingte Verwirrtheit, Desorientierung
      • Atemfrequenz ≥ 30/min
      • Blutdruck diastol. ≤ 60 mmHg oder systol. < 90 mmHg (wenn anderweitig nicht erklärbar)
      • Alter ≥ 65 Jahre.
    • Stationäre Aufnahme: Ab 1 Punkt erwägen, ab 2 Punkten immer!
  • Der CRB-65-Index stellt nur eine mögliche Entscheidungshilfe dar. Das hausärztliche Urteil setzt sich aus einer Vielzahl weiterer Informationen zusammen, wie z. B.:
    • biologisches Alter
    • Komorbidität: insbes. kardiovaskuläre Erkrankungen, Hypertonus, AdipositasDiabetes mellitusCOPD, Immunsuppression, chronische Niereninsuffizienz
    • Allgemeinzustand, subjektives Befinden
    • Atemnot (in Ruhe, bei Belastung)
    • weitere Beschwerden (z. B. Diarrhöen, Erbrechen, Brustschmerzen)
    • körperliche Untersuchung: Blässe/Kaltschweißigkeit, Körpertemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck, Herz-/Lungenauskultation, ggf. abdominelle Untersuchung
    • Sauerstoffsättigung (1 x tgl. Screening wird vom RKI bei [auch symptomlosen] Bewohner*innen von Pflegeinrichtungen empfohlen) 
    • ggf. bedarfsadaptierte Laboruntersuchungen
    • Möglichkeiten zur häuslichen Versorgung bei Quarantäne oder Isolierung
    • Lebenswille der Betroffenen.
  • Cave: Der CRB65-Score kann insbesondere bei jüngeren Patient*innen die Schwere der Krankheit unterschätzen!45

Ambulantes Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht erkrankten COVID-19-Patient*innen

RKI: Ambulantes Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht Erkrankten46

  • Leicht erkrankte Patient*innen ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können bei Gewährleistung einer ambulanten ärztlichen Betreuung sowie im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt bis zur vollständigen Genesung oder bis zum endgültigen Ausschluss einer SARS-CoV-2-Infektion im häuslichen Umfeld behandelt werden.
    • Eine Unterbringungsmöglichkeit in einem gut belüftbaren Einzelzimmer sollte gewährleistet sein.
    • bei nachgewiesener COVID-19-Erkrankung
      • keine Haushalts­an­ge­hörigen mit Risiko­faktoren für einen schweren Krankheits­verlauf/Kom­pli­ka­tionen bei Infek­tion
      • Keine Haus­halts­an­ge­hörigen, die mit der Betreuung von kranken Menschen befasst sind (z. B. medizinisches Personal).

Kontrolle bei ambulanter Versorgung

  • Patient*innen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sollten engmaschig kontrolliert und ggf. frühzeitig in stationär eingewiesen werden.31
  • Kontrolle der klinischen Symptomatik nach 7–10 Tagen in der ambulanten Versorgung, Einweisung der Patient*innen bei Verschlechterung der klinischen Symptomatik oder ausbleibender Besserung, insbesondere bei Weiterbestehen oder Zunahme von Fieber oder Dyspnoe.31
  • Zur Beurteilung von Atemnot im Telefongespräch mit Patient*innen kann die BMJ-Leitlinie Covid-19: a remote assessment in primary care (Box 1) hilfreich sein. 

Informationen

Therapie

Therapieziele

  • Symptome lindern.
  • Komplikationen und Ateminsuffizienz behandeln.
  • Ausbreitung und Übertragung der Infektion verhindern.

Allgemeines zur Therapie

Ambulante Behandlung bei unkomplizierter Erkrankung

  • Zurzeit gibt es für den ambulanten Bereich keine spezifischen evidenzbasierten Therapieoptionen.22
  • Bei unkomplizierter Erkrankung ist eine rein symptomatische Therapie empfohlen.
  • Schwangere 
    • Empfehlungen des Royal College of Obstetricians and Gynecologists: Da COVID-19 mit einer Hyperkoagulabilität einhergehen kann und es auch in der Schwangerschaft physiologisch zu einer Hyperkoagulabilität kommt, sollte die Indikation zur Thromboseprophylaxe sorgfältig geprüft werden.47
    • Siehe auch Update der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

  • Für alte und/oder vorerkrankte Patient*innen (z. B. Adipositas, Diabetes, Hypertonie, COPD, Herz- und Nierenkrankheiten, Immunsuppression) bieten sich folgende Therapieoptionen an – mit dem Ziel, einen schweren Krankheitsverlauf zu verhindern.
  • Es handelt sich meist um Off-Label-Verordnungen, da die aufgeführten Arzneimittel für die Indikation COVID-19 nicht zugelassen sind.
  • Wenn bei alten und/oder vorerkrankten Patient*innen mit SARSCoV-2 Infektion die D-Dimere um mind. 1,5–2 x Normwert erhöht sind, sollte eine prophylaktische Heparinisierung erfolgen.
    • Dosierung 1 x 4.000 IE/d Enoxaparin s. c. (falls BMI > 35 bzw. KG > 100 kg oder früher stattgehabte Thromboembolie: 2 x 4.000 IE/d)
    • Achtung: nicht bei oraler Antikoagulation; bei ASS-Dauertherapie: PPI-Prophylaxe ab 65 J.
  • Bei alten und/oder vorerkrankten Patient*innen kann bei SARS-CoV2-Infektion zwecks Prophylaxe eines schweren Verlaufs Budesonid-Inhalation erfolgen.
    • 2 x 800 µg/d für 7–14 Tage
  • Bei alten und/oder vorerkrankten Patient*innen kann bei SARS-CoV2-Infektion zwecks Prophylaxe eines schweren Verlaufs Fluvoxamin erwogen werden.
    • Beginn mit 1 x 50 mg möglichst abends, für die nächsten 14 Tage 2 x 50–100 mg/d (je nach Verträglichkeit)
  • Fiebersenkung22
    • Wenn eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte Paracetamol anstelle von NSAR verabreicht werden.

Empfehlungen für Patient*innen laut RKI

  • Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art sollten zu Hause bleiben, sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxis, Tel. 116117) und nach einem Test fragen.2

Stationäre Behandlung

  • Unter dem folgenden Link sind zusätzlich Arzneimittelinteraktionen der verschiedenen experimentellen Therapeutika einsehbar: www.covid19-druginteractions.org.
  • Beim BfArM finden sich weitere Informationen zu den derzeit auf ihre klinische Wirksamkeit untersuchten Arzneimitteln.

Allgemeine Maßnahmen (bei stationärer Versorgung, laut der interdisziplinären S2k-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie)

Therapie der respiratorischen Insuffizienz28

  • Indikation zur Aufnahme auf die Intensivstation
    • bei Erfüllung eines der folgenden Kriterien:
      • Hypoxämie SpO2 < 90 % (unter 2–4 l Sauerstoff/min bei nicht vorbestehender Therapie) und Dyspnoe
      • Atemfrequenz > 25–30/min.
  • Maßnahmen bei akuter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz
    • Es sollte eine SpO2 ≥ 90 % (bei COPD-Patient*innen > 88 %) bzw. ein PaO2 > 55 mmHg erreicht werden.
    • bei hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz (PaO2/FiO2 = 100–300 mmHg): Therapieversuch mit High-Flow-Sauerstofftherapie (HFNC) oder nichtinvasiver Beatmung
    • Bei einer schwereren Hypoxämie (PaO2/FiO2 < 150 mmHg) und Atemfrequenzen > 30/min: Intubation und invasive Beatmung erwägen.
    • bei einem PaO2/FiO2 von < 100 mmHg: Regelfall eine Intubation und invasive Beatmung
  • VTE-Prophylaxe/Antikoagulation
    • Hospitalisierte Patient*innen sollen, wenn keine Kontraindikationen bestehen, eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin erhalten.
      • Alternativ kann Fondaparinux zur Anwendung kommen.
    • Bei zusätzlichen Risikofaktoren für eine venöse Thromboembolie (VTE) kann bei niedrigem Blutungsrisiko eine intensivierte Thromboembolieprophylaxe (halbtherapeutische Dosis eines NMH) erfolgen.
      • Zusätzliche VTE-Risikofaktoren sind z. B. Adipositas (BMI > 35 kg/m2), stattgehabte VTE, bekannte Thrombophilie, intensivmedizinische Behandlung sowie stark erhöhte D-Dimere (> 2–3 mg/l).

Medikamentöse Therapie

  • Die Fachgruppe COVRIIN am RKI bietet eine Übersicht zur Wirksamkeit bisher erprobter Medikamente.

Dexamethason

  • Laut den Ergebnissen der britischen RECOVERY-Studie senkt niedrig dosiertes Dexamethason (6 mg 1 x/d) die Sterblichkeit von beatmeten oder sauerstoffpflichtigen COVID-19-Patient*innen.48
    • Die 28-Tage-Sterblichkeit mechanisch beatmeter Erkrankter wurde um 35 % gesenkt (NNT 8).
    • Bei sauerstoffpflichtigen Patient*innen sank die Sterblichkeit um 20 % (NNT 25).
    • keine Wirksamkeit bei Betroffenen ohne Unterstützung der Atmung
  • Laut der interdisziplinären Leitlinie für stationäre Behandlung von COVID-19 soll bei Patient*innen mit schwerer (SpO2 < 90 %, Atemfrequenz > 30/min) oder kritischer (ARDS, Sepsis, Beatmung, Vasopressorengabe) COVID-19-Erkrankung eine Therapie mit Dexamethason erfolgen.28
    • Die Dosis beträgt 6 mg Dexamethason p. o./i. v. täglich für 10 Tage.
  • Erkrankte ohne Sauerstoff- oder Beatmungspflichtigkeit sollten nicht mit Dexamethason behandelt werden.49

Monoklonale Antikörper

Tocilizumab
  • Empfehlung der interdisziplinären Leitlinie zur stationären Therapie28
    • Tocilizumab kann bei COVID-19-Patient*innen mit progredient schwerer Erkrankung zur COVID-19- Behandlung verabreicht werden.
    • Tocilizumab sollte nicht eingesetzt werden bei Erkrankung ohne oder mit niedrigem Sauerstoffbedarf sowie bei bestehender invasiver Beatmung.
    • Einsatz als Einmalgabe in Kombination mit Kortikosteroiden
  • Kann laut arznei-telegramm bei hospitalisierten Patient*innen mit Sauerstoff- oder Beatmungsbedarf und hohem CRP (als Zeichen einer systemischen Inflammation), die Glukokortikoide erhalten, erwogen werden.50
Monoklonale Antikörper Banlanivimab und Casirivimab in Kombination mit Imdevimab
  • COVRIIN, STAKOB und DGI raten nun, eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern (mAB) bei Patient*innen in der frühen Phase der Infektion mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf im Rahmen eines individuellen Heilversuches zu prüfen und ggf. einzusetzen.51
    • Kombinationstherapie aus 2 monoklonalen Antikörpern zu bevorzugen.
  • Laut interdisziplinärer Leitlinie für die stationäre Therapie28
    • Bamlanivimab sollte bei erwachsenen Patient*innen mit einer in der PCR nachgewiesenen moderaten bis schweren SARS-CoV-2-Infektion im stationären Bereich nicht eingesetzt werden.
    • Bei früh SARS-CoV-2-infizierten hospitalisierten Patient*innen ohne respiratorische COVID-19-Symptome (< 72 h nach erster positiver PCR und/oder < 7 Tage seit Symptombeginn), mit mindestens einem Risikofaktor für einen schweren Verlauf, kann eine Therapie mit
      SARS-CoV-2-spezifischen monoklonalen Antikörpern erfolgen.
  • Laut Fachgruppe COVRIIN am RKI eingeschränkte Wirksamkeit bei unterschiedlichen Virusvarianten, siehe Übersicht über die Resistenzen.
    • Die indische Virusvariante B.1.617 ist resistent gegen Bamlanivimab.52
  • Notfallzulassung für Banlanivimab-Monotherapie wurde von FDA wegen Resistenzen wieder entzogen.53

Pharmaka mit fraglicher Wirkung

  • Remdesivir
    • In der SOLIDARITY-Studie der WHO zeigte Remdesivir keinen relevanten Effekt auf Mortalität, Beatmungspflichtigkeit und Dauer des Krankenhausaufenthalts bei den 2.750 untersuchten hospitalisierten COVID-19-Patient*innen.54
    • Die WHO rät in ihrer Living Guideline im BMJ von der Anwendung von Remdesivir bei hospitalisierten COVID-19-Patient*innen wegen unsicherer Datenlage ab.55
    • Laut der interdisziplinären Leitlinie für stationäre Behandlung von COVID-19 kann derzeit keine Empfehlung weder für noch gegen die Therapie gegeben werden.28
  • Budesonid-Asthmaspray
    • Eine relativ kleine offene randomisierte Studie ohne Placebokontrolle zeigte unter Verwendung von Budesonid-Asthmaspray eine Verminderung der Rate schwerer Verläufe und eine Verkürzung des Krankheitsverlaufs.56
      • Eine weitere größere offene Studie, die auf einem Preprint-Server publiziert wurde, bestätigt diese Ergebnisse.57
    • COVRIIN, STAKOB und DGI sehen derzeit keine Indikation für einen Off-Label-Einsatz von Budesonid oder anderen inhalativen Steroiden, weder bei ambulanten noch hospitalisierten Patient*innen.58 
    • Das arznei-telegramm schreibt dazu: Es scheine vertretbar, Budesonid bei Patient*innen mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf nach Aufklärung (über Datenlage und Off-Label-Use) in Betracht zu ziehen.59
    • Die DEGAM gibt hierzu eine „Kann"-Empfehlung (siehe Leitlinienkasten).22
  • Baricitinib31
    • Baricitinib ist ein Januskinase-Inhibitor, der die Bildung von Zytokinen hemmt; soll mit Remdesivir kombiniert werden.
    • Das Medikament hat eine Notfallzulassung der FDA erhalten.
    • Laut STAKOB ist die Datenlage für eine breite Anwendung in Deutschland nicht ausreichend; hierzulande nicht zugelassen.
  • Famotidin
    • Ein systematischer Review von 2 retrospektiven Kohortenstudien und 3 Fallserien mit einer Metaanalyse zweier Kohortenstudien zeigte einen signifikanten Effekt von Famotidin auf ein gemischtes Outcome aus Mortalität und Intubation.60
    • Die Qualität der Evidenz ist sehr schlecht. Weitere Evidenz aus RCT ist zur genaueren Bewertung von Famotidin dringend erforderlich.
  • Fluvoxamin
    • In einer kleinen US-amerikanischen Studie mit insgesamt 181 ambulant behandelten SARS-CoV-2-Infizierten zeigte sich, dass die Einnahme des Antidepressivums Fluvoxamin (SSRI) eine klinische Verschlechterung im Vergleich zu Placebo signifikant verhindern konnte.61 

Pharmaka ohne nachgewiesene Wirkung

  • Hydroxychloroquin62-63
  • Azithromycin28,64
  • Ivermectin28,31
  • Lopinavir/Ritonavir65-66
  • Anakinra28
  • Plasmatherapie28
  • Interferon28
  • Vitamin D
    • laut arznei-telegramm kein hinreichender Nutzenbeleg zur Prophylaxe oder Therapie einer SARS-CoV-Infektion67
    • laut der interdisziplinären Leitlinie zur stationären Therapie weder eine Kontrolle des Serumspiegels noch eine Verabreichung bei COVID-19-Patient*innen empfohlen28
    • Empfehlung der DEGAM zu Vitamin D22
      • „Aufgrund der vorliegenden wissenschaftlichen Belege, die für eine verbesserte Abwehr respiratorischer Infekte sprechen [...], erscheint es ratsam, dass alle älteren Personen (insbesondere Altenheimbewohner) prophylaktisch 1.000 (–2.000) IE/d einnehmen."
      • Bestimmung des Vitamin-D-Spiegels nicht sinnvoll
  • Colchicin31,42,68
  • [NEU] ASS69
    • keine Senkung der Mortalität bei hospitalisierten Patient*innen in der RECOVERY-Studie

Gefährdung durch Einnahme von Ibuprofen, Sartanen oder ACE-Hemmern?

