Respiratorische Erkrankung durch das Coronavirus SARS-CoV-2 (COVID-19)

Aktuell diskutierte Aspekte – Direktsuche

Allgemeine Informationen

Definition

  • Respiratorische Erkrankung durch das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2)
    • Die Erkrankung wird als COVID-19 bezeichnet (Coronavirus Disease 2019).1
  • Häufung von Lungenentzündungen in der chinesischen Metropole Wuhan im Dezember 2019
    • Der Erreger wurde am 07.01.2020 von den chinesischen Behörden als neuartiges Coronavirus identifiziert.
  • Es gehört, wie das SARS-Virus, zu den Beta-Coronaviren.2
    • Der Hauptübertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion.2
  • Verlauf als Pandemie. 

Risikogebiete laut RKI3

  • Zahlreiche Staaten und Regionen werden aktuell als einfache Risikogebiete oder als Hochinzidenzgebiete ausgewiesen.
  • Das RKI definiert außerdem Virusvarianten-Gebiete – Gebiete mit besonders hohem Infektionsrisiko durch verbreitetes Auftreten bestimmter SARS-CoV-2-Virusvarianten. 
  • Weiterführende tagesaktuelle Informationen finden Sie bei den RKI-Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete.

Regelungen für Reisende

  • Seit dem 01.10.2020 gelten wieder länderspezifische Reisehinweise des Auswärtigen Amts
  • Weiterhin gilt eine Reisewarnung für nicht notwendige touristische Reisen für alle Länder, die als Risikogebiet eingestuft sind.
  • Von nicht notwendigen touristischen Reisen in Länder, in die eine Einreise nur eingeschränkt möglich ist, in denen Quarantäne nach der Einreise vorgeschrieben ist oder die keinen uneingeschränkten Reiseverkehr zulassen, wird ebenfalls abgeraten.

Einreisende aus Risikogebieten

  • Personen, die aus einem ausländischen Risikogebiet einreisen, in dem sie sich in den letzten 10 Tagen vor ihrer Einreise aufgehalten haben, müssen sich nach ihrer Einreise unverzüglich für 10 Tage in Quarantäne begeben. Dies wird vom zuständigen Gesundheitsamt überwacht.
  • Reiserückkehrer*innen aus nicht deutschen Risikogebieten müssen laut Bundesministerium für Gesundheit (BMG) künftig spätestens 48 Stunden nach Einreise nachweisen können, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. 
    • Die Möglichkeit, die Quarantänepflicht durch ein negatives Testergebnis vorzeitig zu beenden, besteht grundsätzlich erst nach 5 Tagen.4
    • Die Regelung gilt nicht bei Durchreise durch ein Risikogebiet ohne Zwischenaufenthalt.
    • Bei Einreise aus einem Risikogebiet, in dem besonders hohe Inzidenzen bestehen oder besonders ansteckende Virusvarianten verbreitet sind, muss bereits vor der Einreise – ggf. gegenüber dem Beförderungsunternehmen – nachgewiesen werden, dass keine Infektion mit dem Coronavirus besteht.
      • Detaillierte Hinweise zu Testmodalitäten und Zeitpunkt finden Sie hier.
    • Bei Personen, die eine molekulardiagnostisch nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion hatten und wieder als genesen gelten, ist keine Quarantäne erforderlich.
      • Nach Einreise aus einem Risikogebiet oder Exposition zu einem COVID-19-Fall soll in diesem Fall ein Selbstmonitoring und bei Auftreten von Symptomen eine sofortige Selbstisolation und Testung erfolgen.
  • Anerkennung von Testergebnissen
    • Molekularbiologische Tests (PCR-Tests) werden derzeit grundsätzlich aus allen Staaten der Europäischen Union sowie aus den hier genannten Staaten akzeptiert.
    • Antigentests werden grundsätzlich aus allen Ländern anerkannt, sofern sie die von der WHO empfohlenen Mindestkriterien für die Güte von SARS-CoV-2-Ag-Schnelltests erfüllen (≥ 80 % Sensitivität und ≥ 97 % Spezifität, verglichen mit PCR-Tests).
    • Auch bei einem negativen Testergebnis Verpflichtung, unverzüglich das zuständige Gesundheitsamt zu kontaktieren, wenn innerhalb von 10 Tagen nach Einreise Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 auftreten.2
  • Weitere Informationen zu verpflichtenden Tests für Einreisende aus Risikogebieten bieten die FAQ des BMG.

Häufigkeit

Fallzahlen und Mortalität – allgemeine Informationen

  • Es ist unklar, wie hoch weltweit und in einzelnen Ländern die Dunkelziffer der nicht diagnostizierten, oft asymptomatischen infizierten Personen ist.5
  • Analysen von Mutationen im Virusgenom lassen darauf schließen, dass sich SARS-CoV-2 bereits zu Beginn der Epidemie, also schon Ende 2019, sehr schnell weltweit ausgebreitet hat.6

Zahlen in Deutschland

  • Zum bisherigen Verlauf der Pandemie in Deutschland bietet das RKI den Artikel Retrospektive Phaseneinteilung der COVID-19-Pandemie in Deutschland bis Februar 2021 im Epidemiologischen Bulletin 15/2021.
  • Es ist auch in Deutschland von einer Untererfassung der SARS-CoV-2-Infizierten auszugehen.7
  • In Lageberichten und im RKI-Dashboard werden nur PCR-bestätigte Fälle angegeben.2
  • Die Lage ist instabil und ändert sich sehr kurzfristig.8
    • RKI: „Die hohen bundesweiten Fallzahlen werden durch zumeist diffuse Geschehen mit zahlreichen Häufungen insbesondere in Haushalten, im beruflichen Umfeld und in Kitas und Horteinrichtungen verursacht."
  • Detaillierte Zahlen zur Lage in Deutschland finden Sie auf dem RKI-COVID-19-Dashboard (manchmal zeitverzögert, aber mit solider Datenbasis) und im täglichen Lagebericht des RKI.
  • Auch das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) liefert aktuelle Zahlen.
  • Aktuelle Zahlen für bestimmte Städte und Landkreise sind mittels Suche nach Postleitzahlen unter COVID-PLZ-Check zu finden.
  • Das RKI bietet einen Überblick über laufende seroepidemiologische Studien in Deutschland.
  • Bei serologischen Untersuchungen von über 90.000 Blutspenden in einer Studie des RKI zeigte sich mit Datenstand vom 18.03.2021 ein Anteil von Personen mit spezifischen Antikörpern gegen SARS-CoV-2 von 7,8 %. Bei Personen unter 30 Jahren ist die Seroprävalenz höher.9
  • 70 % der hospitalisierten und 95 % der verstorbenen Patient*innen in Deutschland waren ≥ 60 Jahre alt.8

Zahlen weltweit

  • Einen tagesaktuellen weltweiten Überblick über die Fallzahlen und Todesfälle  finden Sie auf dem Dashboard der Johns Hopkins University (sehr schnelle Publikation von Zahlen, aber Datengrundlage nicht behördlich bestätigt).2

Ätiologie und Pathogenese

SARS-CoV-2

  • Chinesischen Behörden gelang am 07.01.2020 der Virusnachweis.10
  • Das Virus gehört wie das SARS-Virus zu den Beta-Coronaviren.11
    • Coronaviren sind umhüllte RNA-Viren.
    • Das S(Spike)-Protein ist für den Eintritt in die Wirtszelle zuständig. Es induziert neutralisierende (protektive) Antikörper und ist deswegen wichtig für die Impfstoffentwicklung.
    • SARS-CoV-2 verwendet das transmembranäre Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen.
  • Coronaviren können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere.2
    • Artengrenzen können aufgrund der Fähigkeit zur homologen Rekombination leicht überwunden werden.11
    • SARS-CoV-2 ist erst vor kurzer Zeit aus tierischen Reservoirs auf den Menschen übergetreten.11
    • Eine italienische Untersuchung von eingefrorenen Blutproben von Herbst 2019 deutet auf eine Ausbreitung des Virus bereits im September 2019 in Italien hin.12
  • Mit SARS-CoV-2 sind insgesamt 7 humanpathogene Coronaviren bekannt. 
    • Coronaviren verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen Krankheiten wie das Middle East Respiratory Syndrome (MERS) von 2015 oder das Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) von 2003.

Besorgniserregende Virusvarianten13

  • Breiten sich weltweit schnell aus.
  • Können sich in Übertragbarkeit, Virulenz und/oder Suszeptibilität gegenüber der Immunantwort von Geimpften und Genesenen von bisher bekannten Virusvarianten unterscheiden.
  • B.1.1.7: Britische Virusvariante
    • inzwischen in Deutschland vorherrschender Erreger8 
    • leichter von Mensch zu Mensch übertragbar als bisher zirkulierende Varianten, höhere Reproduktionszahl
    • Laut aktuellen Studien keine Hinweise, dass diese Variante mit einem schwereren Krankheitsverlauf oder einer erhöhten Fallsterblichkeit einhergeht.14-15
    • bisher keine Hinweise auf eine substantiell verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe
    • Zeichnet sich durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl an Polymorphismen im Spike-Protein aus.11
    • Sonderform B.1.1.7 E484K: Zusätzliche Mutation, die auch in den u. g. Virusvarianten vorkommt.
      • unempfindlicher gegen neutralisierende Antikörper und geringere Wirksamkeit von Impfstoffen
  • B.1.351: Südafrikanische Virusvariante
    • erstmals im Dezember 2020 beschrieben, derzeit keine starke Ausbreitung in Deutschland16
    • höhere Übertragbarkeit diskutiert
    • in mehreren Studien Hinweise auf geringeren Schutz durch neutralisierende Antikörper von genesenen oder geimpften Personen 
    • Weist ebenfalls zahlreiche Mutationen im Spike-Protein auf.11
  • P.1: Brasilianische Virusvariante
    • Zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas, derzeit nur vereinzelt in Deutschland nachgewiesen.
    • Ähnelt in ihren Veränderungen der südafrikanischen Variante.
    • erhöhte Übertragbarkeit denkbar
    • Eine verminderte Wirksamkeit neutralisierender Antikörper genesener und geimpfter Personen wird angenommen.
  • Weitere Informationen, auch zur Sequenzierung, bietet die RKI-Dokumente Übersicht und Empfehlungen zu neuen SARS-CoV-2-Virusvarianten und SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten.

Übertragung

  • Infektionsquelle sind infizierte Personen mit oder ohne Symptomatik.7
    • Eine Übertragung von Tieren auf Menschen spielt bislang insgesamt keine wesentliche Rolle, bislang allerdings nur am Beispiel von Nerzen bestätigt worden.17
  • Hauptübertragungsweg für SARS-CoV-2 ist die respiratorische Aufnahme virushaltiger Flüssigkeitspartikel, die beim Atmen, Husten, Sprechen, Singen und Niesen entstehen.7
    • Größere respiratorische Tröpfchen sinken schnell zu Boden. Aerosole können auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen.
    • Beim Atmen und Sprechen, noch stärker beim Schreien und Singen, werden Aerosole ausgeschieden, beim Husten und Niesen entstehen deutlich mehr Tröpfchen.
  • Übertragungsrisiko in geschlossenen Räumen7
    • erhöhte Übertragungswahrscheinlichkeit durch Aerosole über mehr als 1,5 m in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen
  • Übertragungsrisiko im Freien7
    • Bei Wahrung des Mindestabstandes ist die Übertragungswahrscheinlichkeit im Außenbereich aufgrund der Luftbewegung sehr gering.
    • Wenn der Mindestabstand von 1,5 m ohne Mund-Nasen-Bedeckung unterschritten wird, z. B. bei größeren Menschenansammlungen, besteht auch im Freien ein erhöhtes Übertragungsrisiko.
    • SARS-CoV-2 ist bei geringen Temperaturen und geringer Luftfeuchtigkeit stabiler als in warmer Umgebung mit hoher Luftfeuchtigkeit.18
  • Kontaktübertragung
    • Spielt keine wesentliche Rolle.7
  • Fäkal-orale Übertragung und Übertragung durch Nahrungsmittel sind nicht nachgewiesen.7
  • Vertikale Übertragung von der (infizierten) Mutter auf ihr Kind (vor, während, nach der Geburt sowie über Muttermilch)2,7
    • Eine Übertragung im Mutterleib und durch Muttermilch in Einzelfällen kann nicht ausgeschlossen werden.
    • kein Hinweis auf eine erhöhte Rate an Fehlgeburten, Totgeburten oder Teratogenität19
    • Übertragung auf das neugeborene Kind ist über eine Tröpfcheninfektion möglich.2
  • Übertragung durch prä- und asymptomatische Infizierte
    • in größerem Ausmaß von präsymptomatischen und vermutlich in einem geringeren von asymptomatischen Infizierten7
  • Ansteckung durch infizierte Kinder7
    • Infektiosität von Kindern nicht ausreichend untersucht
    • Übertragungen und Ausbrüche im engen Zusammenhang mit der Inzidenz in der Allgemeinbevölkerung20
  • Ansteckungsgefahr in Sammelunterkünften 
    • Geflüchtete und andere Bewohner*innen von Sammelunterkünften sind besonders gefährdet, sich mit SARS-CoV-2 zu infizieren und an COVID-19 zu erkranken.21
  • Medizinischer Sektor
    • Hochrisiko-Setting: Aerosol-produzierende Vorgänge, wie z. B. Intubation, Bronchoskopie oder zahnärztliche Prozeduren7
  • „Superspreading“ und „Superspreading Events“ (SSE)7
    • begünstigende Begleitumstände
      • hohe individuelle Infektiosität
      • kleine Räume
      • keine oder geringe Frischluftzufuhr
      • längerer Aufenthalt
      • vermehrte Freisetzung kleiner Partikel durch Aktivitäten mit gesteigerter Atemtätigkeit wie Schreien, Singen, Sporttreiben oder andere schwere körperliche Aktivität
      • Sozialverhalten: extensive soziale Interaktionen und erhöhte Kontaktrate
      • besonders viele vulnerable Personen unter den Exponierten
    • Verhinderung durch Vermeidung der „3 G":
      1. geschlossene Räume (mit schlechter Belüftung) 
      2. Gruppen und Gedränge (mit vielen Menschen an einem Ort)
      3. Gespräche (in lebhafter Atmosphäre und engem Kontakt mit anderen).
  • Übertragung durch Geimpfte22
    • Einschätzung des RKI: „Aus Public-Health-Sicht erscheint das Risiko einer Virusübertragung durch Impfung in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung keine wesentliche Rolle mehr spielen. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis zudem auch geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.“

Inaktivierung des Virus7 

  • Angaben des RKI 
    • In mit SARS-CoV-2 versehenem menschlichem Nasensekret und Auswurf lag die Virushalbwertzeit bei 4 °C bei maximal 7 Stunden und bei Raumtemperatur bei maximal 3,7 Stunden.
    • Labordaten weisen darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viruspartikel bei geringerer Umgebungstemperatur bzw. relativer Luftfeuchtigkeit stabiler sind.

Inkubationszeit

  • Die Inkubationszeit kann 10–14 Tage betragen, im Median beträgt sie 5–6 Tage.7

Ausbreitung und Infektiosität

  • Die Basisreproduktionszahl R0 bezeichnet die Zahl der Ansteckungen, die unter Anfangsbedingungen von einem COVID-19-Fall ausgehen: keine Immunität, keine Schutzmaßnahmen, keine Impfung.
  • Aufgrund der bisherigen Daten wird angenommen, dass R0 zwischen 2,8 und 3,8 liegt7 (zum Vergleich: R0 von Masern ca. 12–18, von Influenza 1–2).
  • Ohne Gegenmaßnahmen würde die Zahl der Infektionen rasch exponentiell ansteigen und erst stoppen, wenn bis zu 70 % der Bevölkerung eine Infektion bzw. Erkrankung durchgemacht haben, also immun sind und das Virus ihrerseits nicht mehr weiterverbreiten können.2
  • Durch Infektionsschutzmaßnahmen lässt sich die Reproduktionszahl verringern. Man spricht von einer zeitabhängigen Reproduktionszahl R(t).
    • R < 1: sinkende Anzahl täglicher Neuinfektionen
  • Die 4- und 7-Tage-Reproduktionszahlen für Deutschland werden vom RKI täglich geschätzt. Die jeweils aktuelle Schätzung ist im täglichen Situationsbericht des RKI zu finden.8
  • Neben der Basisreproduktionszahl kann der Dispersionsfaktor (K oder Kappa) die Verbreitung der Infektion erklären.23-24
    • Die Reproduktionszahl stellt lediglich einen Mittelwert dar.
    • Die meisten infektiösen Menschen scheinen keinen weiteren anzustecken, manche stecken allerdings sehr viele an.
    • Dies ist eine Erklärung für das Auftreten der Infektion in Clustern.
    • Je geringer der Dispersionsfaktor, umso niedriger ist die Zahl der Verursacher.
    • Nach aktuellen Schätzungen scheinen bei COVID 10 % der Infizierten für 80 % der Infektionen verantwortlich zu sein.

Dauer der Kontagiosität7

  • Die Ansteckungsfähigkeit ist in der Zeit um den Symptombeginn am größten, und ein erheblicher Teil von Transmissionen erfolgt bereits vor dem Auftreten erster klinischer Symptome.
  • Bei leichter bis moderater Erkrankung geht die Kontagiosität 10 Tage nach Symptombeginn deutlich zurück.
    • Die Dauer des infektiösen Zeitintervalls beträgt etwa 12 Tage.
  • Bei schweren Krankheitsverläufen und bei Vorliegen einer Immunschwäche können Patient*innen auch noch erheblich länger als 10 Tage nach Symptombeginn ansteckend sein.
    • Hohes Alter ist ein unabhängiger Risikofaktor für die längere Ausscheidung von SARS-CoV-2-RNA.
  • Die RNA von SARS-CoV-2 ist bei vielen Patient*innen noch Wochen nach Symptombeginn mittels PCR nachweisbar. Dies ist nicht mit Ansteckungsfähigkeit gleichzusetzen.

Manifestationsindex7

  • Beschreibt den Anteil der Infizierten, der auch tatsächlich erkrankt.
    • Manifestationsindizes werden auf 55–85 % geschätzt.

Immunität7

  • Humorale Immunität
    • neutralisierende Antikörper normalerweise am Ende der 2. Woche nach Symptombeginn nachweisbar
      • abnehmender Titer neutralisierender Antikörper, auch der Gesamt-IgG-Antikörper, insbesondere bei Personen mit milder oder asymptomatischer Infektion
    • Unklar, zu welchem Grad die Titer neutralisierender Antikörper mit einem Schutz vor einer Reinfektion oder schweren Erkrankung korrelieren.
    • Studienergebnisse nach Untersuchungen an asymptomatischen und rekonvaleszenten Patient*innen deuten darauf hin, dass nicht alle (nur 2/3) SARS-CoV-2-Infizierte neutralisierende Antikörper bilden und dass Antikörper bei manchen Erkrankten nur wenige Wochen nachweisbar sind.25-26
  • Zelluläre Immunität
    • Bei Erkrankten wurde eine T-Zell-Reaktivität gegen das Spike-Protein sowie gegen weitere SARS-CoV-2-Proteine festgestellt, die mit dem Nachweis neutralisierender bzw. Nukleocapsid-Antikörper korrelierte.
    • T-Zellen konnten auch bei Infizierten nachgewiesen werden, die keine Antikörpertiter aufwiesen und asymptomatisch waren. 
  • Reinfektionen, siehe Definition des RKI.
    • bisher nur wenige Fälle beschrieben
  • Kreuzreaktive Immunantwort
    • Bei Personen ohne SARS-CoV-2-Infektion wurden HCoV-Antikörper (Antikörper gegen endemische Coronaviren) gemessen, die mit dem Spike-Protein von SARS-CoV-2 kreuzreagieren und eine neutralisierende Wirkung haben.
    • Auch wurde über eine T-Zell-Kreuzreaktivität von HCoV und SARS-CoV-2 berichtet, die möglicherweise Schutz vor einer schweren COVID-19-Erkrankung bietet.

Pathophysiologie

  • SARS-CoV-2 verwendet das transmembranäre Enzym ACE-2 als Rezeptor, um in die Wirtszellen zu gelangen.11
    • hohe ACE2-Dichte nicht nur im Respirationstrakt, sondern z. B. auch auf Enterozyten, Gefäßendothelzellen, Nierenepithel und Myokardzellen
    • Histopathologische Studien zeigten einen Organtropismus u. a. für Lunge, Darm, Niere, Herz und ZNS.
    • Klinische Präsentation in vielen Fällen als interstitielle Pneumonie, die durch ein Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS) kompliziert werden kann.
    • neben der Lunge häufig andere Organsysteme betroffen
    • Zugrunde liegende Pathomechanismen beinhalten:
      • Zytolyse, d. h. direkte Schädigung der Wirtszellen durch das replizierende Virus
      • überschießende Immunantwort, die zu einem lebensgefährlichen Zytokinsturm führen kann und
      • Endothelschädigung, die mit Dysregulation des Renin-Angiotensin-Systems einhergehen kann und z. B. zu thromboembolischen Komplikationen führt.

Prädisponierende Faktoren

  • Erhöhtes Infektionsrisiko7
    • Aufenthalt in Regionen mit hohem Erkrankungsaufkommen
    • Face-to-face-Kontakt zu einer infizierten Person von mindestens 15 min Dauer, direktes Anhusten/Anniesen durch eine infizierte Person
    • Bewohner*innen von Pflegeeinrichtungen und Sammelunterkünften, z. B. für Geflüchtete oder Wohnungslose
    • Angestellte in großen fleischverarbeitenden und landwirtschaftlichen Betrieben
    • Ärztliches und medizinisches Personal, Pflegekräfte, die in engen Kontakt mit Erkrankten kommen.
    • die „3 G" für Superspreader-Events: geschlossene Räume, Gruppen und Gedränge, Gespräche (in engem Kontakt)
    • Ethnie (Personen afroamerikanischer oder asiatischer Abstammung sowie Angehörige ethnischer Minderheiten haben ein erhöhtes Infektionsrisiko)27
    • männliches Geschlecht27 
    • Einnahme von Protonenpumpenhemmern (PPI)27
  • Schwerer Verlauf7– höheres Lebensalter, chronische Erkrankungen
    • Alter allein scheint bis zum 70. Lebensjahr eine untergeordnete Rolle zu spielen.28
    • Das Risiko für einen schweren Verlauf steigt mit der Anzahl der chronischen Erkrankungen an.
    • Bei den 70- bis 79-Jährigen ohne Vorerkrankungen beträgt das Risiko für einen tödlichen Verlauf 5 % (bei 4 chronischen Erkrankungen bereits 28 %).
    • Siehe Risikofaktoren für einen schweren Verlauf im Abschnitt Anamnese.