  • Studiendaten zufolge ist die Einnahme von Blutdruckmedikamenten (ACE-Hemmer, Sartane) nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit oder einem schweren Verlauf von COVID-19 assoziiert.70
  • Die bisherigen Bedenken gegen die Einnahme von NSAR bei COVID-19 sind durch eine nationale Kohortenstudie aus Dänemark weitgehend ausgeräumt.22
    • Wenn eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte Paracetamol anstelle von NSAR verabreicht werden.

Empfehlungen von verschiedenen Fachgesellschaften

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie36

  • Generell gilt, dass in den meisten Fällen die effektive Behandlung der Krebserkrankung für das
    Überleben der Patient*innen wichtiger ist als unverhältnismäßige Vorsichtsmaßnahmen im Sinne
    unnötiger Unterbrechungen oder Verschiebungen.
    • In Abwägung individueller Faktoren kann es sinnvoll sein, manche Therapien auszusetzen oder zu
      verschieben.
  • Eine ausführliche und regelmäßig aktualisierte Version der Leitlinie mit detaillierten Angaben zum Vorgehen bei einzelnen onkologischen Krankheitsbildern ist unter www.onkopedia.com zu finden.

Global Initiative for Asthma (GINA)71 

  • An Asthma Erkrankte sollten inhalative Medikation, inkl. ICS, wie verordnet fortsetzen.
  • Die Verwendung von Verneblern sollte wegen der Gefahr der Verbreitung von COVID-19 vermieden werden.
  • Aus diesem Grund sollten auch Routine-Spirometrien verschoben werden.

Deutsche Diabetes Gesellschaft72

Bei COVID-19
  • Bei blandem Verlauf: orale Antidiabetika bzw. Fortführen der bestehenden Therapie
  • Falls orale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist: s. c. Insulintherapie.
  • Intensivpflichtige Patient*innen: i. v. Insulintherapie
Bei Diabetes und schweren Verläufen von COVID-19
  • Sulfonylharnstoffe sollten wegen der Gefahr von Hypoglykämien bei Kumulation aufgrund einer (transienten) Niereninsuffizienz pausiert werden.
  • SGLT2-Inhibitoren
    • pausieren bei:
      • Fieber > 38,5 °C
      • eingeschränkter Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme und/oder Insulinmangel (dabei Überprüfung des Säure-/Basenhaushaltes, der Ketone im Serum und der Nierenfunktion).
    • Wiederaufnahme der Therapie erst bei:
      • Fieberfreiheit
      • ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme
      • eGFR > 60 ml/min/1,73 kg/m2
      • ausgeglichenem Säure-/Basenhaushalt und nicht erhöhter Ketone im Serum.
    • Bei einer vorbestehenden Dapagliflozin-Therapie bei Typ-1-Diabetes soll diese generell bei akuten Infektionskrankheiten – einschließlich COVID-19 – pausiert werden.
  • Metformin
    • Pausieren bei Fieber > 38,5 °C
    • engmaschige Überprüfung der Nierenfunktion
    • Überprüfung des Säure-/Basenhaushalts und des Laktats im Serum bei vorheriger Metformin-Einnahme und fortgeschrittener Niereninsuffizienz oder passagerem Nierenversagen
    • Wiederaufnahme der Therapie erst bei Fieberfreiheit, ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme, eGFR > 30 ml/min/1,73 kg/m2 und Ausschluss einer Hypoxämie
  • DPP4-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Antagonisten müssen nicht pausiert werden.

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie73

  • Bei symptomatischen Patient*innen mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion soll die antirheumatische Medikation pausiert werden (bis auf eine evtl. Glukokortikoid-Therapie).
  • Bei asymptomatischen Patient*innen mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion sollte ein Pausieren oder Herauszögern von Therapien mit Biologika und zielgerichteten, synthetischen Basismedikamenten für die Dauer der mittleren Inkubationszeit erwogen werden.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie74

  • Schwer erkrankte, intensivpflichtige COVID-19-Patient*innen sollten neurologisch mitbetreut werden.
  • Es soll aktiv nach einer Mitbeteiligung des zentralen oder peripheren Nervensystems gesucht werden.
  • Immuntherapie
    • Bei COVID-19-Erkrankung sollten Aspekte wie Krankheitsaktivität der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung sowie der bisherige Therapieverlauf berücksichtigt und die Immuntherapie ggf. pausiert werden.

Medikamentöse Behandlung von Kindern

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie

  • Empfehlungen zum Management von Patient*innen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen während der COVID-19-Pandemie finden Sie in den Artikeln M. Crohn und Colitis ulcerosa.

Empfehlungen zur Palliativversorgung

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

  • Es ist eine hausärztliche Pflicht, den Patientenwillen und das Selbstbestimmungsrecht zu beachten.
  • Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass alle medizinisch notwendigen Maßnahmen durchgeführt werden können, auch in Pflegeeinrichtungen.
  • Es ist – nicht nur in Zeiten der Pandemie – wichtig, auf mögliche Notfälle vorbereitet zu sein, um für die Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden und Ärzt*innen Handlungssicherheit zu schaffen.
  • Hinweise zur präklinischen patientenzentrierten Vorausplanung für den Notfall sind auf www.degam.de publiziert, ebenso Hilfen zur Dokumentation.
  • Bei Fragen zur palliativen Betreuung von Patient*innen mit Atemnot wird eine Zusammenarbeit mit den regionalen SAPV-Teams empfohlen.

Wiederbelebungsmaßnahmen

  • Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat eine Aktualisierte Stellungnahme zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen im Umfeld der COVID-19-Pandemie herausgegeben.76
  • Versorgung durch Ersthelfer*innen
    • Keine Atemkontrolle in der Nähe des Gesichts der Betroffenen durchführen.
    • nur Überstreckung des Nackens mit Anheben des Kinns und Beobachtung von Brustkorbbewegungen
      • Wenn die Person nicht reagiert und keine Brustkorbbewegungen erkennbar sind, ist davon auszugehen, dass sie nicht atmet.
    • Wiederbelebungsmaßnahmen können sich bei unbekannten Hilfsbedürftigen auf die Herzdruckmassage und den Einsatz von öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillatoren (AED) beschränken.
    • Zum Eigenschutz der Ersthelfer*innen vor Aerosolen evtl. Mund und Nase der betroffenen Person zusätzlich mit einem luftdurchlässigen Tuch (im Sinne einer „Mund-Nasen-Maske“) bedecken.
    • Obwohl die Atemspende ein Infektionsrisiko für Ersthelfer*innen darstellt, ist der Nutzen der Atemspende bei nicht atmenden Kindern für ihre Überlebenschance als deutlich höher einzustufen.
  • Reanimation durch medizinisches Fachpersonal
    • Geeignete persönliche Schutzausrüstung für Maßnahmen, bei denen Aerosole entstehen können.
    • Nutzen-Risiko-Abwägung für die Durchführung von Defibrillationen, bevor ggf. aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden, die durch das Anlegen einer geeigneten Schutzausrüstung möglicherweise verzögert werden könnten.

Impfung

Impfung gegen COVID-19: Impfstoffentwicklung allgemein

Daten zu einzelnen Impfstoffen

mRNA-Impfstoff der Firma BioNTech und ihres Kooperationspartners Pfizer (Comirnaty)2,5

  • Aufbewahrung aufgetaut und unverdünnt für ca. 31 Tage im Kühlschrank, Lagerung für 2 Wochen bei –25 bis –15 °C, sonst bei –70 °C
    • Während dieser 31 Tage Transport für eine Gesamtzeit von 12 Stunden möglich, siehe Mitteilung des Herstellers.
    • Applikationsfertige Spritzen können für 6 Stunden bei 2–30 °C aufbewahrt oder transportiert werden.
  • Über die Dauer einer durch die Impfung erreichten Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte sowie über langfristige Nebenwirkungen sind keine eindeutigen Aussagen möglich.
    • Schwangere wurden bisher nicht untersucht.
    • laut Hersteller in Phase-III-Studie sehr gute Wirkung bei Jugendlichen im Alter von 12–15 Jahren78 
  • Die bei mRNA-Impfstoff mittels Nanolipiden in die Zellen eingeschleuste RNA kodiert ein virales Antigen. Die RNA wird in den Zielzellen außerhalb des Zellkerns an den Ribosomen abgelesen.79
  • Publikation mit Zwischenergebnissen der Phase-II/III-Studie80
    • Schutzwirkung von 95 % nach einer 2. Impfstoffdosis
    • Nebenwirkungen
      • 66–83 % milde bis moderate Schmerzen an der Einstichstelle, 1 % starke Schmerzen, 51–59 % andauernde Müdigkeit, 39–59 % Kopfschmerzen, 11–16 % Fieber über 38 °C, 20–45 % benötigten fiebersenkende und/oder Schmerzmedikamente, 0,3 % Lymphadenopathie.
      • Im Beobachtungszeitraum wurden bei 4 Teilnehmer*innen in der Impfstoffgruppe transiente, akute periphere Fazialisparesen beobachtet.77
      • schwere Nebenwirkungen laut den Verfasser*innen so gut wie gar nicht
  • COVID-Arm – nach Impfung mit mRNA-Impfstoff auftretende verzögerte Lokalreaktion (bisher häufiger nach Moderna-Vakzine): symptomatische Behandlung, klingt spontan ab.81 

mRNA-Impfstoff der US-amerikanischen Firma Moderna2,5

  • Aufbewahrung im Kühlschrank für 30 Tage möglich, länger bei –15 bis –25 °C
  • Über die Dauer einer durch die Impfung erreichten Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte sowie über langfristige Nebenwirkungen sind ebenfalls keine eindeutigen Aussagen möglich.
    • Zu Kindern und Schwangeren liegen keine abschließenden Daten vor.
  • Gleiches Wirkprinzip wie der BioNTech-mRNA-Impfstoff
  • Schutzwirkung laut Hersteller 90 % gegen COVID 19 und 95 % gegen schwere Erkrankung82
  • Nebenwirkungsraten83
    • 92 % Schmerzen an der Injektionsstelle, 69 % Müdigkeit, 63 % Kopfschmerzen, 60 % Muskelschmerzen, 45 % Gelenkschmerzen, 43 % Schüttelfrost
    • Im Beobachtungszeitraum wurden bei 3 Teilnehmer*innen in der Impfstoffgruppe transiente, akute periphere Fazialisparesen beobachtet.77
    • COVID-Arm – nach Impfung mit mRNA-Impfstoff auftretende verzögerte Lokalreaktion (bisher häufiger nach Moderna-Vakzine): symptomatische Behandlung, klingt spontan ab.81

Vektorimpfstoff der Firma AstraZeneca (Vaxzevria)2,5

  • Aufbewahrung im Kühlschrank
  • Keine eindeutigen Aussagen zur Dauer einer Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte oder zu langfristigen Nebenwirkungen möglich
    • Zu Kindern und Schwangeren liegen keine abschließenden Daten vor.
  • Dieser Vektorimpfstoff basiert auf einem modifizierten nicht vermehrungsfähigen Schimpansen-DNA-Adenovirus.84
    • wie Totimpfstoff zu bewerten.
    • DNA verbleibt extrachromosomal.
  • Schutzwirkung von 80 % bei zweimaliger Impfung im Abstand von 12 Wochen84
  • Die häufigsten lokalen Reaktionen waren Schmerzen an der Einstichstelle (Impfung: 54 %, Vergleichsgruppe: 38 %). Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 53 %, Placebo: 38 %), Kopfschmerzen (Impfung: 52 %, Vergleichsgruppe: 39 %) sowie Krankheitsgefühl (Impfung 44 %, Vergleichsgruppe 20 %) die häufigsten Ereignisse.77
  • Informationen zu thrombotischen Nebenwirkungen

Vektorimpfstoff der Firma Johnson&Johnson (Janssen)2,5,85

  • Zulassung durch EMA am 11.03.2021
  • Impfungen in den USA durch FDA vorläufig gestoppt (13.04.2021)86
    • Grund: Auftreten von schweren ungewöhnlichen Thrombosen, wie bei AstraZeneca
    • Laut EMA überwiegen die Vorteile die seltenen Risiken.87
  • Aufbewahrung im Kühlschrank (bis zu 12 Stunden bei Raumtemperatur bis 25 °C)
  • Adenovirusbasiert, nicht vermehrungsfähiges Vektor-Adenovirus (vom Menschen), wie Totimpfstoff zu bewerten.84
    • DNA verbleibt extrachromosomal.
  • Einmalige Gabe ausreichend
  • Wirksamkeit von 65 % bei der Verhinderung symptomatischer Verläufe, von 75 % gegen schwere und lebensbedrohliche Verläufe und von 74 % gegen asymptomatische Verläufe.84
  • Unklar, wie lange der Schutz anhält.
  • Wirksam gegen die brasilianische Variante und die südafrikanische Variante, gegen die britische nicht untersucht
  • Studie zur zweimaligen Gabe läuft derzeit.
  • Nebenwirkungen: 50 % Lokalreaktion, bei unter 60-Jährigen in 86 % Schmerz an der Injektionsstelle (über 60 Jahre: 33 %). Bei unter 60-Jährigen: 44 % Kopfschmerzen, 44 % Müdigkeit, 39 % Myalgie, 16 % Übelkeit, 13 % Fieber, 26 % Antipyretika oder Analgetika in der Woche nach der Impfung (für Ältere alle NW insgesamt seltener). Mglw. sehr seltenes Auftreten von Thromboembolien, 1 Fall von Sinusvenenthrombose in der Zulassungsstudie
  • Informationen zu thrombotischen Nebenwirkungen

In Russland entwickelter Vektor-Impfstoff Sputnik V2,5

  • Aufbewahrung im Kühlschrank, Transport bei –18 °C
  • Keine Aussagen zur Dauer einer Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte oder zu langfristigen Nebenwirkungen möglich
    • Kinder und Schwangere wurden nicht untersucht.
  • Vektorimpfstoff mit vergleichbarem Prinzip wie der AstraZeneca-Impfstoff, aber Verwendung von zweierlei Vektorviren für die Erst- und Zweitimpfung, um eine Immunreaktion gegen die 2. Impfung zu vermeiden.
  • Publikationsdaten (vorläufige Ergebnisse aus Phase III)88
    • Die Studie wurde zwar in Lancet publiziert, es gibt aber zahlreiche kritische Stimmen zu ungenauen oder widersprüchlichen Angaben in der Publikation.89
    • Schutzwirkung von 91,6 %
    • wohl gute Verträglichkeit, Nebenwirkungen meist grippeähnliche Symptome und Reaktionen an der Injektionsstelle

In China entwickelte Tot- und Vektorimpfstoffe2,5

  • Bisher bekannt:90 
    • unterschiedliche Impfstofftypen am weitesten entwickelt: 3 Totimpfstoffe (2 Dosen), 1 Vektorimpfstoff (1 Dosis), 1 Totimpfstoff (3 Dosen)
    • Alle bei Kühlschranktemperatur zu lagern.
    • widersprüchliche oder lückenhafte Angaben zur Wirksamkeit und Sicherheit, bisher keine Phase-III-Studien mit Peer-Review publiziert

Thrombotische Nebenwirkungen der Impfstoffe

  • Vakzineinduzierte prothrombotische Immunothrombozytopenie (VIPIT) oder impfstoffinduzierte immune thrombotische Thrombozytopenie (VITT)
    • Siehe Rote-Hand-Brief zum AstraZeneca-Impfstoff und Rote-Hand-Brief zum Johnson&Johnson-Impfstoff
    • Patient*innen mit bekannter Thrombophilie haben kein erhöhtes Risiko für eine VIPIT.22
  • Seltene Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombopenien 4–16 Tage nach der Impfung mit Vaxzevria (AstraZeneca), v. a. Hirnvenenthrombosen, aber auch Mesenterialvenenthrombosen, Lungenembolien77
    • überwiegend Frauen < 55 Jahre, in einigen Fällen tödlicher Verlauf
    • Auftreten nach Erstimpfung in 1/100.000 Fällen (keine Berichte zum Auftreten nach Zweitimpfung)
    • Impfstoff derzeit von der STIKO erst für Personen ab 60 Jahren empfohlen
    • Laut zwei Publikationen aus Norwegen und Deutschland kann die Diagnose durch den Nachweis von Antikörpern gegen PF4/Heparinkomplexe gestellt werden. Intravenöse Immunglobulingaben scheinen als Therapie wirksam zu sein.91-92
    • diagnostischer Algorithmus in einer Übersicht der Deutschen Gesellschaft Hämatologie und medizinische Onkologie 93
      • Bei Auftreten von Symptomen einer Hirnvenenenthrombose (starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Sehstörungen) innerhalb von 4–16 Tagen nach der Impfung oder bei Thrombosezeichen/Petechien soll eine sofortige stationäre Einweisung erfolgen.
      • Ist das klinische Bild nicht eindeutig, soll, nur wenn das Ergebnis am selben Tag vorliegt, ein kleines Blutbild durchgeführt werden. Bei Thrombopenie ist eine sofortige Klinikeinweisung indiziert.
      • Das Krankheitsbild soll in der Klinik mit Antikoagulation (kein Heparin) und ggf. mit hochdosierten Immunglobulinen und Dexamethason behandelt werden.
    • Risikobeurteilung in einer Stellungnahme des PEI
    • diagnostische Hinweise in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung
  • Derzeit werden auch Vorfälle mit seltenen thrombotischen Ereignissen bei Impfung mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson untersucht. Der Impfstart mit diesem Impfstoff wurde verschoben.
    • Laut EMA kann diese Vakzine mit einem Warnhinweis verwendet werden.87
    • Aus den USA wurden 8 Fälle bei 6,8 Mio. verimpften Dosen berichtet, alle traten bei Personen unter 60 Jahren innerhalb von 3 Wochen nach der Impfung auf.94

[NEU] Myokarditisfälle im Zusammenhang mit mRNA-Impfstoffen

  • Es gibt Meldungen über das Auftreten von Myokarditiden, insbesondere bei jüngeren Personen, nach der 2. Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (Moderna und BioNTech). 95
    • Erste Auswerungen ergaben eine Häufigkeit von 16 pro 1 Mio Zweitimpfungen
  • Die US-Centers for Disease Control und Prevention (CDC) beraten derzeit diese Fälle. 

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Abklärung/Vorgehen in der Hausarztpraxis

  • Bei dringendem Verdacht auf das Vorliegen einer Sinusvenenthrombose (z. B. Kopfschmerzen und neurologische Symptome)
    • unmittelbare stationäre Einweisung zur Abklärung (Therapie: hochdosierte intravenöse Immunglobuline [IVIG])
    • Wo es klinisch vertretbar erscheint, ambulante Abklärung:
      • Labor: Blutbild inkl. Thrombos im EDTA-Röhrchen und D-Dimeren im Citratblut sowie ggf. dem HIT-Test auf PF4/Heparin-Antikörper im Serum
      • bildgebende Diagnostik: z. B. cMRT, (Ultraschall, CT-Thorax/Abdomen – bei entsprechender Lokalisation der Symptome).
  • Bis zum Ausschluss einer (autoimmunen) HIT als Ursache einer akuten Thrombozytopenie/Thrombose: kein Heparin. Alternative: DOAK, Fondaparinux

Grundsätzlicher Umgang mit Gerinnungshemmern und Corona-Impfung

  • Für eine routinemäßige Prophylaxe mit Antikoagulanzien oder Thrombozytenaggreationshemmern gibt es derzeit keine ausreichende Evidenz.
  • Bei Patient*innen mit einer aktuellen oralen Antikoagulation wie z. B. bei Vorhofflimmern oder nach venöser Thromboembolie (VTE) sollte diese während und nach der Impfung unverändert fortgeführt werden.
  • Bei Patient*innen ohne Indikation zur oralen Antikoagulation mit hohem dispositionellem VTE-Risiko, bei ausgeprägter akuter Impfreaktion mit Fieber und Immobilisation kann im Einzelfall eine medikamentöse VTE-Prophylaxe über einige Tage erfolgen.
    • Allgemeinmaßnahmen (z. B. Bewegungsübungen, Flüssigkeitszufuhr, Kompression)
    • DOAK in prophylaktischer Dosis, z. B. Rivaroxaban 1 x 10 mg/d, Apixaban 2 x 2,5
      mg/d (off label)
    • Auf Heparin/Fondaparinux verzichten.

Impfreaktionen und -nebenwirkungen

  • Es soll keine prophylaktische Gabe von Paracetamol oder NSAR vor der Impfung erfolgen, weil dies die Immunantwort einschränken kann.
  • NSAR/Paracetamol können nach der Impfung bei Beschwerden zur Linderung der Symptome gegeben werden. Je jünger der Impfling, desto schwerer die zu erwartenden Nebenwirkungen.
  • Das Risiko für Sinusthrombosen nach Impfung mit AstraZeneca liegt nach Einschätzung des a-t bei: 96
    • 2–3 Sinusthrombosen/100.000 bei Frauen
    • 1–2 Sinusthrombosen/100.000 bei Männern.

Wirksamkeit gegen neue Virusvarianten

  • Laut RKI schützen die Impfstoffe der Firmen BioNTech, AstraZeneca, Johnson&Johnson und Moderna sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7 (Alpha), und sie schützen auch vor schwerer Erkrankung durch die  Varianten Beta und Gamma.11
  • Die Mutationen der Varianten B.1.351 (Beta) und P.1 (Gamma) gehen vermutlich mit einer deutlicher reduzierten Wirksamkeit der Impfstoffe aller 4 Hersteller einher.84
  • In einer britischen Beobachtungsstudie verringert die indische Variante B.1.617.2 (Delta) die Wirksamkeit der Impfstoffe der Firmen BioNTech und AstraZeneca nach der zweiten Impfung geringfügig (nach der ersten Impfung ist die Wirkung deutlich beeinträchtigt).97

Einschätzungen und Empfehlungen zur COVID-19-Impfung

Verschiedene Übersichten und Merkblätter

Empfehlungen der STIKO

  • Einschätzung der STIKO auf der Basis bisheriger Daten77
    • nach vollständiger Impfung bei Infektion Viruslast stark reduziert, Virusausscheidung verkürzt und damit Übertragungsrisiko stark vermindert
    • asymptomatische und symptomatische Infektion nach Impfung und damit SARS-CoV-2-Ausscheidung möglich
  • Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19, sie bezieht sich auf die mRNA-Impfstoffe BNT162b2 der Firma BioNTech/Pfizer sowie den COVID-19-Impfstoff der Firma Moderna und die Vektorimpfstoffe der Firmen AstraZeneca und Johnson&Johnson.77,84Diese Impfstoffe werden als gleichwertig beurteilt.
  • Ein Unterschied besteht hinsichtlich des Anwendungsalters.
    • [NEU] Der BioNTech/Pfizer-Impfstoff ist ab dem Alter von 12 Jahren zugelassen, der Impfstoff von Moderna erst ab dem Alter von 18 Jahren.
    • Der AstraZeneca-Impfstoff ist erst ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen.
      • Der Einsatz der COVID-19-Vakzine von AstraZeneca für eine 1. oder 2. Impfstoffdosis unterhalb dieser Altersgrenze bleibt nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die Patient*innen möglich.84
    • Der Impfstoff der Firma Johnson&Johnson (Janssen) wird von der STIKO für Personen über 60 Jahre empfohlen.98
      • Der Einsatz der Impfstoffe Janssen und Vaxzevria unterhalb dieser Altersgrenze bleibt jedoch weiterhin nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die impfwillige Person möglich.

Durchführung der Impfung

  • Die Impfung soll strikt intramuskulär verabreicht werden, keinesfalls intradermal, s. c. oder i. v. (unter Antikoagulation sehr feine Kanüle verwenden und anschließend über 2 min fest komprimieren).
    • Verwendung einer trockenen Nadel, kein Impfstoff außen an der Nadel
  • Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 min (außer bei bestimmten Risikopersonen: Einnahme von Gerinnungshemmern, schwere kardiale oder respiratorische Grunderkrankungen, frühere allergische Reaktionen auf Impfungen, dann 30 min)
  • Die DEGAM empfiehlt diese Videoanleitungen zu Impftechnik, Impfnotfällen und Aufgabenverteilung beim Impfen.

Impfschema

  • mRNA-Vakzine: Abstand von 6 Wochen
  • AstraZeneca: Abstand von möglichst 12 Wochen
  • Johnson&Johnson: Einzeldosis
  • Sollte der empfohlene Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie fortgesetzt werden.
  • Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden.
  • Ausnahme Impfstoff von AstraZeneca
    • Zweitimpfung bei bereits geimpften Personen < 60 Jahre nach ärztlichem Ermessen nach sorgfältiger Aufklärung möglich
    • Die STIKO empfiehlt, Personen < 60 Jahre anstelle der 2. AstraZeneca-Dosis 12 Wochen nach der Erstimpfung eine Dosis eines mRNA-Impfstoffes zu verabreichen (Evidenz zu Sicherheit und Wirksamkeit einer heterologen Impfserie fehlen bislang, aber die Immunantwort richtet sich bei mRNA-Impfstoffen ebenfalls gegen das Spike-Protein).
      • Ein kürzeres Impfintervall ist möglich, falls es aus logistischen Gründen erforderlich ist.
    • Vorläufige Studiendaten deuten auf ein vermehrtes Auftreten von vorübergehenden Nebenwirkungen (Fieber Schüttelfrost, Erschöpfung, Kopfschmerzen) bei einer Zweitimpfung mit mRNA-Impfstoff in einem heterologen Impfschema hin. 99

Abstand zu anderen Impfungen

  • Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach Ende der Impfserie eingehalten werden.

Impfung von COVID-19-Genesenen84

  • Personen, die eine PCR-gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollten in der Regel 6 Monate nach Genesung bzw. Diagnosestellung eine COVID-19-Impfstoffdosis erhalten; unabhängig davon, ob diese Person ungeimpft oder einmalig gegen COVID-19 geimpft ist.
  • Auch wenn das Zeitintervall von 6 Monaten überschritten ist, reicht eine Impfstoffdosis zur vollständigen Grundimmunisierung aus.
  • Es besteht keine Notwendigkeit, vor einer COVID-19-Impfung das Vorliegen einer akuten, asymptomatischen oder unerkannt durchgemachten SARS-CoV-2-Infektion labordiagnostisch auszuschließen.

Schwangerschaft und Stillzeit

  • Die Impfung ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.84
  • Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher ärztlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden.98
    • Daten von 827 Schwangeren in den USA, die überwiegend im 3. Trimenon mit einem mRNA-Impfstoff geimpft wurden, ergaben keinen Hinweis auf ein erhöhtes Imprisiko.100 
    • Daten zum Impfrisiko im 1. und 2. Trimenon und Vektorimpfstoffen liegen noch nicht vor.
  • Laut STIKO ist es unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.84

Immunsuppression sowie Blut- und Krebserkrankungen

  • Die Antikörperbildung ist bei Immunsuppression in einer Studie an Organtransplantierten deutlich vermindert, besonders bei Einnahme von Antimetaboliten und bei Älteren.101
  • Wie bei anderen Totimpfstoffen ist nicht von einer reduzierten Sicherheit des Impfstoffs bei immunsupprimierten Patient*innen auszugehen.
  • Die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen gibt folgende Empfehlungen:36
    • Wenn möglich sollte die Impfung vor Beginn einer onkologischen Therapie erfolgen. Dies gilt auch für chirurgische Eingriffe, Bestrahlung und systemische Chemotherapie.
    • Während einer laufenden, zyklischen Chemotherapie sollte versucht werden, einen zeitlichen Abstand zur Therapie zu erreichen.
    • Unter einer fortlaufenden immunsuppressiven Therapie gibt es keinen optimalen Zeitpunkt für die Schutzimpfung. Ein Aussetzen der Therapie wird nicht empfohlen.