ICPC-2

  • R991 COVID-19
    • Gilt für Verdachtsfälle und bestätigte COVID-19-Fälle.
  • R 81 Lungenentzündung
  • A77 Virale Erkrankung NNB, andere

ICD-10

  • U07.1 G COVID-19 (Coronavirus-Krankheit 2019, Virus durch Labortest nachgewiesen)
    • Zusatzkode, Verwendung nur in Kombination mit einem anderen ICD-Kode, z. B. J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • U07.2 G Verdacht auf COVID-19 (nicht nachgewiesen)
    • Zusatzkode, Verwendung nur in Kombination mit einem anderen ICD-Kode, z. B. J06.9 Akute Infektion der oberen Atemwege, nicht näher bezeichnet
  • Hinweise der KBV
    • Die Kodes ausschließlich mit dem Zusatzkennzeichen „G" (gesichert) für die Diagnosesicherheit angeben.
    • Bei beiden COVID-19-Kodes handelt es sich nach der ICD-10-GM um Zusatzkodes, also sog. Ausrufezeichenkodes (!). Das Ausrufezeichen gehört zur Bezeichnung des Kodes, es wird aber bei der Kodierung nicht angegeben.
    • Sie sind nicht zu verwenden, wenn ein Verdacht besteht, ohne dass die RKI-Kriterien sicher erfüllt sind (z. B. ausschließlich vermuteter Kontakt mit einem COVID-19-Infizierten) oder um den Ausschluss oder den Zustand nach einer COVID-19-Infektion zu verschlüsseln, dann nur z. B. J06.9 G.
    • Bei Abstrich nach Warnhinweis in der Corona-Warn-App sind folgende Ziffern zu kodieren: bei Abstrichentnahme Kode U99.0 G (spezielle Verfahren zur Untersuchung auf SARS-CoV-2) zusammen mit dem ICD-Kode Z11 G (spezielle Verfahren zur Untersuchung auf infektiöse und parasitäre Krankheiten).
    • Für Testungen im Rahmen des bayerischen Testkonzepts gelten die gleichen ICD-Kodes wie für Tests aufgrund der Corona-Warn-App.
    • Bei Beauftragung durch den ÖGD ist keine Kodierung vorgesehen.
    • Für Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten ist keine Kodierung gemäß § 295 SGB V (Sozialgesetzbuch) vorgesehen, mögliche Kodierung gemäß ICD-10-GM: Z11 G und U99.0 G für die Testung (es kann regionale Vereinbarungen geben).

Diagnostik

Allgemeine Hinweise für die Hausarztpraxis

Vorgehen bei Verdachtsfällen

  • Flussschema des RKI COVID-19-Verdacht: Maßnahmen und Testkriterien – Orientierungshilfe für Ärzte (mit Hinweisen für die ambulante Versorgung, wie z. B. in der Hausarztpraxis)
  • Bei Verdacht auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 müssen Ärzt*innen/Hausärzt*innen das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren.2
    • Unter diesem Link zum RKI können Gesundheitsämter nach Postleitzahl gesucht werden.
  • Für einen Corona-Abstrich soll medizinisches Personal eine FFP2-Maske anlegen sowie Schutzkittel, Handschuhe und einen Gesichtsschutzschild.
    • RKI und das Bundesministerium für Gesundheit bieten Informationen zum Einsatz von Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP-Masken (Links beim RKI).
  • Die DEGAM empfiehlt Selbstabstriche.28
    • Erkrankte (oder Angehörige) können Teströhrchen an der Praxis (Übergabe kontaktlos draußen) abholen, den Test durchführen und dann das Röhrchen ebenso kontaktlos wieder an der Praxis abgeben.
    • Siehe Anleitung zum Selbsttest der DEGAM.

Praxisschließung, Arbeitsunfähigkeit und AU-Bescheinigung – lnformationen der KBV29

  • Ärzt*innen haben Anspruch auf Entschädigung, wenn der Praxisbetrieb aus infektionsschutzrechtlichen Gründen untersagt wird.
  • Bei Arbeitnehmer*innen, die in Quarantäne müssen, aber keine Symptome haben, müssen zunächst die Arbeitgeber*innen den Lohn auszahlen; dieser ist aber vom Land zu erstatten.
    • Es darf keine AU-Bescheinigung ausgestellt werden.
  • Sobald Arbeitnehmer*innen, die bisher symptomfrei waren, während der Quarantäne erkranken, besteht Arbeitsunfähigkeit.
    • Bei Arbeitsunfähigkeit ist trotz Quarantäne eine AU-Bescheinigung erforderlich.
  • Ab 19.10.2020 bis aktuell zum 30.03.2021 sind wieder AU-Bescheinigungen ausschließlich bei Patient*innen, die an leichten Atemwegserkrankungen leiden, für bis zu 7 Tage nach telefonischer Anamnese erlaubt (siehe KBV).
    • Eine Verlängerung um bis zu 7 Tage ist einmalig möglich.
    • Dies gilt auch für die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes" (Formular 21).
      • Bleibt es in dem Quartal bei einem telefonischen Kontakt, ist die Bereitschaftspauschale (GOP 01435) berechnungsfähig.
    • Seit 16.07.2020 ist laut G-BA die Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit für 7 Tage per Videosprechstunde erlaubt.
      • Voraussetzung ist, dass die Patient*innen der Arztpraxis bekannt sind und die Erkrankung eine Untersuchung per Videosprechstunde zulässt.

Hinweise zu Abrechnung und Vergütung (KBV)

  • Inzwischen gibt es bundesweit unterschiedliche Abrechnungsmodalitäten, Vergütungen und Kostenträger für unterschiedliche Abstrichindikationen.
    • Patient*innen mit COVID-19-Symptomen
    • Personen mit Warnhinweis in der Corona-Warn-App
    • Pflichttests für Reiserückkehrer*innen aus Risikogebieten (siehe Informationen der KBV)
    • Testung im Auftrag des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD)
    • Testung im Rahmen der Nationalen Teststrategie
  • Zu den Testindikationen stellt die KVB eine Übersicht zur Corona-Testung und ein Schaubild für die Praxis bereit.
  • Zusätzlich gibt es auch Testungen nach speziellen Vereinbarungen der Bundesländer, wie z. B.: Testung nach Bayerischem Testkonzept

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Grundsätze für die hausärztliche Praxis

  • Machen Sie Ihre Patient*innen mit akuten respiratorischen Infekten und/oder Fieber darauf aufmerksam, dass sie nicht direkt in die Praxis kommen, sondern zunächst telefonieren/faxen/mailen (regionale Gegebenheiten berücksichtigen):
    • Hausärzt*in
    • ggf. zentrale Teststation/en
    • ärztlicher Bereitschaftsdienst Tel. 116 117
    • Gesundheitsamt.
  • Schutz und Sicherheit anderer Patient*innen und der Praxismitarbeiter*innen haben höchste Priorität.
  • Daher: Keine Testung auf SARS-CoV-2 bei fehlender Schutzausrüstung (insbesondere Maske [mind. FFP2 ohne Ausatemventil]) und Gesichtsschutzschild, in diesem Fall ggf. Schild vor der Praxis: „Praxis führt keine Testungen durch“, oder Patienten-Selbstabstrich außerhalb der Praxis erwägen.
    • Die Qualität von Selbstabstrichen ist nach vorliegender Evidenz den von medizinischem Personal durchgeführten Abstrichen vergleichbar.
    • Fehlende oder nicht angelegte FFP-2-/FFP-3-Masken erhöhen das Risiko für eine SARS-CoV2-Infektion bei Ärzt*innen und medizinischen Fachangestellten.

Empfehlung – Infektionsschutz

  • Als Schutzmaßnahme im medizinischen Bereich mit direktem Patientenkontakt sollen ein Gesichtsschutzschild (engl. Face Shield) über einer anderen Maske (FFP-2 oder -3 bzw. chirurgische Maske), Schutzkittel, Handschuhe, ggf. Schutzbrille getragen werden.
  • FFP-2- bzw. FFP-3-Masken mit Ausatemventil sind obsolet, da sie im Falle einer Infektion der sie tragenden Person keinen ausreichenden Schutz anderer Personen bieten.
  • Zum Schutz der Praxis und der Patient*innen sollen/soll
    • Patient*innen mit chirurgischem Mund-Nasen-Schutz, idealerweise mit FFP2-Maske, in der Praxis erscheinen.
    • Patient*innen einen Mindestabstand von mindestens 1,5 m einhalten. Das Tragen von Masken entbindet nicht von der Einhaltung des notwendigen Abstandes.
    • Abstandsmarkierungen am Empfang mit Tape auf dem Boden und/oder Plexiglasschutz vorgehalten werden.
    • Händedesinfektion über Spender am Praxiseingang angeboten werden (3 ml, 30 sec Einwirkzeit).
    • regelmäßig Fenster der Praxis zur Quer- oder Stoßlüftung geöffnet werden.
    • Patient*innen mit und ohne Infekt zu unterschiedlichen Zeiten (z. B. im Rahmen einer Infektsprechstunde) bzw. in unterschiedlichen Bereichen gesehen werden.
    • für Patient*innen, die leicht erkrankt sind, die Behandlung vorzugsweise telefonisch bzw. per Video erfolgen. Dabei ist individuell zu entscheiden, ob ein (grundsätzlich empfehlenswerter) Abstrich erfolgen soll (entweder im Testzentrum oder in der Praxis).
    • Patient*innen mit Symptomen, die in der Praxis untersucht/versorgt werden müssen, in einen eigenen, möglichst gut gelüfteten Praxisraum oder in einen separaten Bereich außerhalb der Praxis geleitet werden.

Organisatorische Hinweise

  • Medizinisches Personal, das mit einem Verdachtsfall in Kontakt gekommen ist, gilt bei Einhaltung der üblichen Hygienestandards nicht als „enge" Kontaktperson und muss weder unter Quarantäne, noch getestet werden (letztlich entscheidet das Gesundheitsamt).
  • Wenn medizinischem Personal über die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ gemeldet wird, wird auch bei Abwesenheit von Symptomen eine Testung empfohlen.

Diagnostische Kriterien

COVID-19-Verdacht: Testkriterien und Maßnahmen31

  • Testkriterien des RKI im Flussschema des RKI (Cave: Stand 08.02.2021, neue RKI-Empfehlungen zu Testkriterien vom 09.04.2021!)
    • Eine Testung auf SARS-CoV-2 soll durchgeführt werden, wenn mindestens eines der folgenden Testkriterien erfüllt ist:
      • schwere respiratorische Symptome (z. B. akute Bronchitis, Pneumonie, Atemnot oder Fieber) ODER
      • Störung des Geruchs- und Geschmackssinns ODER
      • ungeklärte Erkrankungssymptome und enger Kontakt (KP1) mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion → Meldepflichtiger Verdachtsfall! ODER
      • akute respiratorische Symptome jeder Schwere INSBESONDERE BEI:
        • Zugehörigkeit zu Risikogruppe ODER
        • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus ODER
        • erhöhter Expositionswahrscheinlichkeit (z. B. im Rahmen eines möglichen Ausbruchs, bei Veranstaltungen mit > 10 Personen in geschlossenen und unzureichend durchlüfteten Räumen und unzureichender Anwendung der AHA+L-Regeln) ODER
        • Kontakt im Haushalt oder Cluster mit ARE ungeklärter Ursache UND erhöhter 7-Tages-Inzidenz im Land-/Stadtkreis) ODER
        • während des Zeitraums der Symptomatik bestand die Möglichkeit (Expositionssetting) einer Weiterverbreitung an viele Personen ODER
        • weiterhin (prospektiv) enger Kontakt zu vielen Personen oder Risikopatient*innen.
      • klinische Verschlechterung bei bestehenden Symptomen ODER
      • enge Kontaktperson zu einem Fall mit einer bestätigten SARS-CoV-2-Infektion
    • Testkriterien nicht erfüllt oder keine Testung: häusliche Isolierung für 5 Tage UND danach bis mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit.
  • Hinweis der DEGAM28
    • „Durch die obige Definition des RKI bleiben einige Patient*innen unberücksichtigt, die nicht den aufgeführten Kriterien entsprechen, bei denen die Abklärung einer SARS-CoV-2-Infektion dennoch differenzialdiagnostisch sinnvoll sein kann, z. B. bei anderen ätiologisch primär unklaren Beschwerdebildern wie Fieber, Kopf- und/oder Gliederschmerzen, gastrointestinalen oder neurologischen Beschwerden sowie unklaren Hautausschlägen."

Testkriterien für Schulen

Kontakt­personen­nach­ver­folgung laut RKI32

  • Für die Einschätzung der individuellen Situation sind die lokal zuständigen Gesundheitsämter verantwortlich.
Relevanter Zeitrahmen für Kontakt zum Quellfall
  • Symptomatischer Quellfall: ab 2 Tage vor Auftreten erster Symptome bis 14 Tage nach Symptombeginn
  • Asymptomatischer Quellfall
    • mit unbekanntem Infektionsdatum: ab 2 Tage vor Test bis mindestens 14 Tage nach Test
    • mit bekanntem Infektionsdatum: ab Tag 3 nach Exposition bis Tag 19 nach Exposition
Enge Kontaktperson (höheres Infektionsrisiko)
  • Kriterien
    • enger Kontakt > 10 min (< 1,5 m) ohne adäquaten Schutz (Quellfall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS oder FFP2-Maske) 
    • Gespräch mit dem Fall unabhängig von der Dauer (ohne adäquaten Schutz, s. o.)
    • Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für > 10 min, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz), oder FFP2-Maske (außerhalb des Arbeitsschutzes) getragen wurde.
    • Beispiele
      • direkter Kontakt zu Sekreten
      • Flugreisende aus Virusvarianten-Gebieten, die in der Nähe eines COVID-19-Falles saßen oder Crew-Mitglieder und andere Passagiere mit mehr als 15-minütigem Gesprächskontakt oder Kontakt zu Sekreten (Anniesen, Anhusten etc.).
      • optional nach Ermessen des Gesundheitsamtes z. B. auch Schulklassen, gemeinsames Schulessen
      • Medizinisches Personal wird unter Einsatz von adäquater Schutzkleidung nach Versorgung eines COVID-19-Falles nicht als enger Kontakt eingestuft.
  • Quarantäne
    • häusliche Quarantäne für 14 Tage (bei dem ersten Tag der Quarantäne handelt es sich um den Tag nach dem letzten Kontakt zum bestätigten COVID-19-Fall)
    • für Haushaltskontaktpersonen eines bestätigten COVID-19-Falls beträgt 14 Tage – gezählt ab dem Tag des Symptombeginns des Primärfalles des Haushalts, zusätzlich Kontaktreduktion bis Tag 20
    • Testungen in Quarantäne
      • Test so früh wie möglich, möglichst an Tag 1 mittels PCR aus oro- oder nasopharyngealem Abstrich, Antigentest alternativ nur, wenn PCR-Ergebnis nicht innerhalb von 24–48 Stunden vorliegt.
      • 2 x wöchentlich Antigentest und abschließend am 14. Tag der Quarantäne (dieses Ergebnis muss dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden)
    • keine Verkürzung der Quarantäne durch negatives Testergebnis
  • Selbstmonitoring
    • täglich Messung der Körpertemperatur, Tagebuch zu Symptomen
    • 2 x wöchentlich Antigentest
    • Kontakttagebuch
    • nach der Quarantäne für weitere 7 Tage
    • PCR bei Symptomen
  • Genesene (PCR-bestätigter COVID-19-Fall)
    • Keine Quarantäne, wenn der Kontakt innerhalb von 6 Monaten seit dem vorherigen SARS-CoV-2-Nachweis erfolgt ist (Ausnahme: beim Quellfall besteht der V. a. auf Infektion mit einer besorgniserregenden Virusvariante [ausgenommen B.1.1.7], dann erneute Quarantäne empfohlen).
    • Berufliche Tätigkeit mit engem Kontakt zu Risikopersonen (z. B. Pflegeeinrichtung) sollte aber für 14 Tage pausiert werden.
  • Geimpfte
    • Bei vollständiger Impfung oder Personen nach PCR-bestätigter COVID-19-Erkrankung und einmaliger Impfung ist keine Quarantäne erforderlich (gilt nur für von der STIKO empfohlene Impfstoffe).
Weiterführende Informationen beim RKI

Nationale Teststrategie zur Testung asymptomatischer und symptomatischer Personen33

  • Das RKI hat eine Übersichtstabelle über die Nationale Teststrategie zur Priorisierung und Testung verschiedener Personengruppen herausgegeben.
    • Von der Testung von Personen, die nicht Teil der Nationalen Teststrategie sind, wird ausdrücklich abgeraten.
  • Informationen für die Übernahme der Kosten durch die gesetzliche Krankenversicherung finden Sie bei der KBV.
  • Ein positiver Antigentest muss immer durch einen positiven PCR-Test bestätigt werden.
  • Teststrategie an Schulen siehe RKI-Dokument zur Teststrategie an Schulen.
  • Zusammenfassung der RKI-Empfehlungen 
    • Im Fall von knapp werdenden Testressourcen sollte das Testen wie folgt priorisiert werden:
      1. symptomatische Personen
      2. asymptomatische Personen im Gesundheitswesen (Patient*innen, Bewohner*innen, Personal), in anderen vulnerablen Bereichen und bei Kontaktpersonen sowie bei Ausbrüchen in Einrichtungen (Schulen, Praxen etc.), Personen vor Aufnahme bzw. Wiederaufnahme in Einrichtungen, Besucher*innen von Einrichtungen
      3. präventive Testungen bei asymptomatischen Personen in weiteren Lebensbereichen, z. B. in Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Bürgertest.

Testung trotz stattgehabter Impfung (laut RKI)30 

  • „Da bislang unbekannt ist, ob SARS-CoV-2 auch von geimpften Personen übertragen werden kann, sollte bis auf Weiteres bei geimpften Personen eine SARS-CoV-2-Testung nach den gleichen Kriterien wie bei ungeimpften Personen erfolgen."

Testung auf Virusvarianten

  • Laut KBV können niedergelassene Ärzt*innen bei positiven PCR-Ergebnissen eine Testung auf Virusvarianten veranlassen.
  • Dies erfolgt im Rahmen des PCR-Laborauftrags oder im Nachgang.

Interdisziplinäre S2k-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-1934

Diagnostik bei Klinikaufnahme

  • Im Rahmen der aktuellen Pandemiesituation soll bei jeder stationären Aufnahme von Patient*innen ein aktueller PCR-Test vorliegen oder erfolgen.
  • Falls bei stationärer Aufnahme zunächst ein Antigennachweis auf SARS-CoV-2 erfolgt, soll parallel die PCR Testung durchgeführt werden.
  • Bei negativer SARS-CoV-2 PCR und dringendem klinischem Verdacht soll eine 2. Probe untersucht werden.

Differenzialdiagnosen

Anamnese

Symptome allgemein

  • Nach Kontakt zu bestätigten Coronavirus-Fällen und beruflicher Exposition fragen.
  • Inkubationszeit bis zu 14 Tage, im Median 5–6 Tage7
  • Die Symptome von COVID-19 sind unspezifisch. Das klinische Bild kann zwischen asymptomatischen Verläufen (ca. 20–30 %) und schweren Pneumonien mit Todesfolge variieren.
  • Die Auswertung deutscher Fälle des RKI kam zu folgenden Zahlen:8
    • Husten 40 %
    • Fieber 27 %
    • Schnupfen 29 %
    • Halsschmerzen 21 %
    • Geruchs- und Geschmacksverlust 22 %
    • Pneumonie 1 %.
    • Nicht quantitativ erfasst sind weitere Symptome:
      • Atemnot
      • Kopf- und Gliederschmerzen
      • Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust
      • Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall
      • Konjunktivitis
      • Hautausschlag
      • Lymphknotenschwellung
      • Apathie, Somnolenz.

Spezielle Symptome7

  • Pulmonale Erkrankungen
    • Meist in der 2. Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten kann.
  • Gastrointestinale Symptome
    • evtl. Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen, abdominelle Schmerzen, Durchfälle und Leberfunktionsstörungen
  • Hautmanifestationen
    • relativ große Bandbreite an dermatologischen Manifestationen beschrieben, insgesamt selten (0,2–1,2 %)
    • u. a. juckende, morbilliforme Ausschläge, Papeln, Rötungen und ein Nesselsucht-ähnliches Erscheinungsbild sowie Hautbläschen, in seltenen Fällen schwere Durchblutungsstörungen in den Akren bis hin zur Gangrän
    • Auftreten sowohl am Anfang des Krankheitsverlaufs (noch vor anderen bekannten Symptomen) als auch im späteren Erkrankungsverlauf möglich
    • COVID-Zehen36
      • erst im späten Verlauf auftretende gerötete Schwellungen der Zehen, manchmal mit klaren oder eitergefüllten Bläschen, stark juckend und/oder schmerzhaft
      • Betreffen eher junge oder weniger schwer kranke Patient*innen.
      • keine spezielle Therapie erforderlich, spontane Besserung nach 2–4 Wochen
  • Thromboembolische Ereignisse
    • bei pathologisch erhöhter Blutgerinnung bei schweren COVID-19-Verläufen erhöhtes Risiko für Thromboembolien, u. a. in den unteren Extremitäten, sowie Lungenarterien- und zerebrovaskulären Embolien
  • Neurologische Symptome und Erkrankungen
    • Kopfschmerzen, Schwindel und andere Beeinträchtigungen 
    • vereinzelt neuropsychiatrische Krankheitsbilder bzw. einzelne Fälle möglicherweise SARS-CoV-2-assoziierter akuter nekrotisierender hämorrhagischer Enzephalopathie und Meningitis 
  • Herz-Kreislauf-Symptome und -Erkrankungen
    • kardiale Beteiligung anhand erhöhter Herzenzyme bzw. Troponin bei einem Teil der Erkrankten nachweisbar, darunter auch Kinder und Patient*innen mit mildem oder moderatem Verlauf.
    • insbesondere bei schweren Verläufen Myokardschädigungen, Myokarditis, akuter Myokardinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und/oder venöse thromboembolische Ereignisse
  • Nierenerkrankungen 
    • akutes, u. U. dialysepflichtiges, Nierenversagen, insbesondere bei schwer erkrankten beatmungspflichtigen COVID-19-Patient*innen
  • Hyperinflammationssyndrom
    • Bei schwerer SARS-CoV-2-Infektion nach 8–15 Tage nach Erkrankungsbeginn Verschlechterung mit Bild eines Hyperinflammationssyndroms, in dessen Folge es zu Multiorganversagen mit einer hohen Mortalität kommen kann.