Impfung von Kindern und Jugendlichen

  • [NEU] Impfung von Kindern und Jugendlichen laut STIKO77
    • Die STIKO empfiehlt bei Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen aufgrund eines anzunehmenden erhöhten Risikos für einen schweren Verlauf der COVID-19-Erkrankung eine Impfung mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty (BioNTech/Pfizer).
      • Dazu gehören Kinder mit folgenden Vorerkrankungen:
        • Adipositas
        • angeborene oder erworbene Immundefizienz oder relevante Immunsuppression
        • angeborene zyanotische Herzfehler (O2-Ruhesättigung < 80 %)
        • schwere Herzinsuffizienz
        • schwere pulmonale Hypertonie
        • chronische Lungenerkrankungen mit einer anhaltenden Einschränkung der Lungenfunktion
        • chronische Niereninsuffizienz
        • chronische neurologische oder neuromuskuläre Erkrankungen
        • maligne Tumorerkrankungen
        • Trisomie 21
        • syndromale Erkrankungen mit schwerer Beeinträchtigung
        • Diabetes mellitus.
      • Zusätzlich wird die Impfung Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren empfohlen, in deren Umfeld sich Angehörige oder andere Kontaktpersonen mit hoher Gefährdung für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht geimpft werden können oder bei denen der begründete Verdacht auf einen nicht ausreichenden Schutz nach Impfung besteht (z. B. Menschen unter relevanter immunsuppressiver Therapie).
    • Der Einsatz von Comirnaty bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12–17 Jahren ohne Vorerkrankungen wird derzeit nicht allgemein empfohlen, ist aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz möglich.
  • Die DEGAM steht einer flächendeckenden Impfung von Kindern und Jugendlichen ebenfalls kritisch gegenüber, da für diese Gruppe ein Eigennutzen einer Impfung nicht belegt ist, eine Herdenimmunität vermutlich nicht von der Impfung von Kindern und Jugendlichen abhängt und mittel- und langfristige Sicherheitsdaten zu den Impfstoffen fehlen. Siehe Positionspapier COVID-19-Impfungen bei Kindern und Jugendlichen.
    • Eine Impfung gefährdeter Kinder und Jugendlicher kann laut DEGAM nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Priorisierung, Verteilung und Durchführung der Impfung gegen COVID-19

Entnahme zusätzlicher Impfdosen aus gelieferten Durchstechflaschen

  • Aus einer BioNTech-Durchstechflasche (Vial) sind offiziell 6 Dosen enthalten. Die in der Durchstechflache enthaltene Restmenge ergibt aber eine 7. Dosis. Dasselbe gilt für AstraZeneca, hier sind in einer Durchstechflasche offiziell 10 Dosen enthalten.
  • Eine routinemäßige Entnahme einer 7. (12.) Dosis aus einer Impfstoffflasche ist (nach entsprechender Verdünnung) zur Erhöhung der Impfkapazität zulässig (siehe Praxisnachrichten der KBV) und wird von der DEGAM empfohlen.22
  • Siehe Videoanleitungen.

[NEU] Reihenfolge bei den Impfungen gegen COVID-19

[NEU] Digitaler Impfnachweis

Pneumokokken-Impfung

  • Der gesamte Abschnitt basiert auf diesen Referenzen.2,5
  • Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie – für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung.
  • Aktuell ist Pneumovax23 in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar. Daher prioritäre Impfung von Personen mit besonders hohem Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen.
  • Prioritär geimpft werden sollen:102
    • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren mit Prevenar 13 oder Synflorix
    • Personen mit Immundefizienz, Senior*innen ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma oder COPD) mit Pneumovax23.
  • Sollte Impfstoff in ausreichenden Mengen vorhanden sein, gelten die aktuellen Empfehlungen der STIKO zur Pneumokokken-Impfung.
  • Pneumovax23 kann nicht durch einen anderen niedriger valenten Pneumokokken-Impfstoff ersetzt werden.102
    • Sollten Erwachsene dennoch nur mit Prevenar13 oder Synflorix geimpft worden sein, sollte eine Impfung mit Pneumovax23 bei Wiederverfügbarkeit in einem Abstand von minimal 2, besser jedoch 6–12 Monaten nachgeholt werden.

Schutzimpfungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie

  • Der gesamte Abschnitt basiert auf diesen Referenzen.2,5
  • Grippeimpfung
    • Die STIKO empfiehlt in der Saison 2020/21 eine Grippeimpfung allen Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe bzw. mit einem hohen Risiko einer Hospitalisierung (Personen > 60 Jahre, chronisch Kranke), allen beruflich besonders Exponierten, die vulnerable Gruppen anstecken können (Krankenhaus-, Praxismitarbeiter*innen und Personal von Pflegeeinrichtungen) sowie allen Schwangeren.103
  • STIKO-Empfehlungen zu anderen Schutzimpfungen
    • Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem Sechsfach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste MMR(V)-Impfung sollten weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt werden.84
    • Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern mit Symptomen einer Atemwegsinfektion sollen 2 Wochen lang verschoben werden.84

Prävention

Strategie des RKI: Infektionsschutzmaßnahmen

  • Es gibt 3 Komponenten, die aktiviert und intensiviert werden entsprechend der jeweils aktuellen Lage:8
    • Die Ausbreitung durch Fallfindung und Absonderung von engen Kontaktpersonen verhindern.
    • Soziale Distanz schaffen und
    • vulnerable Gruppen gezielt schützen.
  • Die von der Weltgesundheitsorganisation propagierten Phasen Containment (Eindämmung), Protection (Schutz vulnerabler Gruppen) und Mitigation (Folgenminderung) sind Konzepte, die gegenseitig ergänzen und stärken.
  • [NEU] Strategiepapiere des RKI zu ControlCOVID
    • Optionen und Perspektiven für die stufenweise Rücknahme von Maßnahmen bis Anfang September 2021 im Kontext der Impfkampagne
    • Optionen zur stufenweisen Rücknahme der COVID-19-bedingten Maßnahmen bis Ende des Sommers 2021

Einschränkungen des öffentlichen Lebens 

  • Hinweise zu Reisebeschränkungen und Risikogebieten finden Sie im Abschnitt Risikogebiete.
  • Das öffentliche Leben in Deutschland ist weiterhin eingeschränkt.
  • Für Geimpfte und Genesene gibt es bestimmte Erleichterungen, z. B. Befreiung von der Ausgangssperre.
  • Die Situation ist sehr dynamisch, immer wieder gibt es neue Maßnahmen, die das öffentliche Leben betreffen.
  • Auch in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern war oder ist das öffentliche Leben eingeschränkt worden, und es gibt unterschiedliche Einreisebeschränkungen, aber auch immer wieder Lockerungen.
  • Das RKI bietet eine Information für Reisende in verschiedenen Sprachen.

Maßnahmen in Schulen und Kitas

Befreiung vom Schulbesuch bei Kindern mit Grunderkrankungen

  • Laut Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist eine Befreiung von der Schulpflicht bei Kindern mit Grunderkrankungen individuell von Kinderärzt*innen zu entscheiden.104
  • Eine generelle Freistellung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zystischer Fibrose ist nicht sinnvoll.
  • Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, die gut kompensiert bzw. gut behandelt und daher in ihrer Lebensqualität wenig oder unbeeinträchtigt sind, haben kein höheres Risiko für eine schwerere COVID-19-Erkrankung zu fürchten.
    • Dazu zählen z. B. Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1, Asthma, neurologischen oder endokrinologischen Erkrankungen und auch Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weder die Lunge, das Herz-Kreislauf-System, die Nierenfunktion noch das Immunsystem in relevantem Ausmaß beeinträchtigen.
    • Bei Kindern unter immunsuppressiver Therapie oder mit einem schwerwiegenden Immundefekt muss im Einzelfall abgewogen werden.
  • Eine generelle Freistellung z. B. von Kindern mit Rheuma ist nicht sinnvoll.

Corona-Warn-App

Allgemeines105-106

Informationen für Hausärzt*innen107-108

  • Zum Vorgehen bei Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App stellt das RKI eine Information für Vertragsärztinnen/Vertragsärzte und eine Handreichung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bereit.107-108
  • Personen mit der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App sollen Kontakt mit ihren Hausärzt*innen, dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst bzw. dem Gesundheitsamt aufnehmen.
  • Laut KBV wurden zum Start der Corona-Warn-App neue Leistungen in den EBM aufgenommen.
    • Abstriche nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der App sind somit Kassenleistung, siehe Abschnitt Abrechnung und Vergütung.
  • Wenn medizinischem Personal über die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ gemeldet wird, wird auch bei Abwesenheit von Symptomen eine Testung empfohlen.22

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Ungelöste Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App

  • Personen ohne Symptome dürfen nicht per AU krankgeschrieben werden.
  • Eine Quarantäne kann nur das GA anordnen. (Das GA wird von der App allerdings nicht benachrichtigt.)
  • Das Bundesgesundheitsministerium vertraut darauf, dass „Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine einvernehmliche Lösung für diese Situation finden“.
  • Selbst bei positivem Abstrich in der PCR und symptomloser Person gilt laut G-BA: „Eine Bescheinigung einer AU allein aufgrund eines positiven Tests ist laut AU-RL nicht möglich. Hier greifen die Quarantäneregeln.“

Risikogebiete und Reisen

Risikogebiete laut RKI109

  • Zahlreiche Staaten und Regionen werden aktuell als einfache Risikogebiete oder als Hochinzidenzgebiete ausgewiesen.
  • Das RKI definiert außerdem Virusvarianten-Gebiete – Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko durch verbreitetes Auftreten bestimmter SARS-CoV-2-Virusvarianten. 
  • Weiterführende tagesaktuelle Informationen finden Sie bei den RKI-Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete.

Regelungen für Reisende

  • Seit dem 01.10.2020 gelten wieder länderspezifische Reisehinweise des Auswärtigen Amts
  • Weiterhin gilt eine Reisewarnung für nicht notwendige touristische Reisen für alle Länder, die als Risikogebiet eingestuft sind.
  • Von nicht notwendigen touristischen Reisen in Länder, in die eine Einreise nur eingeschränkt möglich ist, in denen Quarantäne nach der Einreise vorgeschrieben ist oder die keinen uneingeschränkten Reiseverkehr zulassen, wird ebenfalls abgeraten.

Einreisende aus Risikogebieten

  • Siehe Regelungen für Einreisende des BMG und
  • Siehe Informationen für Reisende des RKI.
  • Reiserückkehrer*innen aus nicht-deutschen Risikogebieten, siehe Bundesministerium für Gesundheit (BMG)109
    • Vor der Einreise ist eine digitale Einreiseanmeldung auszufüllen: einreiseanmeldung.de
    • Testnachweise bei Einreise
      • Einreise aus Hochinzidenz- oder Virusvariantengebiet: Testnachweis unmittelbar bei Einreise
        • Bei Einreise aus sog. Virusvariantengebieten gilt ein Beförderungsverbot für den Personenverkehr per Zug, Bus, Schiff und Flug aus diesen Ländern.
      • [NEU] Einreise aus Risikogebiet: Testnachweis spätestens 48 Stunden nach Ankunft (72 Stunden für PCR)
    • Quarantäne: 10 Tage nach Einreise, bei Virusvariantengebiet 14 Tage
      • „Freitestung" nur nach Einreise aus einfachem Risikogebiet: Vorlage eines negativen Testnachweises bei der zuständigen Behörde: unter einreiseanmeldung.de
      • Verkürzung: durch negativen Test frühestens 5 Tage nach der Einreise aus einem Hochinzidenzgebiet
      • keine Quarantäneverkürzung nach Einreise aus einem Virusvariantengebiet
    • Die Regelung gilt nicht bei Durchreise durch ein Risikogebiet ohne Zwischenaufenthalt.
    • Detaillierte Hinweise zu Testmodalitäten und Zeitpunkt finden Sie hier.
  • Flugreisen 22
    • Alle Personen, die per Flugzeug in die Bundesrepublik einreisen, haben vor dem Abflug dem Beförderer ein negatives Testergebnis vorzulegen.
      • Diese Test- und Nachweispflicht gilt unabhängig davon, ob die Beförderung aus einem Risikogebiet stattfindet.
      • Die Testpflicht vor Abflug gilt auch für Passagiere, die an einem deutschen Flughafen lediglich umsteigen.
      • Die dem Test zugrunde liegende Abstrichnahme darf grundsätzlich höchstens 48 Stunden vor der Einreise in die Bundesrepublik vorgenommen worden sein.
  • Geimpfte und Genesene 109
    • Impf- und Genesenennachweise können einen negativen Testnachweis ersetzen und von der Einreisequarantäne befreien.
      • Dies gilt jeweils nicht bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet.
  • Anerkennung von Testergebnissen 110
    • Molekularbiologische Tests (PCR-Tests) werden derzeit grundsätzlich aus allen Staaten der Europäischen Union sowie aus den hier genannten Staaten akzeptiert.
    • Antigentests werden grundsätzlich aus allen Ländern anerkannt, sofern sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien für die Güte von SARS-CoV-2-Ag-Schnelltests erfüllen (≥ 80 % Sensitivität und ≥ 97 % Spezifität, verglichen mit PCR-Tests).
    • Auch bei einem negativen Testergebnis Verpflichtung, unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren, wenn innerhalb von 10 Tagen nach Einreise Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 auftreten.2
  • Weitere Informationen zu verpflichtenden Tests für Einreisende aus Risikogebieten bieten die FAQ des BMG.

Allgemeine Hygieneempfehlungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Attest über die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe

  • Attest für Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 (Formulierungsvorschlag):
    • „Um eine SARS-CoV-2-Infektion zu vermeiden, sollen nach den Informationen und Hilfestellungen des RKI Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf Schutzmaßnahmen (z. B. Kontaktreduktion) durchführen.
    • Dies gilt auch für den Einsatz und das Verhalten am Arbeitsplatz, der so zu gestalten ist, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten werden (vgl. § 4 Arbeitsschutzgesetz).
    • Hiermit bestätige ich, dass Herr/Frau XY, geb. am .... an einer Grunderkrankung leidet, die das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion erhöht.“
  • Die Entscheidung darüber, ob, wie und in welchem Umfang Mitarbeiter*innen ihre jeweilige Tätigkeit ausüben können und sollen, ist sehr individuell und letztlich durch die jeweiligen Arbeitgeber*innen zu treffen.
  • Dabei haben sich Arbeitgeber*innen in ihrer Entscheidungsfindung und hinsichtlich möglicher Konsequenzen in erster Linie eng mit ihren Mitarbeiter*innen und vor allem mit betriebsärztlichen Stellen abzustimmen.

Attest über die Befreiung von der Maskenpflicht

  • Die meisten Bundesländer haben Ausnahmen von der Maskenpflicht definiert, wie z. B.:
    • Kinder bis zum Schuleintritt
    • Personen, denen eine Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar ist.
    • Menschen mit Hörbehinderung (zur verbesserten Kommunikation).
  • Grundsätzlich ist eine Befreiung aus gravierenden medizinischen Gründen möglich, aber sicherlich nur in absoluten Ausnahmefällen gerechtfertigt.

Verhaltensempfehlungen für den Alltag

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt ein deutschsprachiges Plakat mit Hygienetipps zum Schutz vor Infektionskrankheiten bereit.
  • Die BZgA und das RKI geben folgende allgemeine Empfehlungen – AHA+L+A-Regeln:2
    • Abstand halten.
      • Ein Abstand von mindestens 1,5 m zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2.
      • Aufs Händeschütteln und auf Umarmungen sollte verzichtet werden.
    • Hygiene beachten.
      • gute Händehygiene, Husten- und Niesetikette
      • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen.
    • Alltagsmasken tragen.
      • Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wo diese vorgeschrieben ist, und falls man trotz Krankheitszeichen das Haus verlassen muss.
    • Lüften
      • In Innenräumen regelmäßig lüften.
    • App
      • Wenn möglich, die Corona-Warn-App nutzen.
  • RKI-Flyer: 8 einfache Tipps für den Alltag in der Corona-Pandemie

Verhalten bei akuten Atemwegserkrankungen

  • Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art sollten zu Hause bleiben und sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxis oder Tel. 116/117) und nach einem Test fragen.2

Empfehlungen zur Anwendung von Masken (Mund-Nasen-Schutz)

  • Bundesweit müssen im ÖPNV und beim Einkaufen medizinische OP-Masken oder FFP2-Masken getragen werden. Regelungen einzelner Bundesländer können abweichen.2
  • Empfehlungen zum Tragen von Masken bei Kindern111
    • Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hält das Tragen einer Maske im öffentlichen Raum für Kinder ab dem Grundschulalter für „zumutbar“.
  • Weitere Informationen zum Tragen, Reinigen und Anlegen von Masken finden Sie in den Empfehlungen des BfArM.
  • Selbstgenähte Stoffmasken, andere Alltagsmasken und Gesichtsvisiere sind nicht mehr erlaubt.

Kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen

  • Angehörige von Risikogruppen können kostenlose FFP2-Masken in der Apotheke erhalten. Ein vorheriger Arztbesuch oder ein Attest sind nicht nötig.
  • Der Hausärzteverband stellt in der Zeitschrift Der Hausarzt hierzu Informationen zum Ablauf für Ärzt*innen und für Patient*innen zur Verfügung. 

Wirksamkeit von Kontaktreduzierung

  • Eine Auswertung der Daten des GrippeWeb des RKI, das Meldungen aus der Bevölkerung zum Auftreten akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) erfasst, zeigt, dass die Rate an ARE deutlich unter den Werten der Vorjahre um den gleichen Zeitpunkt liegt.

Quarantäne2

  • Wird vom Gesundheitsamt angeordnet.
  • Nähere Informationen finden Sie im Abschnitt Kontaktpersonennachverfolgung.
  • In Quarantäne müssen Personen mit einem hohen Ansteckungsrisiko, d. h.26
    • enger Kontakt > 10 min (< 1,5 m) ohne adäquaten Schutz (Quellfall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS oder FFP2-Maske)
    • Gespräch mit dem Fall unabhängig von der Dauer (ohne adäquaten Schutz, s. o.)
    • Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für > 10 min, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz), oder FFP2-Maske (außerhalb des Arbeitsschutzes) getragen wurde.
  • Für enge Kontaktpersonen gilt eine Quarantänepflicht von 14 Tagen – gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zum Quellfall.26
    • Kann nicht durch negative Antigen- oder PCR-Tests verkürzt werden.
    • gesundheitliches Selbstmonitoring bis zum 14. Tag (tgl. Temperatur messen, Symptomtagebuch, 2 x wöchentlich Antigentest)
  • Regeln für Haushaltsmitglieder: neue Quarantäneempfehlung für weitere Haushaltsmitglieder von maximal 14 Tagen nach Symptombeginn des Primarfalls26
  • Weitere Informationen zu Regelungen für Reisende finden Sie im Abschnitt Risikogebiete. Hier gilt eine Quarantäne von 10 Tagen.
  • Informationen für Betroffene siehe Häusliche Quarantäne: Flyer für Kontaktpersonen.

Viruzides Gurgeln und viruzide Nasensprays

  • Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt die Anwendung von Gurgellösungen und Nasensprays generell und nach Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten (es handelt sich um eine Expertenmeinung; es liegen kaum Daten zur Prävention von COVID-19 vor).112

Hände- und Flächendesinfektion

Hygieneempfehlungen für medizinische Einrichtungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Optionen zur Entlastung der Praxis

  • Stimmen Sie im Praxisteam die Triage ab, sodass Ihr Team bereits am Telefon Patient*innen filtern kann; passen Sie Ihre (Online-)Terminvergabe an.
  • Bauen Sie Ihre Telefon- und/oder Videosprechstunden aus.
  • Option für größere Praxen: Bilden Sie nach Möglichkeit ein Team für Patient*innen mit Infekten (Teammitglieder sollten nicht chronisch krank/immunsupprimiert sein) und ein Nicht-Infekt-Team (ist auch für die Arbeiten ohne direkten Patientenkontakt zuständig).
  • Behandlung von Kindern (potenzielle Vektoren, aber selten krank): möglichst nicht im Rahmen der Chroniker-Sprechstunde, sondern idealerweise in einer eigenen Sprechstunde
  • Unnötige persönliche Patientenkontakte reduzieren (z. B. Rezepte/Überweisungen per Post zusenden).
  • Gesichtsschutzschild stets nach dem Abnehmen mit 70 % Isopropylalkohol desinfizieren.
  • Weitere organisatorische Hinweise siehe Originaltext der Leitlinie.

Empfehlungen für Einrichtungen des Gesundheitswesens 

Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung

RKI-Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung113

  • RKI-Flussschema: COVID-19: Entlassungskriterien aus der Isolierung Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte 
  • Bei schwerem COVID-19-Verlauf (mit Sauerstoffbedürftigkeit)
    • mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit (bzw. nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung)
    • PLUS frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
    • PLUS PCR-Untersuchung 
    • bei kritischer Erkrankung (Intensivstation/Beatmung): 2 konsekutive Untersuchung im Abstand von mind. 24 Stunden aus jeweils 2 zeitgleich entnommenen Proben
  • Bei leichtem COVID-19-Verlauf (ohne Sauerstoffbedürftigkeit)
    • mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit (bzw. nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung)
    • PLUS frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
    • PLUS Antigentest
  • Personen mit asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion
    • frühestens 14 Tage nach Erstnachweis des Erregers
    • PLUS Antigentest
  • Besondere Personengruppen
    • immunsupprimierte Personen
      • zeitlich verlängerte Ausscheidung vom vermehrungsfähigen Virus möglich, Einzelfallbeurteilung, ggf. Virusanzucht
      • bei anhaltend hoher Virusauslast nach 21 Tagen: Sequenzierung empfohlen
    • medizinisches Personal
      • Zur Entisolierung und Aufhebung des Tätigkeitsverbots von medizinischem Personal gelten dieselben o. g. Kriterien.
      • In Situationen mit akutem Personalmangel kann bei leichtem Verlauf eine Verkürzung der 14-tägigen Isolationsdauer im Einzelfall erwogen werden – nach Erreichen von 48 Stunden Symptomfreiheit und Vorliegen von 2 negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden.
    • Bewohner*innen von Altenpflegeeinrichtungen
      • Zusätzlich zu den o. g. Kriterien wird vor der Entisolierung eine ergänzende PCR-Untersuchung empfohlen.
    • asymptomatische Personen mit direktem Erregernachweis nach vollständiger Impfung
      • unabhängig von der initial festgestellten Viruslast Isolierung von mindestens 5 Tagen Dauer empfohlen
      • abschließende PCR-Verlaufsuntersuchung
      • Symptome oder Viruslast oberhalb des Schwellenwertes (106 Kopien/ ml): Isolierung, wie bei asymptomatischen Personen ohne Impfung
  • Negatives PCR-Resultat basierend auf zwei zeitgleich durchgeführten Abstrichen: einem oropharyngealen und einem nasopharyngealen Abstrich
    • ggf. Überführung zweier Abstrichtupfer in dasselbe Transportmedium oder Abnahme beider Abstriche mit demselben Abstrichtupfer
  • PCR-Ergebnis
    • negativ
    • ODER positiv, aber unter einem definierten Schwellenwert (quantitative Bezugsprobe Zellkulturüberstand < 1.000.000 Kopien/ml).

Vorgehen in Pflegeeinrichtungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis22

Gespräche mit Pflegeeinrichtungen

  • In den meisten Pflegeeinrichtungen sind Maßnahmen zum Schutz gegen das SARS-CoV-2-Virus inzwischen etabliert. Wichtige Aspekte finden Sie im Originaltext der Leitlinie.
  • Einige sind hier beispielhaft genannt:
    • räumliche Trennung und Isolierung von akut respiratorisch Erkrankten, ggf. gemeinsame Isolierung von erkrankten Gruppen (siehe Handlungsempfehlung zur häuslichen Isolierung der DEGAM)
    • kein Zutritt von Erkrankten oder COVID-19-Kontaktpersonen zu den Einrichtungen
    • Grundsätzliches Tragen von FFP2-Masken im Bewohnerbereich durch alle Berufsgruppen und Besucher*innen.
  • Ein tägliches aktives Monitoring auf Symptome einer Atemwegserkrankung und anderer Symptome wird vom RKI empfohlen, um mögliche COVID-19-Erkrankungen frühzeitig zu detektieren:
    • Mindestens 1 x tgl. Fieber > 37,8 °C oral, Husten, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Schnupfen erfragen sowie Sauerstoffsättigung mittels Pulsoxymeter messen.
    • Bei Abfall der Sauerstoffsättigung und fehlenden Hinweisen auf andere organische Ursachen (wie z. B. eine dekompensierte Herzinsuffizienz) sollte eine bisher unerkannte SARS-CoV2-Infektion erwogen und ein PCR-Test veranlasst werden.
  • Generell: Aktualisierung von Patientenverfügungen

Vorgehen bei Neugeborenen und Wöchnerinnen

  • Diese Referenz116 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.
  • Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Kind soll unter Einhaltung der Hygieneregeln und -maßnahmen (Händedesinfektion, MNS, kein Schleimhautkontakt, u. a. kein Küssen) ermöglicht werden.
  • Stillen soll bei SARS-CoV-2-positiven Müttern ermöglicht und unterstützt werden.
  • Siehe auch Update der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen

  • Das RKI-Dokument Empfehlungen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen richtet sich an Ärzt*innen, die eine äußere Leichenschau vornehmen (z. B. Haus- und Notärzt*innen, Bedienstete von Gesundheitsämtern) und sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter*innen, die Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen haben.
  • Die DEGAM-S1-Handlungsempfehlung fasst die RKI-Empfehlungen zusammen:22
    • Es existieren keine Daten zur Kontagiosität von mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen.
    • Mit SARS-CoV-2 infizierte Verstorbene müssen als kontagiös angesehen werden.
    • Ärzt*innen, die eine äußere Leichenschau vornehmen und sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter*innen, die Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen haben, sollten die üblichen Schutzmaßnahmen ergreifen wie beim Umgang mit SARS-CoV-2-Infizierten: Gesichtsschutzschild, Mund-Nasen-Schutz (bei Aerosol-Produktion FFP2-Maske), Schutzkittel, Handschuhe.
    • Auf der Todesbescheinigung sollte auf die SARS-CoV-2-Infektion hingewiesen werden, ebenso sollten die Mitarbeiter*innen des Bestattungsinstituts darauf hingewiesen werden.

Meldepflicht

  • Diese Referenz117 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.
  • Namentlich meldepflichtig ist der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).
  • Eine Meldepflicht besteht22
    • bei jeder laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektion (PCR oder Antigen-Schnelltest)2 sowie 
    • bei folgender Verdachtskonstellation: Symptome UND Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall.
    • In Lageberichten und im Dashboard werden nur PCR-bestätigte Fälle gezählt.2
  • Zur Meldung verpflichtet sind nicht nur Ärzt*innen, sondern auch Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter*innen von Einrichtungen (u. a. Schulen, Kindergärten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen und sonstigen Massenunterkünften).
  • Beim RKI sind weitere Informationen zur Meldung von Verdachtsfällen nachzulesen.
  • Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt.
    • Das zuständige Gesundheitsamt und dessen Kontaktdaten können mithilfe des Postleitzahltools des RKI ermittelt werden: PLZ-Tool.

Berufskrankheit

  • Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) kommt für COVID-19 „bei Versicherten, die im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig sind oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt waren, die Anerkennung als Berufskrankheit der Ziffer 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung in Betracht."
  • Bei positiver Testung, entsprechenden Krankheitsanzeichen sowie der Vermutung eines Infektionsweges über die berufliche Tätigkeit sollte eine Erstattung einer ärztlichen Berufskrankheitenanzeige erfolgen.118

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlauf

Symptomatik und klinischer Verlauf allgemein2

  • Genauere Informationen zu den verschiedenen Manifestations- und Verlaufsformen von COVID-19 finden Sie im Abschnitt Symptome.
  • Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Multiorganversagen.5
  • Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall.
  • Meist in der zweiten Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten kann, das u. U. eine Sauerstoffaufsättigung des Blutes außerhalb des Körpers (ECMO) erforderlich macht.5
    • 1 % der COVID-19-Patient*innen in Deutschland haben eine Pneumonie entwickelt.5 
    • 7 % wurden hospitalisiert.
    • In Deutschland werden 93 % der COVID-19-Fälle ambulant versorgt.
  • Inkubationszeit bis zu 14 Tage, im Median 5–6 Tage5
  • Zeit vom Symptombeginn bis zum Auftreten einer Pneumonie oder eines ARDS laut RKI bei 4 bzw. 8 Tagen
  • Zeit von Symptombeginn bis zur Aufnahme auf Intensivstation im Median 5 Tage
  • Intensivbehandlung dauerte im Median 5 Tage, mechanische Beatmung im Median 10 Tage.
  • Hospitalisierte Patient*innen ohne Intensivbehandlung oder Beatmung waren im Schnitt (Median) 7 Tage hospitalisiert.5

Klinischer Verlauf bei Kindern

  • Meist asymptomatischer oder milder Krankheitsverlauf5
  • Schwere Verläufe sind selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder sowie Kinder mit pulmonalen oder kardialen Vorerkrankungen.5

Dauer der Erkrankung2

  • Bei milden Fällen dauert die Erkrankung vom Symptombeginn bis zur Genesung 2 Wochen, bei Patient*innen mit schwerem oder kritischen Erkrankungsverlauf in der Regel 3–6 Wochen.29

Häufigkeiten von asymptomatischen, milden und schweren Verläufen2

  • Rund 30–40 % der Infektionen (besonders bei Kindern und älteren Menschen) verlaufen asymptomatisch und ca. 45–55 % mild bis moderat.22
  • Ca. 7 % der in Deutschland übermittelten Fälle werden hospitalisiert und davon schätzungsweise 14 % intensivmedizinisch behandelt.5
  • 60 % der intensivmedizinisch behandelten Patient*innen werden beatmet, davon versterben durchschnittlich 36 %.
  • Klinische Prädiktoren für einen schweren Verlauf31
    • Alter > 50 Jahre
    • männliches Geschlecht
    • Persistenz von Fieber (mit Antipyretika häufig kaum zu beeinflussen)
    • ausgeprägte Lymphopenie, Erhöhung von LDH und Troponin.
  • Schwangere
    • Haben vergleichsweise seltener Symptome, aber ein leicht erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf im Vergleich zu Nichtschwangeren. Todesfälle sind selten.5,21
    • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher.35
    • Risikofaktoren für einen schweren Verlauf: Alter der Mutter, starkes Übergewicht, vorbestehender Bluthochdruck, Gestationsdiabetes und Präeklampsie5