Symptome bei Kindern7

  • Am häufigsten sind Husten und Fieber.
  • Magen-Darm-Symptome häufiger auf als bei Erwachsenen (teilweise auch ohne respiratorische Symptome)
  • In der Mehrzahl eher asymptomatischer oder milder Verlauf

Unterschiedliche klinische Verläufe  

  • Ca. 20–30 % der Infektionen (besonders bei Kindern und älteren Menschen) verlaufen asymptomatisch.28
  • Ca. 45–55 % verlaufen mild bis moderat.28
  • Bei einem geringen Teil der Erkrankten kann es nach 7–10 Tagen zu einer klinischen Verschlechterung kommen, mit Entwicklung von Dyspnoe, und/oder Hypoxämien.28
    • Dabei in vielen Fällen stille Hypoxämie zu beobachten, d. h.  trotz deutlich eingeschränkter Oxygenierung subjektiv keine wesentliche Dyspnoe.37
  • Ca. 7 % der in Deutschland übermittelten Fälle werden hospitalisiert und davon ca. 14 % intensivmedizinisch behandelt.7 
    • 60 % der intensivmedizinisch behandelten Patient*innen werden beatmet, davon versterben durchschnittlich 36 %.

Klinische Klassifikation nach Schweregrad37

  • Leichte Erkrankung: keine Pneumonie
  • Moderate Erkrankung: Pneumonie, keine Symptome einer schweren Pneumonie
  • Schwere Erkrankung: schwere Pneumonie, definiert durch Fieber und beidseitige Lungeninfiltrate und entweder Atemfrequenz > 30/min, schwere Luftnot oder SpO2 < 90–94 % bei Raumluft
  • Kritische Erkrankung: ARDS/Hyperinflammation, mit dem klinischen Bild einer Sepsis bzw. eines septischen Schocks mit Multiorganversagen

Klinische Prädiktoren für einen schweren Verlauf37

  • Prädiktoren für einen schwereren Verlauf sind neben Alter (> 50 Jahre), männlichem Geschlecht, Dyspnoe und Persistenz von Fieber auch eine ausgeprägte Lymphozytopenie und eine Erhöhung von Biomarkern  wie CRP, D-DimerLDH, Ferritin und Troponin.
  • Das Fieber ist durch Antipyretika häufig kaum zu beeinflussen.

CRB-65-Index

  • Zur Einschätzung der Pneumonie-assoziierten Mortalitätswahrscheinlichkeit und der damit verbundenen Indikation zur Klinikeinweisung
  • Einsatz von der DEGAM empfohlen, weitere Informationen zum CRB-65-Index im Abschnitt Indikationen zur Klinikeinweisung.

4C Mortality Score38

  • Auf der Basis der Daten von 35.463 britischen COVID-19-Patient*innen entwickelt, validiert an weiteren 22.361 Patient*innen.
  • Beruht auf 8 Items: Alter, männliches Geschlecht, Begleiterkrankungen, Atemfrequenz, periphere Sauerstoffsättigung, Raumluft, Glasgow Coma Scale, Harnstoff, CRP.
  • Details zum Fragebogen und zur Auswertung finden Sie hier
  • Anwendung für die Hausarztpraxis eher unpraktisch, weil die Laborergebnisse Harnstoff und CRP abgewartet werden müssen.

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf

  • Laut Ergebnissen einer Studie des Journal of Health Monitoring haben in Deutschland 36,5 Mio. Menschen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf, davon gehören 21,6 Mio. zur Hochrisikogruppe.39
    • Alle Menschen über 65 Jahre wurden in dieser Studie zur Hochrisikogruppe gezählt.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

  • Welche Begleiterkrankungen markieren das größte Komplikationsrisiko?
  • Daten der dänischen Nationalkohorte zum Risiko in Abhängigkeit von Alter und Vorerkrankungen finden Sie im Abschnitt Verlauf.
  • Weitere Risiken sind männliches Geschlecht, Armut und dunkle Hautfarbe.
  • Folgenden Personengruppen haben laut RKI ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe:7
    • ältere Personen (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf ab etwa 50–60 Jahren)
    • männliches Geschlecht
    • Raucher*innen (schwache Evidenz)
    • adipöse und stark adipöse Menschen
    • Personen mit bestimmten Vorerkrankungen (ohne Rangfolge) 
      • des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
      • chronische Lungenerkrankungen (z. B. COPD)
      • chronische Nieren- und Lebererkrankungen
        • Risiko bei Dialyse-Patient*innen besonders hoch 40
      • Diabetes mellitus
      • einer Krebserkrankung
      • mit geschwächtem Immunsystem (z. B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr schwächen, wie z. B. Kortison).
  • Laut BMJ Best Practice bestehen folgende weitere Risikofaktoren für einen schweren Verlauf:27
    • Sichelzellanämie
    • Down-Syndrom
    • Z. n. Organtransplantation
    • zerebrovaskuläre Erkrankung 
    • Demenz 
    • NASH: nichtalkoholische Steatohepatitis
    • chirurgischer Eingriff bei infizierten Personen oder postoperative Ansteckung (höhere Komplikationsrate und Mortalität)
      • Ab der 7. Woche nach einer überstandenen SARS-CoV-2-Infektion ist die postoperative Sterberate nicht mehr erhöht.41  
    • Schwangerschaft (seltener Symptome, aber möglicherweise erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für invasive Beatmung, Mortalität insgesamt sehr gering)7
      • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für eine Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher.42
  • Laut der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie ist das Risiko für Krebspatient*innen, durch eine Infektion SARS-CoV-2 eine Lungenentzündung zu erleiden, deutlich höher als für Gesunde.43
    • Potenzielle Risikofaktoren sind u. a.:
      • schwere Immunsuppression 
      • Neutropeniephase
      • Lymphozytopenie < 0,2 x 109/l 
      • hereditäre Immundefekte. 

Risikofaktoren für einen schweren Verlauf bei Kindern7

  • Bei hospitalisierten Kindern wurden pulmonale (15 %) und kardiale (8 %) Vorerkrankungen häufiger registriert.
  • Alter unter 1 Monat, das Vorliegen einer Vorerkrankung und Anzeichen einer Infektion der unteren Atemwege sind laut Studiendaten Risikofaktoren für eine Aufnahme auf die Intensivstation.
  • Informationen zum Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) in Kombination mit einem Toxic Shock Syndrome (TSS) sind im Abschnitt Komplikationen zu finden.

Allgemeines zur Untersuchung

  • Empfehlungen der DEGAM für die Hausarztpraxis28
    • Abstriche aus Nase und Oropharynx nur mit Schutzausrüstung
    • Details zum Vorgehen siehe Leitlinienkasten.
  • Die DEGAM empfiehlt alternativ die Selbsttestung durch die betroffenen Personen.28
  • Bei schweren Krankheitsverläufen, weitere Laboruntersuchungen, EKG und ggf. eine radiologische/bildgebende Diagnostik34

Spezielle SARS-CoV-2-Diagnostik 

Probeentnahme für die RT-PCR-Diagnostik und für Antigen-Schnelltests

  • Das NEJM bietet eine Videoanleitung zur korrekten Abnahme eines Nasopharynxabstrichs.
  • In der seriellen PCR-Untersuchung von Virusproben bei den 9 ersten Infizierten in München (Münchner Kohorte) zeigte sich im gesamten Krankheitsverlauf kein messbarer Unterschied in Viruslast und Virusnachweisbarkeit zwischen Nasopharynx- und Oropharynx-Abstrich.44
  • Ergebnisse einer Studie im NEJM zeigen für Speichelproben eine mindestens gleich gute Nachweisqualität in der PCR wie für Nasopharynxabstriche.45
  • Laut DEGAM kann bei Kindern im Vorschulalter auch über eine Speichelprobe getestet werden (morgens nach dem Aufstehen einen Schluck Wasser im Mund spülen und in ein Testgefäß geben). Eine vorherige Absprache mit dem Labor ist erforderlich.28

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

PCR

  • Der Nachweis des Virus im Nasen-/Rachenabstrich mittels des PCR-Tests hat inzwischen eine hohe Sensitivität (> 95 %) sowie eine Spezifität von annähernd 100 %.
    • Durch falschen Zeitpunkt des Abstrichs (zu früh oder zu spät), falsche Abstrichtechnik oder zu große Zeitverzögerung bis zur Analyse der Probe im Labor kann die Sensitivität vermindert werden.
  • Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen Raten an falsch-negativen Testergebnissen von bis zu 30 % (vereinzelt mehr).
  • Die Rate an falsch-negativen Testergebnissen wird entscheidend von der Vortestwahrscheinlichkeit beeinflusst.
    • Je geringer die Vortestwahrscheinlichkeit (z. B. im anlasslosen Screening), desto weniger falsch-negative Ergebnisse sind zu erwarten.
    • Bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit (typischer Symptomatik, gesicherter Kontakt) steigt die Rate der falsch-negativen Ergebnisse deutlich an.
  • Problematisch bei einem falsch-negativen Ergebnis ist, dass tatsächlich Erkrankte bzw. Infizierte sich in falscher Sicherheit wähnen und ggf. zu weiteren Infektionen beitragen.
    • Aus diesem Grund ist bei einem dringenden Verdacht auf eine tatsächliche Infektion ein erneuter PCR-Abstrich zu erwägen.
    • Liegt der Symptombeginn länger als ca. 10 Tage zurück, wird ein positives PCR-Ergebnis immer unwahrscheinlicher.
    • Bei der Untersuchung asymptomatischer Kontaktpersonen der Kategorie I ist ein einmaliger negativer Abstrich ebenfalls nicht als ausreichend sicher anzusehen.
  • Bei der PCR gibt es – wenn inzwischen auch sehr selten – auch falsch-positive Testergebnisse, die insbesondere bei niedriger Vortestwahrscheinlichkeit (z. B. keine bekannte Infektionsquelle, keine typischen Symptome) auftreten können.
    • Bei leicht bzw. moderat Erkrankten weist ein positiver PCR-Test nach Ablauf von 10 Tagen in aller Regel kein vermehrungsfähiges Virus, sondern lediglich Fragmente nach.
    • Bei der Untersuchung asymptomatischer Kontaktpersonen der Kategorie I stellt ein einmaliger negativer Abstrich nur eine Momentaufnahme dar.
  • Die größte Wahrscheinlichkeit, bei Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus mithilfe eines Rachenabstrichs ein positives Testergebnis zu erhalten, besteht 1–2 Tage vor Symptombeginn (retrospektiv beurteilt) sowie innerhalb der ersten 3–5 Tage nach Symptombeginn, danach sinkt die Wahrscheinlichkeit.
  • Tief-nasale, nasopharyngeale und Rachenabstriche (sowie Speichelproben bei Kindern im Vorschulalter, zunehmend aber auch bei Erwachsenen) sind nach aktueller Beleglage höchstwahrscheinlich als gleichwertige Methoden zum Virusnachweis geeignet.
  • Der Ct-Wert (Ct = Cycle Threshold), gibt an, wie viele Vermehrungszyklen ein PCR-Test durchlaufen muss, um positiv anzuschlagen. Je niedriger der Wert, desto höher die Viruslast. Leider teilen nicht alle Labore den Ct-Wert und den benutzten Testkit mit.
    • Aktuell wird empfohlen, mit dem Labor Rücksprache zu halten, wenn der Ct-Wert (inkl. des vom Labor benutzten Testkits) zur Beurteilung der Infektiosität einer Person herangezogen werden soll.

Empfehlungen des RKI zur PCR

  • Symptomatische Fälle bedürfen einer Testung mittels PCR.46
  • Je nach klinischer Situation und Fragestellung soll Material aus den oberen Atemwegen und, wenn möglich und klinisch geboten, Proben aus den tiefen Atemwegen entnommen werden (Schutzmaßnahmen beachten).30
    • obere Atemwege
      1. Nasopharynx-Abstrich (Nasen-Rachen-Abstrich)
      2. Oropharynx-Abstrich (Rachenabstrich)
    • tiefe Atemwege
      • bronchoalveoläre Lavage
      • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert; Arbeitsschutz beachten)
      • Trachealsekret
  • Nasopharynx-Abstriche sind der Standard der Probenentnahme für den Nachweis von SARS-CoV-2 aus dem oberen Respirationstrakt.
  • Entnahme von Rachenabstrichen für die meisten Patient*innen leichter tolerierbar, bei vergleichbarer bzw. etwas niedrigerer diagnostischer Sensitivität der molekularen Diagnostik.
    • Ggf. können Rachen- und Nasenabstrich kombiniert werden.
  • Angeleitete Selbstbeprobung durch Patient*innen kann Exposition für das Gesundheitspersonal verringern.
  • Verwendung von für Virusnachweis geeignete Tupfer: „Virustupfer“ mit entsprechendem Transportmedium oder notfalls trockene Tupfer mit kleiner Menge NaCl-Lösung; kein Agar-Tupfer30
  • Rachenspülwasser/Gurgelwasser, Speichel: möglicherweise geringere Sensitivität und Verdünnungseffekte bei Verwendung von Wasser, Gefahr der Aerosolbildung
  • Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich erreichen.30
    • Erfolgt dies voraussichtlich innerhalb von 72 Stunden, kann die Probe bei 4 °C gelagert und wenn möglich gekühlt versendet werden.
  • Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht aus.30
    • am besten geeignetes Untersuchungsmaterial vom Zeitpunkt der Entnahme im Erkrankungsverlauf abhängig
    • Bei tiefen Atemwegsinfektionen alleinige Testung von Probenmaterial aus dem Oro- und Nasopharynx zum Ausschluss einer Infektion nicht geeignet, da in dieser Phase der Erkrankung ggf. nur Material aus dem unteren Respirationstrakt oder Stuhl in der PCR positiv ist.
  • Infektiosität und Ct-Wert
    • je kleiner der Ct-Wert, desto höher die Infektiosität
    • Grenzwert für einen Verlust der Anzüchtbarkeit in Zellkultur laut RKI bei 30
  • Weiterführende Informationen und ein Diagramm zum zeitlichen Verlauf verschiedener Testergebnisse und zur Rolle des Ct-Wertes bietet die Information des RKI zur SARS-CoV-2-Diagnostik.
  • Ansprechpartner  für Genomsequenzierungen ist das Konsiliarlabor für Coronaviren der Charité Berlin. Auch das Robert Koch-Institut führt Genomsequenzierungen durch, ebenso Universitätskliniken, Landeslabore oder private Labore.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Der Antigen-Schnelltest 

  • Die Tests sind weniger sensitiv als der Goldstandard PCR, sodass mehr falsch negative Testergebnisse resultieren, d. h. Infizierte nicht erkannt werden.
    • Diese verminderte Sensitivität könnte sich theoretisch allerdings als Vorteil herausstellen, wenn nur diejenigen positiv getestet würden, die eine hohe Viruslast haben und mutmaßlich ansteckend sind.
    • Aber: Eine beginnende Infektion mit noch niedriger Viruslast würde nicht entdeckt werden. 
  • Ein positiver Antigentest signalisiert in der Regel Infektiosität.
    • Dass ein Antigentest ein falsch positives Ergebnis liefert, ist möglich und hängt von der Prävalenz der Infektion in der getesteten Gruppe ab. Insbesondere bei asymptomatischen Patient*innen, im Screening und bei fehlendem Kontakt zu einem Infizierten ist daran zu denken.
    • Daher sollte bei positivem Antigentest eine PCR-Testung zur Bestätigung durchgeführt werden, ggf. kann im Einzelfall auch eine andere Untersuchung (z. B. Bildgebung) sinnvoll sein.
  • Symptomatische Patient*innen mit negativem Antigentest sind für den Moment als wahrscheinlich nichtinfektiös anzusehen und müssen nicht mit einer PCR kontrolliert werden.
    • Eine Wiederholung des Antigen-Schnelltests (oder falls möglich PCR) ist jedoch bei anhaltendem klinischem Verdacht angezeigt.
  • Bisher sind Antigentestungen nicht in der klinischen Routine vorgesehen und werden in der Praxis nur erstattet, sofern es sich um Testung des asymptomatischen Praxispersonals handelt.

Empfehlungen des RKI zum Antigentest30,33

  • Das RKI stellt die Infografik Corona-Schnelltest-Ergebnisse verstehen zur Verfügung.
  • Antigen-(Schnell-)Tests basieren auf dem Nachweis von viralem Protein.
  • Die analytische Sensitivität von Antigentests liegt unterhalb der analytischen Sensitivität der PCR, die als Referenzmethode gilt.
  • Die Spezifität einzelner Tests ist relativ hoch.
  • Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus, v. a. wenn eine niedrige Viruslast vorliegt, wie z. B. in der frühen Inkubationsphase oder in der späten Phase der Infektion.
  • Ein positives Testergebnis bedarf einer Nachtestung mittels PCR.
  • Stellungnahme des RKI zu Antigentests zur Eigenanwendung durch medizinische Laien.
  • Inzwischen (Stand 04.03.2021) sind 7 Schnelltests zur Eigenanwendung durch das BfArM zugelassen.
  • Die Aussagekraft wird durch die Frequenz serieller Testungen derselben Person bestimmt. Sporadische Testungen von symptomlosen Personen haben eine vergleichsweise geringe Wahrscheinlichkeit eines korrekten Testergebnisses.
    • Das Testergebnis ist als tagesaktuell anzusehen, das heißt, es ist nicht länger als 24 Stunden gültig.
    • Serielle Testungen mit Antigentests als Screening z. B. in Schulen, Kitas, Betrieben können einen Beitrag zur Pandemiebewältigung leisten.46
  • Bei einem positiven Antigen-Selbsttest Absonderung (konsequente Kontaktreduzierung), Kontaktaufnahme mit Hausarztpraxis oder Testzentrum33

Selbstabstrich für die PCR

  • Die DEGAM empfiehlt Selbstabstriche für die PCR.28
    • Patient*innen (oder Angehörige) können Teströhrchen an der Praxis (Übergabe kontaktlos draußen) abholen, den Test durchführen und dann das Röhrchen ebenso kontaktlos wieder an der Praxis abgeben.
    • Siehe Anleitung zum Selbsttest der DEGAM.
  • Eine US-amerikanische Studie belegt den ausreichenden Nutzen von Selbstabstrichen: Die Sensitivität lag dabei bei 89,8 % (Zunge), 94 % (Nase) und 96,2 % (Nasenmuschelabstrich), verglichen mit einem Nasopharyngealabstrich durch medizinisches Personal.47

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Antikörper – ELISA

  • Nach vorliegenden Daten können infizierte/erkrankte Patient*innen Antikörper frühestens nach 7–11 Tagen entwickeln.
    • Daher erscheint es nicht sinnvoll, einen serologischen Test vor Ablauf von 2 Wochen durchzuführen.
  • Etliche SARS-CoV-2-infizierte Menschen mit leichtem Krankheitsverlauf bilden keine Antikörper oder diese sind nach einiger Zeit nicht mehr nachweisbar, sodass durch die Antikörpertestung eine sichere Bestätigung eines Infektionsverdachts nicht möglich ist.
  • Eine Testung auf Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus ist daher nicht dazu geeignet, eine akute Infektion sicher nachzuweisen oder auszuschließen!
  • Ein positiver Antikörpernachweis kann ein falsch positives Ergebnis sein. Zudem weist selbst ein richtig positiver ELISA im Einzelfall keine sichere bzw. langanhaltende Immunität nach!
  • Zunehmend stellt sich die T-Zell-vermittelte Immunität als möglicherweise noch wichtiger als Antikörper für den Schutz nach durchgemachter Infekt dar.

Empfehlung

  • Der Nutzen von Antikörpern beschränkt sich zurzeit auf Seroprävalenzstudien zur Prüfung der Durchseuchung einer Bevölkerungsgruppe.
  • Antikörpertests sollten in der hausärztlichen Praxis in der Regel nicht durchgeführt werden, in Einzelfällen können sie hilfreich sein (Antikörper-Titer-Anstieg im zeitlichen Verlauf).

Serologische Tests30

  • Antikörpernachweise dienen primär infektionsepidemiologischen Fragestellungen.
  • Ein serologischer Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper lässt keine eindeutige Aussage zur Infektiosität oder zum Immunstatus zu.
  • Bei negativem oder fraglichem PCR-Test und COVID-19-verdächtiger Symptomatik sollte bei einer Serokonversion eine zweite PCR erfolgen.
  • Bei Verdacht auf eine Reinfektion sollte eine PCR in Verbindung mit einer serologischen Untersuchung erfolgen, siehe Definition einer Reinfektion des RKI.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Empfehlung zum praktischen Vorgehen beim Testen

  • Alle Patient*innen, bei denen ein Test durchgeführt wird, sollten mindestens bis zum Testergebnis in häuslicher Isolierung verbleiben.
  • Enge Kontaktpersonen und alle häuslichen Mitbewohner*innen sollten Sozialkontakte minimieren und besonders intensiv auf Hygiene achten.
  • Auch wenn das Testergebnis negativ ist, sollten sich symptomatische Patient*innen soweit wie möglich isolieren, um Übertragungen von Atemwegserkrankungen generell zu reduzieren.
  • Bei negativem Testergebnis, aber klinisch fortbestehendem Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion, wenn z. B. begründete Zweifel an der verwendeten Abstrichtechnik/Testdurchführung bestehen, kann ein Test kurzfristig wiederholt werden.

Weitere Untersuchungen (in der Klinik)

Interdisziplinäre S2k-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-1934

Diagnostik bei Klinikaufnahme

  • Bei nachgewiesener COVID-19-Infektion und der Notwendigkeit einer Hospitalisierung sollte eine Urinuntersuchung (ggf. wiederholt) mit Bestimmung von Albuminurie, Hämaturie und Leukozyturie erfolgen.
  • Bei COVID-19-Patient*innen mit deutlich erhöhten Troponinwerten ohne typische EKG-Veränderungen eines Typ-1-Myokardinfarkts sollte eine Echokardiografie zur differenzialdiagnostischen Abklärung durchgeführt werden.
  • Bei Verdacht auf eine zerebrale oder auch spinale Beteiligung (z. B. Blutung oder Ischämie) durch COVID-19 sollten eine CT oder eine MRT durchgeführt werden.
  • Bei stationären Patient*innen mit COVID-19 sollten CRP, LDH, AST (GOT), Differenzialblutbild sowie D-Dimere Bestandteil der initialen Labordiagnostik sein und bedarfsgerecht regelmäßig kontrolliert werden.
  • Ein CT-Thorax sollte bei COVID-19-Patient*innen bei differenzialdiagnostischen Unsicherheiten, u. a. Verdacht auf eine Lungenembolie, durchgeführt werden.