Vergleich von COVID-19 mit Influenza2

  • Das RKI hat hospitalisierte COVID-19-Patient*innen mit Pneumonie-Erkrankten während der jährlichen saisonalen Grippewellen von 2015–2019 in Bezug auf die Schwere der Pneumonien verglichen.
    • COVID-19: mediane Beatmungsdauer 10 Tage 
    • Influenza: mediane Beatmungsdauer 4 Tage

Co-Infektionen2

  • Insbesondere bei schweren Verläufen5
    • nachgewiesene Erreger u. a. Mycoplasma pneumoniae, Candida albicans und Aspergillus spp.
    • einige Fälle mit Superinfektionen mit multiresistenten Bakterien (z. B. Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii)

Komplikationen 

  • Gleichzeitige bakterielle Sepsis
  • Ateminsuffizienz
  • ARDS
  • Neurologische Symptome/Ausfälle119
  • Tiefe Venenthrombosen und Lungenembolie120
    • Folgeerkrankung Hirnvenenthrombose nach COVID-19: Häufigkeit bei 39/1.000.000121
  • Verschiedene Herz-Kreislauf-Komplikationen und -Folgeerkrankungen5
    • Myokardschädigungen 
    • Myokarditis
    • Myokardinfarkt
    • Herzinsuffizienz
    • Herzrhythmusstörungen
    • venöse thromboembolische Ereignisse
    • Mehrere Publikationen berichten von einer Zunahme der Rate an plötzlichen (Herz-)Todesfällen.122
  • Nierenversagen
  • Neues Auftreten eines Diabetes mellitus mit schwerer Stoffwechselentgleisung bis hin zur tödlichen Ketoazidose123
    • Entgleisung eines bereits bestehenden Diabetes mellitus
  • Psychosoziale Folgen von Quarantäne und Kontaktreduzierung laut BMBF
    • Angstzustände
    • Schlafprobleme
    • somatoforme Symptome
    • depressive Symptome
    • andere psychosoziale Probleme (familiäre Konflikte etc.)
  • Häusliche Gewalt
    • In einer Studie der TU-München, für die rund 3.800 Frauen über die Zeit strenger Kontaktbeschränkungen befragt wurden, gaben 3 % der Befragten an, während des Lockdowns Opfer körperlicher häuslicher Gewalt geworden zu sein.124
    • In 6,5 % aller Haushalte wurden Kinder körperlich bestraft.
    • 3,6 % der Befragten geben an, von ihrem Partner vergewaltigt worden zu sein.
    • In Quarantäne und bei finanziellen Sorgen lagen diese Zahlen deutlich höher.
    • Hilfsangebote wurden wenig genutzt.
  • Folgen der Public-Health-Maßnahmen
    • Manche schwerkranke Patient*innen kommen trotz schwerer Symptome (Angina/neurologische Ausfälle) aus Angst nicht in die Notaufnahme/Praxis.
      • Laut Daten aus den USA ging die Zahl der Klinikbehandlungen wegen eines akuten Herzinfarktes auf die Hälfte zurück.125
      • Impfquoten bei Säuglingen nahmen in den USA auf die Hälfte ab.126
    • Laut einer Modellierungsstudie werden mit jeder Woche, in der elektive Operationen nicht möglich sind, weltweit 2,4 Mio. chirurgische Eingriffe verschoben.127
    • D. h. innerhalb von 12 Wochen wurden weltweit 28 Mio. Eingriffe verschoben.
    • In Deutschland wurden nach Hochrechnungen über 900.000 Operationen verschoben, davon 52.000 Eingriffe bei malignen Erkrankungen (24 % aller Krebsoperationen).
    • Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie werden durch die geringere Zahl an Screening-Untersuchungen im Verlauf der COVID-19-Pandemie zahlreiche Krebsdiagnosen verspätet gestellt.
  • Mehrere Länder berichten Fälle mit einem Krankheitsbild, das das ECDC als Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) in Kombination mit einem Toxic Shock Syndrome (TSS) bezeichnet.5
    • MISC-TSS weist Ähnlichkeit mit dem Kawasaki-Syndrom auf, das bei Kindern im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten beobachtet wird.
  • Schwangerschaftskomplikationen
    • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher.35

Prognose

Allgemeine Informationen zur Prognose von COVID-19

  • Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten/infizierten Fälle (Infection Fatality Rate, IFR).22
    • Die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen ist unbekannt und deutlich höher als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle.5
    • Die IFR wird nur auf der Basis von Seroprävalenzdaten geschätzt.22
    • Derzeit kann nur der Fall-Verstorbenen-Anteil zuverlässig berechnet werden, z. B. als Quotient der gemeldeten Sterbefälle und der Zahl der gemeldeten Fälle (Case Fatality Rate, CFR).5,22
  • Angaben laut RKI für Deutschland
    • Fall-Verstorbenen-Anteil bei Erkrankten bis etwa 50 Jahren unter 0,1 %
    • Steigt ab 50 Jahren zunehmend an und liegt bei Personen über 80 Jahren häufig über 10 %.5
      • 90 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre und älter.128
    • Von den übermittelten Fällen, die in Pflegeeinrichtungen (oder anderen Gemeinschaftsunterkünften) betreut wurden, sind 14 % verstorben.
    • Von den intensivmedizinisch betreuten Fällen, die bereits abgeschlossen sind, sind laut RKI (DIVI-Intensivregister) 29 % verstorben.6
  • Daten einer großen seroepidemiologischen Studie aus Spanien ergeben eine Letalität (Infection Fatality Rate, IFR) von 1,1 bis 1,4 % bei Männern und 0,58 bis 0,77 % bei Frauen.129
  • Einer Lancet-Publikation zufolge lag die Letalität bei 1.035 Patient*innen aus 36 verschiedenen Ländern, die mittels ECMO therapiert wurden, bei knapp unter 40 %.130
  • Bei Kindern scheint die Erkrankung vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen.
    • schwere oder gar kritische Verläufe nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen2
  • Schwangere haben im Vergleich seltener Symptome, aber möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf (mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für invasive Beatmung, Mortalität insgesamt sehr gering).5,21

Exzess-Mortalität

  • Inzwischen lässt sich aus internationalen Todeszahlen-Statistiken eine deutliche Exzess-Mortalität („Übersterblichkeit“) in Ländern ablesen, in denen es zu hohen Fallzahlen kam (siehe hierzu euromomo.eu).
    • Für Deutschland liegen hier allerdings nur Daten aus Hessen vor.
  • Laut dem Statistischen Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen im April 2020 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, ebenso im August (im Zuge der Hitzewelle). Die Sterbefallzahlen im September lagen ebenfalls etwas über dem Durchschnitt der Vorjahre. Einen weiteren auffälligen Anstieg über den Durch­schnitt hinaus gab es ab der zweiten Oktober­hälfte.131
  • Im November 2020 sind laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland 11 % mehr Menschen verstorben als durchschnittlich im November der Jahre 2016 bis 2019.132
    • Die hohen Sterbefallzahlen im November 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen.

Einflussfaktoren auf die Prognose

  • Siehe auch Risikofaktoren im Abschnitt Anamnese.
  • Laut der dänischen Nationalkohorte (n = 11.122; 80 % ambulant betreut) beträgt das Sterberisiko bei Abwesenheit von Vorerkrankungen:22
    • im Alter von 50–59 Jahren 0 % (bzw. 1–8 %)*
    • im Alter von 60–69 Jahren 1 % (bzw. 5–11 %)*
    • im Alter von 70–79 Jahren 4 % (bzw. 14–29 %)*
    • im Alter von 80–89 Jahren 4 % (bzw. 23–36 %)*
    • und im Alter von über 90 Jahren 37 % (bzw. 44–51 %)*.
      * in Klammern Werte für das Sterberisiko mit 1–4 Vorerkrankungen
  • Laut einer internationalen Kohortenstudie erhöht eine Infektion mit SARS-CoV-2 die postoperative Sterblichkeit. Diese lag auch bei elektiven Eingriffen bei 18,9 % (25,6 % bei Notfalloperationen).133
  • In Deutschland ist die Sterblichkeit in sozial stark benachteiligten Regionen deutlich erhöht gegenüber Regionen mit geringer sozialer Benachteiligung.128
  • Menschen mit Trisomie 21 haben ein deutlich erhöhtes Sterberisiko bei COVID-19.134

Langzeitfolgen (Long COVID) laut RKI5und DEGAM22

  • Laut RKI-FAQ2
    • zeitliche Unterteilung in 3 Phasen
      • akute COVID-19-Krankheitsphase (COVID-19-Symptome bis 4 Wochen nach vermuteter oder nachgewiesener akuter COVID-19-Erkrankung)2
      • subakute Krankheitsphase (fortbestehende COVID-19-Symptome Woche 4 bis Wochen 12 nach Symptombeginn)
      • „Long COVID" oder „Post-COVID-19-Syndrom" (Symptome, die im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung oder auch danach aufgetreten sind, mehr als 12 Wochen nach Erkrankung noch vorliegen und nicht anderweitig erklärt werden können)
  • Grundsätzlich längere Genesungszeiten bei Infektionskrankheiten mit Pneumonien
  • Organspezifische Langzeitfolgen nach Intensivbehandlungen
  • Auch bei milderen Verläufen längerfristige Müdigkeitserscheinungen, Merkstörungen, Gedächtnisprobleme oder Wortfindungsstörungen, auch Schwindel oder plötzliches Erbrechen
    • häufige Beschwerden laut DEGAM: Müdigkeit/Erschöpfung, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Haarausfall, Angst/Depression und Konzentrationsstörungen, auch Fieber, Husten, Hautausschläge, Belastungsdyspnoe, Brustenge, Schwindel und weitere Symptome
  • Bisher keine einheitliche Definition für Langzeitfolgen
    • wenig bekannt über den klinischen Verlauf nach sehr milden oder asymptomatischen Erkrankungen
  • Häufigkeit
    • Laut Studiendaten benötigen etwa 40 % der hospitalisierten Erkrankten längerfristige Unterstützung.
      • 13,3 % aller Erkrankten haben Symptome für länger als 4 Wochen, 4,5 % länger als 8 Wochen und 2,3 % länger als 12 Wochen.
      • erhöhtes Risiko für Long COVID bei höherem Alter, erhöhtem BMI und weiblichem Geschlecht
    • Deutsche Studiendaten zeigen bei ca. 10 % von Personen mit zunächst geringen COVID-19-Symptomen noch nach Monaten unspezifische Symptome, wie Atembeschwerden, Schlaflosigkeit, Geschmacksstörungen und Müdigkeit.2
    • Eine Studie des RKI litten ca. 20 % von ursprünglich nicht hospitalisieren Erkrankten nach 60 Tagen noch an mindestens einem Symptom. 
  • Für die Wirksamkeit von Unterstützungsmaßnahmen, wie z. B. Atemtechniken, Physiotherapie, Verhaltenstherapie, Gedächtnistraining, gibt es bislang noch keine wissenschaftlich belastbaren Belege.

Verlaufskontrolle/Rehabilitation

Interdisziplinäre S3-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-1928

Nachuntersuchungen

  • Bei Patient*innen mit stationär behandelter COVID-19-Erkrankung sollte nach 8–12 Wochen eine Nachuntersuchung bezüglich Langzeitfolgen erfolgen.
  • Idealerweise sollte dies im Rahmen von Registern oder Studien erfolgen.
  • Das „Post-COVID-19-Syndrom" kann unabhängig von der Schwere der Erkrankung auftreten, also auch bei Patient*innen, die nur leicht erkrankt waren und ambulant behandelt wurden.
  • Alle nachweisbaren Organveränderungen nach COVID-19 sollten Anlass zu einer für die jeweilige Erkrankung empfohlenen Diagnostik und evtl. Therapie geben.

Rehabilitation

Empfehlung für die Wiederaufnahme von Freizeitsport

  • Autoren des BMJ haben hierzu einen „Practice Pointer" mit folgenden Empfehlungen herausgegeben:135
    • Das individuelle Risiko von Patient*innen nach einer COVID-19-Erkrankung soll beurteilt werden, bevor eine Empfehlung zur Wiederaufnahme sportlicher Betätigung ausgesprochen wird.
    • Patient*innen mit weiter bestehenden Symptomen oder Personen, die einen schweren Verlauf von COVID-19 hatten, der auf eine Herzbeteiligung hinweist, benötigen eine genauere klinische Abklärung.
    • Nach einer körperlichen Untersuchung sollte, abhängig von der Schwere der Symptome, ein 12-Kanal-EKG durchgeführt werden.
    • Bei pathologischem Befund sollte eine Troponin-Bestimmung und eine Überweisung/Einweisung in die Kardiologie zum Herzecho erfolgen.
    • Erst nach 7-tägiger Symptomfreiheit soll eine sportliche Betätigung wieder aufgenommen werden. Dabei soll für 2 Wochen nur auf der geringsten Belastungsstufe trainiert werden.
    • Patient*innen sollten dabei auf ihre Belastbarkeit achten und bei Symptomen wie übermäßige Erschöpfung, Atemnot oder Herzrasen ärztliche Hilfe suchen.

Empfehlungen für Wettkampfsportler*innen

  • DEGAM: Es wird empfohlen (nicht evidenzbasiert), für 6 Monate nach überstandener COVID-19-Erkankung keinen Leistungssport zu betreiben.22
  • JAMA-Autor*innen (Mitglieder des American College of Cardiology's Sports & Exercise Cardiology Council) schlagen ein strukturiertes Vorgehen vor der Wiederaufnahme sportlicher Betätigungen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung für Wettkampfsportler*innen und sportlich hoch aktive Personen vor.
  • So soll myokardialen Schädigungen vorgebeugt werden:136
    • asymptomatischer Verlauf
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Virusnachweis
      • langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung
      • Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung
    • milde oder moderate Symptome
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Symptomfreiheit
      • dann Troponin
      • 12-Kanal-EKG, Herzecho
      • abhängig von den Befunden evtl. weitere Diagnostik
      • bei unauffälligen Befunden langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung, Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung
      • bei Hinweisen auf eine kardiale Beteiligung Vorgehen wie bei einer Myokarditis
    • Deutliche Symptome, hospitalisiert: In der Klinik Troponin, kardiale Bildgebung erwägen.
    • bei pathologischen Befunden: Vorgehen wie bei einer Myokarditis
    • bei fehlenden Hinweisen auf myokardiale Beteiligung während des Klinikaufenthalts:
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Symptomfreiheit
      • Dann kardiologische Diagnostik erwägen, wenn sie nicht in der Klinik erfolgt ist.
      • bei unauffälligen Befunden langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung, Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung

Patienteninformationen

Worüber sollten Sie die Patient*innen informieren?