Labor37

  • CRP (bei COVID-19 stärker erhöht als bei anderen viralen Infektionen, Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Differenzialblutbild (Leukozytose/Leukopenie, Lymphopenie als Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Troponin (Hinweis auf kardiale Beteiligung, Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • D-Dimere (Hinweis auf thromboembolische Ereignisse, mit einer deutlich erhöhten Mortalität assoziiert)
  • LDH (Prädiktor für einen schweren Verlauf)
  • Abnahme von mehreren Blutkulturen
  • Urin-Diagnostik auf Pneumokokken, Legionellen
  • Je nach Verlaufsform Nieren- und Leberfunktionsparameter, Elektrolyte
  • Procalcitonin: selten erhöht, evtl. Hinweis auf bakterielle Infektion
  • Ferritin, IL-6 zur Diagnose einer hämophagozytischen Lymphohistiozytose48

Röntgenthorax

  • Im konventionellen Röntgenbild bei intensivpflichtigen Patient*innen in der Regel bilaterale Infiltrate34

Thorax-CT

  • In der CT finden sich bereits sehr früh im Laufe der Erkrankung bilaterale, subpleural imponierende Milchglastrübungen, und eine Konsolidierung von Lungenabschnitten, Pleuraergüsse und Lymphadenopathie finden sich nur selten.34 
    • Befunde im CT sind nicht spezifisch für COVID-19, sondern können auch bei anderen viralen Pneumonien vorliegen.
    • Eine CT ist sinnvoll, wenn eine klinische Konsequenz (wie z. B. bei Lungenembolie) entsteht.

Lungensonografie

  • Laut S1-Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Intensivmedizin werden bettseitige Untersuchungen, wie Ultraschall, bei der Bildgebung bei Lungenbeteiligung bei COVID-19 bevorzugt.34
  • Pleuraerguss und subpleurale Konsolidierungen können sonografisch gut dargestellt werden.49
  • Auch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) empfiehlt die Durchführung eines Point-of-Care-Ultraschalls der Lunge bei Patient*innen mit respiratorischer Insuffizienz sowie dem Verdacht auf eine Lungenentzündung.50

Indikationen zur Klinikeinweisung

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Triagierung und Vorgehen nach Symptomen und Risikokonstellation

  • Bei leichten unspezifischen Symptomen und niedrigem Risiko sollten erfolgen: 
    • telefonische Evaluation und Beratung
    • telefonische AU und Isolierung für mind. 5–7 Tage (Ende der AU, wenn mind. 48 h symptomfrei)
  • ODER
    • Abstrich (PCR oder Antigen-Schnelltest) in Praxis oder regionaler Testeinrichtung.
  • Nur bei knappen Testressourcen kein routinemäßiger Abstrich
  • Bei Symptomen mit deutlicher AZ-Beeinträchtigung und/oder erhöhtem Risiko sollten erfolgen:
    • ggf. direkte Krankenhauseinweisung (bei erkennbarem/Verdacht auf abwendbar gefährlichen Verlauf)
    • ansonsten telefonische Einbestellung in die Infektsprechstunde
    • Untersuchung und PCR-Abstrich in der Infektsprechstunde (falls eingerichtet)
    • weiteres Vorgehen nach klinischer Situation
    • Bei weiterbestehender Symptomatik erneute Prüfung alternativer Ursachen infektiöser oder nichtinfektiöser Genese.

Vorgehen laut DEGAM28

  • Klinisch schwere Verdachtsfälle auf COVID-19 ohne Testung einweisen.
  • Schweregrad einer Pneumonie mit CRB-65-Index abschätzen. 
    • CRB-65-Index (klinischer Score zur statistischen Wahrscheinlichkeit des Versterbens, 1 Punkt für jedes festgestellte Kriterium [max. 4]):
      • Pneumonie-bedingte Verwirrtheit, Desorientierung
      • Atemfrequenz ≥ 30/min
      • Blutdruck diastol. ≤ 60 mmHg oder systol. < 90 mmHg (wenn anderweitig nicht erklärbar)
      • Alter ≥ 65 Jahre.
    • Stationäre Aufnahme: Ab 1 Punkt erwägen, ab 2 Punkten immer!
  • Der CRB-65-Index stellt nur eine mögliche Entscheidungshilfe dar. Das hausärztliche Urteil setzt sich aus einer Vielzahl weiterer Informationen zusammen, wie z. B.:
    • biologisches Alter
    • Komorbidität: insbes. kardiovaskuläre Erkrankungen, Hypertonus, AdipositasDiabetes mellitusCOPD, Immunsuppression, chronische Niereninsuffizienz
    • Allgemeinzustand, subjektives Befinden
    • Atemnot (in Ruhe, bei Belastung)
    • weitere Beschwerden (z. B. Diarrhöen, Erbrechen, Brustschmerzen)
    • körperliche Untersuchung: Blässe/Kaltschweißigkeit, Körpertemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck, Herz-/Lungenauskultation, ggf. abdominelle Untersuchung
    • Sauerstoffsättigung (1 x tgl. Screening wird vom RKI bei [auch symptomlosen] Bewohner*innen von Pflegeinrichtungen empfohlen) 
    • ggf. bedarfsadaptierte Laboruntersuchungen
    • Möglichkeiten zur häuslichen Versorgung bei Quarantäne oder Isolierung
    • Lebenswille der Betroffenen.
  • Cave: Der CRB65-Score kann insbesondere bei jüngeren Patient*innen die Schwere der Krankheit unterschätzen!51

Ambulantes Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht erkrankten COVID-19-Patient*innen

RKI: Ambulantes Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht Erkrankten52

  • Leicht erkrankte Patient*innen ohne Risikofaktoren für Komplikationen (z. B. Immunsuppression, relevante chronische Grunderkrankungen, hohes Alter) können bei Gewährleistung einer ambulanten ärztlichen Betreuung sowie im Austausch mit dem zuständigen Gesundheitsamt bis zur vollständigen Genesung oder bis zum endgültigen Ausschluss einer SARS-CoV-2-Infektion im häuslichen Umfeld behandelt werden.
    • Eine Unterbringungsmöglichkeit in einem gut belüftbaren Einzelzimmer sollte gewährleistet sein.
    • bei nachgewiesener COVID-19-Erkrankung
      • keine Haushalts­an­ge­hörigen mit Risiko­faktoren für einen schweren Krankheits­verlauf/Kom­pli­ka­tionen bei Infek­tion
      • Keine Haus­halts­an­ge­hörigen, die mit der Betreuung von kranken Menschen befasst sind (z. B. medizinisches Personal).

Kontrolle bei ambulanter Versorgung

  • Patient*innen mit Risikofaktoren für einen schweren Verlauf sollten engmaschig kontrolliert und ggf. frühzeitig in stationär eingewiesen werden.37
  • Kontrolle der klinischen Symptomatik nach 7–10 Tagen in der ambulanten Versorgung, Einweisung der Patient*innen bei Verschlechterung der klinischen Symptomatik oder ausbleibender Besserung, insbesondere bei Weiterbestehen oder Zunahme von Fieber oder Dyspnoe.37
  • Zur Beurteilung von Atemnot im Telefongespräch mit Patient*innen kann die BMJ-Leitlinie Covid-19: a remote assessment in primary care (Box 1) hilfreich sein. 

Informationen

Therapie

Therapieziele

  • Symptome lindern.
  • Komplikationen und Ateminsuffizienz behandeln.
  • Ausbreitung und Übertragung der Infektion verhindern.

Allgemeines zur Therapie

  • Diese Referenz37 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.

Ambulante Behandlung bei unkomplizierter Erkrankung

  • Zurzeit gibt es für den ambulanten Bereich keine spezifischen evidenzbasierten Therapieoptionen.28
  • Bei unkomplizierter Erkrankung ist eine rein symptomatische Therapie empfohlen.
  • Schwangere 
    • Empfehlungen des Royal College of Obstetricians and Gynecologists: Da COVID-19 mit einer Hyperkoagulabilität einhergehen kann und es auch in der Schwangerschaft physiologisch zu einer Hyperkoagulabilität kommt, sollte die Indikation zur Thromboseprophylaxe sorgfältig geprüft werden.53
    • Siehe auch Update der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.
  • Antikoagulation im ambulanten Setting28
    • Bei nicht-antikoagulierten Risikopatient*innen (z. B. ältere Bewohner*innen einer Pflegeeinrichtung mit Begleiterkrankungen, die positiv getestet sind) kann man eine prophylaktische Therapie mit niedermolekularem Heparin (LMWH) erwägen. Bei schwerem Übergewicht (BMI > 35) kann die Standarddosis verdoppelt werden.
  • Fiebersenkung28
    • Wenn eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte Paracetamol anstelle von NSAR verabreicht werden.

Empfehlungen für Patient*innen laut RKI

  • Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art sollten zu Hause bleiben, sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxis, Tel. 116117) und nach einem Test fragen.2

Stationäre Behandlung

  • Unter dem folgenden Link sind zusätzlich Arzneimittelinteraktionen der verschiedenen experimentellen Therapeutika einsehbar: www.covid19-druginteractions.org.
  • Beim BfArM finden sich weitere Informationen zu den derzeit auf ihre klinische Wirksamkeit untersuchten Arzneimitteln.

Allgemeine Maßnahmen (bei stationärer Versorgung, laut der interdisziplinären S2k-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie)

  • Diese Referenz34 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.

Therapie der respiratorischen Insuffizienz

  • Indikation zur Aufnahme auf die Intensivstation
    • bei Erfüllung eines der folgenden Kriterien:
      • Hypoxämie SpO2 < 90 % (unter 2–4 l Sauerstoff/min bei nicht vorbestehender Therapie) und Dyspnoe
      • Atemfrequenz > 25–30/min.
  • Maßnahmen bei akuter hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz
    • Es sollte eine SpO2 ≥ 90 % (bei COPD-Patient*innen > 88 %) bzw. ein PaO2 > 55 mmHg erreicht werden.
    • bei hypoxämischer respiratorischer Insuffizienz (PaO2/FiO2 = 100–300 mmHg): Therapieversuch mit High-Flow-Sauerstofftherapie (HFNC) oder nichtinvasiver Beatmung
    • Bei einer schwereren Hypoxämie (PaO2/FiO2 < 150 mmHg) und Atemfrequenzen > 30/min: Intubation und invasive Beatmung erwägen.
    • bei einem PaO2/FiO2 von < 100 mmHg: Regelfall eine Intubation und invasive Beatmung
  • VTE-Prophylaxe/Antikoagulation
    • Hospitalisierte Patient*innen sollen, wenn keine Kontraindikationen bestehen, eine medikamentöse Thromboembolieprophylaxe mit niedermolekularem Heparin erhalten.
      • Alternativ kann Fondaparinux zur Anwendung kommen.
    • Bei zusätzlichen Risikofaktoren für eine venöse Thromboembolie (VTE) kann bei niedrigem Blutungsrisiko eine intensivierte Thromboembolieprophylaxe (halbtherapeutische Dosis eines NMH) erfolgen.
      • Zusätzliche VTE-Risikofaktoren sind z. B. Adipositas (BMI > 35 kg/m2), stattgehabte VTE, bekannte Thrombophilie, intensivmedizinische Behandlung sowie stark erhöhte D-Dimere (> 2–3 mg/l).

Medikamentöse Therapie

  • Die Fachgruppe COVRIIN am RKI bietet eine Übersicht zur Wirksamkeit bisher erprobter Medikamente.

Dexamethason

  • Laut den Ergebnissen der britischen RECOVERY-Studie senkt niedrig dosiertes Dexamethason (6 mg 1 x/d) die Sterblichkeit von beatmeten oder sauerstoffpflichtigen COVID-19-Patient*innen.54
    • Die 28-Tage-Sterblichkeit mechanisch beatmeter Erkrankter wurde um 35 % gesenkt (NNT 8).
    • Bei sauerstoffpflichtigen Patient*innen sank die Sterblichkeit um 20 % (NNT 25).
    • keine Wirksamkeit bei Betroffenen ohne Unterstützung der Atmung
  • Laut der interdisziplinären Leitlinie für stationäre Behandlung von COVID-19 soll bei Patient*innen mit schwerer (SpO2 < 90 %, Atemfrequenz > 30/min) oder kritischer (ARDS, Sepsis, Beatmung, Vasopressorengabe) COVID-19-Erkrankung eine Therapie mit Dexamethason erfolgen.34
    • Die Dosis beträgt 6 mg Dexamethason p. o./i. v. täglich für 10 Tage.
  • Erkrankte ohne Sauerstoff- oder Beatmungspflichtigkeit sollten nicht mit Dexamethason behandelt werden.55

Pharmaka mit fraglicher Wirkung

  • Remdesivir
    • In der SOLIDARITY-Studie der WHO zeigte Remdesivir keinen relevanten Effekt auf Mortalität, Beatmungspflichtigkeit und Dauer des Krankenhausaufenthalts bei den 2.750 untersuchten hospitalisierten COVID-19-Patient*innen.56
    • Die WHO rät in ihrer „Living Guideline" im BMJ von der Anwendung von Remdesivir bei hospitalisierten COVID-19-Patient*innen wegen unsicherer Datenlage ab.57
    • Laut der interdisziplinären Leitlinie für stationäre Behandlung von COVID-19 kann derzeit keine Empfehlung weder für noch gegen die Therapie gegeben werden.34
    • Remdesivir ist in Deutschland noch nicht offiziell im Handel. Vom Bundesgesundheitsministerium wird das vom Hersteller zur Verfügung gestellte Medikament über Krankenhausapotheken kostenlos verteilt.58
  • Budesonid-Asthmaspray
    • Eine relativ kleine offene randomisierte Studie ohne Placebokontrolle zeigte unter Verwendung von Budesonid-Asthmaspray eine Verminderung der Rate schwerer Verläufe und eine Verkürzung des Krankheitsverlaufs.59
      • Eine weitere größere offene Studie, die auf einem Preprint-Server publiziert wurde, bestätigt diese Ergebnisse.60 
  • Baricitinib37
    • Baricitinib ist ein Januskinase-Inhibitor, der die Bildung von Zytokinen hemmt; soll mit Remdesivir kombiniert werden.
    • Das Medikament hat eine Notfallzulassung der FDA erhalten.
    • Laut STAKOB ist die Datenlage für eine breite Anwendung in Deutschland nicht ausreichend; hierzulande nicht zugelassen.
  • Tocilizumab
    • laut der Interdisziplinären Leitlinie zur stationären Therapie nicht empfohlen34
    • Die Studienlage ist laut STAKOB nicht eindeutig und der Off-Label-Einsatz kritisch zu sehen. Allenfalls kann ein Einsatz im Rahmen klinischer Studien erwogen werden.37
    • Kann laut Arznei-Telegramm bei hospitalisierten Patient*innen mit Sauerstoff- oder Beatmungsbedarf und hohem CRP (als Zeichen einer systemischen Inflammation), die Glukokortikoide erhalten, erwogen werden.61
  • Famotidin
    • Ein systematischer Review von 2 retrospektiven Kohortenstudien und 3 Fallserien mit einer Metaanalyse zweier Kohortenstudien zeigte einen signifikanten Effekt von Famotidin auf ein gemischtes Outcome aus Mortalität und Intubation.62
    • Die Qualität der Evidenz ist sehr schlecht. Weitere Evidenz aus RCT ist zur genaueren Bewertung von Famotidin dringend erforderlich.
  • Fluvoxamin
    • In einer kleinen US-amerikanischen Studie mit insgesamt 181 ambulant behandelten SARS-CoV-2-Infizierten zeigte sich, dass die Einnahme des Antidepressivums Fluvoxamin (SSRI) eine klinische Verschlechterung im Vergleich zu Placebo signifikant verhindern konnte.63
  • Monoklonale Antikörper Banlanivimab (monoklonaler Antikörper)34,37 und Casirivimab in Kombination mit Imdevimab37
    • klinische Wirksamkeit nicht belegt
    • Laut Fachgruppe COVRIIN am RKI eingeschränkte Wirksamkeit bei unterschiedlichen Virusvarianten, siehe Übersicht über die Resistenzen.

Pharmaka ohne nachgewiesene Wirkung

  • Hydroxychloroquin64-65
  • Azithromycin34,66
  • Ivermectin34,37
  • Lopinavir/Ritonavir67-68
  • Anakinra34
  • Plasmatherapie 34
  • Interferon34
  • Vitamin D
    • laut Arznei-Telegramm kein hinreichender Nutzenbeleg zur Prophylaxe oder Therapie einer SARS-CoV-Infektion69
    • laut der interdisziplinären Leitlinie zur stationären Therapie weder eine Kontrolle des Serumspiegels noch eine Verabreichung bei COVID-19-Patient*innen empfohlen34
  • Colchicin37,48,70

Gefährdung durch Einnahme von Ibuprofen, Sartanen oder ACE-Hemmern?

  • Studiendaten zufolge ist die Einnahme von Blutdruckmedikamenten (ACE-Hemmer, Sartane) nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit oder einem schweren Verlauf von COVID-19 assoziiert.71
  • Die bisherigen Bedenken gegen die Einnahme von NSAR bei COVID-19 sind durch eine nationale Kohortenstudie aus Dänemark weitgehend ausgeräumt.28
    • Wenn eine Fiebersenkung notwendig ist, sollte Paracetamol anstelle von NSAR verabreicht werden.

Empfehlungen von verschiedenen Fachgesellschaften

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie43

  • Die Therapie bei der großen Mehrzahl der Patient*innen kann und wird weiter unverändert nach gültigen Therapiestandards durchgeführt.
  • Bei infektiös symptomatischen Patient*innen können Therapien verschoben werden.
  • Eine ausführliche und regelmäßig aktualisierte Version der Leitlinie mit detaillierten Angaben zum Vorgehen bei einzelnen onkologischen Krankheitsbildern ist unter www.onkopedia.com zu finden.

Global Initiative for Asthma (GINA)72 

  • An Asthma Erkrankte sollten inhalative Medikation, inkl. ICS, wie verordnet fortsetzen.
  • Die Verwendung von Verneblern sollte wegen der Gefahr der Verbreitung von COVID-19 vermieden werden.
  • Aus diesem Grund sollten auch Routine-Spirometrien verschoben werden.

Deutsche Diabetes Gesellschaft73

Bei COVID-19
  • Bei blandem Verlauf: orale Antidiabetika bzw. Fortführen der bestehenden Therapie
  • Falls orale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist: s. c. Insulintherapie.
  • Intensivpflichtige Patient*innen: i. v. Insulintherapie
Bei Diabetes und schweren Verläufen von COVID-19
  • Sulfonylharnstoffe sollten wegen der Gefahr von Hypoglykämien bei Kumulation aufgrund einer (transienten) Niereninsuffizienz pausiert werden.
  • SGLT2-Inhibitoren
    • pausieren bei:
      • Fieber > 38,5 °C
      • eingeschränkter Nahrungs- oder Flüssigkeitsaufnahme und/oder Insulinmangel (dabei Überprüfung des Säure-/Basenhaushaltes, der Ketone im Serum und der Nierenfunktion).
    • Wiederaufnahme der Therapie erst bei:
      • Fieberfreiheit
      • ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme
      • eGFR > 60 ml/min/1,73 kg/m2
      • ausgeglichenem Säure-/Basenhaushalt und nicht erhöhter Ketone im Serum.
    • Bei einer vorbestehenden Dapagliflozin-Therapie bei Typ 1 Diabetes mellitus soll diese generell bei akuten Infektionskrankheiten – einschließlich COVID-19 – pausiert werden.
  • Metformin
    • Pausieren bei Fieber > 38,5 °C
    • engmaschige Überprüfung der Nierenfunktion
    • Überprüfung des Säure-/Basenhaushalts und des Laktats im Serum bei vorheriger Metformin-Einnahme und fortgeschrittener Niereninsuffizienz oder passagerem Nierenversagen
    • Wiederaufnahme der Therapie erst bei Fieberfreiheit, ausreichender Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme, eGFR > 30 ml/min/1,73 kg/m2 und Ausschluss einer Hypoxämie
  • DPP4-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Antagonisten müssen nicht pausiert werden.

Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie74

  • Bei symptomatischen Patient*innen mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion soll die antirheumatische Medikation pausiert werden (bis auf eine evtl. Glukokortikoid-Therapie).
  • Bei asymptomatischen Patient*innen mit nachgewiesener SARS-CoV-2-Infektion sollte ein Pausieren oder Herauszögern von Therapien mit Biologika und zielgerichteten, synthetischen Basismedikamenten für die Dauer der mittleren Inkubationszeit erwogen werden.

Deutsche Gesellschaft für Neurologie75

  • Schwer erkrankte, intensivpflichtige COVID-19-Patient*innen sollten neurologisch mitbetreut werden.
  • Es soll aktiv nach einer Mitbeteiligung des zentralen oder peripheren Nervensystems gesucht werden.
  • Immuntherapie
    • Bei COVID-19-Erkrankung sollten Aspekte wie Krankheitsaktivität der zugrunde liegenden neurologischen Erkrankung sowie der bisherige Therapieverlauf berücksichtigt und die Immuntherapie ggf. pausiert werden.

Medikamentöse Behandlung von Kindern

Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie

  • Empfehlungen zum Management von Patient*innen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen während der COVID-19-Pandemie finden Sie in den Artikeln M. Crohn und Colitis ulcerosa.

Empfehlungen zur Palliativversorgung

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

  • Es ist eine hausärztliche Pflicht, den Patientenwillen und das Selbstbestimmungsrecht zu beachten.
  • Darüber hinaus muss sichergestellt sein, dass alle medizinisch notwendigen Maßnahmen durchgeführt werden können, auch in Pflegeeinrichtungen.
  • Es ist – nicht nur in Zeiten der Pandemie – wichtig, auf mögliche Notfälle vorbereitet zu sein, um für die Betroffenen, Angehörigen, Pflegenden und Ärzt*innen Handlungssicherheit zu schaffen.
  • Hinweise zur präklinischen patientenzentrierten Vorausplanung für den Notfall sind auf www.degam.de publiziert, ebenso Hilfen zur Dokumentation.
  • Bei Fragen zur palliativen Betreuung von Patient*innen mit Atemnot wird eine Zusammenarbeit mit den regionalen SAPV-Teams empfohlen.