  • Empfehlungen des RKI für Reiserückkehrer*innen: Informationen für Reisende in verschiedenen Sprachen
  • In Hinblick auf Hygieneregeln beraten:
    • AHA+L+A-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften, App (Corona-Warn-App)
    • Die „3 G" meiden: geschlossene Räume, Gruppen, Gespräche.5
  • Personen, die einen engen Kontakt mit einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten Kontakte zu anderen Personen vermeiden und insbesondere bei respiratorischen Symptomen telefonisch ärztlichen Rat einholen oder sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
  • Wenn das Gesundheitsamt hinzugezogen wurde: Bei Kontakt zu einer infizierten Person die Anweisungen des Gesundheitsamtes befolgen.

Patienteninformationen in Deximed

Weitere Informationen für Patient*innen

Quellen

Links zu weiteren Informationen

Empfehlungen und Informationsmaterial für die Hausarztpraxis

Impfung gegen COVID-19

Antigentest

Fallzahlen und Statistiken

Corona-Warn-App

Meldepflicht

Stationäre Versorgung

Versorgung in Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Ambulante Pflegedienste

Berufliche und arbeitsrechtliche Aspekte

Wissenschaftliche Stellungnahmen und Publikationen

Leitlinien

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis. AWMF-Leitlinie Nr. 053-054. S1, Stand 30.04.2021 (Version 18). www.degam.de
  • Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19. AWMF-Leitlinie Nr. 113-001. S3, Stand 17.05.2021. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. AWMF-Leitlinie Nr. 018-037. S1, Stand 30.04.2021. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG). Empfohlene Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung in deutschen Krankenhäusern und Kliniken im Zusammenhang mit dem Coronavirus. AWMF-Leitlinie Nr. 015-092. S1, Stand 19.03.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive. AWMF-Leitlinie Nr. 128-002. S1, Stand 18.03.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Neurologische Manifestation bei COVID-19-Patient*innen. AWMF-Leitlinie Nr. 030-144. S1, Stand 18.08.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie. AWMF-Leitlinie Nr. 184-001. S1, Stand 10.08.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin.  Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der SARS-CoV-2-Übertragung in Schulen - Lebende Leitlinie. AWMF-Leitlinie Nr. 027-076. S3, Stand 07.02.2021. www.awmf.de