Wiederbelebungsmaßnahmen

  • Der Deutsche Rat für Wiederbelebung hat eine Aktualisierte Stellungnahme zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen im Umfeld der COVID-19-Pandemie herausgegeben.77
  • Versorgung durch Ersthelfer*innen
    • Keine Atemkontrolle in der Nähe des Gesichts der Betroffenen durchführen.
    • nur Überstreckung des Nackens mit Anheben des Kinns und Beobachtung von Brustkorbbewegungen
      • Wenn die Person nicht reagiert und keine Brustkorbbewegungen erkennbar sind, ist davon auszugehen, dass sie nicht atmet.
    • Wiederbelebungsmaßnahmen können sich bei unbekannten Hilfsbedürftigen auf die Herzdruckmassage und den Einsatz von öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillatoren (AED) beschränken.
    • Zum Eigenschutz der Ersthelfer*innen vor Aerosolen evtl. Mund und Nase der betroffenen Person zusätzlich mit einem luftdurchlässigen Tuch (im Sinne einer „Mund-Nasen-Maske“) bedecken.
    • Obwohl die Atemspende ein Infektionsrisiko für Ersthelfer*innen darstellt, ist der Nutzen der Atemspende bei nicht atmenden Kindern für ihre Überlebenschance als deutlich höher einzustufen.
  • Reanimation durch medizinisches Fachpersonal
    • Geeignete persönliche Schutzausrüstung für Maßnahmen, bei denen Aerosole entstehen können.
    • Nutzen-Risiko-Abwägung für die Durchführung von Defibrillationen, bevor ggf. aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden, die durch das Anlegen einer geeigneten Schutzausrüstung möglicherweise verzögert werden könnten.

Impfung/Prävention

Impfung

Impfung gegen COVID-19: Impfstoffentwicklung allgemein2,7

  • Seit dem 26.12.2020 wird in Deutschland gegen COVID-19 geimpft.
  • Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den mRNA-Impfstoff BNT162b2 der Firma BioNTech/Pfizer, den mRNA-Impfstoff mRNA-1273 der Firma Moderna, den Vektorimpfstoff der Firma AstraZeneca und den Vektorimpfstoff der Firma Johnson & Johnson (Janssen) zugelassen.21
  • Laut WHO befinden sich (Stand 19. Januar 2021) 237 Impfstoffkandidaten in der Entwicklung, die auf unterschiedlichen Wirkprinzipien beruhen (z. B. DNA, mRNA, Protein Subunit oder Vektorimpfstoffe).
    • Von diesen werden aktuell 64 in klinischen Studien an Menschen untersucht; mehr als 20 COVID-19-Impfstoffkandidaten befinden sich in oder kurz vor Beginn von Phase-III-Studien.
  • Eine genauere Beschreibung der verschiedenen in der Entwicklung befindlichen Impfstofftypen finden Sie in unserem Thema der Woche 2020-45 Impfung gegen COVID-19 – unterschiedliche Konzepte.
  • RKI-Dokument zur Impfung: Aufklärungsmerkblatt zur COVID-19-Impfung mit mRNA-Impfstoff (in verschiedenen Sprachen)

Daten zu einzelnen Impfstoffen2,7

mRNA-Impfstoff der Firma BioNTech und ihres Kooperationspartners Pfizer (Comirnaty)
  • Aufbewahrung für ca. 5 Tage im Kühlschrank, Lagerung für 2 Wochen bei –25 bis –15 °C, sonst bei –70 °C
  • Über die Dauer einer durch die Impfung erreichten Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte sowie über langfristige Nebenwirkungen sind keine eindeutigen Aussagen möglich.
    • Schwangere wurden bisher nicht untersucht.
    • laut Hersteller in Phase-III-Studie sehr gute Wirkung bei Jugendlichen im Alter von 12–15 Jahren78 
  • Die bei mRNA-Impfstoff mittels Nanolipiden in die Zellen eingeschleuste RNA kodiert ein virales Antigen. Die RNA wird in den Zielzellen außerhalb des Zellkerns an den Ribosomen abgelesen.79
  • Publikation mit Zwischenergebnissen der Phase-II/III-Studie80
    • Schutzwirkung von 95 % nach einer 2. Impfstoffdosis
    • Nebenwirkungen
      • 66–83 % milde bis moderate Schmerzen an der Einstichstelle, 1 % starke Schmerzen, 51–59 % andauernde Müdigkeit, 39–59 % Kopfschmerzen, 11–16 % Fieber über 38 °C, 20–45 % benötigten fiebersenkende und/oder Schmerzmedikamente, 0,3 % Lymphadenopathie.
      • Im Beobachtungszeitraum wurden bei 4 Teilnehmer*innen in der Impfstoffgruppe transiente, akute periphere Fazialisparesen beobachtet.21
      • schwere Nebenwirkungen laut den Verfasser*innen so gut wie gar nicht
  • COVID-Arm: nach Impfung mit mRNA-Impfstoff auftretende verzögerte Lokalreaktion (bisher häufiger nach Moderna-Vakzine): Symptomatische Behandlung, klingt spontan ab.81 
mRNA-Impfstoff der US-amerikanischen Firma Moderna
  • Aufbewahrung im Kühlschrank für 30 Tage möglich, länger bei –15 bis –25 °C
  • Über die Dauer einer durch die Impfung erreichten Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte sowie über langfristige Nebenwirkungen sind ebenfalls keine eindeutigen Aussagen möglich.
    • Zu Kindern und Schwangeren liegen keine abschließenden Daten vor.
  • Gleiches Wirkprinzip wie der BioNTech-mRNA-Impfstoff
  • Schutzwirkung laut Hersteller 90 % gegen COVID 19 und 95 % gegen schwere Erkrankung82
  • Nebenwirkungsraten83
    • 92 % Schmerzen an der Injektionsstelle, 69 % Müdigkeit, 63 % Kopfschmerzen, 60 % Muskelschmerzen, 45 % Gelenkschmerzen, 43 % Schüttelfrost
    • Im Beobachtungszeitraum wurden bei 3 Teilnehmer*innen in der Impfstoffgruppe transiente, akute periphere Fazialisparesen beobachtet.21
    • COVID-Arm: nach Impfung mit mRNA-Impfstoff auftretende verzögerte Lokalreaktion (bisher häufiger nach Moderna-Vakzine): Symptomatische Behandlung, klingt spontan ab.81
Vektorimpfstoff der Firma AstraZeneca (Vaxzevria)
  • Aufbewahrung im Kühlschrank
  • Keine eindeutigen Aussagen zur Dauer einer Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte oder zu langfristigen Nebenwirkungen möglich
    • Zu Kindern und Schwangeren liegen keine abschließenden Daten vor.
  • Dieser Vektorimpfstoff basiert auf einem modifizierten nicht vermehrungsfähigen Schimpansen-DNA-Adenovirus.22
  • Schutzwirkung von 80 % bei zweimaliger Impfung im Abstand von 12 Wochen22
  • Die häufigsten lokalen Reaktionen waren Schmerzen an der Einstichstelle (Impfung: 54 %; Vergleichsgruppe: 38 %). Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 53 %; Placebo: 38 %), Kopfschmerzen (Impfung: 52 %; Vergleichsgruppe: 39 %) sowie Krankheitsgefühl (Impfung 44 %, Vergleichsgruppe 20 %) die häufigsten Ereignisse.21
    • In der Publikation zu Phase III werden keine schweren Erkrankungen oder Hospitalisierungen im Zusammenhang mit der Impfung angegeben. Allerdings wird über zwei Fälle mit transverser Myelitis berichtet, ein Fall sei in der Kontrollgruppe aufgetreten, der andere bei einer Person mit vorbekannter MS.84
  • Vakzineinduzierte prothrombotische Immunothrombozytopenie (VIPIT) oder impfstoffinduzierte immune thrombotische Thrombozytopenie (VITT)
    • Siehe Rote-Hand-Brief.
    • seltene Fälle von Thrombosen in Kombination mit Thrombopenien 4–16 Tage nach der Impfung mit Vaxzevria, v. a. Hirnvenenthrombosen, aber auch Mesenterialvenenthrombosen, Lungenembolien21
      • überwiegend Frauen < 55 Jahren, in einigen Fällen tödlicher Verlauf
      • Auftreten nach Erstimpfung in 1/100.000 Fällen
      • Impfstoff derzeit von der STIKO erst für Personen ab 60 Jahren empfohlen
      • Laut zwei Publikationen aus Norwegen und Deutschland kann die Diagnose durch den Nachweis von Antikörpern gegen PF4/Hepatinkomplexe gestellt werden. Intravenöse Immunglobulingaben scheinen als Therapie wirksam zu sein.85-86
      • diagnostischer Algorithmus in einer Übersicht der Deutschen Gesellschaft Hämatologie und medizinische Onkologie87
        • Bei Auftreten von Symptomen einer Hirnvenenenthrombose (starke KopfschmerzenSchwindelÜbelkeit/ErbrechenSehstörungen) innerhalb von 4 bis 16 Tagen nach der Impfung oder bei Thrombosezeichen/Petechien soll eine sofortige stationäre Einweisung erfolgen.
        • Ist das klinische Bild nicht eindeutig, soll, nur wenn das Ergebnis am selben Tag vorliegt, ein kleines Blutbild durchgeführt werden. Bei Thrombopenie ist eine sofortige Klinikeinweisung indiziert.
        • Das Krankheitsbild soll in der Klinik mit Antikoagulation (kein Heparin) und ggf. mit hochdosierten Immunglobulinen und Dexamethason behandelt werden.
      • Risikobeurteilung in einer Stellungnahme des PEI
      • diagnostische Hinweise in einer Stellungnahme der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung
Vektorimpfstoff der Firma Johnson & Johnson (Janssen)88
  • Zulassung durch EMA am 11.03.2021
  • Impfungen in den USA durch FDA vorläufig gestoppt (13.04.2021)89
    • Grund: Auftreten von schweren ungewöhnlichen Thrombosen, wie bei AstraZeneca
    • Untersuchung durch EMA und BMG läuft, Lieferungen nach Europa derzeit beschränkt.
  • Aufbewahrung im Kühlschrank (bis zu 12 Stunden bei Raumtemperatur bis 25 °C)
  • Adenovirusbasiert
  • Einmalige Gabe ausreichend
  • Wirksamkeit von 66 % bei der Verhinderung symptomatischer Verläufe, von 77–85 % gegen schwere und lebensbedrohliche Verläufe
  • Unklar, wie lange der Schutz anhält.
  • Wirksam gegen die brasilianische Variante und die südafrikanische Variante, gegen die britische nicht untersucht
  • Studie zur zweimaligen Gabe läuft derzeit.
  • Nebenwirkungen: 50 % Lokalreaktion, bei unter 60-Jährigen in 86 % Schmerz an der Injektionsstelle (über 60 Jahre: 33 %). Bei unter 60-Jährigen: 44 % Kopfschmerzen, 44 % Müdigkeit, 39 % Myalgie, 16 % Übelkeit, 13 % Fieber, 26 % Antipyretika oder Analgetika in der Woche nach der Impfung (für Ältere alle NW insgesamt seltener). Mglw. sehr seltenes Auftreten von Thromboembolien, 1 Fall von Sinusvenenthrombose in der Zulassungsstudie
    • VIPIT/VITT wie bei AstraZeneca-Impfstoff beschrieben, s. o.
In Russland entwickelter Vektor-Impfstoff Sputnik V
  • Aufbewahrung im Kühlschrank, Transport bei –18 °C
  • Keine Aussagen zur Dauer einer Immunität, zur Virusübertragung durch Geimpfte oder zu langfristigen Nebenwirkungen möglich
    • Kinder und Schwangere wurden nicht untersucht.
  • Vektorimpfstoff mit vergleichbarem Prinzip wie der AstraZeneca-Impfstoff, aber Verwendung von zweierlei Vektorviren für die Erst- und Zweitimpfung, um eine Immunreaktion gegen die 2. Impfung zu vermeiden.
  • Publikationsdaten (vorläufige Ergebnisse aus Phase III)90
    • Die Studie wurde zwar in Lancet publiziert, es gibt aber zahlreiche kritische Stimmen zu ungenauen oder widersprüchlichen Angaben in der Publikation.91
    • Schutzwirkung von 91,6 %
    • wohl gute Verträglichkeit, Nebenwirkungen meist grippeähnliche Symptome und Reaktionen an der Injektionsstelle
In China entwickelte Tot-und Vektorimpfstoffe
  • Bisher bekannt:92 
    • unterschiedliche Impfstofftypen am weitesten entwickelt: 3 Totimpfstoffe (2 Dosen), 1 Vektorimpfstoff (1 Dosis), 1 Totimpfstoff (3 Dosen)
    • Alle bei Kühlschranktemperatur zu lagern.
    • widersprüchliche oder lückenhafte Angaben zur Wirksamkeit und Sicherheit, bisher keine Phase-III-Studien mit Peer-Review publiziert

Wirksamkeit gegen neue Virusvarianten

  • Laut RKI schützen die Impfstoffe der Firmen BioNTech, AstraZeneca und Moderna sehr gut vor einer Erkrankung durch B.1.1.7., und sie schützen auch vor schwerer Erkrankung durch die anderen Varianten.13
  • Die Mutationen der Varianten B.1.351 und P.1 gehen vermutlich mit einer deutlicher reduzierten Wirksamkeit der Impfstoffe aller 3 Hersteller einher.22
    • Der Impfstoff der Firma AstraZeneca zeigte in einer Studie, die in Südafrika durchgeführt wurde, keine Schutzwirkung gegen milde bis moderate Verläufe von COVID-19-Erkrankungen aufgrund der südafrikanischen Variante B.1.351.93

Einschätzungen und Empfehlungen der STIKO zur COVID-19-Impfung2,7,21

  • Das RKI stellt hierzu folgende Dokumente zur Verfügung:
  • Die TGAM bietet eine Patienteninformation Die AstraZeneca-Impfung
  • Das Harding-Zentrum für Risikokompetenz stellt eine Faktenbox zu Impfungen mit mRNA-Impfstoffen bereit.
  • Einschätzung der STIKO auf der Basis bisheriger Daten21
    • nach vollständiger Impfung bei Infektion Viruslast stark reduziert, Virusausscheidung verkürzt und damit Übertragungsrisiko stark vermindert
    • asymptomatische und symptomatische Infektion nach Impfung und damit SARS-CoV-2-Ausscheidung möglich
  • Die STIKO empfiehlt die Impfung gegen COVID-19, sie bezieht sich auf die mRNA-Impfstoffe BNT162b2 der Firma BioNTech/Pfizer sowie den COVID-19-Impfstoff der Firma Moderna und die Vektorimpfstoffe der Firmen AstraZeneca und Janssen (Johnson & Johnson).21-22
    • Die werden als gleichwertig beurteilt.
      • Ein Unterschied besteht hinsichtlich des Anwendungsalters:
        • Der BioNTech/Pfizer-Impfstoff ist ab dem Alter von 16 Jahren zugelassen, der Impfstoff von Moderna erst ab dem Alter von 18 Jahren.
        • Der AstraZeneca-Impfstoff ist erst ab einem Alter von 60 Jahren empfohlen.
      • Der Johnson&Johnson-Impfstoff wird wegen des Auftretens ungewöhnlicher thrombotischer Ereignisse im Zusammenhang derzeit von den Behörden überprüft. Er wird derzeit in Deutschland noch nicht angewendet.
  • Durchführung der Impfung
    • Die Impfung soll strikt intramuskulär verabreicht werden, keinesfalls intradermal, s. c. oder i. v. (unter Antikoagulation sehr feine Kanüle verwenden und anschließend über 2 min fest komprimieren).
      • Verwendung einer trockenen Nadel, kein Impfstoff außen an der Nadel
    • Nachbeobachtungszeit von mindestens 15 min (außer bei bestimmten Risikopersonen: Einnahme von Gerinnungshemmern, schwere kardiale oder respiratorische Grunderkrankungen, frühere allergische Reaktionen auf Impfungen, dann 30 min)
    • Die DEGAM empfiehlt diese Videoanleitungen zu Impftechnik, Impfnotfällen und Aufgabenverteilung beim Impfen.
  • Impfschema
    • mRNA-Vakzine: Abstand von 6 Wochen
    • AstraZeneca: Abstand von möglichst 12 Wochen
    • Janssen: Einzeldosis
    • Sollte der empfohlene Abstand zwischen der 1. und 2. Impfstoffdosis überschritten worden sein, kann die Impfserie fortgesetzt werden.
    • Eine begonnene Impfserie muss mit dem gleichen Produkt abgeschlossen werden.
    • Ausnahme Impfstoff von AstraZeneca
      • Zweitimpfung bei bereits geimpften Personen < 60 Jahren nach ärztlichem Ermessen nach sorgfältiger Aufklärung möglich.
      • Die STIKO empfiehlt, Personen < 60 Jahren anstelle der 2. AstraZeneca-Dosis 12 Wochen nach der Erstimpfung eine Dosis eines mRNA-Impfstoffes zu verabreichen (Evidenz zu Sicherheit und Wirksamkeit einer heterologen Impfserie fehlen bislang, aber die Immunantwort richtet sich bei mRNA-Impfstoffen ebenfalls gegen das Spike-Protein).
        • Ein kürzeres Impfintervall ist möglich, falls es aus logistischen Gründen erforderlich ist.
  • Abstand zu anderen Impfungen
    • Zu anderen planbaren Impfungen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen vor Beginn und nach Ende der Impfserie eingehalten werden.
  • Impfung von COVID-19-Genesenen
    • Bei ehemals an COVID-19 erkrankten Personen sollten frühestens 6 Monate nach Genesung eine Impfung unter Berücksichtigung der Priorisierung erwogen werden.
      • In diesem Fall reicht eine Impfdosis aus.
      • bei SARS-CoV2-Infektion nach der 1. Impfung, Erwägen der 2. Impfung nach frühestens 6 Monaten
  • Schwangerschaft und Stillzeit
    • Die Impfung ist in Schwangerschaft und Stillzeit nicht empfohlen.
    • Bei Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung kann in Einzelfällen nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung angeboten werden (gilt auch für AstraZeneca).
    • Laut STIKO ist es unwahrscheinlich, dass eine Impfung der Mutter während der Stillzeit ein Risiko für den Säugling darstellt.
  • Immunsuppression
    • Die Antikörperbildung ist bei Immunsuppression in einer Studie an Organtransplantierten deutlich vermindert, besonders bei Einnahme von Antimetaboliten und bei Älteren.94
    • Wie bei anderen Totimpfstoffen ist nicht von einer reduzierten Sicherheit des Impfstoffs bei immunsupprimierten Patient*innen auszugehen.

Priorisierung, Verteilung und Durchführung der Impfung gegen COVID-192,7

  • Ab 06.04.2021 wird deutschlandweit in Hausarztpraxen geimpft.
Entnahme zusätzlicher Impfdosen aus gelieferten Durchstechflaschen
  • Aus einer BioNTech-Durchstechflasche (Vial) sind offiziell 6 Dosen enthalten. Die in der Durchstechflache enthaltene Restmenge ergibt aber eine 7. Dosis. Dasselbe gilt für AstraZeneca, hier sind in einer Durchstechflasche offiziell 11 Dosen enthalten.
  • Eine routinemäßige Entnahme einer 7. (12.) Dosis aus einer Impfstoffflasche ist (nach entsprechender Verdünnung) zur Erhöhung der Impfkapazität empfehlenswert.95
    • Die Entnahme einer 7. (12.) Dosis ist eine 1-ml-Feindosierspritze ohne Totraum erforderlich.
    • Siehe Videoanleitungen.
Praktische Durchführung und Priorisierung

Pneumokokken-Impfung2,7

  • Die STIKO empfiehlt – unabhängig von der COVID-19-Pandemie – für alle Personen, die ein erhöhtes Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen haben, eine entsprechende Impfung.
  • Aktuell ist Pneumovax23 in Deutschland nur sehr eingeschränkt verfügbar. Daher prioritäre Impfung von Personen mit besonders hohem Risiko für Pneumokokken-Erkrankungen.
  • Prioritär geimpft werden sollen:96
    • Säuglinge und Kleinkinder bis zum Alter von 2 Jahren mit Prevenar 13 oder Synflorix
    • Personen mit Immundefizienz, Senior*innen ab 70 Jahren und Personen mit chronischen Atemwegserkrankungen (z. B. Asthma oder COPD) mit Pneumovax23.
  • Sollte Impfstoff in ausreichenden Mengen vorhanden sein, gelten die aktuellen Empfehlungen der STIKO zur Pneumokokken-Impfung.
  • Pneumovax23 kann nicht durch einen anderen niedriger valenten Pneumokokken-Impfstoff ersetzt werden.22
    • Sollten Erwachsene dennoch nur mit Prevenar13 oder Synflorix geimpft worden sein, sollte eine Impfung mit Pneumovax23 bei Wiederverfügbarkeit in einem Abstand von minimal 2, besser jedoch 6 bis 12 Monaten nachgeholt werden.

Schutzimpfungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie2,7

  • Grippeimpfung
    • Die STIKO empfiehlt in der Saison 2020/21 eine Grippeimpfung allen Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe bzw. mit einem hohen Risiko einer Hospitalisierung (Personen > 60 Jahre, chronisch Kranke), allen beruflich besonders Exponierten, die vulnerable Gruppen anstecken können (Krankenhaus-, Praxismitarbeiter*innen und Personal von Pflegeeinrichtungen) sowie allen Schwangeren.97 
  • STIKO-Empfehlungen zu anderen Schutzimpfungen
    • Grundimmunisierungen im Säuglingsalter mit dem Sechsfach-Impfstoff und dem Pneumokokken-Impfstoff sowie die erste MMR(V)-Impfung sollten weiterhin mit hoher Priorität durchgeführt werden.22
    • Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern mit Symptomen einer Atemwegsinfektion sollen 2 Wochen lang verschoben werden.22

Strategie des RKI: Infektionsschutzmaßnahmen

  • Diese Referenz10 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.
  • Es gibt 3 Komponenten, die aktiviert und intensiviert werden entsprechend der jeweils aktuellen Lage:
    1. Die Ausbreitung durch Fallfindung und Absonderung von engen Kontaktpersonen verhindern.
    2. Soziale Distanz schaffen und
    3. vulnerable Gruppen gezielt schützen.
  • Die von der Weltgesundheitsorganisation propagierten Phasen Containment (Eindämmung), Protection (Schutz vulnerabler Gruppen) und Mitigation (Folgenminderung) sind Konzepte, die gegenseitig ergänzen und stärken.
  • Im RKI-Dokument Die Pandemie in Deutschland in den nächsten Monaten – Ziele, Schwerpunktthemen und Instrumente für den Infektionsschutz finden Sie hierzu weitere Informationen.

Allgemeine Warnhinweise 

  • Hinweise zu Reisebeschränkungen und Risikogebieten finden Sie im Abschnitt Risikogebiete.
  • Das öffentliche Leben in Deutschland ist wieder stärker eingeschränkt. Informationen finden Sie auf der Website der Bundesregierung.
  • Die Situation ist sehr dynamisch, immer wieder gibt es neue Maßnahmen, die das öffentliche Leben betreffen.
  • Auch in vielen europäischen und außereuropäischen Ländern war oder ist das öffentliche Leben eingeschränkt worden, und es gibt unterschiedliche Einreisebeschränkungen, aber auch immer wieder Lockerungen.
  • Das RKI bietet eine Information für Reisende in verschiedenen Sprachen.

Schul- und Kita-Schließungen

  • Eltern können im Jahr 2021 auch Kinderkrankengeld beziehen, wenn Schule oder Kita coronabedingt geschlossen sind. Genauere Informationen bietet die KBV.

Befreiung vom Schulbesuch bei Kindern mit Grunderkrankungen

  • Laut Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist eine Befreiung von der Schulpflicht bei Kindern mit Grunderkrankungen individuell von Kinderärzt*innen zu entscheiden.98
    • Eine generelle Freistellung von Kindern mit angeborenen Herzfehlern bzw. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder zystischer Fibrose ist nicht sinnvoll.
    • Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, die gut kompensiert bzw. gut behandelt und daher in ihrer Lebensqualität wenig oder unbeeinträchtigt sind, haben kein höheres Risiko für eine schwerere COVID-19-Erkrankung zu fürchten.
      • Dazu zählen z. B. Kinder mit Diabetes mellitus Typ 1, Asthma, neurologischen oder endokrinologischen Erkrankungen und auch Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die weder die Lunge, das Herz-Kreislauf-System, die Nierenfunktion noch das Immunsystem in relevantem Ausmaß beeinträchtigen.
    • Bei Kindern unter immunsuppressiver Therapie oder mit einem schwerwiegenden Immundefekt muss im Einzelfall abgewogen werden.
      • Eine generelle Freistellung z. B. von Kindern mit Rheuma ist nicht sinnvoll.

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Attest über die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe

  • Attest für Personen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit SARS-CoV-2 (Formulierungsvorschlag):
    • „Um eine SARS-CoV-2-Infektion zu vermeiden, sollen nach den Informationen und Hilfestellungen des RKI Personen mit einem höheren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf Schutzmaßnahmen (z. B. Kontaktreduktion) durchführen.
    • Dies gilt auch für den Einsatz und das Verhalten am Arbeitsplatz, der so zu gestalten ist, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten werden (vgl. § 4 Arbeitsschutzgesetz).
    • Hiermit bestätige ich, dass Herr/Frau XY, geb. am .... an einer Grunderkrankung leidet, die das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion erhöht.“
  • Die Entscheidung darüber, ob, wie und in welchem Umfang Mitarbeiter*innen ihre jeweilige Tätigkeit ausüben können und sollen, ist sehr individuell und letztlich durch die jeweiligen Arbeitgeber*innen zu treffen.
  • Dabei haben sich Arbeitgeber*innen in ihrer Entscheidungsfindung und hinsichtlich möglicher Konsequenzen in erster Linie eng mit ihren Mitarbeiter*innen und vor allem mit betriebsärztlichen Stellen abzustimmen.

Attest über die Befreiung von der Maskenpflicht

  • Die meisten Bundesländer haben Ausnahmen von der Maskenpflicht definiert, wie z. B.:
    • Kinder bis zum Schuleintritt
    • Personen, denen eine Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar ist.
    • Menschen mit Hörbehinderung (zur verbesserten Kommunikation).
  • Grundsätzlich ist eine Befreiung aus gravierenden medizinischen Gründen möglich, aber sicherlich nur in absoluten Ausnahmefällen gerechtfertigt.

Corona-Warn-App: Allgemeines99

Corona-Warn-App: Informationen für Hausärzt*innen100-101

  • Zum Vorgehen bei Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App stellt das RKI eine Information für Vertragsärztinnen/Vertragsärzte und eine Handreichung für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bereit.100-101
  • Personen mit der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App sollen Kontakt mit ihren Hausärzt*innen, dem kassenärztlichen Bereitschaftsdienst bzw. dem Gesundheitsamt aufnehmen.
  • Laut KBV wurden zum Start der Corona-Warn-App neue Leistungen in den EBM aufgenommen.102
    • Abstriche nach der Meldung „erhöhtes Risiko“ in der App sind somit Kassenleistung, siehe Abschnitt Abrechnung und Vergütung.
  • Wenn medizinischem Personal über die Corona-Warn-App ein „erhöhtes Risiko“ gemeldet wird, wird auch bei Abwesenheit von Symptomen eine Testung empfohlen.28

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Ungelöste Probleme im Zusammenhang mit der Corona-Warn-App

  • Personen ohne Symptome dürfen nicht per AU krankgeschrieben werden.
  • Eine Quarantäne kann nur das GA anordnen. (Das GA wird von der App allerdings nicht benachrichtigt.)
  • Das Bundesgesundheitsministerium vertraut darauf, dass „Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine einvernehmliche Lösung für diese Situation finden“.
  • Selbst bei positivem Abstrich in der PCR und symptomloser Person gilt laut G-BA: „Eine Bescheinigung einer AU allein aufgrund eines positiven Tests ist laut AU-RL nicht möglich. Hier greifen die Quarantäneregeln.“

Allgemeine Hygieneempfehlungen

Verhaltensempfehlungen für den Alltag

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt ein deutschsprachiges Plakat mit Hygienetipps zum Schutz vor Infektionskrankheiten bereit.
  • Die BZgA und das RKI geben folgende allgemeine Empfehlungen – AHA+L+A-Regeln:2
    • Abstand halten.
      • Ein Abstand von mindestens 1,5 m zu anderen vermindert das Risiko einer Übertragung von SARS-CoV-2.
      • Aufs Händeschütteln und auf Umarmungen sollte verzichtet werden.
    • Hygiene beachten.
      • gute Händehygiene, Husten- und Niesetikette
      • Sich möglichst wenig ins Gesicht fassen.
    • Alltagsmasken tragen.
      • Mund-Nasen-Bedeckung tragen, wo diese vorgeschrieben ist, und falls man trotz Krankheitszeichen das Haus verlassen muss.
    • Lüften
      • In Innenräumen regelmäßig lüften.
    • App
      • Wenn möglich, die Corona-Warn-App nutzen.
  • RKI-Flyer: 8 einfache Tipps für den Alltag in der Corona-Pandemie

Verhalten bei akuten Atemwegserkrankungen

  • Personen mit leichten Atemwegserkrankungen jeglicher Art sollten zu Hause bleiben und sich telefonisch beraten lassen (Hausarztpraxis oder Tel. 116/117) und nach einem Test fragen.2

Empfehlungen zur Anwendung von Masken (Mund-Nasen-Schutz)

  • Bundesweit müssen im ÖPNV und beim Einkaufen medizinische OP-Masken oder FFP2-Masken getragen werden. Regelungen einzelner Bundesländer können abweichen.2
  • Empfehlungen zum Tragen von Masken bei Kindern103
    • Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hält das Tragen einer Maske im öffentlichen Raum für Kinder ab dem Grundschulalter für „zumutbar“.
  • Weitere Informationen zum Tragen, Reinigen und Anlegen von Masken finden Sie in den Empfehlungen des BfArM.
  • Selbstgenähte Stoffmasken, andere Alltagsmasken und Gesichtsvisiere sind nicht mehr erlaubt.

Kostenlose FFP2-Masken für Risikogruppen

  • Angehörige von Risikogruppen können kostenlose FFP2-Masken in der Apotheke erhalten. Ein vorheriger Arztbesuch oder ein Attest sind nicht nötig.
  • Der Hausärzteverband stellt in der Zeitschrift Der Hausarzt hierzu Informationen zum Ablauf für Ärzt*innen und für Patient*innen zur Verfügung. 

Wirksamkeit von Abstandhalten, Schutzmasken und Augenschutz

  • Ein Rapid Review und eine Längsschnittanalyse des RKI ergeben, dass Versammlungsbeschränkungen, Schließung von Arbeitsplätzen und Schulen sowie das Tragen von Masken wirksame Maßnahmen der Kontrolle der Epidemie sind.104

Wirksamkeit von Kontaktreduzierung

  • Eine Auswertung der Daten des GrippeWeb des RKI, das Meldungen aus der Bevölkerung zum Auftreten akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE) erfasst, zeigt, dass die Rate an ARE deutlich unter den Werten der Vorjahre um den gleichen Zeitpunkt liegt.

Quarantäne2

  • Wird vom Gesundheitsamt angeordnet.
  • Nähere Informationen finden Sie im Abschnitt Kontaktpersonennachverfolgung
  • In Quarantäne müssen Personen mit einem hohen Ansteckungsrisiko, d. h.:
    1. Enger Kontakt > 10 min (< 1,5 m) ohne adäquaten Schutz (Quellfall und Kontaktperson tragen durchgehend und korrekt MNS oder FFP2-Maske)
    2. Gespräch mit dem Fall unabhängig von der Dauer (ohne adäquaten Schutz, s. o.)
    3. Gleichzeitiger Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für > 10 min, auch wenn durchgehend und korrekt MNS (Mund-Nasen-Schutz), oder FFP2-Maske (außerhalb des Arbeitsschutzes) getragen wurde.
  • Für enge Kontaktpersonen gilt eine Quarantänepflicht von 14 Tagen – gerechnet ab dem letzten Tag des Kontaktes zum Quellfall.32
    • Kann nicht durch negative Antigen- oder PCR-Tests verkürzt werden.
    • gesundheitliches Selbstmonitoring bis zum 14. Tag (tgl. Temperatur messen, Symptomtagebuch, 2 x wöchentlich Antigentest)
  • Regeln für Haushaltsmitglieder: neue Quarantäneempfehlung für weitere Haushaltsmitglieder von maximal 14 Tagen nach Symptombeginn des Primarfalls32
  • Weitere Informationen zu Regelungen für Reisende finden Sie im Abschnitt Risikogebiete. Hier gilt eine Quarantäne von 10 Tagen.
  • Informationen für Betroffene siehe Häusliche Quarantäne: Flyer für Kontaktpersonen.

Viruzides Gurgeln und viruzide Nasensprays

  • Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene empfiehlt die Anwendung von Gurgellösungen und Nasensprays generell und nach Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten (es handelt sich um eine Expertenmeinung; es liegen kaum Daten zur Prävention von COVID-19-vor).105

Hände- und Flächendesinfektion

Hygieneempfehlungen für medizinische Einrichtungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Optionen zur Entlastung der Praxis

  • Stimmen Sie im Praxisteam die Triage ab, sodass Ihr Team bereits am Telefon Patient*innen filtern kann; passen Sie Ihre (Online-)Terminvergabe an.
  • Bauen Sie Ihre Telefon- und/oder Videosprechstunden aus.
  • Option für größere Praxen: Bilden Sie nach Möglichkeit ein Team für Patient*innen mit Infekten (Teammitglieder sollten nicht chronisch krank/immunsupprimiert sein) und ein Nicht-Infekt-Team (ist auch für die Arbeiten ohne direkten Patientenkontakt zuständig).
  • Behandlung von Kindern (potenzielle Vektoren, aber selten krank): möglichst nicht im Rahmen der Chroniker-Sprechstunde, sondern idealerweise in einer eigenen Sprechstunde
  • Unnötige persönliche Patientenkontakte reduzieren (z. B. Rezepte/Überweisungen per Post zusenden).
  • Gesichtsschutzschild stets nach dem Abnehmen mit 70 % Isopropylalkohol desinfizieren.
  • Weitere organisatorische Hinweise siehe Originaltext der Leitlinie.

Empfehlungen für Einrichtungen des Gesundheitswesens 

Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung

RKI-Kriterien zur Entlassung aus dem Krankenhaus bzw. aus der häuslichen Isolierung106

  • RKI-Flussschema: COVID-19: Entlassungskriterien aus der Isolierung Orientierungshilfe für Ärztinnen und Ärzte 
  • Bei schwerem COVID-19-Verlauf (mit Sauerstoffbedürftigkeit)
    • mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit (bzw. nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung)
      • PLUS
    • frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
      • PLUS
    • PCR-Untersuchung 
      • bei kritischer Erkrankung (Intensivstation/Beatmung): 2 konsekutive Untersuchung im Abstand von mind. 24 Stunden aus jeweils 2 zeitgleich entnommenen Proben.
  • Bei leichtem COVID-19-Verlauf (ohne Sauerstoffbedürftigkeit)
    • mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit (bzw. nachhaltige Besserung der akuten COVID-19-Symptomatik gemäß ärztlicher Beurteilung)
      • PLUS
    • frühestens 14 Tage nach Symptombeginn
      • PLUS
    • Antigentest
  • Personen mit asymptomatischer SARS-CoV-2-Infektion
    • frühestens 14 Tage nach Erstnachweis des Erregers
      • PLUS
    • Antigentest
  • Besondere Personengruppen
    • immunsupprimierte Personen
      • zeitlich verlängerte Ausscheidung vom vermehrungsfähigen Virus möglich, Einzelfallbeurteilung erfolgen, ggf. Virusanzucht
      • bei anhaltend hoher Virusauslast nach 21 Tagen: Sequenzierung empfohlen
    • medizinisches Personal
      • Zur Entisolierung und Aufhebung des Tätigkeitsverbots von medizinischem Personal gelten dieselben o. g. Kriterien.
      • In Situationen mit akutem Personalmangel kann bei leichtem Verlauf eine Verkürzung der 14-tägigen Isolationsdauer im Einzelfall erwogen werden – nach Erreichen von 48 Stunden Symptomfreiheit und Vorliegen von 2 negativen PCR-Untersuchungen im Abstand von mindestens 24 Stunden.
    • Bewohner*innen von Altenpflegeeinrichtungen
      • Zusätzlich zu den o. g. Kriterien wird vor der Entisolierung eine ergänzende PCR-Untersuchung empfohlen.
  • Negatives PCR-Resultat basierend auf zwei zeitgleich durchgeführten Abstrichen: einem oropharyngealen und einem nasopharyngealen Abstrich
    • ggf. Überführung zweier Abstrichtupfer in dasselbe Transportmedium oder Abnahme beider Abstriche mit demselben Abstrichtupfer
  • PCR-Ergebnis
    • negativ
      • ODER
    • positiv, aber unter einem definierten Schwellenwert (quantitative Bezugsprobe Zellkulturüberstand < 1.000.000 Kopien/ml).

Vorgehen in Pflegeeinrichtungen

DEGAM-S1-Handlungsempfehlung: Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis28

Gespräche mit Pflegeeinrichtungen

  • In den meisten Pflegeeinrichtungen sind Maßnahmen zum Schutz gegen das SARS-CoV-2-Virus inzwischen etabliert. Wichtige Aspekte finden Sie im Originaltext der Leitlinie.
  • Einige sind hier beispielhaft genannt:
    • räumliche Trennung und Isolierung von akut respiratorisch Erkrankten (unabhängig davon, ob Testung möglich war), ggf. gemeinsame Isolierung von erkrankten Gruppen (siehe Handlungsempfehlung zur häuslichen Isolierung der DEGAM)
    • kein Zutritt von Erkrankten oder COVID-19-Kontaktpersonen zu den Einrichtungen
    • Grundsätzliches Tragen von FFP2-Masken im Bewohnerbereich durch alle Berufsgruppen und Besucher*innen.
    • Ein tägliches aktives Monitoring auf Symptome einer Atemwegserkrankung und anderer Symptome wird vom RKI empfohlen, um mögliche COVID-19-Erkrankungen frühzeitig zu detektieren:
      • Mindestens 1 x tgl.: Fieber > 37,8 °C oral, Husten, Kurzatmigkeit, Halsschmerzen, Schnupfen erfragen sowie Sauerstoffsättigung mittels Pulsoxymeter messen.
      • Bei Abfall der Sauerstoffsättigung und fehlenden Hinweisen auf andere organische Ursachen (wie z. B. eine dekompensierte Herzinsuffizienz) sollte eine bisher unerkannte SARS-CoV2-Infektion erwogen und ein PCR-Test veranlasst werden.
    • generell: Aktualisierung von Patientenverfügungen.

Vorgehen bei Neugeborenen und Wöchnerinnen

  • Diese Referenz109 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.
  • Haut-zu-Haut-Kontakt zwischen Mutter und Kind soll unter Einhaltung der Hygieneregeln und -maßnahmen (Händedesinfektion, MNS, kein Schleimhautkontakt, u. a. kein Küssen) ermöglicht werden.
  • Stillen soll bei SARS-CoV-2-positiven Müttern ermöglicht und unterstützt werden.
  • Siehe auch Update der Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe.

Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen

  • Das RKI-Dokument Empfehlungen zum Umgang mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen richtet sich an Ärzt*innen, die eine äußere Leichenschau vornehmen (z. B. Haus- und Notärzt*innen, Bedienstete von Gesundheitsämtern) und sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter*innen, die Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen haben.
  • Die DEGAM-S1-Handlungsempfehlung fasst die RKI-Empfehlungen zusammen:28
    • Es existieren keine Daten zur Kontagiosität von mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen.
    • Mit SARS-CoV-2 infizierte Verstorbene müssen als kontagiös angesehen werden.
    • Ärzt*innen, die eine äußere Leichenschau vornehmen und sonstiges medizinisches Personal sowie Bestatter*innen, die Kontakt mit SARS-CoV-2-infizierten Verstorbenen haben, sollten die üblichen Schutzmaßnahmen ergreifen wie beim Umgang mit SARS-CoV-2-Infizierten: Gesichtsschutzschild, Mund-Nasen-Schutz (bei Aerosol-Produktion FFP2-Maske), Schutzkittel, Handschuhe.
    • Auf der Todesbescheinigung sollte auf die SARS-CoV-2-Infektion hingewiesen werden, ebenso sollten die Mitarbeiter*innen des Bestattungsinstituts darauf hingewiesen werden.

Meldepflicht

  • Diese Referenz110 bezieht sich auf den gesamten Abschnitt.
  • Namentlich meldepflichtig ist der Verdacht einer Erkrankung, die Erkrankung sowie der Tod in Bezug auf die Coronavirus-Krankheit-2019 (COVID-19).
  • Eine Meldepflicht besteht28
    • bei jeder laborbestätigten SARS-CoV-2-Infektion (PCR oder Antigen-Schnelltest)2 sowie 
    • bei folgender Verdachtskonstellation: Symptome UND Kontakt (KP1) mit einem bestätigten COVID-19-Fall.
    • In Lageberichten und im Dashboard werden nur PCR-bestätigte Fälle gezählt.2
  • Zur Meldung verpflichtet sind nicht nur Ärzt*innen, sondern auch Angehörige eines anderen Heil- oder Pflegeberufs und Leiter*innen von Einrichtungen (u. a. Schulen, Kindergärten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen und sonstigen Massenunterkünften).
  • Beim RKI sind weitere Informationen zur Meldung von Verdachtsfällen nachzulesen. 
  • Die Meldung hat an das Gesundheitsamt zu erfolgen, in dessen Bezirk sich die betroffene Person derzeitig aufhält oder zuletzt aufhielt.
    • Das zuständige Gesundheitsamt und dessen Kontaktdaten können mithilfe des Postleitzahltools des RKI ermittelt werden: PLZ-Tool.

Berufskrankheit

  • Laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) kommt für COVID-19 „bei Versicherten, die im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig sind oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt waren, die Anerkennung als Berufskrankheit der Ziffer 3101 der Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung in Betracht."
  • Bei positiver Testung, entsprechenden Krankheitsanzeichen sowie der Vermutung eines Infektionsweges über die berufliche Tätigkeit sollte eine Erstattung einer ärztlichen Berufskrankheitenanzeige erfolgen.111

Verlauf, Komplikationen und Prognose

Verlauf

Symptomatik und klinischer Verlauf allgemein2

  • Genauere Informationen zu den verschiedenen Manifestations- und Verlaufsformen von COVID-19 finden Sie im Abschnitt Symptome.
  • Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Multiorganversagen.7
  • Wie andere respiratorische Erreger kann eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber führen, einige Betroffene leiden auch an Durchfall.
  • Meist in der zweiten Krankheitswoche kann sich eine Pneumonie entwickeln, die in ein beatmungspflichtiges ARDS (Acute Respiratory Distress Syndrome) fortschreiten kann, das u. U. eine Sauerstoffaufsättigung des Blutes außerhalb des Körpers (ECMO) erforderlich macht.7
    • 1 % der COVID-19-Patient*innen in Deutschland haben eine Pneumonie entwickelt.7 
    • 7 % wurden hospitalisiert.
    • In Deutschland werden 93 % der COVID-19-Fälle ambulant versorgt.
  • Inkubationszeit bis zu 14 Tage, im Median 5–6 Tage7
  • Zeit vom Symptombeginn bis zum Auftreten einer Pneumonie oder eines ARDS laut RKI bei 4 bzw. 8 Tagen
  • Zeit von Symptombeginn bis zur Aufnahme auf Intensivstation im Median 5 Tage
  • Intensivbehandlung dauerte im Median 5 Tage, mechanische Beatmung im Median 10 Tage.
  • Hospitalisierte Patient*innen ohne Intensivbehandlung oder Beatmung waren im Schnitt (Median) 7 Tage hospitalisiert.7

Klinischer Verlauf bei Kindern2

  • Der klinische Verlauf ist bei Kindern milder.2,112
  • Laut RKI sind schwere Verläufe selten und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder.7 

Dauer der Erkrankung2

  • Bei milden Fällen dauert die Erkrankung vom Symptombeginn bis zur Genesung 2 Wochen, bei Patient*innen mit schwerem oder kritischen Erkrankungsverlauf in der Regel 3–6 Wochen.35

Häufigkeiten von asymptomatischen, milden und schweren Verläufen2

  • Rund 30–40 % der Infektionen (besonders bei Kindern und älteren Menschen) verlaufen asymptomatisch und ca. 45–55 % mild bis moderat.28
  • Ca. 7 % der in Deutschland übermittelten Fälle werden hospitalisiert und davon schätzungsweise 14 % intensivmedizinisch behandelt.7
    • 60 % der intensivmedizinisch behandelten Patient*innen werden beatmet, davon versterben durchschnittlich 36 %.
  • Klinische Prädiktoren für einen schweren Verlauf37
    • Alter > 50 Jahre
    • männliches Geschlecht
    • Persistenz von Fieber (mit Antipyretika häufig kaum zu beeinflussen)
    • ausgeprägte Lymphopenie, Erhöhung von LDH und Troponin.
  • Schwangere
    • Haben vergleichsweise seltener Symptome, aber möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.7,27
    • In einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit 438.548 Schwangeren zeigte sich ein erhöhtes Risiko für ein Präeklampsie (OR 1,33). Frühgeburten (OR 1,82) und Totgeburten (OR 2,11) traten ebenfalls gehäuft auf. Bei schwerem Krankheitsverlauf sind die Risiken deutlich höher. 42