Literatur

  1. WHO: Coronavirus disease (COVID-19). Pandemic. Stand 24. März 2020 (letzter Zugriff 25.03.2020). www.who.int
  2. RKI. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19. Stand 10.06.2021 (letzter Zugriff am 10.06.2021). www.rki.de
  3. Joannidis JPA. A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data. Stat News. March 17, 2020. (letzter Zugriff am 19.03.2020) MARCH 17, 2020. www.statnews.com
  4. RKI. SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten. Stand 10.06.2021 (letzter Zugriff am 10.06.2021). www.rki.de
  5. RKI. Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19. Stand 19.04.2021 (letzter Zugriff am 20.04.2021). www.rki.de
  6. RKI. Täglicher Lage-/Situationsbericht des RKI zu COVID-19 Stand 16.06.2021 (letzter Zugriff am 17.06.2021). www.rki.de
  7. RKI. Serologische Untersuchungen von Blutspenden auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 (SeBluCo-Studie). Zwischenauswertung Datenstand 03.06.2021 www.rki.de
  8. RKI. COVID-19: Jetzt handeln, vorausschauend planen. Epid Bull. 2020; 12.19.03.2020. www.rki.de
  9. RKI. SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten. Stand 10.06.2021 (letzter Zugriff am 10.06.2021). www.rki.de
  10. Apolone G, Montomoli E, Manenti A, et al. Unexpected detection of SARS-CoV-2 antibodies in the prepandemic period in Italy. Tumori Journal. November 2020. journals.sagepub.com
  11. RKI. Übersicht zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten (VOC). Stand 26.05.2021 (letzter Zugriff am 27.05.2021). www.rki.de
  12. RKI. Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland (Stand 16.06.2021). www.rki.de
  13. Oude Munnink B, Sikkema RS, Nieuwenhuijse DF, et al. Transmission of SARS-CoV-2 on mink farms between humans and mink and back to humans. Science 2020. science.sciencemag.org
  14. Matson MJ, Kwe Yinda C, Seifert SN, Bushmaker T, Fischer RJ, van Doremalen N, et al. Effect of environmental conditions on SARS-CoV-2 stability in human nasal mucus and sputum Emerg Infect Dis. 2020 Sep. wwwnc.cdc.gov
  15. Buchholz U, Lehfeld AS, Otte im Kampe E, et al. Epidemiologie von COVID-19 im Schulsetting. Epid Bull 2021;13:3 -16 | DOI 10.25646/8030. www.rki.de
  16. Harder T, Koch J, Vygen-Bonnet S, Scholz S, et al. Wie gut schützt die COVID-19-Impfung vor SARS-CoV-2-Infektionen und SARS-CoV-2-Transmission? – Systematischer Review und Evidenzsynthese Epid Bull 2021;19:13 -23 | DOI 10.25646/8442 www.rki.de
  17. Endo A, Centre for the Mathematical Modelling of Infectious Diseases COVID-19 Working Group, Abbott S et al. Estimating the overdispersion in COVID-19 transmission using outbreak sizes outside China [version 1; peer review: 1 approved, 1 approved with reservations]. Wellcome Open Res 2020, 5:67. doi.org
  18. Kupferschmidt K. Why do some COVID-19 patients infect many others, whereas most don’t spread the virus at all? Science 2020. www.sciencemag.org
  19. Long Q, Tang X, Shi Q, et al. Clinical and immunological assessment of asymptomatic SARS-CoV-2 infections. Nat Med (2020). https://doi.org/10.1038/s41591-020-0965-6. www.nature.com
  20. Solbach W, Schiffner J, Backhaus I, et al. Antibody profiling of COVID-19 patients in an urban low-incidence region in Northern Germany. medRvix 2020. www.medrxiv.org
  21. BMJ Best Practice. Coronavirus disease 2019 (COVID-19). Epidemiology (letzter Zugriff am 11.11.2020). bestpractice.bmj.com
  22. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Neues Coronavirus –Informationen für die hausärztliche Praxis. AWMF-Leitlinie Nr. 053-054. S1, Stand 30.04.2021, Version 18. www.degam.de
  23. KBV. Coronavirus - Informationen für Ärztinnen, Ärzte und Praxispersonal (letzter Zugriff am 26.04.2021). www.kbv.de
  24. RKI. Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2). Stand 12.03.2021. (letzter Zugriff am 06.04.2021). www.rki.de
  25. RKI. Testkriterien für die SARS-CoV-2 Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit Verdacht auf COVID-19 Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (Stand 09.04.2021).(letzter Zugriff am 12.04.2021). www.rki.de
  26. RKI. Kontakt­personen­nach­ver­folgung bei Infektionen durch SARS-CoV-2 Stand: 20.05.2021 (letzter Zugriff am 20.05.2021). www.rki.de
  27. RKI. Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland getestet? Stand 01.04.2021 (letzter Zugriff am 06.04.2021). www.rki.de
  28. Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19. AWMF-Leitlinie Nr. 113-001. S3, Stand 17.05.2021. www.awmf.org
  29. Report of the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) 16-24 February 2020 (letzter Zugriff am 03.03.2020). www.who.int
  30. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Das Symptom der „Covid-Zehen“: COVID-19 und schmerzhafte Schädigungen an den Enden der Extremitäten. Stand 25.08.2021 (letzter Zugriff am 04.02.2021). derma.de
  31. RKI. STAKOB, Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger am Robert Koch-Institut. Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19 (Stand 01.03.2021). www.rki.de
  32. Knight SR, Ho A, Riinu P, Buchan I, Carson G, Drake TM, et al. Risk stratification of patients admitted to hospital with covid-19 using the ISARIC WHO Clinical Characterisation Protocol: development and validation of the 4C Mortality Score BMJ 2020; 370 :m3339. www.bmj.com
  33. Rommel A, von der Lippe E, Treskova-Schwarzbach M, Scholz S. Bevölkerung mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe in Deutschland. Auswertungen der Studie GEDA 2019/2020-EHIS. Journal of Health Monitoring 6 (S2/2021): 2–15. DOI 10.25646/7858.2. www.rki.de
  34. COVIDSurg Collaborative, GlobalSurg Collaborative. Timing of surgery following SARS‐CoV‐2 infection: an international prospective cohort study. Anaesthesia 2021. doi:https://doi.org/10.1111/anae.15458. associationofanaesthetists-publications.onlinelibrary.wiley.com
  35. Qin Wei S, Bilodeau-Bertrand M, Liu S, Auger N. The impact of COVID-19 on pregnancy outcomes: a systematic review and meta-analysis. CMAJ Mar 2021, cmaj.202604; DOI: 10.1503/cmaj.202604. www.cmaj.ca
  36. Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Coronavirus-Infektion (Covid-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. AWMF-Leitlinie Nr. 018-037 (Stand 30.04.2021). www.awmf.org
  37. Rößler M, Jacob J, Risch L, et al. Hierarchisierung von Risikofaktoren für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe im Kontext der COVID-19-Schutzimpfungen – Eine gepoolte GKV-Routinedatenanalyse basierend auf 30 Mio. Versicherten. Epid Bull 2021;19:3 -12. www.rki.de
  38. Wyllie AL, Fournier J, Cassanovas-Massana A, et al. Saliva or Nasopharyngeal Swab Specimens for Detection of SARS-CoV-2. September 24, 2020 N Engl J Med 2020; 383:1283-1286 DOI: 10.1056/NEJMc2016359 www.nejm.org
  39. Seifried J, Böttcher S, von Kleist M, et al. Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung Epid Bull 2021;17:3 -14 | DOI 10.25646/8264 www.rki.de
  40. Buchholz U, Abu Sin M, Stoliaroff-Pépin A, et al. Spektrum diagnostischer Proben zum Nachweis von SARS-CoV-2, Selbstabnahme durch Patient *innen und möglicher Einsatz von Antigen-Tests Epid Bull 2021;17:15 -26. www.rki.de
  41. Tu YP, Jennings R, Hart B, et al. Swabs Collected by Patients or Health Care Workers for SARS-CoV-2 Testing. NEJM 2020. doi:DOI: 10.1056/NEJMc2016321 www.nejm.org
  42. RKI. Fachgruppe – COVRIIN. Medikamentöse Therapie bei COVID-19 mit Bewertung durch die Fachgruppe COVRIIN am Robert Koch-Institut. Stand 14.05.2021 (letzter Zugriff am 17.05.2021). deximed.de
  43. Rüttermann V. Husten; Schwerpunkt: Hausärztliche Medizin – Teil I; Thoraxsonographie – eine wertvolle Ergänzung der Basisdiagnostik in der zeitnahen ambulanten Abklärung von Husten und Luftnot. Der Internist 2020. www.springermedizin.de
  44. DEGUM. Portable Sonografiegeräte gehören in jede Notaufnahme 30.03.2020. COVID-19-Pneumonie mit Lungenultraschall schnell erkennen und Klinikpersonal schützen. Pressemitteilung vom 30.03.2020 (letzter Zugriff am 14.04.2020). www.degum.de
  45. Singanayagam A, Chalmers JD, Hill AT. Severity assessment in community-acquired pneumonia: a review, QJM: An International Journal of Medicine, Volume 102, Issue 6, June 2009, Pages 379–388. doi.org
  46. RKI. Hinweise zum ambulanten Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht erkrankten bestätigten COVID-19-Patienten. Stand 30.11.2020 (letzter Zugriff am 01.12.2020). www.rki.de
  47. Royal College of Obstetricians & Gynaecoloists. Coronavirus (COVID-19) infection and pregnancy. Stand 17.04.2020. (Letzter Zugriff am 04.05.2020) www.rcog.org.uk
  48. The RECOVERY Collaborative Group. Dexamethasone in Hospitalized Patients with Covid-19 — Preliminary Report. NEJM 2020. www.nejm.org
  49. arznei-telegramm. Therapiekritik - zum Nutzen von Dexamethason (Fortecortin, Generika) bei COVID-19. a-t 2020; 51: 49-50. www.arznei-telegramm.de
  50. arznei-telegramm. TOCILIZUMAB (ROACTEMRA): INTERLEUKIN-6-REZEPTORANTAGONIST GEGEN COVID-19. e a-t 3/2021b. www.arznei-telegramm.de
  51. RKI. Gemeinsame Stellungnahme der Fachgruppe COVRIIN, des STAKOB und der DGI zum Einsatz von monoklonalen Antikörpern bei COVID-19 (Stand 10.05.2021). www.rki.de
  52. Hoffmann M, Hofmann-Winkler H, Krüger N, et al. SARS-CoV-2 variant B.1.617 is resistant to Bamlanivimab and evades 2 antibodies induced by infection and vaccination. bioRxiv preprint 2021. doi:https://doi.org/10.1101/2021.05.04.442663 www.biorxiv.org
  53. aerzteblatt.de. COVID-19: FDA entzieht Antikörper Bamlanivimab Notfallzulassung für Monotherapie. Stand 19.04.2021. www.aerzteblatt.de
  54. WHO Solidarity Trial Consortium. Repurposed antiviral drugs for COVID-19; interim WHO SOLIDARITY trial results. medRvix 2020. www.medrxiv.org
  55. Rochwerg B, Agoritsas T, Lamontagne F, Yee-Sin L, Macdonald H, Agarwal A et al. A living WHO guideline on drugs for covid-19 BMJ 2020; 370: m3379. www.bmj.com
  56. Ramakrishnan S, Nicolau DV, et al. Inhaled budesonide in the treatment of early COVID-19 (STOIC): a phase 2, open-label, randomised controlled trial. Lancet 2021. www.thelancet.com
  57. PRINCIPLE Collaborative Group. Inhaled budesonide for COVID-19 in people at higher risk of adverse outcomes in the community: interim analyses from the PRINCIPLE trial. medRvix 2021. doi.org
  58. RKI. Gemeinsame Stellungnahme der Fachgruppe COVRIIN, des STAKOB und der DGI zum Einsatz von inhalativen Steroiden bei ambulanter COVID-19-Infektion (21.4.2021). www.rki.de
  59. arznei-telegramm. INHALATIVES BUDESONID (PULMICORT, GENERIKA) ZUR FRÜHTHERAPIE VON COVID-19?. a-t 2021; 52: 29-31. www.arznei-telegramm.de
  60. Sethia R, Prasad M, Jagannath S, et al. Efficacy of Famotidine for COVID-19: A Systematic Review and Meta-analysis. medRvix 2020. www.medrxiv.org
  61. Lenze EJ, Mattar C, Zorumski CF, et al. Fluvoxamine vs Placebo and Clinical Deterioration in Outpatients With Symptomatic COVID-19: A Randomized Clinical Trial. JAMA. Published online November 12, 2020. doi:10.1001/jama.2020.22760. jamanetwork.com
  62. arznei-telegramm. WHO bricht Untersuchung von Hydroxychloroquin in der SOLIDARITY-Studie endgültig ab. blitz-a-t 19.06.2020. www.arznei-telegramm.de
  63. Cochrane. Targeted Update: Safety and efficacy of hydroxychloroquine or chloroquine for treatment of COVID-19. Search date: 11th June 2020 (letzter Zugriff am 22.06.2020). www.who.int
  64. Horby PW, Roddick A, Spata E, et al. Azithromycin in Hospitalised Patients with COVID-19 (RECOVERY): a randomised, controlled, open-label, platform trial. MedRxiv 2020. doi.org
  65. Deutsches Ärzteblatt. WHO stoppt COVID-19-Tests mit HIV-Mittel bei Infizierten. 06.07.2020. www.aerzteblatt.de
  66. University of Oxford. No clinical benefit from use of lopinavir-ritonavir in hospitalised COVID-19 patients studied in RECOVERY. Press Release 29 June 2020 (letzter Zugriff am 01.07.2020). www.recoverytrial.net
  67. arznei-telegramm. Therapiekritik: Vitamin D gegen COVID-19? a-t 2020; 51: 84-5. www.arznei-telegramm.de
  68. arznei-telegramm. WAS BRINGT COLCHICIN BEI COVID-19? e a-t 3/2021c. www.arznei-telegramm.de
  69. University of Oxford. NEWS. RECOVERY trial finds aspirin does not improve survival for patients hospitalised with COVID-19. 8. Juni 2021. www.recoverytrial.net
  70. Reynolds HR, Adhikari S, Pulgarin C, et al. Renin–Angiotensin–Aldosterone System Inhibitors and Risk of Covid-19. NEJM 2020. www.nejm.org
  71. GINA. COVID-19. GINA anwers to frequently asked questions on asthma management. March 25, 2020 (letzter Zugriff am 09.04.2020). ginasthma.org
  72. DDG. Praktische Empfehlungen zum Diabetes-Management bei Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung. Stand 07.04.2020 (letzter Zugriff am 14.05.2020). www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
  73. DGRh. Aktuelle Handlungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. für die Betreuung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen während der SARS-CoV-2/Covid 19-Pandemie, Stand 30.03.2020 (letzter Zugriff am 14.05.2020). www.dgrh.de
  74. Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Neurologische Manifestation bei COVID-19 Patient*innen (S1). AWMF-Leitlinie 030-144. Stand 18.08.2020. www.awmf.org
  75. Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive. AWMF-Leitlinie Nr. 128-002. Stand 18.03.2020. www.awmf.org
  76. GRC. Aktualisierte Stellungnahme des GRC zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen im Umfeld der COVID-19-Pandemie. Stand 24.04.2020 (letzter Zugriff 28.07.2020). www.grc-org.de
  77. STIKO am RKI. Beschluss der STIKO zur 6. Aktualisierung der COVID-19- Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung. Epi Bull 23/2021.10.06.2021. www.rki.de
  78. BioNTech. Press Release. Pfizer-BioNTech Announce Positive Topline Results of Pivotal COVID-19 Vaccine Study in Adolescents. 31.03.2021. investors.biontech.de
  79. Zur Entwicklung genetischer Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 – technologische Ansätze sowie klinische Risiken als Folge verkürzter Prüfphasen. Der Arzneimittelbrief. 2020; 54. Nr. 11. www.der-arzneimittelbrief.de
  80. Polack FP, Thomas SJ, Kitchin N, et al. Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine. NEJM 2020. doi:DOI: 10.1056/NEJMoa2034577 DOI
  81. arznei-telegramm. SPÄTER „COVID-ARM“ NACH IMPFUNG ... irritierende, aber harmlose Lokalreaktion eine Woche nach mRNA-Impfung. e a-t 3/2021a. www.arzneitelegramm.de
  82. aerzteblatt.de. Moderna stuft Wirksamkeit seines Coronaimpfstoffs auf 90 Prozent herab. Stand 14. April 2021 (letzter Zugriff am 14.04.2021). www.aerzteblatt.de
  83. Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee Meeting. December 17, 2020.FDA Briefing Document Moderna COVID-19 Vaccine. www.fda.gov
  84. RKI. COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ). Stand 21.05.2021 (letzter Zugriff am 25.05.2021). www.rki.de
  85. arznei-telegramm. COVID-19-IMPFSTOFF VON JANSSEN. a-t 2021; 52: 18-21. www.arznei-telegramm.de
  86. arznei-telegramm. COVID-19-VAKZINE VON JOHNSON & JOHNSON IN DEN USA VORLÄUFIG GESTOPPT. blitz-a-t 13.04.2021 www.arznei-telegramm.de
  87. aerzteblatt.de. EMA: COVID-19-Vakzin von Janssen kann mit Warnhinweis verwendet werden. Dienstag, 20. April 2021 www.aerzteblatt.de
  88. Logunov D, Dolzhikova IV, Shcheblyakow DV, et al. Safety and efficacy of an rAd26 and rAd5 vector-based heterologous prime-boost COVID-19 vaccine: an interim analysis of a randomised controlled phase 3 trial in Russia. Lancet 2021. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  89. Baraniuk C. Covid-19: What do we know about Sputnik V and other Russian vaccines?. BMJ 2021. doi:10.1136/bmj.n743 DOI
  90. Barabiuk C. What do we know about China’s covid-19 vaccines? BMJ 2021;373:n912. doi: 10.1136/bmj.n912. www.bmj.com
  91. Greinacher A, Thiele T, Warkentin T, et al. Thrombotic Thrombocytopenia after ChAdOx1 nCov-19 Vaccination. NEJM 2021. doi:10.1056/NEJMoa2104840 DOI
  92. Schultz NH, Sorvoll IH, Michelsen AE, et al. Thrombosis and Thrombocytopenia after ChAdOx1 nCoV-19 Vaccination. NEJM 2021. doi:10.1056/NEJMoa2104882. DOI
  93. DGHO. AstraZeneca COVID-19-Vakzine-Umgang mit dem Risiko von Gerinnungskomplikationen. Stand 30.03.2021 (letzter Zugriff am 15.04.2021). www.dgho.de
  94. arznei-telegramm. SINUSTHROMBOSEN UNTER COVID-19-VAKZINE VON JANSSEN. a-t 2021; 52: 32. www.arznei-telegramm.de
  95. aerzteblatt.de. SARS-CoV-2: US-Behörden beraten über Myokarditis-Fälle nach mRNA-Impfungen. Freitag, 11. Juni 2021. www.aerzteblatt.de
  96. arznei-telegramm. blitz-at. THROMBOSEN + THROMBOZYTOPENIE UNTER ASTRAZENECA-COVID-19-VAKZINE Online-Vorabveröffentlichung von a-t 2021; 52: 25-7. www.arznei-telegramm.de
  97. Bernal JL, Andrews N, Gower C, et al. Effectiveness of COVID-19 vaccines against the B.1.617.2 variant. Preprint 2021. khub.net
  98. RKI. STIKO zu COVID-19-Impfstoff Janssen, STIKO zum Einsatz der COVID-19-Impfstoffe in der Schwangerschaft, Pressemitteilung.10.05.2021. (letzter Zugriff am 11.05.2021). www.rki.de
  99. Shaw RH, Stuart A, Greenland M, et al. Heterologous prime-boost COVID-19 vaccination: initial reactogenicity data. Lancet 2021. doi:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)01115-6
  100. Shimabukuro TT, Kim SY, Myers TR, et al. Preliminary Findings of mRNA Covid-19 Vaccine Safety in Pregnant Persons. NEJM 2021. doi:10.1056/NEJMoa2104983 DOI
  101. Boyarsky BJ, Werbel WA, Avery RK, et al. Immunogenicity of a Single Dose of SARS-CoV-2 Messenger RNA Vaccine in Solid Organ Transplant Recipients. JAMA. Published online March 15, 2021. doi:10.1001/jama.2021.4385. jamanetwork.com
  102. RKI. Andere Maßnahmen zum Gesundheitsschutz in der Pandemie (Stand: 11.3.2021) (letzter Zugriff am 26.04.2021). www.rki.de
  103. RKI. Grippeschutzimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten Stand 08.09.2020 (letzter Zugriff am 24.09.2020). www.rki.de
  104. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) im Austausch mit den Konventgesellschaften und mit Unterstützung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Welche Grunderkrankungen legen Einschränkungen in der Teilnahme am Schulunterricht aufgrund der Corona-Pandemie nahe? Stand 04.05.2020 (letzter Zugriff am 06.05.2020). www.dgkj.de
  105. RKI. Handreichung des Robert Koch-Instituts für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" einer SARS-CoV-2-Infektion entsprechend der Corona-Warn-App (Stand 24.06.2020) (letzter Zugriff am 24.06.2020). www.rki.de
  106. RKI. Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App Corona-Warn-App ist ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung. Stand 20.11.2020 (letzter Zugriff am 23.11.2020) www.rki.de
  107. KBV. Praxisnachrichten. Start der Corona-Warn-App: Neue EBM-Leistungen zur Testung. Stand 16.06.2020 (letzter Zugriff am 17.06.2020). www.kbv.de
  108. KBV. Corona-Warn-App: RKI-Information für die Hausärztinnen/Hausärzte und Vertragsärztinnen/Vertragsärzte (Stand: 15.06.2020). Letzter Zugriff am 16.06.2020 www.kbv.de
  109. RKI. Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete Stand: 11.06.2021 (letzter Zugriff 14.06.2021). www.rki.de
  110. RKI. Information zur Anerkennung von diagnostischen Tests auf SARS-CoV-2 bei Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland. Stand 04.06.2021 (letzter Zugriff am 07.06.2021). www.rki.de
  111. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Kurzfristige Empfehlung der DGKJ zum Tragen von Masken bei Kindern zur Begrenzung der Ausbreitung des SARS-CoV-2. Stand 24.04.2020 (letzter Zugriff am 28.04.2020). www.dgkj.de
  112. Empfehlung der DGKH. Viruzides Gurgeln und viruzider Nasenspray. Stand 07.12.2020 (letzter Zugriff am 10.12.2020). www.krankenhaushygiene.de
  113. RKI. COVID-19: Entlassungskriterien aus der Isolierung. Stand 18.05.2021 (letzter Zugriff am 19.05.2021). www.rki.de
  114. RKI. Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflege­ein­richtungen und Einrich­tungen für Menschen mit Beein­trächtigungen und Behinderungen Stand 19.05.2021 (letzter Zugriff am 20.05.2021). www.rki.de
  115. Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft. S1-Leitlinie: Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID19-Pandemie. AWMF-Leitlinie 184-001. Stand 10.08.2020. www.awmf.org
  116. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG). Empfohlene Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung in deutschen Krankenhäusern und Kliniken im Zusammenhang mit dem Coronavirus. AWMF-Leitlinie Nr. 015.092. Stand 19.03.2020. www.dggg.de
  117. RKI. Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19. Stand 29.05.2020 (letzter Zugriff am 02.06.2020). www.rki.de
  118. Knoll MD, Wondi C. Oxford–AstraZeneca COVID-19 vaccine efficacy. Lancet 2020. doi.org
  119. Mao L, Wang M, Chen S, et al. Neurological Manifestations of Hospitalized Patients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective case series study. medRxiv 2020. www.medrxiv.org
  120. Wichmann D, Sperhake J, Lütgehetmann M, et al. Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19: A Prospective Cohort Study. Ann Intern Med. 2020; [Epub ahead of print 6 May 2020]. annals.org
  121. Taquet M, Husain M, Geddes JR, et al. Cerebral venous thrombosis: a retrospective cohort study of 513,284 confirmed COVID-19 cases and a comparison with 489,871 people receiving a COVID-19 mRNA vaccine. OFSHOME 2021. osf.io
  122. aerzteblatt.de. Studie: COVID-19 erhöht Zahl der plötzlichen Todesfälle. Stand 20.01.2021. (letzter Zugriff am 21.01.2021) www.aerzteblatt.de
  123. Rubino F, Amiel SA, Zimmet, et al. New-Onset Diabetes in Covid-19. NEJM 2020. www.researchgate.net
  124. Steinert J, Ebert R. Gewalt an Frauen und Kindern in Deutschland während COVID-19-bedingten Ausgangsbeschränkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse. Technische Universität München. Pressemitteilung vom 02.06.2020 (letzter Zugriff am 03.06.2020). www.tum.de
  125. Solomon MD, McNulty EJ, Rana JS, et al. The Covid-19 Pandemic and the Incidence of Acute Myocardial Infarction. NEJM 2020. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  126. Bramer CA, Kimmins LM, Swanson R, et al. Decline in Child Vaccination Coverage During the COVID-19 Pandemic — Michigan Care Improvement Registry, May 2016–May 2020. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2020;69:630–631. dx.doi.org
  127. CovidSurg Collaborative, Nepogodiev D, Bhangu A. Elective surgery cancellations due to the COVID‐19 pandemic: global predictive modelling to inform surgical recovery plans. BJS 2020. bjssjournals.onlinelibrary.wiley.com
  128. RKI. Soziale Unterschiede in der COVID-19-Sterblichkeit während der zweiten Infektionswelle in Deutschland. Stand 16.03.2021 (letzter Zugriff am 16.03.2021). www.rki.de
  129. Pastor-Barriuso R, Perez-Gomez B, Hernan MA, et al. SARS-CoV-2 infection fatality risk in a nationwide seroepidemiological study. medRvix 2020. doi.org
  130. Brbaro RP, MacLaren G, Boonstra PS, et al. Extracorporeal membrane oxygenation support in COVID-19: an international cohort study of the Extracorporeal Life Support Organization registry. Lancet 2020. www.thelancet.com
  131. DESTATIS. Gesellschaftliche Auswirkungen. Statistiken und strukturelle Daten mit Bezug zu COVID-19 (letzter Zugriff am 18.01.2021). www.destatis.de
  132. DESTATIS. Pressemitteilung Nr. 536 vom 30. Dezember 2020. Sterbefallzahlen im November 2020: 11 % über dem Durchschnitt der Vorjahre (letzter Zugriff am 11.01.2021). www.destatis.de
  133. COVIDSurgCollaborative. Mortality and pulmonary complications in patients undergoing surgery with perioperative SARS-CoV-2 infection: an international cohort study. Lancet 2020. doi.org
  134. Klift AC,Coupland CAC, Keogh RH, et al. COVID-19 Mortality Risk in Down Syndrome: Results From a Cohort Study Of 8 Million Adults. Annals of Internal Medicine 0;0 [Epub ahead of print 21 October 2020]. doi:https://doi.org/10.7326/M20-4986. www.acpjournals.org
  135. Salman D, Vishnubala D, Le Feuvre P, et al. PRACTICE POINTER Returning to physical activity after covid-19. BMJ 2021; 372: m472. doi:10.1136/bmj.m4721 DOI
  136. Phelan D, Kim JH, Chung EH. A Game Plan for the Resumption of Sport and Exercise After Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Infection. JAMA Cardiol. Published online May 13, 2020. doi:10.1001/jamacardio.2020.2136. jamanetwork.com

Autor*innen

  • Marlies Karsch-Völk, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München
  • Guido Schmiemann, PD Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Universität Bremen (Review)