Vergleich von COVID-19 mit Influenza2

  • Das RKI hat hospitalisierte COVID-19-Patient*innen mit Pneumonie-Erkrankten während der jährlichen saisonalen Grippewellen von 2015–2019 in Bezug auf die Schwere der Pneumonien verglichen.113
    • COVID-19: mediane Beatmungsdauer 10 Tage 
    • Influenza: mediane Beatmungsdauer 4 Tage

Co-Infektionen2

  • Insbesondere bei schweren Verläufen7
    • nachgewiesene Erreger u. a. Mycoplasma pneumoniae, Candida albicans und Aspergillus spp.
    • einige Fälle mit Superinfektionen mit multiresistenten Bakterien (z. B. Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii)

Komplikationen 

  • Gleichzeitige bakterielle Sepsis
  • Ateminsuffizienz
  • ARDS
  • Neurologische Symptome/Ausfälle114
  • Tiefe Venenthrombosen und Lungenembolie115
  • Verschiedene Herz-Kreislauf-Komplikationen und -Folgeerkrankungen7
    • Myokardschädigungen 
    • Myokarditis 
    • Myokardinfarkt
    • Herzinsuffizienz
    • Herzrhythmusstörungen
    • venöse thromboembolische Ereignisse
    • Mehrere Publikationen berichten von einer Zunahme der Rate an plötzlichen (Herz-)Todesfällen.116
  • Nierenversagen
  • Neues Auftreten eines Diabetes mellitus mit schwerer Stoffwechselentgleisung bis hin zur tödlichen Ketoazidose117
    • Entgleisung eines bereits bestehenden Diabetes mellitus
  • Psychosoziale Folgen von Quarantäne und Kontaktreduzierung laut BMBF
    • Angstzustände
    • Schlafprobleme
    • somatoforme Symptome
    • depressive Symptome
    • andere psychosoziale Probleme (familiäre Konflikte etc.)
  • Häusliche Gewalt
    • In einer Studie der TU-München, für die rund 3.800 Frauen über die Zeit strenger Kontaktbeschränkungen befragt wurden, gaben 3 % der Befragten an, während des Lockdowns Opfer körperlicher häuslicher Gewalt geworden zu sein.118
      • In 6,5 % aller Haushalte wurden Kinder körperlich bestraft.
      • 3,6 % der Befragten geben an, von ihrem Partner vergewaltigt worden zu sein.
      • In Quarantäne und bei finanziellen Sorgen lagen diese Zahlen deutlich höher.
      • Hilfsangebote wurden wenig genutzt.
  • Folgen der Public-Health-Maßnahmen
    • Manche schwerkranke Patient*innen kommen trotz schwerer Symptome (Angina/neurologische Ausfälle) aus Angst nicht in die Notaufnahme/Praxis.
      • Laut Daten aus den USA ging die Zahl der Klinikbehandlungen wegen eines akuten Herzinfarktes auf die Hälfte zurück.119
      • Impfquoten bei Säuglingen nahmen in den USA auf die Hälfte ab.120
    • Laut einer Modellierungsstudie werden mit jeder Woche, in der elektive Operationen nicht möglich sind, weltweit 2,4 Mio. chirurgische Eingriffe verschoben.121
      • D. h. innerhalb von 12 Wochen wurden weltweit 28 Mio. Eingriffe verschoben.
      • In Deutschland wurden nach Hochrechnungen über 900.000 Operationen verschoben, davon 52.000 Eingriffe bei malignen Erkrankungen (24 % aller Krebsoperationen).
    • Nach Einschätzung der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie werden durch die geringere Zahl an Screening-Untersuchungen im Verlauf der COVID-19-Pandemie zahlreiche Krebsdiagnosen verspätet gestellt.7,28
  • Mehrere Länder berichten Fälle mit einem Krankheitsbild, das das ECDC als Multisystem Inflammatory Syndrome in Children (MIS-C) in Kombination mit einem Toxic Shock Syndrome (TSS) bezeichnet.7
    • MISC-TSS weist Ähnlichkeit mit dem Kawasaki-Syndrom auf, das bei Kindern im Zusammenhang mit anderen Infektionskrankheiten beobachtet wird.

Prognose

Allgemeine Informationen zur Prognose von COVID-19

  • Die Letalität beschreibt die Anzahl der verstorbenen Fälle als Anteil der Zahl der (tatsächlich) erkrankten/infizierten Fälle (Infection Fatality Rate, IFR).28
    • Die tatsächliche Anzahl erkrankter Menschen ist unbekannt und deutlich höher als die Zahl der gemeldeten Erkrankungsfälle.7
    • Die IFR wird nur auf der Basis von Seroprävalenzdaten geschätzt.28
    • Derzeit kann nur der Fall-Verstorbenen-Anteil zuverlässig berechnet werden, z. B. als Quotient der gemeldeten Sterbefälle und der Zahl der gemeldeten Fälle (Case Fatality Rate, CFR).7,28
  • Angaben laut RKI für Deutschland
    • Fall-Verstorbenen-Anteil bei Erkrankten bis etwa 50 Jahren unter 0,1 %
    • Steigt ab 50 Jahren zunehmend an und liegt bei Personen über 80 Jahren häufig über 10 %.7
      • 90 % der in Deutschland an COVID-19 Verstorbenen waren 70 Jahre und älter.122
    • Von den übermittelten Fällen, die in Pflegeeinrichtungen (oder anderen Gemeinschaftsunterkünften) betreut wurden, sind 14 % verstorben.
    • Von den intensivmedizinisch betreuten Fällen, die bereits abgeschlossen sind, sind laut RKI (DIVI-Intensivregister) 29 % verstorben.8
  • Daten einer großen seroepidemiologischen Studie aus Spanien ergeben eine Letalität (Infection Fatality Rate, IFR) von 1,1 bis 1,4 % bei Männern und 0,58 bis 0,77 % bei Frauen.123
  • Einer Lancet-Publikation zufolge lag die Letalität bei 1.035 Patient*innen aus 36 verschiedenen Ländern, die mittels ECMO therapiert wurden, bei knapp unter 40 %.124
  • Bei Kindern scheint die Erkrankung vergleichsweise selten aufzutreten und dann mild zu verlaufen.
    • schwere oder gar kritische Verläufe nur bei einem sehr kleinen Teil der betroffenen Kinder und Jugendlichen2
  • Schwangere haben im Vergleich seltener Symptome, aber möglicherweise ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf (mit Aufnahme auf eine Intensivstation und für invasive Beatmung, Mortalität insgesamt sehr gering).7,27

Exzess-Mortalität

  • Inzwischen lässt sich aus internationalen Todeszahlen-Statistiken eine deutliche Exzess-Mortalität („Übersterblichkeit“) in Ländern ablesen, in denen es zu hohen Fallzahlen kam (siehe hierzu euromomo.eu).
    • Für Deutschland liegen hier allerdings nur Daten aus Hessen vor.
  • Laut dem Statistischen Bundesamt lagen die Sterbefallzahlen im April 2020 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, ebenso im August (im Zuge der Hitzewelle). Die Sterbefallzahlen im September lagen ebenfalls etwas über dem Durchschnitt der Vorjahre. Einen weiteren auffälligen Anstieg über den Durch­schnitt hinaus gab es ab der zweiten Oktober­hälfte.125 
  • Im November 2020 sind laut dem Statistischen Bundesamt in Deutschland 11 % mehr Menschen verstorben als durchschnittlich im November der Jahre 2016 bis 2019.126
    • Die hohen Sterbefallzahlen im November 2020 sind fast ausschließlich auf eine Zunahme von Sterbefällen in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen zurückzuführen.

Einflussfaktoren auf die Prognose

  • Siehe auch Risikofaktoren im Abschnitt Anamnese.
  • Laut der dänischen Nationalkohorte (n = 11.122; 80 % ambulant betreut) beträgt das Sterberisiko bei Abwesenheit von Vorerkrankungen:28
    • im Alter von 50–59 Jahren 0 % (bzw. 1–8 %)*
    • im Alter von 60–69 Jahren 1 % (bzw. 5–11 %)*
    • im Alter von 70–79 Jahren 4 % (bzw. 14–29 %)*
    • im Alter von 80–89 Jahren 4 % (bzw. 23–36 %)*
    • und im Alter von über 90 Jahren 37 % (bzw. 44–51 %)*.
      * in Klammern Werte für das Sterberisiko mit 1–4 Vorerkrankungen
  • Laut einer internationalen Kohortenstudie erhöht eine Infektion mit SARS-CoV-2 die postoperative Sterblichkeit. Diese lag auch bei elektiven Eingriffen bei 18,9 % (25,6 % bei Notfalloperationen).127
  • In Deutschland ist die Sterblichkeit in sozial stark benachteiligten Regionen deutlich erhöht gegenüber Regionen mit geringer sozialer Benachteiligung.122
  • Menschen mit Trisomie 21 haben ein deutlich erhöhtes Sterberisiko bei COVID-19.128

Langzeitfolgen (Long COVID) laut RKI7und DEGAM28

  • Grundsätzlich längere Genesungszeiten bei Infektionskrankheiten mit Pneumonien
  • Organspezifische Langzeitfolgen nach Intensivbehandlungen
  • Auch bei milderen Verläufen längerfristige Müdigkeitserscheinungen, Merkstörungen, Gedächtnisprobleme oder Wortfindungsstörungen, auch Schwindel oder plötzliches Erbrechen
    • häufige Beschwerden laut DEGAM: Müdigkeit/Erschöpfung, Muskelschwäche, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Haarausfall, Angst/Depression und Konzentrationsstörungen, auch Fieber, Husten, Hautausschläge, Belastungsdyspnoe, Brustenge, Schwindel und weitere Symptome
  • Bisher keine einheitliche Definition für Langzeitfolgen
    • wenig bekannt über den klinischen Verlauf nach sehr milden oder asymptomatischen Erkrankungen
  • Laut Studiendaten benötigen etwa 40 % der hospitalisierten Erkrankten längerfristige Unterstützung.
    • 13,3 % aller Erkrankten haben Symptome für länger als 4 Wochen, 4,5 % länger als 8 Wochen und 2,3 % länger als 12 Wochen.
    • erhöhtes Risiko für Long COVID bei höherem Alter, erhöhtem BMI und weiblichem Geschlecht
  • Für die Wirksamkeit von Unterstützungsmaßnahmen, wie z. B. Atemtechniken, Physiotherapie, Verhaltenstherapie, Gedächtnistraining, gibt es bislang noch keine wissenschaftlich belastbaren Belege.

Verlaufskontrolle/Rehabilitation

Interdisziplinäre S2k-Leitlinie: Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-1934

Nachuntersuchungen

  • Bei Patient*innen mit stationär behandelter COVID-19-Erkrankung sollte nach 8–12 Wochen eine Nachuntersuchung bezüglich Langzeitfolgen erfolgen.
  • Idealerweise sollte dies im Rahmen von Registern oder Studien erfolgen.
  • Das „Post-COVID-19-Syndrom" kann unabhängig von der Schwere der Erkrankung auftreten, also auch bei Patient*innen, die nur leicht erkrankt waren und ambulant behandelt wurden.
  • Alle nachweisbaren Organveränderungen nach COVID-19 sollten Anlass zu einer für die jeweilige Erkrankung empfohlenen Diagnostik und evtl. Therapie geben.

Rehabilitation

Empfehlung für die Wiederaufnahme von Freizeitsport

  • Autoren des BMJ haben hierzu einen „Practice Pointer" mit folgenden Empfehlungen herausgegeben:129
    • Das individuelle Risiko von Patient*innen nach einer COVID-19-Erkrankung soll beurteilt werden, bevor eine Empfehlung zur Wiederaufnahme sportlicher Betätigung ausgesprochen wird.
    • Patient*innen mit weiter bestehenden Symptomen oder Personen, die einen schweren Verlauf von COVID-19 hatten, der auf eine Herzbeteiligung hinweist, benötigen eine genauere klinische Abklärung.
      • Nach einer körperlichen Untersuchung sollte, abhängig von der Schwere der Symptome, ein 12-Kanal-EKG durchgeführt werden.
      • Bei pathologischem Befund sollte eine Troponin-Bestimmung und eine Überweisung/Einweisung in die Kardiologie zum Herzecho erfolgen.
    • Erst nach 7-tägiger Symptomfreiheit soll eine sportliche Betätigung wieder aufgenommen werden. Dabei soll für 2 Wochen nur auf der geringsten Belastungsstufe trainiert werden.
    • Patient*innen sollten dabei auf ihre Belastbarkeit achten und bei Symptomen wie übermäßige Erschöpfung, Atemnot oder Herzrasen ärztliche Hilfe suchen.

Empfehlungen für Wettkampfsportler*innen

  • DEGAM: Es wird empfohlen (nicht evidenzbasiert), für 6 Monate nach überstandener COVID-19-Erkankung keinen Leistungssport zu betreiben.28
  • JAMA-Autor*innen (Mitglieder des American College of Cardiology's Sports & Exercise Cardiology Council) schlagen ein strukturiertes Vorgehen vor der Wiederaufnahme sportlicher Betätigungen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung für Wettkampfsportler*innen und sportlich hoch aktive Personen vor. So soll myokardialen Schädigungen vorgebeugt werden:130
    • asymptomatischer Verlauf
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Virusnachweis
      • langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung
      • Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung
    • milde oder moderate Symptome
      • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Symptomfreiheit
      • dann Troponin
      • 12-Kanal-EKG, Herzecho
      • abhängig von den Befunden evtl. weitere Diagnostik
      • bei unauffälligen Befunden langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung, Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung
      • bei Hinweisen auf eine kardiale Beteiligung Vorgehen wie bei einer Myokarditis
    • Deutliche Symptome, hospitalisiert: In der Klinik Troponin, kardiale Bildgebung erwägen.
      • bei pathologischen Befunden: Vorgehen wie bei einer Myokarditis
      • bei fehlenden Hinweisen auf myokardiale Beteiligung während des Klinikaufenthalts:
        • kein Training für mindestens 2 Wochen nach Symptomfreiheit
        • Dann kardiologische Diagnostik erwägen, wenn sie nicht in der Klinik erfolgt ist.
        • bei unauffälligen Befunden langsamer Trainingsbeginn unter medizinisch-fachlicher Anleitung, Beobachtung hinsichtlich klinischer Verschlechterung

Patienteninformationen

Worüber sollten Sie die Patient*innen informieren?

  • Empfehlungen des RKI für Reiserückkehrer*innen: Informationen für Reisende in verschiedenen Sprachen
  • In Hinblick auf Hygieneregeln beraten:
    • AHA+L+A-Regeln: Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften, App (Corona-Warn-App)
    • Die „3 G" meiden: geschlossene Räume, Gruppen, Gespräche.7
  • Personen, die einen engen Kontakt mit einer Person hatten, bei der SARS-CoV-2 im Labor nachgewiesen wurde, sollten Kontakte zu anderen Personen vermeiden und insbesondere bei respiratorischen Symptomen telefonisch ärztlichen Rat einholen oder sich mit dem zuständigen Gesundheitsamt in Verbindung setzen.
  • Wenn das Gesundheitsamt hinzugezogen wurde: Bei Kontakt zu einer infizierten Person die Anweisungen des Gesundheitsamtes befolgen.

Patienteninformationen in Deximed

Weitere Informationen für Patient*innen

Quellen

Links zu weiteren Informationen

Empfehlungen und Informationsmaterial für die Hausarztpraxis

Impfung gegen COVID-19

Antigentest

Fallzahlen und Statistiken

Corona-Warn-App

Meldepflicht

Stationäre Versorgung

Versorgung in Senioren- und Pflegeeinrichtungen

Ambulante Pflegedienste

Berufliche und arbeitsrechtliche Aspekte

Wissenschaftliche Stellungnahmen und Publikationen

Leitlinien

  • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Neues Coronavirus – Informationen für die hausärztliche Praxis. AWMF-Leitlinie Nr. 053-054. S1, Stand 19.03.2021 (Version 17). www.degam.de
  • Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19. AWMF-Leitlinie Nr. 113-001. S2k, Stand 23.02.2021. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. AWMF-Leitlinie Nr. 018-037. S1, Stand 15.01.2021. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG). Empfohlene Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung in deutschen Krankenhäusern und Kliniken im Zusammenhang mit dem Coronavirus. AWMF-Leitlinie Nr. 015-092. S1, Stand 19.03.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive. AWMF-Leitlinie Nr. 128-002. S1, Stand 18.03.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Neurologische Manifestation bei COVID-19-Patient*innen. AWMF-Leitlinie Nr. 030-144. S1, Stand 18.08.2020. www.awmf.de
  • Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft. Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID-19-Pandemie. AWMF-Leitlinie Nr. 184-001. S1, Stand 10.08.2020. www.awmf.de

Literatur

  1. WHO: Coronavirus disease (COVID-19). Pandemic. Stand 24. März 2020 (letzter Zugriff 25.03.2020). www.who.int
  2. RKI. Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus SARS-CoV-2 / Krankheit COVID-19. Stand 01.04.2021 (letzter Zugriff am 06.04.2021). www.rki.de
  3. RKI. Informationen zur Ausweisung internationaler Risikogebiete Stand: 04.04.2021 (letzter Zugriff 06.04.2021). www.rki.de
  4. RKI. Information zur Anerkennung von diagnostischen Tests auf SARS-CoV-2 bei Einreise aus einem Risikogebiet nach Deutschland. Stand 30.03.2021 (letzter Zugriff am 31.03.2021). www.rki.de
  5. Joannidis JPA. A fiasco in the making? As the coronavirus pandemic takes hold, we are making decisions without reliable data. Stat News. March 17, 2020. (letzter Zugriff am 19.03.2020) MARCH 17, 2020. www.statnews.com
  6. van Dorp L, Acman M, Richard D, et al. Emergence of genomic diversity and recurrent mutations in SARS-CoV-2. Infection, Genetics and Evolution 2020. www.sciencedirect.com
  7. RKI. Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19. Stand 18.03.2021 (letzter Zugriff am 22.03.2021). www.rki.de
  8. RKI. Täglicher Lage-/Situationsbericht des RKI zu COVID-19 Stand 14.04.2021 (letzter Zugriff am 15.04.2021). www.rki.de
  9. RKI. Serologische Untersuchungen von Blutspenden auf Antikörper gegen SARS-CoV-2 (SeBluCo-Studie). Zwischenauswertung Datenstand 18.03.2021 (letzter Zugriff am 22.03.2021). www.rki.de
  10. RKI.COVID-19: Jetzt handeln, vorausschauend planen. Epid Bull. 2020; 12.19.03.2020. www.rki.de
  11. RKI: SARS-CoV-2: Virologische Basisdaten sowie Virusvarianten. Stand 18.03.2021 (letzter Zugriff am 22.03.2021). www.rki.de
  12. Apolone G, Montomoli E, Manenti A, et al. Unexpected detection of SARS-CoV-2 antibodies in the prepandemic period in Italy. Tumori Journal. November 2020. journals.sagepub.com
  13. RKI. Übersicht und Empfehlungen zu besorgniserregenden SARS-CoV-2-Virusvarianten. Stand 30.03.2021 (letzter Zugriff am 30.03.2021). www.rki.de
  14. Frampton D, Rampling T, Cross A, et al. Genomic characteristics and clinical effect of the emergent SARS-CoV-2 B.1.1.7 lineage in London, UK: a whole-genome sequencing and hospital-based cohort study. Lancet Infectious Diseases. 2021. doi:OI:https://doi.org/10.1016/S1473-3099(21)00170-5 www.thelancet.com
  15. Graham MS, Sudre CH, May A, et al. Changes in symptomatology, reinfection, and transmissibility associated with the SARS-CoV-2 variant B.1.1.7: an ecological study. The Lancet Public Health 2021. doi.org
  16. RKI. Aktualisierter Bericht zu Virusvarianten von SARS-CoV-2 in Deutschland, insbesondere zur Variant of Concern (VOC) B.1.1.7 (Stand 14.04.2021) www.rki.de
  17. Oude Munnink B, Sikkema RS, Nieuwenhuijse DF, et al. Transmission of SARS-CoV-2 on mink farms between humans and mink and back to humans. Science 2020. science.sciencemag.org
  18. Matson MJ, Kwe Yinda C, Seifert SN, Bushmaker T, Fischer RJ, van Doremalen N, et al. Effect of environmental conditions on SARS-CoV-2 stability in human nasal mucus and sputum Emerg Infect Dis. 2020 Sep. wwwnc.cdc.gov
  19. Royal College of Obstetricians and Gynaecologists. Covid-19 and pregnancy. BMJ 2020;369:m1672 (published 4 May 2020) (letzter Zugriff am 11.05.2020). www.bmj.com
  20. Buchholz U, Lehfeld AS, Otte im Kampe E, et al. Epidemiologie von COVID-19 im Schulsetting. Epid Bull 2021;13:3 -16 | DOI 10.25646/8030. www.rki.de
  21. STIKO am RKI. Beschluss der STIKO zur 4. Aktualisierung der COVID-19- Impfempfehlung und die dazugehörige wissenschaftliche Begründung. Epi Bull 16/2021. 01.04.2021. www.rki.de
  22. RKI. COVID-19 und Impfen: Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ). Stand 13.04.2021 (letzter Zugriff am 13.04.2021). www.rki.de
  23. Endo A, Centre for the Mathematical Modelling of Infectious Diseases COVID-19 Working Group, Abbott S et al. Estimating the overdispersion in COVID-19 transmission using outbreak sizes outside China [version 1; peer review: 1 approved, 1 approved with reservations]. Wellcome Open Res 2020, 5:67. (). doi.org
  24. Kupferschmidt K. Why do some COVID-19 patients infect many others, whereas most don’t spread the virus at all? Science 2020. www.sciencemag.org
  25. Long Q, Tang X, Shi Q. et al. Clinical and immunological assessment of asymptomatic SARS-CoV-2 infections. Nat Med (2020). https://doi.org/10.1038/s41591-020-0965-6. www.nature.com
  26. Solbach W, Schiffner J, Backhaus I, et al. Antibody profiling of COVID-19 patients in an urban low-incidence region in Northern Germany. medRvix 2020. www.medrxiv.org
  27. BMJ Best Practice. Coronavirus disease 2019 (COVID-19). Epidemiology (letzter Zugriff am 11.11.2020). bestpractice.bmj.com
  28. Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM). Neues Coronavirus –Informationen für die hausärztliche Praxis. AWMF-Leitlinie Nr. 053-054. S1, Stand 19.03.2021, Version 17. www.degam.de
  29. KBV Coronavirus - Informationen für Ärztinnen, Ärzte und Praxispersonal (letzter Zugriff am 23.03.2020). www.kbv.de
  30. RKI: Hinweise zur Testung von Patienten auf Infektion mit neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2). Stand 12.03.2021. (letzter Zugriff am 06.04.2021). www.rki.de
  31. RKI. Testkriterien für die SARS-CoV-2 Diagnostik bei symptomatischen Patienten mit Verdacht auf COVID-19 Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (Stand 09.04.2021).(letzter Zugriff am 12.04.2021). www.rki.de
  32. RKI: Kontakt­personen­nach­ver­folgung bei Infektionen durch SARS-CoV-2 Stand: 13.04.2021 (letzter Zugriff am 14.04.2021). www.rki.de
  33. RKI: Nationale Teststrategie – wer wird in Deutschland getestet? Stand 01.04.2021 (letzter Zugriff am 06.04.2021). www.rki.de
  34. Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN), Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). Empfehlungen zur stationären Therapie von Patienten mit COVID-19. AWMF-Leitlinie Nr. 113-001. S2k, Stand 23.02.2021. www.awmf.org
  35. Report of the WHO-China Joint Mission on Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) 16-24 February 2020 (letzter Zugriff am 03.03.2020). www.who.int
  36. Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Das Symptom der „Covid-Zehen“: COVID-19 und schmerzhafte Schädigungen an den Enden der Extremitäten. Stand 25.08.2021 (letzter Zugriff am 04.02.2021). derma.de
  37. RKI: STAKOB, Ständiger Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger am Robert Koch-Institut. Hinweise zu Erkennung, Diagnostik und Therapie von Patienten mit COVID-19 (Stand 01.03.2021). www.rki.de
  38. Knight Stephen R, Ho Antonia, Pius Riinu, Buchan Iain, Carson Gail, Drake Thomas M et al. Risk stratification of patients admitted to hospital with covid-19 using the ISARIC WHO Clinical Characterisation Protocol: development and validation of the 4C Mortality Score BMJ 2020; 370 :m3339. www.bmj.com
  39. Rommel A, von der Lippe E, Treskova-Schwarzbach M, Scholz S. Bevölkerung mit einem erhöhten Risiko für schwere COVID-19-Verläufe in Deutschland. Auswertungen der Studie GEDA 2019/2020-EHIS. Journal of Health Monitoring 6 (S2/2021): 2–15. DOI 10.25646/7858.2. www.rki.de
  40. Hoxha E, Suling A, Turner JE, Haubitz M, Floege J, Huber TB, Galle JC. COVID-19 prevalence and mortality in chronic dialysis patients. Dtsch Arztebl Int 2021; 118: 195–6. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0160. www.aerzteblatt.de
  41. COVIDSurg Collaborative, GlobalSurg Collaborative. Timing of surgery following SARS‐CoV‐2 infection: an international prospective cohort study. Anaesthesia 2021. doi:https://doi.org/10.1111/anae.15458
  42. Shu Qin Wei, Marianne Bilodeau-Bertrand, Shiliang Liu, Nathalie Auger. The impact of COVID-19 on pregnancy outcomes: a systematic review and meta-analysis. CMAJ Mar 2021, cmaj.202604; DOI: 10.1503/cmaj.202604. www.cmaj.ca
  43. Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie. Coronavirus-Infektion (Covid-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. AWMF-Leitlinie Nr. 018-037 (Stand 15.01.2021). www.awmf.org
  44. Woelfel R, Corman VM, Guggemos W, et al. Clinical presentation and virological assessment of hospitalized cases of coronavirus disease 2019 in a travel-associated transmission cluster. MedRxiv 2020. doi.org
  45. Wyllie AL, Fournier J, Cassanovas-Massana A, et al. Saliva or Nasopharyngeal Swab Specimens for Detection of SARS-CoV-2. September 24, 2020 N Engl J Med 2020; 383:1283-1286 DOI: 10.1056/NEJMc2016359 deximed.de
  46. Seifried J, Böttcher S, von Kleist M, et al. Antigentests als ergänzendes Instrument in der Pandemiebekämpfung Epid Bull 2021;17:3 -14 | DOI 10.25646/8264 www.rki.de
  47. Tu YP, Jennings R, Hart, B, et al. Swabs Collected by Patients or Health Care Workers for SARS-CoV-2 Testing. NEJM 2020. doi:DOI: 10.1056/NEJMc2016321 www.nejm.org
  48. RKI. Fachgruppe – COVRIIN Fachberatung zu COVID-19 an der Schnittstelle Intensivmedizin, Infektiologie und Notfallmedizin. Stand 23.02.2021 (letzter Zugriff am 23.02.2021). www.rki.de
  49. Rüttermann V. Husten; Schwerpunkt: Hausärztliche Medizin – Teil I; Thoraxsonographie – eine wertvolle Ergänzung der Basisdiagnostik in der zeitnahen ambulanten Abklärung von Husten und Luftnot. Der Internist 2020. www.springermedizin.de
  50. DEGUM: Portable Sonografiegeräte gehören in jede Notaufnahme 30.03.2020. COVID-19-Pneumonie mit Lungenultraschall schnell erkennen und Klinikpersonal schützen. Pressemitteilung vom 30.03.2020 (letzter Zugriff am 14.04.2020). www.degum.de
  51. Singanayagam A, Chalmers JD, Hill AT. Severity assessment in community-acquired pneumonia: a review, QJM: An International Journal of Medicine, Volume 102, Issue 6, June 2009, Pages 379–388. doi.org
  52. RKI: Hinweise zum ambulanten Management von COVID-19-Verdachtsfällen und leicht erkrankten bestätigten COVID-19-Patienten. Stand 30.11.2020 (letzter Zugriff am 01.12.2020). www.rki.de
  53. Royal College of Obstetricians & Gynaecoloists: Coronavirus (COVID-19) infection and pregnancy. Stand 17.04.2020. (Letzter Zugriff am 04.05.2020) www.rcog.org.uk
  54. The RECOVERY Collaborative Group. Dexamethasone in Hospitalized Patients with Covid-19 — Preliminary Report. NEJM 2020. www.nejm.org
  55. arznei-telegramm: Therapiekritik - zum Nutzen von Dexamethason (Fortecortin, Generika) bei COVID-19. a-t 2020; 51: 49-50. www.arznei-telegramm.de
  56. WHO Solidarity Trial Consortium. Repurposed antiviral drugs for COVID-19; interim WHO SOLIDARITY trial results. medRvix 2020. www.medrxiv.org
  57. Rochwerg B, Agoritsas T, Lamontagne F, Yee-Sin L, Macdonald H, Agarwal A et al. A living WHO guideline on drugs for covid-19 BMJ 2020; 370: m3379. www.bmj.com
  58. arznei-telegramm: Remdesivir (Veklury) gegen COVID-19. a-t 2020; 51; 57-9. www.arznei-telegramm.de
  59. Ramakrishnan S, Nicolau DV, et al. Inhaled budesonide in the treatment of early COVID-19 (STOIC): a phase 2, open-label, randomised controlled trial. Lancet 2021. DOI:https://doi.org/10.1016/S2213-2600(21)00160-0. www.thelancet.com
  60. PRINCIPLE Collaborative Group. . Inhaled budesonide for COVID-19 in people at higher risk of adverse outcomes in the community: interim analyses from the PRINCIPLE trial. medRvix 2021. doi.org
  61. arznei-telegramm. TOCILIZUMAB (ROACTEMRA): INTERLEUKIN-6-REZEPTORANTAGONIST GEGEN COVID-19. e a-t 3/2021b. www.arznei-telegramm.de
  62. Sethia R, Prasad M, Jagannath S, et al. Efficacy of Famotidine for COVID-19: A Systematic Review and Meta-analysis. medRvix 2020. www.medrxiv.org
  63. Lenze EJ, Mattar C, Zorumski CF, et al. Fluvoxamine vs Placebo and Clinical Deterioration in Outpatients With Symptomatic COVID-19: A Randomized Clinical Trial. JAMA. Published online November 12, 2020. doi:10.1001/jama.2020.22760. jamanetwork.com
  64. arznei-telegramm: WHO bricht Untersuchung von Hydroxychloroquin in der SOLIDARITY-Studie endgültig ab. blitz-a-t 19.06.2020. www.arznei-telegramm.de
  65. Cochrane: Targeted Update: Safety and efficacy of hydroxychloroquine or chloroquine for treatment of COVID-19. Search date: 11th June 2020 (letzter Zugriff am 22.06.2020). www.who.int
  66. Horby PW, Roddick A, Spata E, et al. Azithromycin in Hospitalised Patients with COVID-19 (RECOVERY): a randomised, controlled, open-label, platform trial. MedRxiv 2020. doi.org
  67. Deutsches Ärzteblatt: WHO stoppt COVID-19-Tests mit HIV-Mittel bei Infizierten. 06.07.2020. www.aerzteblatt.de
  68. University of Oxford. No clinical benefit from use of lopinavir-ritonavir in hospitalised COVID-19 patients studied in RECOVERY. Press Release 29 June 2020 (letzter Zugriff am 01.07.2020). www.recoverytrial.net
  69. arznei-telegramm. Therapiekritik: Vitamin D gegen COVID-19? a-t 2020; 51: 84-5. www.arznei-telegramm.de
  70. arznei-telegramm. WAS BRINGT COLCHICIN BEI COVID-19? e a-t 3/2021c. www.arznei-telegramm.de
  71. Reynolds HR, Adhikari S, Pulgarin C, et al. Renin–Angiotensin–Aldosterone System Inhibitors and Risk of Covid-19. NEJM 2020. www.nejm.org
  72. GINA. COVID-19: GINA anwers to frequently asked questions on asthma management. March 25, 2020 (letzter Zugriff am 09.04.2020). ginasthma.org
  73. DDG. Praktische Empfehlungen zum Diabetes-Management bei Patientinnen und Patienten mit einer COVID-19-Erkrankung. Stand 07.04.2020 (letzter Zugriff am 14.05.2020). www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de
  74. DGRh. Aktuelle Handlungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie e. V. für die Betreuung von Patienten mit rheumatischen Erkrankungen während der SARS-CoV-2/Covid 19-Pandemie, Stand 30.03.2020 (letzter Zugriff am 14.05.2020). www.dgrh.de
  75. Deutsche Gesellschaft für Neurologie. Neurologische Manifestation bei COVID-19 Patient*innen (S1). AWMF-Leitlinie 030-144. Stand 18.08.2020. www.awmf.org
  76. Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP). Therapie von Patient*innen mit COVID-19 aus palliativmedizinischer Perspektive. AWMF-Leitlinie Nr. 128-002. Stand 18.03.2020. www.awmf.org
  77. GRC: Aktualisierte Stellungnahme des GRC zur Durchführung von Wiederbelebungsmaßnahmen im Umfeld der COVID-19-Pandemie. Stand 24.04.2020 (letzter Zugriff 28.07.2020). www.grc-org.de
  78. BioNTech. Press Release. Pfizer-BioNTech Announce Positive Topline Results of Pivotal COVID-19 Vaccine Study in Adolescents. 31.03.2021. investors.biontech.de
  79. Zur Entwicklung genetischer Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 – technologische Ansätze sowie klinische Risiken als Folge verkürzter Prüfphasen. Der Arzneimittelbrief. 2020; 54. Nr. 11. www.der-arzneimittelbrief.de
  80. Polack FP, Thomas SJ, Kitchin N, et al. Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine. NEJM 2020. doi:DOI: 10.1056/NEJMoa2034577 DOI
  81. arznei-telegramm: SPÄTER „COVID-ARM“ NACH IMPFUNG ... irritierende, aber harmlose Lokalreaktion eine Woche nach mRNA-Impfung. e a-t 3/2021a. www.arzneitelegramm.de
  82. aerzteblatt.de. Moderna stuft Wirksamkeit seines Coronaimpfstoffs auf 90 Prozent herab. Stand 14. April 2021 (letzter Zugriff am 14.04.2021) www.aerzteblatt.de
  83. Vaccines and Related Biological Products Advisory Committee Meeting. December 17, 2020.FDA Briefing Document Moderna COVID-19 Vaccine. www.fda.gov
  84. Knoll MD, Wondi C. Oxford–AstraZeneca COVID-19 vaccine efficacy. Lancet 2020. doi:https://doi.org/10.1016/S0140-6736(20)32623-4
  85. Greinacher A, Thiele T, Warkentin T, et al. Thrombotic Thrombocytopenia after ChAdOx1 nCov-19 Vaccination. NEJM 2021. doi:10.1056/NEJMoa2104840 DOI
  86. Schultz NH, Sorvoll IH, Michelsen AE, et al. Thrombosis and Thrombocytopenia after ChAdOx1 nCoV-19 Vaccination. NEJM 2021. doi:10.1056/NEJMoa2104882 DOI
  87. DGHO. AstraZeneca COVID-19-Vakzine Umgang mit dem Risiko von Gerinnungskomplikationen (Stand 30.03.2021) (letzter Zugriff am 15.04.2021). www.dgho.de
  88. arznei-telegramm. COVID-19-IMPFSTOFF VON JANSSEN. a-t 2021; 52: 18-21. www.arznei-telegramm.de
  89. arznei-telegramm. COVID-19-VAKZINE VON JOHNSON & JOHNSON IN DEN USA VORLÄUFIG GESTOPPT. blitz-a-t 13.04.2021 www.arznei-telegramm.de
  90. Logunov D, Dolzhikova IV, Shcheblyakow DV, et al. Safety and efficacy of an rAd26 and rAd5 vector-based heterologous prime-boost COVID-19 vaccine: an interim analysis of a randomised controlled phase 3 trial in Russia. Lancet 2021. doi.org
  91. Baraniuk C. Covid-19: What do we know about Sputnik V and other Russian vaccines?. BMJ 2021. doi:10.1136/bmj.n743 DOI
  92. aerzeblatt.de. SARS-CoV-2: Sinovac verkündet Ergebnisse aus Phase-3-Studie. 09.02.2021 (letzter Zugriff am 09.02.2021). www.aerzteblatt.de
  93. Madhi SA, Baillie V, Cutland CL, et al. Efficacy of the ChAdOx1 nCoV-19 Covid-19 Vaccine against the B.1.351 Variant. NEJM 2021. doi:10.1056/NEJMoa2102214 DOI
  94. Boyarsky BJ, Werbel WA, Avery RK, et al. Immunogenicity of a Single Dose of SARS-CoV-2 Messenger RNA Vaccine in Solid Organ Transplant Recipients. JAMA. Published online March 15, 2021. doi:10.1001/jama.2021.4385. jamanetwork.com
  95. Prof. M. Kochen (emeritierter Professor für Allgemeinmedizin, Freiburg), MMK-Benefit (05.04.2021).
  96. RKI. Mitteilungen der STIKO zum Impfen bei eingeschränkter Verfügbarkeit von Impfstoffen. Stand 10.07.2020 (letzter Zugriff am 14.09.2020). www.rki.de
  97. RKI. Grippeschutzimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten Stand 08.09.2020 (letzter Zugriff am 24.09.2020). www.rki.de
  98. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) im Austausch mit den Konventgesellschaften und mit Unterstützung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Welche Grunderkrankungen legen Einschränkungen in der Teilnahme am Schulunterricht aufgrund der Corona-Pandemie nahe? Stand 04.05.2020 (letzter Zugriff am 06.05.2020). www.dgkj.de
  99. RKI: Infektionsketten digital unterbrechen mit der Corona-Warn-App Corona-Warn-App ist ein wichtiger Baustein der Pandemiebekämpfung. Stand 20.11.2020 (letzter Zugriff am 23.11.2020) www.rki.de
  100. RKI. Handreichung des Robert Koch-Instituts für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte. Empfehlungen zum Umgang mit Personen mit der Meldung "erhöhtes Risiko" einer SARS-CoV-2-Infektion entsprechend der Corona-Warn-App (Stand 24.06.2020) (letzter Zugriff am 24.06.2020). www.rki.de
  101. KBV: Corona-Warn-App: RKI-Information für die Hausärztinnen/Hausärzte und Vertragsärztinnen/Vertragsärzte (Stand: 15.06.2020). Letzter Zugriff am 16.06.2020 www.kbv.de
  102. KBV. Praxisnachrichten. Start der Corona-Warn-App: Neue EBM-Leistungen zur Testung. Stand 16.06.2020 (letzter Zugriff am 17.06.2020). www.kbv.de
  103. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Kurzfristige Empfehlung der DGKJ zum Tragen von Masken bei Kindern zur Begrenzung der Ausbreitung des SARS-CoV-2. Stand 24.04.2020 (letzter Zugriff am 28.04.2020). www.dgkj.de
  104. RKI: Wirksamkeit nicht-pharmazeutischer Interventionen bei der Kontrolle der COVID-19-Pandemie. Stand 28.09.2020 (letzter Zugriff am 28.09.2020). www.rki.de
  105. Empfehlung der DGKH: Viruzides Gurgeln und viruzider Nasenspray. Stand 07.12.2020. (letzter Zugriff am 10.12.2020). www.krankenhaushygiene.de
  106. RKI. COVID-19: Entlassungskriterien aus der Isolierung. Stand 31.03.2021 (letzter Zugriff am 01.04.2021). www.rki.de
  107. RKI: Prävention und Management von COVID-19 in Alten- und Pflege­ein­richtungen und Einrich­tungen für Menschen mit Beein­trächtigungen und Behinderungen Stand 26.02.2021 (letzter Zugriff am 01.03.2021). www.rki.de
  108. Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft. S1-Leitlinie: Soziale Teilhabe und Lebensqualität in der stationären Altenhilfe unter den Bedingungen der COVID19-Pandemie. AWMF-Leitlinie 184-001. Stand 10.08.2020. www.awmf.org
  109. Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG). Empfohlene Präventionsmaßnahmen für die geburtshilfliche Versorgung in deutschen Krankenhäusern und Kliniken im Zusammenhang mit dem Coronavirus. AWMF-Leitlinie Nr. 015.092. Stand 19.03.2020. www.awmf.org
  110. RKI: Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zur Meldung von Verdachtsfällen von COVID-19. Stand 29.05.2020 (letzter Zugriff am 02.06.2020). www.rki.de
  111. Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung. Informationen für D-Ärzte in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen verursacht durch das Coronavirus SARS-CoV-2. www.dguv.de
  112. Der Arzneimittelbrief. Ein neues Coronavirus aus China. Rationale Maßnahmen sind gefordert – kein Grund zur Panik. Jahrgang 54 Nr. 02 Februar 2020. www.der-arzneimittelbrief.de
  113. Tolksdorf K, Buda S, Schuler E, Wieler LH, Haas W: Eine höhere Letalität und lange Beatmungsdauer unterscheiden COVID-19 von schwer verlaufenden Atemwegsinfektionen in Grippewellen Epid Bull 2020;41:3–10 | DOI 10.25646/7111 www.rki.de
  114. Mao L, Wang M, Chen S, et al. Neurological Manifestations of Hospitalized Patients with COVID-19 in Wuhan, China: a retrospective case series study. medRxiv 2020. www.medrxiv.org
  115. Wichmann D, Sperhake J, Lütgehetmann M, et al. Autopsy Findings and Venous Thromboembolism in Patients With COVID-19: A Prospective Cohort Study. Ann Intern Med. 2020; [Epub ahead of print 6 May 2020]. annals.org
  116. aerzteblatt.de. Studie: COVID-19 erhöht Zahl der plötzlichen Todesfälle. Stand 20.01.2021. (letzter Zugriff am 21.10.2021) www.aerzteblatt.de
  117. Rubino F, Amiel SA, Zimmet, et al. New-Onset Diabetes in Covid-19. NEJM 2020. www.researchgate.net
  118. Steinert J, Ebert R. Gewalt an Frauen und Kindern in Deutschland während COVID-19-bedingten Ausgangsbeschränkungen: Zusammenfassung der Ergebnisse. Technische Universität München. Pressemitteilung vom 02.06.2020 (letzter Zugriff am 03.06.2020). www.tum.de
  119. Solomon MD, McNulty EJ, Rana JS, et al. The Covid-19 Pandemic and the Incidence of Acute Myocardial Infarction. NEJM 2020. pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
  120. Bramer CA, Kimmins LM, Swanson R, et al. Decline in Child Vaccination Coverage During the COVID-19 Pandemic — Michigan Care Improvement Registry, May 2016–May 2020. MMWR Morb Mortal Wkly Rep 2020;69:630–631. dx.doi.org
  121. CovidSurg Collaborative, Nepogodiev D, Bhangu A. Elective surgery cancellations due to the COVID‐19 pandemic: global predictive modelling to inform surgical recovery plans. BJS 2020. bjssjournals.onlinelibrary.wiley.com
  122. RKI. Soziale Unterschiede in der COVID-19-Sterblichkeit während der zweiten Infektionswelle in Deutschland. Stand 16.03.2021 (letzter Zugriff am 16.03.2021). www.rki.de
  123. Pastor-Barriuso R, Perez-Gomez B, Hernan MA, et al. SARS-CoV-2 infection fatality risk in a nationwide seroepidemiological study. medRvix 2020. doi.org
  124. Brbaro RP, MacLaren G, Boonstra PS, et al.. Extracorporeal membrane oxygenation support in COVID-19: an international cohort study of the Extracorporeal Life Support Organization registry. Lancet 2020. www.thelancet.com
  125. DESTATIS. Gesellschaftliche Auswirkungen. Statistiken und strukturelle Daten mit Bezug zu COVID-19 (letzter Zugriff am 18.01.2021). www.destatis.de
  126. DESTATIS. Pressemitteilung Nr. 536 vom 30. Dezember 2020. Sterbefallzahlen im November 2020: 11 % über dem Durchschnitt der Vorjahre (letzter Zugriff am 11.01.2021). www.destatis.de
  127. COVIDSurgCollaborative. Mortality and pulmonary complications in patients undergoing surgery with perioperative SARS-CoV-2 infection: an international cohort study. Lancet 2020. doi.org
  128. Klift AC,Coupland CAC, Keogh RH, et al. COVID-19 Mortality Risk in Down Syndrome: Results From a Cohort Study Of 8 Million Adults. Annals of Internal Medicine 0;0 [Epub ahead of print 21 October 2020]. doi:https://doi.org/10.7326/M20-4986. www.acpjournals.org
  129. Salman D, Vishnubala D, Le Feuvre P, et al. PRACTICE POINTER Returning to physical activity after covid-19. BMJ 2021; 372: m472. doi:10.1136/bmj.m4721 DOI
  130. Phelan D, Kim JH, Chung EH. A Game Plan for the Resumption of Sport and Exercise After Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) Infection. JAMA Cardiol. Published online May 13, 2020. doi:10.1001/jamacardio.2020.2136. jamanetwork.com

Autor*innen

  • Marlies Karsch-Völk, Dr. med., Fachärztin für Allgemeinmedizin, München
  • Guido Schmiemann, PD Dr. med., Facharzt für Allgemeinmedizin, Universität Bremen (Review)